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Das Krankenhaus Barometer ist seit dem Jahr 2000 eine jährlich wiederkehrende repräsentative Befragung zu aktuellen krankenhaus- und gesundheitspolitischen Themen. Ziel ist, den Krankenhäusern und ihren Verbänden aktuelle und belastbare Daten für Planung, Positionierung und politische Diskussionen zur Verfügung zu stellen.
Dieser Artikel erläutert das Thema Gewalt gegen Pflegekräfte und wie das Krankenhaus Barometer 2025 darauf Bezug nimmt.
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Gewalt gegen Pflegekräfte – Inhalt der Studie
In der Erhebung 2025 steht die Sicherheit im Krankenhaus im Mittelpunkt – mit einem klaren Fokus auf Gewalt gegen Pflegekräfte und andere Beschäftigte. Die Studie fragt nicht nur nach der Häufigkeit und den Folgen von Übergriffen im Jahr 2024, sondern auch nach Trends der letzten fünf Jahre.
Es geht zudem um Ursachen, betroffene Berufsgruppen und Strategien zur Prävention und zum Schutz von Pflegekräften. Zudem werden Maßnahmen zum Schutz von Krankenhauseigentum sowie die Kosten und die fehlende Refinanzierung von Sicherheitspersonal betrachtet.
Gewalt gegen Pflegekräfte – Ausmaß, Folgen und Trends
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Gewalt gegen Pflegekräfte und andere Beschäftigte ist im Krankenhausalltag verbreitet und mit spürbaren Folgen verbunden.
Besonders häufig berichten die Häuser von einer psychischen Belastung nach körperlichen oder verbalen Übergriffen: In 21 Prozent der Krankenhäuser tritt sie häufig auf, in der großen Mehrheit der übrigen Einrichtungen zumindest gelegentlich.
Geringere physische Schäden wie Kratzwunden oder Hämatome kommen in neun Prozent der Kliniken häufig und in 68 Prozent gelegentlich vor. Weitere typische Folgen sind Sachschäden ohne Körperschäden. Auch das vorzeitige Beenden des Dienstes am Tag des Übergriffs, ärztliche oder therapeutische Behandlung der Betroffenen sowie zeitweise Arbeitsunfähigkeit zählen dazu.
Gravierende Konsequenzen wie Versetzungswünsche oder Kündigungen nach Übergriffen werden von einem relevanten Anteil der Krankenhäuser zumindest gelegentlich beobachtet.
Im Fünfjahresvergleich zeigt sich ein deutlicher Trend: Zwei Drittel der Krankenhäuser berichten, dass die Zahl körperlicher Übergriffe gegenüber Beschäftigten gestiegen ist. 24 Prozent sprechen von einem „deutlichen“, 42 Prozent von einem „mäßigen“ Anstieg. Nur ein Prozent der Häuser meldet rückläufige Zahlen. Damit wird Gewalt gegen Pflegekräfte zunehmend zu einem strukturellen Problem, das nicht mehr als Ausnahme behandelt werden kann.
Gewalt gegen Pflegekräfte – Betroffene Berufsgruppen, Bereiche und Ursachen
Am stärksten betroffen vom physischen Gewaltgeschehen ist der Pflegedienst: Im Durchschnitt aller Krankenhäuser entfielen 51 Prozent der körperlichen Übergriffe im Jahr 2024 auf Pflegekräfte.
Der ärztliche Dienst war in zwölf Prozent der Fälle betroffen, sonstiges nichtärztliches Personal in sechs Prozent. Damit steht Gewalt gegen Pflegekräfte statistisch klar im Zentrum der Übergriffe.
Räumlich konzentrieren sich die Übergriffe vor allem auf Notaufnahmen und Ambulanzen: 43 Prozent der Häuser berichten dort von häufigen und 52 Prozent von gelegentlichen körperlichen Übergriffen. Auf bettenführenden Stationen kommt es in 82 Prozent der Krankenhäuser gelegentlich und in elf Prozent häufig zu solchen Vorfällen. Auch andere Bereiche wie Außenanlagen oder sonstige Räume sind nicht frei von Gewalt, treten aber weniger in den Vordergrund.
Bei den Ursachen nennen die Krankenhäuser drei zentrale Faktoren: den Zustand der Patienten (z. B. Schmerzen, Alkoholeinfluss) in 77 Prozent der Häuser, eine spezielle Patientenklientel wie Menschen mit Schizophrenie oder Demenz in 65 Prozent sowie einen allgemeinen Respektverlust gegenüber dem Krankenhauspersonal in 71 Prozent. Letzterer wird ausdrücklich als gesellschaftliches Phänomen beschrieben, das die Kliniken selbst kaum beeinflussen können.
Als weitere Ursachen werden unter anderem lange Wartezeiten, eine gewaltbetonte Umgebung des Klinikums, hohes Patientenaufkommen sowie Konflikte mit Mitpatienten genannt.
Regional betrachtet sind alle Gebietstypen betroffen, besonders stark jedoch Krankenhäuser in kreisfreien Großstädten und städtischen Kreisen, wo sowohl Gewalt gegen Pflegekräfte als auch der wahrgenommene Respektverlust überdurchschnittlich häufig berichtet werden.
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Gewalt gegen Pflegekräfte – Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen
Die Krankenhäuser reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen auf Gewalt gegen Pflegekräfte. Auf der Sanktionsseite standen 2024 in 65 Prozent der Häuser Hausverweise oder Hausverbote gegenüber Tätern. Hochgerechnet bedeutet das, dass etwa ein Viertel aller Übergriffe mit einem Hausverbot beantwortet wurde.
In 43 Prozent der Krankenhäuser wurden zudem Strafanzeigen nach körperlichen oder verbalen Übergriffen gestellt. Dieser Wert liegt allerdings bei großen Häusern ab 600 Betten deutlich höher als bei kleineren Kliniken. Insgesamt wurden nach Schätzung der Studie in rund einem Viertel der Übergriffe die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet.
Auf der Präventionsseite setzen die Häuser auf ein Bündel an organisatorischen, personellen und technischen Maßnahmen. Besonders verbreitet sind Deeskalationstrainings für Mitarbeitende besonders betroffener Stationen wie Notaufnahmen: 77 Prozent der Krankenhäuser haben solche Schulungen eingeführt.
Etwa die Hälfte bietet Deeskalationstrainings auch für alle Stationen an. Ebenfalls häufig sind Schulungen zum Erkennen von Frühwarnsignalen von Gewalt, Strategien zum Eigenschutz, Gefährdungsbeurteilungen unter Einbezug von Gewaltprävention sowie klar definierte Alarmierungsketten und schnelle Alarmierungswege.
Darüber hinaus setzen rund ein Drittel der Krankenhäuser Sicherheitspersonal zum Schutz von Mitarbeitern ein, wobei dieser Anteil bei großen Häusern deutlich höher ist als bei kleineren.
Ergänzend kommen Instrumente wie strukturierte Kooperationen mit der örtlichen Polizei, Panikknöpfe, Codewörter für Bedrohungssituationen, speziell zusammengesetzte Teams in gewaltbelasteten Schichten oder – bisher selten – Bodycams und Screening-Instrumente zur Einschätzung des Gewaltrisikos bei Patienten zum Einsatz. Maßnahmen wie der Zugang zu Pfefferspray sind die Ausnahme.
Gewalt gegen Pflegekräfte – Schutz von Einrichtungen und finanzielle Belastungen
Neben Gewalt gegen Pflegekräfte richtet das Krankenhaus Barometer den Blick auch auf die Sicherheit der Infrastruktur und des Eigentums. Zum Schutz von Krankenhauseinrichtungen setzen die meisten Häuser auf vier zentrale Maßnahmen: Videoüberwachung (63 Prozent), Zutrittssteuerungsanlagen (55 Prozent), bauliche Trennung von Bereichen mit und ohne Publikumsverkehr (53 Prozent) sowie Sichtschutz (51 Prozent).
Einbruchmeldeanlagen, spezielle Wertschutzschränke für hochwertige Medizintechnik und einbruchhemmende Türen oder Fenster sind in einem kleineren, aber dennoch relevanten Teil der Häuser etabliert.
Die Entwicklung der Diebstähle von Krankenhauseigentum ist gemischt: 59 Prozent der Krankenhäuser sehen die Zahlen der letzten fünf Jahre als stabil. Mehr als ein Drittel berichtet von einem Anstieg, davon sechs Prozent von einem deutlichen.
Gerade die Häuser, die gestiegene Diebstahlzahlen melden, haben überdurchschnittlich häufig zusätzliche Schutzmaßnahmen umgesetzt – ein Hinweis darauf, dass negative Erfahrungen häufig erst zu verstärkten Investitionen führen.
Sicherheit hat ihren Preis: Unter den Krankenhäusern, die Sicherheitspersonal einsetzen, berichten 42 Prozent von deutlich und 37 Prozent von mäßig gestiegenen Kosten in den letzten fünf Jahren. Insgesamt sehen damit 78 Prozent eine klare Kostensteigerung.
Gleichzeitig geben 97 Prozent der Kliniken an, dass es 2024 keine gesonderte Refinanzierung dieser zusätzlichen Sicherheitskosten über die reguläre Fallpauschalenfinanzierung hinaus gab. Die Mehrbelastung durch Maßnahmen, die auch Gewalt gegen Pflegekräfte eindämmen sollen, muss also weitgehend aus den ohnehin knappen Budgets gestemmt werden.
Fazit
Das Krankenhaus Barometer 2025 zeigt, dass Gewalt gegen Pflegekräfte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen kein Randthema ist. Es ist ein wachsendes, strukturelles Problem in der stationären Versorgung.
Pflegekräfte sind statistisch am stärksten betroffen, Notaufnahmen und Stationen erweisen sich als zentrale Tatorte. Die Folgen reichen von psychischer Belastung über körperliche Verletzungen bis hin zu Arbeitsunfähigkeit, Versetzung oder Kündigung. Gleichzeitig setzen die Krankenhäuser bereits vielfältige Präventions- und Schutzmaßnahmen um – von Deeskalationstrainings über Alarmierungsketten bis hin zu baulicher Sicherheit und Sicherheitspersonal.
Die Studie macht aber auch deutlich, dass viele Ursachen – etwa der gesellschaftliche Respektverlust – außerhalb des direkten Einflussbereichs der Häuser liegen und dass die finanziellen Lasten der Sicherheitsmaßnahmen bislang kaum gezielt refinanziert werden.
Langfristig wird der Umgang mit Gewalt gegen Pflegekräfte daher nur gelingen, wenn betriebliche Prävention, gesellschaftliche Sensibilisierung und eine verlässliche finanzielle Unterstützung durch die Gesundheitspolitik zusammenkommen.
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- Krankenhaus Barometer 2025, https://www.dki.de/... (Abrufdatum: 27.11.2025)







