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Die Berufsgesundheit von Pflegekräften in Deutschland zeigt erstmals seit Jahren wieder eine leichte Erholung – das belegt der neue Berufsgesundheits-Index (BeGX) 2025. Nach den massiven Belastungen der Pandemie steigen die Indexwerte sowohl in der Alten- als auch in der Krankenpflege wieder an.
Doch trotz dieser positiven Signale bleibt die Lage angespannt. Überlastung, hohe Ausfallquoten, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen den Berufsalltag weiterhin. Der BeGX 2025 macht damit deutlich, dass die Pandemie zwar abklingt, die strukturellen Herausforderungen der Pflegebranche jedoch ungebrochen fortbestehen.
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Berufsgesundheits-Index Alten- und Krankenpflege – Definition
Der Berufsgesundheits-Index (BeGX) Alten- und Krankenpflege ist ein jährlich erhobener, multidimensionaler Index, der die Berufsgesundheit von Pflegekräften in Alten- und Krankenpflege misst und über die Zeit vergleichbar macht.
Er basiert auf vier Dimensionen, die gemeinsam ein umfassendes Bild der Arbeitssituation liefern. Zu ihnen gehören Ressourcen, Arbeitsbedingungen, Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sowie das Medien-Meinungsklima. Alle Einzelindikatoren werden zu einem Indexwert kombiniert, der zeigt, ob sich die Berufsgesundheit im jeweiligen Jahr verbessert oder verschlechtert hat.
Ressourcen
Zur Dimension der Ressourcen gehören Faktoren wie Weiterbildung, Arbeitszufriedenheit und Einkommenszufriedenheit. Positiv sticht heraus, dass die Einkommenszufriedenheit in der Altenpflege um elf Punkte und in der Krankenpflege: um zehn Punkte gestiegen ist. Das liegt unter anderem an den steigenden Tariflöhnen.
Negativ zeigt sich die Arbeitszufriedenheit. Sie sinkt in der Altenpflege auf den tiefsten Wert seit 2013 . In der Krankenpflege hat sie sich dagegen nur minimal erholt. Die Quoten in der Weiterbildung stagnieren.
Arbeitsbedingungen
Die Dimension der Arbeitsbedingungen umfasst Faktoren wie Überstunden, wechselnde Arbeitszeiten, Befristungen und die Arbeitsplatzsicherheit.
Zu den Hauptproblemen zählt unter anderem die Zunahme der wechselnden Arbeitszeiten. Dieser Faktor nimmt in der Altenpflege am deutlichsten ab und sinkt um 20 Punkte. Auch in der Krankenpfleg sinkt er, hier um sechs Punkte. Die Zunahme der wechselnden Arbeitszeiten belastet die Vereinbarkeit zwischen Privatem und Arbeit und fördert bei Pflegekräften den Wunsch, aus dem Beruf auszusteigen.
Das Thema Überstunden erreicht in der Altenpflege einen neuen Tiefstand. Hier herrscht eine sehr hohe Belastung. Die Krankenpflege erreicht dagegen eine leichte Entspannung. Die befristete Beschäftigung in der Altenpflege ist weiterhin sehr hoch. In der Krankenpflege fällt sie deutlich auf einen neuen Tiefpunkt.
Deutlich mehr Menschen in der Altenpflege sorgen sich um ihren Arbeitsplatz. Auch in der Krankenpflege wächst das Sorgenniveau, was in beiden Branchen vor allem durch Strukturreformen und Insolvenzen verstärkt wird.
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Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Krankmeldungen sowie Erwerbsminderungsrenten sind Faktoren, die zur Dimension der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beitragen. Hier zeigt sich ein deutlich positiver Trend. In der Alten- und Krankenpflege gab es einen riesigen Sprung des Index durch einen Rückgang der Covid-19-Meldungen. Dennoch ist das Niveau weiterhin schlechter als vor der Pandemie.
Pandemie und Arbeitsunfähigkeit
2023 entfielen in Alten- und Krankenpflege weiterhin über 80 Prozent aller gemeldeten Berufskrankheitsverdachtsfälle auf Covid-19 – trotz eines stark zurückgehenden Infektionsgeschehens.
Die durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitstage in der Altenpflege lagen bei 33 Tagen pro Person pro Jahr. In der Krankenpflege waren es 29 Tage. Damit liegen beide Branchen deutlich über dem Durchschnitt anderer Berufe, die bei etwa 15,1 Tagen pro Person pro Jahr liegen.
Erwerbsminderungsrenten
Die Erwerbsminderungsrente ist ein zentraler Indikator der beruflichen Gesundheit im BeGX. Sie misst, wie hoch das Risiko für Pflegekräfte ist, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dauerhaft oder teilweise aus dem Beruf auszuscheiden, verglichen mit anderen Berufsgruppen.
Das relative Risiko, eine Erwerbsminderungsrente in der Altenpflege in Anspruch zu nehmen, verbessert sich leicht. Der Indexwert steigt um sieben Punkte. Bei der Tätigkeit als Altenpfleger gibt es damit weiterhin ein deutlich erhöhtes Risiko, durch physische oder psychische Belastungen dauerhaft beruflich eingeschränkt zu werden. Außerdem verschlechtert sich das relative Risiko in der Krankenpflege. Der Indexwert sinkt um sechs Punkte, den niedrigsten Wert im gesamten Beobachtungszeitraum. Die Krankenpflege weist damit ein steigendes und überdurchschnittlich hohes Risiko für Erwerbsminderung auf.
Medien-Meinungsklima
Das Medien-Meinungsklima spiegelt wider, wie Pflegeberufe in der öffentlichen Berichterstattung dargestellt werden und welches gesellschaftliche Ansehen sie dadurch erhalten. Diese Dimension wirkt sich indirekt auf die Berufsgesundheit aus, da mediale Wahrnehmung das berufliche Selbstbild und die gesellschaftliche Anerkennung beeinflussen kann.
In der Altenpflege verschlechtert sich das Medien-Meinungsklima deutlich. Der Indexwert fällt um 24 Punkte, was einen markanten Stimmungsumschwung signalisiert. Dies liegt jedoch nicht daran, dass die fachliche Arbeit der Pflegekräfte stärker kritisiert würde. Stattdessen dominieren negative strukturelle Themen die Berichterstattung.
In der Krankenpflege bleibt das Medien-Meinungsklima weitgehend stabil und verbessert sich leicht. Allerdings hat sich der thematische Fokus seit der Pandemie verschoben. Die konkrete Arbeit der Pflegekräfte rückt in den Hintergrund, während strukturelle Probleme des Krankenhaussektors dominieren.
Fazit
Der BeGX 2025 zeigt erstmals seit mehreren Jahren wieder eine positive Entwicklung der Berufsgesundheit in Alten- und Krankenpflege. Dennoch bleiben die Indexwerte klar unter dem Niveau vor der Pandemie, was verdeutlicht, dass sich die grundlegenden Belastungen im Pflegealltag weiterhin nur begrenzt verbessert haben.
Während die Einkommenszufriedenheit deutlich steigt, verschlechtern sich entscheidende Faktoren der Arbeitsqualität, insbesondere Arbeitszufriedenheit, Arbeitszeiten, Überstunden. Die weiterhin hohen Arbeitsunfähigkeitstage und das überdurchschnittliche Risiko für Erwerbsminderung unterstreichen die anhaltende körperliche und psychische Überlastung der Beschäftigten.
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- BeGX – Berufsgesundheits-Index Alten- und Krankenpflege 2025, https://www.bgw-online.de/... (Abrufdatum: 27.11.2025)






