Psychiater bekommen meist ein reguläres Gehalt, wenn sie nach dem Studium einen Job angenommen haben, etwa als Mitarbeiter im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie. Dafür durchlaufen Psychiater, im Gegensatz zu Psychologen oder Psychotherapeuten, kein Psychologiestudium, sondern eine medizinische Ausbildung. Psychiater bewerten psychische Erkrankungen aus medizinischer, statt rein psychologischer Perspektive. Weil sie daher Mediziner sind, dürfen sie außerdem Psychopharmaka und ähnliche Medikamente verordnen.
Wie in allen medizinischen Branchen ist das Psychiater-Gehalt von diversen Faktoren abhängig, wie beispielsweise Berufserfahrung, Alter, Geschlecht, Bundesland und ob Tarife zur Anwendung kommen. Der folgende Artikel gibt einen Einblick wie diese Faktoren das Gehalt eines Psychiaters beeinflussen.
Das Wichtigste zum Psychiater-Gehalt in Kürze
- Ausbildungsweg: Medizinstudium und anschließende Facharztweiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie
- Dauer: Mindestens elf Jahre aus Medizinstudium und Facharztweiterbildung
- Mediangehalt: 8.568 Euro brutto monatlich
- Einstiegsgehalt: 7.206 Euro brutto monatlich
- Einflussfaktoren: Berufserfahrung, Arbeitgeber, Tarifvertrag, Bundesland, Stadt und Spezialisierung
- Tarifverträge: In kommunalen Kliniken gilt häufig der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL
- Weiterbildung: Zusätzliche Qualifikationen, etwa in der Forensischen Psychiatrie, können die Verdienstmöglichkeiten verbessern
Psychiater – Gehalt während der Ausbildung
Da der Ausbildungsweg zum Berufsziel Psychiater zwangsläufig über ein Studium der Psychiatrischen Medizin von mindestens elf Jahren (sechs Jahre Medizinstudium + fünf Jahre Facharztausbildung) führt, erhalten angehende Psychiater kein Gehalt während ihrer universitären Ausbildung. Im Gegenteil, es fallen sogar meist unterschiedlich hohe Studiengebühren an. Für die Zeit der Facharztausbildung sowie die darauffolgende Spezialisierung werden jeweils entsprechende Gehälter (s.u.) bezahlt.
Mehr Informationen zur Weiterbildung als Psychiater findest Du hier:
Psychiater – Gehalt zum Berufseinstieg
Das Gehalt im weiteren Berufsleben eines Psychiaters wird von vielen Faktoren beeinflusst: der Region, in der man arbeitet, ob ein Tarifvertrag zur Anwendung kommt, in welchem Bereich (Klinik, Praxis, Forschung und Lehre etc.) man tätig ist, wie alt man ist, welches Geschlecht man hat, wie viel Berufserfahrung man mitbringt oder welchen Arbeitgeber man hat. Wer unsicher ist, ob bei einer in Aussicht stehenden Anstellung nach Tarif vergütet wird, sollte auf jeden Fall vorab nachfragen.
Als grobe Faustregel kann man davon ausgehen, dass das Einstiegsgehalt eines Psychiaters im Mittel bei 7.206 Euro brutto im Monat liegt. Schwankungen bei der Entlohnung der Jobangebote richten sich, neben den bereits genannten Faktoren, außerdem auch danach, wie komplex der Arbeitsbereich ist und wie viel Verantwortung man dort trägt.
Psychiater – Gehalt nach Art der Einrichtung
Psychiater sind meist in Psychiatrischen Kliniken tätig, wo sie Menschen mit Psychosen, Depressionen und Verhaltensstörungen versorgen. In Deutschland gelten für das Psychiater-Gehalt daher ebenfalls die beiden verschiedenen Tarifverträge für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (Tarifverträge der TV-Ärzte VKA) und Unikliniken (Tarifvertrag der Unikliniken TV-Ärzte TdL). Diese sehen für Psychiater die nachfolgenden Gehälter vor.
Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA)
Der „Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände“ (TV-Ärzte/VKA) gruppiert alle Ärzte, unabhängig von ihrer Fachrichtung, in insgesamt vier Entgeltgruppen ein. Entsprechend der Zugehörigkeitsdauer zum Krankenhaus steigt die Einstufung dann innerhalb der einzelnen Entgeltgruppen von Stufe 1 bis Stufe 6 an. Das tarifvertragliche Mindestgehalt als Facharzt beträgt 7.552,19 Euro und das tarifvertragliche Höchsteinkommen 9.698,91 Euro brutto pro Monat.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
| I Assistenzarzt | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
| 5.722,05 | 6.046,42 | 6.278,07 | 6.679,58 | 7.158,37 | 7.355,29 | |
| II Facharzt | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | 9. Jahr | 11. Jahr | 13. Jahr |
| 7.552,19 | 8.185,40 | 8.741,40 | 9.065,74 | 9.382,33 | 9.698,91 | |
| III Oberarzt | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | |||
| 9.459,56 | 10.015,53 | 10.810,95 | ||||
| IV Ltd. Oberarzt | 1. Jahr | 4. Jahr | ||||
| 11.127,50 | 11.922,95 |
Gültig von 01.06.2026 bis 31.12.2026
Quelle: Marburger Bund
Tarifvertrag für Ärzte an Universitätskliniken (TV-Ärzte)
Der „Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken“ (TV-Ärzte) gruppiert ebenfalls alle Ärzte unabhängig von ihrem Fachgebiet in die vier Entgeltgruppen Ä 1 bis Ä 4 ein. Entsprechend der Zugehörigkeitsdauer zum Krankenhaus steigt die Gehaltsstufe auch hier innerhalb der einzelnen Entgeltgruppen von Stufe 1 bis Stufe 6 an. Das tarifvertragliche Mindestgehalt als Facharzt beträgt 1. Jahr und das tarifvertragliche höchste Einkommen brutto pro Monat.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Assistenzarzt | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
| 5.792,90 € | 6.121,26 € | 6.355,79 € | 6.762,34 € | 7.247,00 € | 7.436,05 € | |
| Facharzt | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | 9. Jahr | 11. Jahr | 13. Jahr |
| 7.645,72 € | 8.286,77 € | 8.849,64 € | 9.165,95 € | 9.338,38 € | 9.576,69 € | |
| Oberarzt | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | |||
| 9.576,69 € | 10.139,57 € | 10.944,77 € | ||||
| Ltd. Oberarzt | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | |||
| 11.265,33 € | 12.070,52 € | 12.711,58 € |
Gültig von 01.04.2026 bis 31.05.2027
Quelle: Marburger Bund
Psychiater – Gehalt nach Bundesländern
Das Gehalt von Psychiatern unterscheidet sich je nach Bundesland deutlich. Besonders hohe Einkommen sind in mehreren west- und süddeutschen Bundesländern zu finden. In einigen ostdeutschen Bundesländern fällt das durchschnittliche Gehalt dagegen niedriger aus. Dennoch zeigen sich auch innerhalb der einzelnen Regionen Unterschiede. Regionale Unterschiede entstehen in der Psychiatrie vor allem durch außertarifliche Zulagen einzelner Klinikträger sowie durch die Wahl zwischen TV-Ärzte/VKA und TV-Ärzte/TdL, weniger durch das Bundesland selbst. Die folgende Tabelle zeigt das durchschnittliche Psychiatergehalt nach Bundesland im direkten Vergleich.
Psychiater – Gehalt nach Alter und Geschlecht
Das Psychiater Gehalt kann sich mit zunehmendem Alter und wachsender Berufserfahrung verändern. Erfahrene Fachärzte übernehmen häufig zusätzliche Verantwortung oder spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche. Dadurch können sich im Laufe des Berufslebens höhere Verdienstmöglichkeiten ergeben. Neben dem Alter zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Die folgende Tabelle stellt die monatlichen Gehälter von Männern und Frauen gegenüber. Die Angaben beziehen sich dabei auf das Gehalt als Facharzt für Psychiatrie und zeigen Mindest-, Median- und Maximalgehalt.
| Gruppe | Min. | Mediangehalt | Max. |
| Gesamt | 5.980 € | 6.817 € | 7.654 € |
| Männer | 6.352 € | 6.997 € | 7.642 € |
| Frauen | 5.771 € | 6.736 € | 7.701 € |
In diesen Städten verdient man überdurchschnittlich
Auch der Arbeitsort beeinflusst das Gehalt von Psychiater. Zwischen deutschen Großstädten können sich Unterschiede beim monatlichen Einkommen ergeben. Gründe dafür sind unter anderem regionale Arbeitsmärkte, die Nachfrage nach Fachärzten und unterschiedliche Arbeitgeberstrukturen. Auch die Berufserfahrung spielt eine wichtige Rolle für die Höhe des Gehalts.
Die folgende Tabelle vergleicht die Facharzt-Gehälter von Psychiater in acht ausgewählten deutschen Städten.
| Stadt | Mittleres Monatsgehalt |
| Berlin | 7.393 € |
| Hamburg | 7.798 € |
| Frankfurt am Main | 7.798 € |
| Düsseldorf | 7.797 € |
| Bremen | 7.798 € |
| Dresden | 7.392 € |
| Hannover | 7.798 € |
| Augsburg | 7.737 € |
Psychiater – Verdienst im Vergleich mit anderen Berufen
Verglichen mit anderen Berufen im selben Bereich liegt der Psychiater mit dem mittleren Bruttomonatsverdienst etwa im Mittelfeld. Psychiater verdienen zwar weniger als leitende Oberärzte in der Klinischen Psychiatrie, Oberärzte in der Klinischen Psychiatrie und Fachärzte in der Klinischen Psychiatrie.
| Beruf | Bruttogehalt |
| Chefarzt | 23.663 € |
| Oberarzt | 12.182 € |
| Kinderarzt | 8.164 € |
| Facharzt | 8.488 € |
| Gerichtsmediziner | 8.083 € |
| Assistenzarzt | 6.454 € |
| Medizininformatiker | 5.848 € |
| Medizincontroller | 5.118 € |
| Fachkrankenpfleger | 4.241 € |
| Gesundheits- und Krankenpfleger | 4.056 € |
| Altenpflegehelfer | 2.640 € |
Quelle: Quelle: Gehalt.de / Bundesagentur für Arbeit - Entgeltatlas
Allerdings verdienen sie dafür mehr als Psychologen und Assistenzärzte in der Klinischen Psychiatrie.
Psychiater – Mehr Gehalt durch Fort- und Weiterbildungen
Wer sich als Psychiater durch Fort- und Weiterbildungen weiter qualifiziert, erhält entsprechend mehr Gehalt. Hier bieten sich hauptsächlich zwei Möglichkeiten an:
Forensische Psychiatrie
Das Gehalt von Forensischen Psychiatern liegt meist über dem ihrer Kollegen, da sie maßgeblich mit Gewaltverbrechern zu tun haben, die aufgrund ihrer psychischen Probleme mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Ihnen kommt daher die große Verantwortung der Schutzfunktion der Bevölkerung zu. Abgesehen davon kann der Umgang mit psychisch Auffälligen auch für die Psychiater persönlich gefährlich oder belastend sein.
Gerichtspsychiater bzw. psychiatrischer Gutachter
Gerichtspsychiater bzw. psychiatrische Gutachter sind meist neben einer anderen Tätigkeit (z.B. eigene Praxis, Lehrstuhl, psychiatrische Klinik etc.) auch für Gerichte in Einzelfällen tätig. Sie werden bei Bedarf z.B. für professionelle Evaluationen hinzugezogen, v.a. wenn es z.B. um die Beurteilung der psychischen Reife eines Täters oder deren Schuldfähigkeit geht. In diesen Fällen erhalten die Psychiater jedoch kein reguläres Gehalt, sondern eine Einzelfallpauschale für erstellte Gutachten bzw. persönliche Aussagen in Verhandlungen bei Gericht, deren Höhe sich nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) richtet.
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Häufige Fragen zum Psychiater-Gehalt
- Wie hoch ist das Psychiater Gehalt zum Berufseinstieg?
- Welche Faktoren beeinflussen das Psychiater Gehalt?
- Unterscheidet sich das Psychiater Gehalt nach Bundesland?
- Steigt das Psychiater Gehalt durch Weiterbildungen?
Das Psychiater Gehalt zum Einstieg beträgt 7.206 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung und zusätzlicher Verantwortung kann das Einkommen steigen.
Das Psychiater Gehalt hängt unter anderem von Berufserfahrung, Arbeitgeber, Arbeitsort und Tarifbindung ab. Auch Spezialisierungen und die berufliche Position können den Verdienst beeinflussen.
Das Psychiater Gehalt weist zwischen den Bundesländern regionale Unterschiede auf. Arbeitgeberstrukturen, Tarifverträge und regionale Arbeitsmärkte können dabei eine Rolle spielen.
Das Psychiater Gehalt kann sich durch Spezialisierungen und zusätzliche Qualifikationen erhöhen. Mögliche Bereiche sind beispielsweise die Forensische Psychiatrie oder die Tätigkeit als psychiatrischer Gutachter.










