
Inhaltsverzeichnis
Der Ausbildungsreport 2024 des ver.di-Fachbereichs Pflege liefert aktuelle Zahlen und Befunde zur Ausbildung in Pflegeberufen.
Im folgenden Text werden die zentralen Ergebnisse, Herausforderungen und Entwicklungen detailliert vorgestellt, um ein umfassendes Bild der Situation von Auszubildenden und Studierenden in der Pflege zu vermitteln.
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Ausbildungsreport Pflegeberufe – Was ist das?
Der Ausbildungsreport Pflegeberufe des ver.di-Fachbereichs Pflege untersucht jährlich die Bedingungen von Auszubildenden in der Pflege. Die Befragung von 2.200 Teilnehmenden zeigt Entwicklungen zu Arbeitsbelastung, Betreuung, Vergütung und Zukunftsperspektiven und dient als wichtiger Indikator für die Attraktivität und Reformbedürftigkeit der Pflege-Ausbildung.
Aktuelle Lage der Pflegeausbildung
Im Jahr 2024 befanden sich etwa 146.700 Menschen in Ausbildung nach Pflegeberufegesetz – drei Viertel von ihnen weiblich. Der Ausbildungszweig und speziell die Ausbildung zur Pflegefachperson ist damit eine der beliebtesten Ausbildungen in Deutschland.
Die Motivation zur Ausbildung zeigt dabei eine gute Grundlage, da entsprechend der Befragung viele angehende Pflegefachkräfte aus intrinsischen Gründen den Berufszweig wählen: Ganz vorne mit dabei ist das Interesse am Beruf (70 Prozent) und der Wunsch nach Arbeit mit Menschen (68 Prozent). Auch die Entscheidung zum Pflegestudium wird mit diesen Faktoren begründet, wobei hier auch noch die Krisensicherheit des Berufs, positive Erfahrungen aus Praktika und Studienmöglichkeiten im Anschluss eine größere Rolle spielen.
Dennoch ist die Unzufriedenheit im Beruf groß: Anders als in anderen Berufen gab nur ein Drittel der Befragten Auszubildenden an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, unter Studierenden ebenfalls weniger als die Hälfte.
Im Fokus der gewünschten Verbesserung stehen dabei eine gute Personalausstattung sowie genug Zeit für Lehrpersonen, um Inhalte vermitteln zu können.
Auswirkung auf die generalistische Pflegeausbildung
Die Unzufriedenheit in der Pflegeausbildung schwächt die Ziele der generalistischen Reform: Statt Fachkräfte zu binden, führen Überforderung, unklare Lernziele und schlechte Praxisbedingungen oft zu Ausbildungsabbrüchen und sinkender Motivation. Dies verschärft den Fachkräftemangel weiter, indem es angehende Fachkräfte aus dem Beruf drängt – entgegen den Zielen der Ausbildungsreform.
Ausbildungsreport – Ergebnisse zu Ausbildungsbedingungen
Die Ausbildungsbedingungen, die nach dem Ausbildungsreport Pflegeberufe abgefragt wurden, fallen sehr unterschiedlich aus. Gründe für die Unterschiede können der Träger selbst, das Jahr des Ausbildungsbeginns oder auch die Region sein.
Insgesamt sind aber vor allem unter den Auszubildenden zu Pflegefachpersonen die meisten mit Tarifvertrag angebunden und in Betrieben angestellt, die über betriebliche Interessensvertretungen verfügen. Entsprechend sind auch die Gehälter mit 1.300 bis 1.399 Euro im ersten Ausbildungsjahr gut aufgestellt. Dennoch erhalten auch einige Auszubildende eine gesetzeswidrige Vergütung von unter 1.000 Euro.
Insgesamt zeigen sich die Befragten mit ihrem Verdienst zufrieden. Ein anderes Bild zeigt die Urlaubsplanung: Hier kann nur etwa ein Drittel der Befragten mindestens die Hälfte ihrer freien Tage flexibel planen. Etwa die gleiche Anzahl kann ihren Urlaub gar nicht selbst einteilen.
Insgesamt zeigt sich gegenüber des letzten Ausbildungsreports 2021 hier eine deutliche Einschränkung. Grund sind meist die Vorgaben von Schulen.
Ausbildungsreport – Theoretische und Praktische Ausbildung
Trotz der fehlenden Vereinheitlichung in der Ausbildung scheint die Planung der praktischen Pflegeausbildung bei Studierenden und Auszubildenden in den meisten Fällen gut zu funktionieren: Drei Viertel werden zu Beginn der Ausbildung oder des neuen Semesters über den weiteren Verlauf informiert.
Gleichzeitig geben vielen Befragte jedoch an, häufig unplanmäßige Versetzungen zu erleben. Die Gründe hierfür sind vor allem bei den Auszubildenden Fehlern im Pflegesystem geschuldet: personelle Engpässe und fehlendes Ausbildungspersonal.
Wenigstens etwas mehr bildungsbezogene Gründe geben Studierende zu Versetzungen an. Gleichzeitig wird von ihnen jedoch mehr als die Hälfte als Aushilfen auf Station eingesetzt. Über 80 Prozent der Befragten leisten Überstunden, wobei auch hier Personalmangel aus Hauptgrund genannt wird.
Gleichzeitig werden Praxiseinheiten häufig nicht eingehalten oder finden nur „auf dem Papier“ statt. Mehr als ein Drittel der Befragten werden nach eigenen Angaben selten oder nie an berufliche Aufgaben herangeführt. Bei den Studierenden sind es sogar über 40 Prozent.
Auch die zeitliche Verfügbarkeit der Praxisanleiter entspricht nicht den Vorgaben der Pflegeausbildung. Hier gibt der Pflegereport eine Bemängelung, das Ansprechpersonen nicht oder überwiegenden nicht genug Zeit haben, bei mehr als der Hälfte der Auszubildenden und sogar 60 Prozent der Studierenden an. Insgesamt fühlt sich nur etwas mehr als die Hälfte gut angeleitet.
Theoretischer Unterricht
Der theoretische Unterricht der Pflegeausbildung soll Theorie und Praxis verknüpfen und eine solide Grundlage für Einsätze schaffen. Dies geschieht laut den Studierenden zu etwas mehr als 40 Prozent gut.
In der Ausbildung stimmen nur ein Drittel der Befragten zu, dass Theorie und Praxis gut aufeinander abgestimmt sind. Dabei geben Auszubildende vor allem Ausfall und mangelnde Qualität von Unterrichtsstunden als Bemängelung an, während für Studierende auch hier die praktische Begleitung und Anleitung fehlen.
Ausbildungsreport – Zufriedenheit
Etwas mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) der Auszubildenden und etwa 60 Prozent der Studierenden empfindet die Anforderungen an ihre Berufsausbildung nach Ausbildungsreport 2024 als angemessen.
Überlastungsfaktoren sind häufig Probleme, die durch Personalmangel entstehen und auch bei ausgebildeten Fachkräften eine große Rolle spielen. Dazu gehören das Arbeiten unter Zeitdruck, Probleme der Vereinbarkeit mit dem Privatleben oder im Team, wechselnde Einsatzbereiche, fehlende Pausen, Schichtwechsel und körperliche Belastung.
Auch die fehlende Anleitung wird von fast der Hälfte aller Befragten bemängelt. Obwohl als Hauptfaktor bei der Zufriedenheit die Praxisanleitung genannt wird, sind insgesamt mehr Studierende (47,3 Prozent) als Auszubildende (34,1 Prozent) zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Das kann unter anderem an der fachlichen Qualität der praktischen und theoretischen Ausbildung liegen, die sie im Allgemeinen als besser bewerten.
Auch betriebliche Interessenvertretungen scheinen die genannten Faktoren und darauf resultierend die Zufriedenheit positiv zu beeinflussen.
Fazit
Insgesamt zeigt der Ausbildungsreport Pflegeberufe 2024 ein eher ernüchterndes Bild: Lernende sind unzufrieden mit ihrer Ausbildung und erhalten zu wenig Anleitung und fachlichen Input. Gleichzeitig öffnet er jedoch auch den Raum für Gestaltung im Berufszweig.
Eine höhere Zufriedenheit mit der Ausbildung wirkt sich positiv auf den Verbleib im Pflegeberuf aus, was wiederum unterstützend wirken kann, den Fachkräftemangel im Pflegeberuf zu entschärfen.
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- ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di Jugend, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft, Ausbildungsreport Pflegeberufe 2024, https://gesundheit-soziales-bildung.verdi.de/... , November 2025
- ver.di Jugend, Ausbildungsreport Pflegeberufe zeigt: Es muss besser werden, https://gesundheit-soziales-bildung.verdi.de/... , November 2025 (letzter Zugriff 06.11.2025)








