Augenoptiker ist ein Ausbildungsberuf, der spannende und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder verspricht. Wie wichtig der Beruf ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: 2024 wurden in Deutschland rund 12 Millionen komplette Korrektionsbrillen verkauft – das entspricht in etwa dem Niveau der Vorjahre, wobei der Absatz gegenüber 2023 sogar leicht um 1,5 % zurückging. Der Ratgeber beleuchtet die Augenoptiker-Ausbildung, den Beruf und das Gehalt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre (Verkürzung möglich
- Ausbildungsart: Duale Ausbildung (Betrieb und Berufsschule)
- Inhalte: Sehtests, Brillenanfertigung, Kundenberatung, Kontaktlinsenanpassung
- Zugang: Keine festen Vorgaben, meist mittlere Reife bevorzugt
- Gehalt im Beruf: Abhängig von Region, Erfahrung und Tarifbindung circa 3.481 Euro brutto monatlich
- Weiterbildung: Meister, Optometrist, Spezialisierungen
- Arbeitszeiten: Meist während der Ladenöffnungszeiten
- Arbeitsorte: Optikgeschäfte, Praxen, Industrie und Werkstätten
Was macht ein Augenoptiker?
Optiker sind auf Anfertigungen und Anpassungen von Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen spezialisiert, die von Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Sehkraft und/oder bei Augenerkrankungen benötigt werden. Sie führen Sehtest durch, Beraten Kundinnen und Kunden bei der Auswahl von Brillenfassungen, Gläsern und Kontaktlinsen, passen Brillenfassungen an und reparieren diese. Zudem arbeiten sie mit Augenärzten zusammen und vermessen die Augen ihrer Kundschaft.
Augenoptiker-Ausbildung
Bei der Ausbildung handelt es sich um eine duale Ausbildung. Das bedeutet, es findet ein Wechsel zwischen praktischer Arbeit im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Berufsfachschule statt. Während der Ausbildung lernt man verschiedene Bereiche des Augenoptikerhandwerks kennen. Dazu gehören:
- Anfertigung von Brillengläsern und deren Montage
- Durchführung von Sehtest
- Anpassung, Reparaturen und Wartung von Brillen
- Vermessung der Augen
- Anpassung von Kontaktlinsen
- Kundenberatung
Nach der Ausbildung können Augenoptiker in einer Augenarztpraxis, einem Optikergeschäft oder einem Unternehmen der Augenoptikerbranche arbeiten.

Zugangsvoraussetzungen
Es sind keine speziellen Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Optiker vorgegeben. Dennoch bevorzugen die Ausbildungsbetriebe häufig Bewerber mit Mittlerer Reife. Vorteilhaft ist es in der Regel zudem, wenn gute Note in den Fächern Mathematik, Physik und Biologie vorliegen und folgende persönliche Eigenschaften hervorstechen:
- Lernbereitschaft
- Neugierde am Beruf
- Sorgfalt und Präzision
- Handwerkliches sowie technisches Geschick
- soziale Kompetenz
- Kommunikationsfähigkeiten
- Bereitschaft auch samstags zu arbeiten
Aufbau der Ausbildung
Im ersten Lehrjahr werden praktische und theoretische Grundkenntnisse vermittelt, die in einem Berichtsheft zu dokumentieren sind. Im zweiten Lehrjahr werden diese Grundkenntnisse vertieft. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ist der erste Teil der Gesellenprüfung abzulegen. Die Ausbildung endet mit bestandener Abschlussprüfung als zweiter Teil der Gesellenprüfung.
Ausbildungsinhalte
Die Ausbildungsinhalte sind eingeteilt in zwei Abschnitte. Sie sind durch den Zentralverband deutscher Augenoptiker festgesetzt und beschreiben die praktischen und theoretischen Ausbildungsinhalte in beiden Ausbildungsabschnitten und geben Auskunft über die Zeitspanne. Die folgende Tabelle zeigt den 1. Ausbildungsabschnitt der praktischen Phase:
| Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten | Zeitliche Richtwerte in Wochen im 1.-18. Monat |
| Brillengläser bearbeiten und einfassen | 16 |
| Werkzeuge und Maschinen pflegen | 3 |
| Brillen modifizieren und instand setzen | 10 |
| Brillengläser, Kontaktlinsen und vergrößernde Sehhilfen nach optischen Eigenschaften und Wirkungen beurteilen | 19 |
| Kunden beraten und Dienstleistungen anbieten | 14 |
| Brillen optisch und anatomisch anpassen | 6 |
| Sehhilfen abgeben | 8 |
| Waren verkaufen | 2 |
| Wochen insgesamt | 78 |
Die theoretische Ausbildung im 1. Ausbildungsabschnitt befasst sich mit folgenden Inhalten:
- Integration von Kenntnissen und Fähigkeiten
- Inhaltes des Arbeits- und Tarifrechts
- Aufbau und Organisationlehre von Ausbildungsunternehmen
- Arbeits- und Umweltschutz
- Planung von Arbeitsabläufen und technischer Kommunikation
- Berufsvorschriften und Normvorgaben
Im 2. Ausbildungsabschnitt werden diese weiter vertieft. Des Weiteren lernen die angehenden Augenoptiker folgende praktische Inhalte im 2. Ausbildungsabschnitt:
| Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten | Zeitliche Richtwerte in Wochen im 19.-36. Monat |
| Brillengläser bearbeiten und einfassen | 15 |
| Brillengläser, Kontaktlinsen und vergrößernde Sehhilfen nach optischen Eigenschaften und Wirkungen beurteilen | 15 |
| Kunden beraten und Dienstleistungen anbieten | 14 |
| Korrektionsbedarf ermitteln | 14 |
| Brillen optisch und anatomisch anpassen | 6 |
| Sehhilfen abgeben | 4 |
| Rechnungswesen und Kalkulation durchführen | 6 |
| Wochen insgesamt | 78 |
Quelle: Zentralverband deutscher Augenoptiker
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung zum Optiker beträgt drei Jahre. Es besteht die Möglichkeit auf eine Ausbildungsverkürzung um 1/2 bis ein Jahr. Dies kann mit Zustimmung des Ausbildungsbetriebs beantragt werden, wenn zuvor eine abgeschlossene Berufsausbildung absolviert wurde oder das Abitur als Schulabschluss vorliegt.
Ausbildungsorte
Der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule gelten als Ausbildungsorte. Die Berufsschule ist tageweise in der Woche oder als Blockunterricht über mehrere Wochen zu besuchen.
Ausbildungsabschluss
Mit bestandener Gesellenprüfung führt man die Berufsbezeichnung „Augenoptiker/in” (bzw. Augenoptikergeselle/-gesellin). Die Bezeichnung „Staatlich anerkannter Augenoptiker” ist dagegen ein eigenständiger, höherer Abschluss, der erst nach einer zusätzlichen Fachschulausbildung (meist im Anschluss an die Gesellenprüfung) erworben wird und beispielsweise zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung führt.
Augenoptiker – Perspektiven nach der Ausbildung
Der Beruf des Augenoptikers ist stark gefragt. Die Karrieremöglichkeiten als Optiker sind vielfältig. Wer nicht im Geschäft direkt im Kundenkontakt arbeiten möchte, kann in folgenden Spezialgebieten tätig werden:
- Werkstattechniker
- Verkaufs- und Beraterdienst
- Fachberater für optische Geräte
- Facheinkäufer
- Warendisponent
Augenoptiker – Ausbildungsvergütung
Da es bundesweit keinen einheitlichen Tarifvertrag mehr gibt, veröffentlicht der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) jährlich unverbindliche Tarifempfehlungen; einzelne Landesinnungsverbände legen eigene, teils höhere Empfehlungen fest. Die folgende Tabelle zeigt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026 sowie beispielhaft die höhere regionale Empfehlung des Südwestdeutschen Augenoptiker- und Optometristen-Verbands (SWAV) ab August 2026.
| Ausbildungsjahr | Gesetzliches Minimum | Regionale Tarifempfehlung |
|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 € | 900 € |
| 2. Lehrjahr | 854 € | 1.000 € |
| 3. Lehrjahr | 977 € | 1.150 € |
Augenoptiker – Gehalt im Beruf
Die Höhe des Gehalts als Optiker variiert stark. Es richtet sich nach der Region, Betriebsgröße und individueller Berufserfahrung sowie der Tarifabhängigkeit. Das mediane Durchschnittsgehalt beträgt in Deutschland 3.481 Euro brutto bei einer 40-Stunden-Arbeitswoche. Je nach Datenquelle liegt das mittlere Gehalt zwischen rund 2-750 Euro und 3.180 Euro brutto monatlich. Die nachfolgende Grafik zeigt das mediane Durchschnittsgehalt nach Berufserfahrung.
Mehr Informationen zum Gehalt eines Augenoptikers findest Du hier:
Augenoptiker – Aufgaben im Arbeitsalltag
Unter die Aufgaben eines Optikers fallen die Kundenberatung und das Informieren von Kundinnen und Kunden über passende Möglichkeiten von Sehhilfen. Auch das Aufnehmen von relevanten Patienten- und Seh- beziehungsweise Augendaten, wie Dioptrienwerte und Augenabstand, sind von Bedeutung.
Optiker geben den Auftrag zur Anfertigung von Brillen an die Fertigung. Nach Fertigstellung passen sie die Brillen dem Patienten präzise an oder sind beim Einsetzen von Kontaktlinsen behilflich. Die Kundenbetreuung erstreckt sich zudem über Problemlösungen, Reparaturen von Sehhilfen sowie der Verkauf und Produktempfehlungen, wie beispielsweise Linsenreinigungsmittel. Zusätzlich kommen administrative und/oder kaufmännische Aufgaben hinzu.
Augenoptiker/in Stellenangebote
Augenoptiker – Weiterbildungsmöglichkeiten
Als Geselle können Optiker Weiterbildungen zum Meister und anschließend zum Optometristen vornehmen. Diese wird in privaten Akademien oder anderen Weiterbildungsinstituten angeboten, sind privat zu finanzieren und wirken sich positiv auf das Gehalt aus.
Augenoptiker – Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten erstrecken sich über die regulären Ladenöffnungszeiten. Die übliche Arbeitsstundenzahl beträgt zwischen 38,5 und 40 bei Vollzeitbeschäftigung.
Wer sucht Augenoptiker?
Optiker werden in verschiedenen Fachbereichen eingesetzt. Dadurch stehen unterschiedliche Aufgabenschwerpunkte zur Verfügung wie beispielsweise:
- Optiker-Betriebe
- Metall- und Elektroindustrie aus den Bereichen Feinmechanik und Optik
- Brillen- und Kontaktlinsen-Fertigung
- Brillen-Werkstätten
- Brillen- und Linsen-Vertriebe
Stellenangebote für Augenoptiker finden
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Häufige Fragen
- Was ist ein Augenoptiker?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Augenoptiker?
- Was kann man nach der Augenoptiker-Ausbildung machen?
- Wie läuft die Augenoptiker-Ausbildung ab?
Ein Optiker arbeitet im Bereich Sehhilfen und sorgt dafür, dass Betroffene durch diese optimale Sehkraft wiedererlangen. Das kann die Tätigkeit am Kunden mit Informationen, Beratung, Verkauf und Anpassung von Sehhilfen oder in der Fertigung sein.
Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Auszubildende mit Abitur oder einer bereits abgeschlossenen Ausbildung können eine Ausbildungsverkürzung mit Zustimmung des ausbildenden Betriebs auf zwei oder 2,5 Jahre beantragen.
Staatlich anerkannte Optiker können sich selbstständig mit einem Optiker-Geschäft machen oder dort als Angestellte tätig werden. Zudem suchen Brillen-Werkstätten, Industriebetriebe aus dem Optikbereich sowie Brillen- und Kontaktlinsen-Vertriebe stetig Optiker.
Die Ausbildung funktioniert dual und besteht aus Praxis im Ausbildungsbetrieb und einer theoretischen Ausbildung an einer Berufsfachschule. Ungefähr nach der Hälfte der Ausbildungszeit ist die erste Gesellenprüfung abzulegen. Mit dem Bestehen der zweiten Gesellenprüfung am Ende der Ausbildungsdauer gilt die Ausbildung als erfolgreich absolviert.






