Bildung, Erziehung und Förderung in verschiedenen sozialen, kulturellen und institutionellen Kontexten – das sind die zentralen Themen von Erziehungswissenschaftlern. Ihr Aufgabenbereich umfasst die Analyse, Entwicklung und Gestaltung von pädagogischen Konzepten, Bildungsprozessen und -strukturen. Diese sind keineswegs nur auf die Kindheit beschränkt, sondern erstrecken sich von der frühkindlichen Förderung bis hin zur Erwachsenenbildung in all ihren Facetten. Details zu Studium, Beruf, Gehalt und Zukunftsperspektiven für Erziehungswissenschaftler gibt es in diesem Artikel.
Erziehungswissenschaften - Das Wichtigste zu Studium und Beruf
- Dauer: Bachelor 6 Semester, Master zusätzlich 4 Semester
- Inhalte: Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Bildungsforschung, Erwachsenenbildung
- Voraussetzungen: (Fach-)Abitur, ggf. NC oder Vorerfahrung im pädagogischen Bereich
- Aufgaben: Bildungskonzepte entwickeln, beraten, lehren, forschen
- Arbeitsorte: Schulen, Kitas, Hochschulen, Beratungsstellen, Bildungsinstitutionen
- Mediangehalt: 4.259 Euro brutto monatlich
- Einstiegsgehalt: 3.738 Euro brutto monatlich
- Perspektiven: Gute Jobchancen durch steigenden Bedarf an Bildung und Beratung
Was macht man als Erziehungswissenschaftler?
Erziehungswissenschaftler sind mit der Erziehung, Bildung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beschäftigt. Dieser Tätigkeit können sie in einem klassischen Lehrberuf (mit zusätzlichem Lehramtsstudium), in einer anderen (Weiter-)Bildungseinrichtung oder in der Forschung nachgehen. Dort entwickeln sie Bildungstheorien oder -konzepte und gestalten Lernprozesse. Neben der Erziehung kann auch die Beratung eine wichtige Aufgabe sein.
Was ist der Unterschied zwischen Erziehungswissenschaft und Pädagogik?
Erziehungswissenschaft und Pädagogik werden häufig synonym verwendet. Streng genommen gibt es jedoch einen Unterschied: Pädagogen kümmern sich um die Bildung und Erziehung von Kindern, während sich die Erziehungswissenschaftler mit Personen aus allen Altersgruppen beschäftigen.
Wie läuft das Studium als Erziehungswissenschaftler ab?
Erziehungswissenschaft ist ein grundständiger Studiengang, der auch als Kombinationsstudiengang belegt werden kann. Das Studium wird zunächst mit einem Bachelor abgeschlossen und kann mit einem Master-Studiengang fortgesetzt werden.

Voraussetzungen für das Studium
Voraussetzung für das Studium der Erziehungswissenschaften ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die fachgebundene Hochschulreife (Fachabitur). Manche Universitäten beschränken den Zugang zu dem Studienfach über einen Numerus clausus oder verlangen besondere Vorkenntnisse. Diese können sich auf bestimmte Fächer oder bereits vorhandene Berufserfahrungen, z. B. als Kindheitspädagoge oder Erzieher beziehen.
Dauer und Aufbau des Studiums
Das Bachelor-Studium Erziehungswissenschaften dauert in der Regel 6 Semester. Für den anschließenden Master-Studiengang sind weitere 4 Semester einzuplanen. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft den Aufbau des Bachelorstudiums Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln. Sie verdeutlicht die wichtigsten Modulgruppen, ihre Inhalte sowie die jeweilige Gewichtung in ECTS-Punkten.
| Modulgruppe | Inhalte | ECTS (LP) |
|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft | Grundlagen, Forschungsmethoden, Bildung & Gesellschaft, Bildungstheorien, Diversität, Heterogenität, außerschulische Bildung | 60 LP |
| Psychologie | Allgemeine Psychologie, Sozialpsychologie, Entwicklungspsychologie, Pädagogische oder Arbeits- & Organisationspsychologie | 30 LP |
| Sozialwissenschaften | Soziologie (Pflicht), Politikwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft | 27 LP |
| Schwerpunktmodule | Individuelle fachliche Spezialisierung (zwei große oder Kombination aus großen und kleinen Modulen) | 24 LP |
| Ergänzungsmodul | Praktikum | 15 LP |
| Studium Integrale | Interdisziplinäre Inhalte, Schlüsselkompetenzen | 12 LP |
| Bachelorarbeit | Abschlussarbeit | 12 LP |
| Gesamt | — | 180 LP |
Studieninhalte als Erziehungswissenschaftler
Je nach Hochschule können sich die Inhalte des Studiums leicht unterscheiden. Die folgenden Fächer finden sich im Studiengang Erziehungswissenschaften in der Regel wieder:
| Studieninhalte Erziehungswissenschaften |
|---|
| Pädagogische Psychologie |
| Didaktik und Methodik |
| Schul- und Unterrichtsforschung |
| Pädagogik der frühen Kindheit |
| Sonderpädagogik |
| Erwachsenenbildung |
Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, zwischen verschiedenen anderen Fächern und Kursen zu wählen. Zu diesen Spezialfächern, die ebenfalls von Hochschule zu Hochschule variieren können, gehören zum Beispiel Schulpädagogik, interkulturelle Pädagogik, Medienpädagogik, Schulmanagement oder Schulrecht.
Was verdient man während des Studiums?
Während des Studiums ist keine Vergütung vorgesehen. Studierende müssen zweimal jährlich den Semesterbeitrag an ihre Hochschule entrichten. Die Beitragshöhe ist von Hochschule zu Hochschule verschieden. Viele Studierende arbeiten neben dem Studium beispielsweise als Schulbegleiter oder beantragen BAföG. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich auf Stipendien zu bewerben oder einen Bildungskredit zu beantragen.
Passt das Studium als Erziehungswissenschaftler zu mir?
Das Studium als Erziehungswissenschaftler passt, wenn:
- man ein offenes, aufgeschlossenen und umgängliches Wesen besitzt
- Spaß an der Arbeit mit Menschen hat
- organisatorisches Geschick und gute Kommunikationsfähigkeiten besitzt
- eine hohe Bereitschaft zur regelmäßigen Weiterbildung
- Interesse an pädagogisch-erzieherischen Themen
Das Studium als Erziehungswissenschaftler passt nicht, wenn:
- man schnell ungeduldig und laut wird
- man kein Interesse an Schule und Bildung hat
- man nicht im universitären Kontext arbeiten möchte
Wie sieht der Berufsalltag als Erziehungswissenschaftler aus?
In Berufsalltag von Erziehungswissenschaftlern geht es um Fragen der Entwicklung, Erziehung und Bildung. Diese können verschiedene Personengruppen betreffen und deshalb – je nach Arbeitskontext – ganz unterschiedlich ausfallen.
Aufgaben als Erziehungswissenschaftler
Die Aufgaben sind sehr vielfältig und vom jeweiligen Arbeitsfeld abhängig. Wer beispielsweise in der Erwachsenenbildung tätig ist, führt Seminare durch, erstellt hierfür Lehrmaterialien. In der Bildungsberatung werden vor allem Einzel- und Gruppenberatungsgespräche durchgeführt, wofür Informationsmaterialien zu erstellen und Informationsveranstaltungen zu organisieren sind. Im Bildungsmanagement gehören Entwicklung und Überarbeitung von Bildungskonzepten und die Organisation, Koordination und Budgetierung von Bildungsveranstaltungen und -projekten zu den wichtigen Tätigkeiten. In der Forschung tätige Personen führen empirische Studien durch, analysieren Forschungsdaten und publizieren die Ergebnisse unter anderem in Fachzeitschriften.
Wo kann man als Erziehungswissenschaftler arbeiten?
Für Erziehungswissenschaftler gibt es viele Einsatzbereiche im Öffentlichen Dienst und in privaten Einrichtungen. Hierzu gehören nicht nur Kindergärten und Kindertagesstätten sowie Schulen aller Art. Auch in Bildungseinrichtungen für Erwachsene, Beratungs-, Therapie- und medizinischen Versorgungszentren, Pflege- und Seniorenheimen kommen Erziehungswissenschaftler zum Einsatz. Weitere mögliche Arbeitsumfelder sind Kultureinrichtungen, Behörden und natürlich auch Universitäten und Forschungsinstitute.
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Arbeitszeiten als Erziehungswissenschaftler
Die Arbeitszeiten hängen stark von dem jeweiligen Arbeitsumfeld ab. Neben den üblichen Arbeitszeiten werktags von 9 bis 17 Uhr können diese in einigen Einsatzbereichen (zum Beispiel in der Erwachsenenbildung) auch abends oder am Wochenende liegen, wenn hier Kurse oder Beratungen für Berufstätige angeboten werden.
Was verdient man als Erziehungswissenschaftler?
Das Gehalt als Erziehungswissenschaftler liegt in Deutschland im Median bei 4.259 Euro brutto im Monat. Zum Berufseinstieg verdienen viele Absolventen rund 3.738 Euro monatlich, während das Gehalt mit mehreren Jahren Berufserfahrung auf bis zu 4.853 Euro ansteigen kann.
Wie hoch das tatsächliche Einkommen ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen vor allem die Berufserfahrung, die konkrete Position sowie der Arbeitgeber. Auch die Branche spielt eine Rolle, da Tätigkeiten im öffentlichen Dienst häufig tariflich geregelt sind, während private Träger oder Unternehmen unterschiedliche Gehaltsstrukturen haben. Zusätzlich beeinflussen der Arbeitsort, die Größe der Einrichtung und mögliche Spezialisierungen das Gehalt als Erziehungswissenschaftler.
Mehr zum Gehalt des Erziehungswissenschaftler findest Du hier:
Welche Berufsperspektiven hat man als Erziehungswissenschaftler?
Mit diesem Abschluss hat man gute Berufsperspektiven, denn während des Studiums erhält man eine breite Wissensbasis und Fähigkeiten, die sich durch Spezialisierungen noch weiter vertiefen lassen. Hierfür stehen verschiedene Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Weiterbildung und Fortbildung
Der erste Schritt der Weiterbildung nach dem Bachelor-Abschluss in Erziehungswissenschaften ist der Master-Abschluss. Dieser ist für führende Positionen unabdingbar. Darüber hinaus bieten Berufsverbände und Bildungseinrichtungen zahlreiche Schulungen und Fortbildungen zu unterschiedlichsten Themen an. Hierzu gehören unter anderem inhaltliche Spezialisierungen für Sonderpädagoge oder Medienpädagogik, methodische Weiterbildungen (z. B. Diagnostik, Evaluationsmethoden), Fortbildungen für beratende oder therapeutische Arbeit und Angebote zu Themen wie Management und Organisation, Digitalisierung und Technik, Recht und Verwaltung.
Berufsperspektiven und Zukunftsaussichten
Insgesamt sind die Zukunftsaussichten gut, können jedoch je nach geografischer Region und Spezialisierung variieren.
Der hohe Stellenwert von Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Förderung und Bildung von Erwachsenen sorgt für einen zunehmenden Bedarf an pädagogischen Berufen, zu denen auch die Erziehungswissenschaften gehören. Die Digitalisierung bietet neue Chancen und Herausforderung, ebenso die zunehmende Nachfrage nach Diversität, Inklusion, lebenslangem Lernen, Bildungsberatung und Coaching im schulischen, beruflichen oder persönlichen Kontext.
Wie findet man passende Jobs als Erziehungswissenschaftler?
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Häufige Fragen zum Erziehungswissenschaften-Studium
- Was macht man als Erziehungswissenschaftler?
- Wie läuft das Studium der Erziehungswissenschaften ab?
- Welche Voraussetzungen braucht man für Erziehungswissenschaftler?
- Wo arbeiten Erziehungswissenschaftler?
- Wie viel verdient man als Erziehungswissenschaftler?
Erziehungswissenschaftler beschäftigen sich mit Bildung, Erziehung und Förderung von Menschen aller Altersgruppen. Sie entwickeln Bildungskonzepte, beraten und gestalten Lernprozesse in verschiedenen Bereichen.
Das Studium der Erziehungswissenschaften beginnt mit einem Bachelor und kann mit einem Master ergänzt werden. Inhalte umfassen Pädagogik, Psychologie und sozialwissenschaftliche Grundlagen.
Für das Studium der Erziehungswissenschaften braucht man in der Regel (Fach-)Abitur. Einige Hochschulen verlangen zusätzlich einen NC oder praktische Vorerfahrungen.
Erziehungswissenschaftler arbeiten in Schulen, Kitas, Beratungsstellen oder Hochschulen. Auch Tätigkeiten in Unternehmen oder im Bildungsmanagement sind möglich.
Erziehungswissenschaftler verdienen im Median 4.259 Euro brutto monatlich. Das Gehalt hängt stark von Erfahrung, Branche und Position ab.
- Erziehungswissenschaften, Bachelor of Arts, https://studieninteressierte.uni-koeln.de/... (letzter Zugriff am 30.04.2026)












