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Kommunikation im Medizinwesen (KIM) ist ein zentraler Baustein der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Bei KIM handelt es sich um einen Dienst, der den sicheren, elektronischen Austausch medizinischer Dokumente und sensibler medizinischer Daten ermöglicht.
Der folgende Artikel erklärt, wie KIM funktioniert und welche Vorteile das System mit sich bringt.
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KIM – Definition
KIM ist ein Kommunikationssystem, das von der Gematik GmbH entwickelt wurde. KIM hat das Ziel, zukünftig die gesamte elektronische Kommunikation innerhalb des Gesundheitswesens zu vereinheitlichen und abzusichern.
Während KIM anfangs nur für Arztpraxen verfügbar war, können mittlerweile auch weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens die Anwendung nutzen, darunter Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen.
Technisch funktioniert KIM über die Telematikinfrastruktur (TI), einer sicheren digitalen Plattform, die den Austausch und die Vernetzung von medizinischen Daten ermöglicht. Damit kann man beispielsweise Arztbriefe, Befunde oder elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) verschlüsselt versenden. Seit dem 1. Oktober 2021 sind alle Arztpraxen verpflichtet, KIM einzusetzen (§ 311 Abs. 6 SGB V).
Die Nutzung schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern ist auch Voraussetzung für bestimmte Vergütungen. Denn KIM ist das vom Gesetzgeber anerkannte Verfahren für den elektronischen Austausch medizinischer Dokumente.
Was ist und was macht die Gematik GmbH?
Die Gematik GmbH (kurz gematik, früher gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) wurde 2005 gegründet, um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens voranzutreiben. Sie trägt die Verantwortung für den Auf- und Ausbau der Telematikinfrastruktur (TI).
Zu den wichtigsten Aufgaben der gematik zählen die Entwicklung und Standardisierung zentraler digitaler Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA), des E-Rezepts oder der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sowie die Sicherstellung von Datensicherheit und Kompatibilität aller Systeme. Ihr Ziel ist es, die medizinische Versorgung in Deutschland durch innovative und nutzerfreundliche digitale Lösungen nachhaltig zu verbessern und den gesetzlichen Rahmen hierfür zu gestalten und umzusetzen.
Wie funktioniert KIM?
KIM funktioniert im Prinzip wie eine E-Mail beziehungsweise wie ein E-Mail-Programm, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen. Mit der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird die Nachricht beim Senden verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Damit ist sichergestellt, dass vertrauliche Gesundheitsdaten nicht von unbefugten Dritten mitgelesen oder verändert werden können.
Jede Einrichtung erhält eine KIM-Adresse, die eindeutig einer Person oder Institution zugeordnet ist. Der Versand und Empfang läuft über zertifizierte Anbieter, die von der gematik zugelassen sind. So ist gewährleistet, dass Nachrichten nur den vorgesehenen Empfänger erreichen und Dokumente fälschungssicher sind.
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KIM – Voraussetzungen
Voraussetzung für die Nutzung von KIM sind mehrere technische und organisatorische Komponenten. Diese müssen sowohl der Sender als auch der Empfänger erfüllen.
Um Kommunikation im Medizinwesen nutzen zu können, benötigt man Folgendes:
- Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI): Nur wer an das bundesweite digitale Netz des Gesundheitswesens angebunden ist, kann KIM einsetzen.
- KIM-Adresse(n): Jede Einrichtung oder Person erhält eine oder mehrere eindeutige KIM-Adressen. Diese können ausschließlich bei von der gematik zugelassenen Anbietern erworben werden.
- Sicherheitszertifikate: Grundlage ist ein Schlüsselpaar aus der Public-Key-Infrastruktur der gematik. Dieses ist entweder auf sogenannten Institutionskarten (SMC-B, auch Praxisausweis genannt) oder elektronischen Heilberufsausweisen (eHBA) beziehungsweise elektronischen Psychotherapeutenausweisen (ePtA) gespeichert oder wird in speziellen Hardware-Sicherheitsmodulen hinterlegt.
- Client-Modul: Eine Softwarekomponente, die Nachrichten ver- und entschlüsselt. Sie stellt Schnittstellen für gängige E-Mail-Protokolle bereit und sorgt dafür, dass KIM in bestehende Praxis- oder Kliniksoftware integriert werden kann.
- Konnektor: Ein von der gematik spezifiziertes Sicherheitsgerät, das als Schnittstelle zwischen E-Mail-Programmen und der Telematikinfrastruktur fungiert.
Dank dieser Struktur ist Kommunikation im Medizinwesen nicht nur technisch sicher, sondern auch rechtlich verbindlich. Viele Praxisverwaltungssysteme (PVS) haben die KIM-Module bereits integriert, was die Nutzung vereinfacht. Grundsätzlich muss aber jedes PVS mit jedem Dienst kompatibel sein.
KIM – Vorteile
Die Einführung von KIM bringt mehrere Vorteile:
- Datenschutz und Sicherheit: Nachrichten sind verschlüsselt, können nur von den berechtigten Empfängern geöffnet werden und sind fälschungssicher.
- Rechtssicherheit: KIM erfüllt die Vorgaben des Gesetzgebers und ist als sicheres Übermittlungsverfahren anerkannt.
- Vernetzung: Alle Akteure im Gesundheitswesen – von Arztpraxen über Apotheken bis zu Krankenkassen – können über ein einheitliches System kommunizieren.
- Zeit- und Arbeitsersparnis: Dokumente müssen nicht mehr gefaxt oder per Post versendet werden. Auch das Nachtelefonieren entfällt, da die Übermittlung direkt im System dokumentiert ist.
- Zentrale Adressverwaltung: Über den Verzeichnisdienst (VZD) der TI, quasi ein digitales Adressbuch, kann man KIM-Adressen anderer Teilnehmer schnell und einfach finden. Die Adressen werden immer auf dem aktuellen Stand gehalten und sind eindeutig einer Person oder Institution zugeordnet.
KIM und Digitalisierung
Die Einführung von KIM ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Noch immer ist das Faxgerät in vielen Praxen alltäglich, obwohl es längst nicht mehr den Datenschutzanforderungen genügt. KIM schafft hier eine moderne und sichere Alternative.
Die erste Anwendung war der elektronische Arztbrief (eArztbrief). Inzwischen lassen sich auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU), Befunde, Abrechnungen und andere Dokumente digital verschicken. Zukünftig sollen weitere Funktionen hinzukommen – von Formularen über Röntgenbilder bis hin zu Bescheiden der Krankenkassen.
Seit dem 1. Juli 2023 erhalten Praxen zudem eine TI-Pauschale. Diese finanzielle Unterstützung soll die Kosten für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur und die laufende Nutzung abfedern. Damit wird KIM für Einrichtungen nicht nur verpflichtend, sondern auch wirtschaftlich attraktiver.
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- KIM. Schnell und sicher kommunizieren, https://www.gematik.de/... (Abrufdatum: 26.09.2025)
- Die Telematikinfrastruktur, https://www.gematik.de/... (Abrufdatum: 26.09.2025)








