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Viele Frauen erhoffen sich von Alternativen zur Hormonersatztherapie eine Linderung belastender Beschwerden während der Wechseljahre.
Dieser Artikel stellt die klassische Hormontherapie und die gängigsten Alternativen hierzu vor und diskutiert ihre Wirksamkeit im Hinblick auf die allgemeinen Symptome der Hormonumstellung, auf die Herzgesundheit und das Krebsrisiko in diesem besonderen Lebensabschnitt.
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Was ist Hormonersatztherapie?
Um passende Alternativen zur Hormonersatztherapie auswählen zu können, benötigen die betroffenen Frauen erst einmal einen Überblick über die verschiedenen Optionen der Hormonersatztherapie. Diese kommt zum Einsatz, wenn im Laufe der Wechseljahre die Produktion der natürlichen weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken nachlässt. Dies geschieht bei den meisten Frauen rund um das 50. Lebensjahr.
Zum Ersatz dieser Hormone bietet die Industrie eine Vielzahl von Präparaten an, die wahlweise ausschließlich Östrogen oder Kombinationen beider Hormone enthalten, entweder als Dauertherapie oder als Pulstherapie. Es gibt Tabletten, Gele oder Pflaster zur äußeren Anwendung und Vaginalzäpfchen sowie Vaginalcremes.
Noch in den 1990er Jahren erfreute sich die Hormonersatztherapie großer Beliebtheit. Neben der Symptombehandlung wurde sie zur Prävention eingesetzt und sollte helfen, Herzerkrankungen und Knochenschwund vorzubeugen. Eine große Untersuchung der Women’s Health Initiative (WHI), deren Ergebnisse rückblickend kritisch bewertet werden, ergab Hinweise auf schwere Nebenwirkungen der Hormontherapie und führte zu großer Verunsicherung.
Heute geht die Empfehlung einer gemeinsamen Leitlinie der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe dahin, eine Hormonersatztherapie nach individueller Abwägung der Nutzen und Risiken anzubieten, wenn starke und beeinträchtigende Beschwerden vorliegen und keine gynäkologische oder hormonbedingte Krebserkrankung in der Vorgeschichte besteht.
Die Hormonersatztherapie sollte vor dem 60. Lebensjahr, frühestmöglich nach Beginn der Wechseljahre, begonnen werden und so kurz wie möglich ablaufen.
Was passiert während der Wechseljahre?
Während der Wechseljahre stellen die Eierstöcke der Frau zunehmend die Hormonproduktion ein. Nach anfänglich schwankenden Blutspiegeln von Östrogen und Progesteron sinken diese auf Dauer auf ein niedriges Niveau ab und bleiben für den Rest des Lebens, in der Postmenopause, in diesem Bereich.
Vor allem die Hormonschwankungen während der Umstellung führen zu den klassischen Wechseljahresbeschwerden. Auch die psychische Komponente spiel dabei eine Rolle. Die Frauen bemerken zunehmend unregelmäßige Zyklen, der Körper verändert sich, die fruchtbare Phase des Lebens kommt endgültig zum Abschluss.
Die meistbeklagten Symptome sind Hitzewallungen und starkes Schwitzen auch in der Nacht, darüber hinaus treten Stimmungsschwankungen und ein Mangel an Energie und Antrieb auf.
Künstliche und bioidentische Hormone – Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Was ist der Unterschied zwischen künstlichen oder bioidentischen Hormonen und Alternativen zu Hormonersatztherapie?
Künstliche Hormone sind chemisch hergestellte Präparate, die den körpereigenen Hormonen ähneln, jedoch nicht identisch mit diesen sein müssen. Ein Beispiel hierfür ist Ethinylestradiol, eine Variante von Östrogen. Künstlich hergestellte Hormone mit abweichender Form wirken weniger gezielt als ihre Vorbilder und können daher Nebenwirkungen erzeugen.
Bioidentische Hormone wie Estradiol sind ebenfalls synthetisch hergestellt, jedoch in ihrer Gestalt baugleich mit den körpereigenen Hormonen. Dadurch wirken sie genauso präzise. Unerwünschte Effekte sind auch bei Einnahme dieser Präparate möglich, da ihre Aufnahme oder der Hormonbedarf des Körpers schwanken können. So sind Über- oder Unterdosierungen möglich.
Alternativen zur Hormonersatztherapie können, je nach Herkunft und Zusammensetzung, ähnlich oder auch ganz anders strukturiert sein als die eigentlichen Hormone. Ihre Effekte sind unter Umständen weniger vorhersehbar. Daher ist die individuelle Abwägung und Zielsetzung durch die Anwenderinnen und ihre Behandler entscheidend für die Auswahl des Präparates.
Ausbildungsplätze als
Gründe gegen Hormonersatztherapie
Sowohl medizinische Gründe als auch individuelle Präferenzen können dazu führen, dass Alternativen zur Hormonersatztherapie besser geeignet sind als Hormonpräparate.
Generell wird Frauen nach gynäkologischen sowie anderen hormonabhängigen Tumoren von einer Hormonersatztherapie abgeraten, weil diese zu einer Reaktivierung von Tumorzellen beitragen kann. Eine alleinige Östrogentherapie ohne Progesteron-Anteil erhöht das Risiko für die Entwicklung von Krebs in der Gebärmutter (Endometriumkarzinom) und eignet sich daher vorrangig für Frauen, bei denen die Gebärmutter bereits entfernt wurde.
In allen anderen Fällen sinkt das Risiko zwar bei Zugabe eines Progesterons als Intervall- oder Dauertherapie, dafür lassen sich hierunter vermehrt Fälle von Brustkrebs nachweisen, vor allem bei jungen Frauen und solchen, die das Präparat über viele Jahre einnehmen.
Ein weiterer Grund gegen die Hormonersatztherapie ist eine Thrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte. Die Bildung derartiger Blutgerinnsel in den venösen Blutgefäßen wird durch die Hormoneinnahme begünstigt. Wenngleich das Risiko bei Anwendung eines Pflasters oder Gels geringer ist als bei der Einnahme von Hormontabletten, kann es sinnvoll sein, auf Alternativen zur Hormonersatztherapie auszuweichen.
Umgekehrt werden den Hormonen auch schützende Effekte vor allem auf das Herz-Kreislauf-System zugeschrieben. Der Östrogenmangel in den Wechseljahren begünstigt Entzündungen, die auch das Herz und die Blutgefäße belasten, und führt zu einer Verschlechterung der Knochenstruktur, zu Knochenbrüchen und Osteoporose.
Diesen Folgen kann die Hormonersatztherapie entgegenwirken. Allerdings ist nicht eindeutig geklärt, ob die schützenden Effekte auch nach dem Absetzen der Hormone fortbestehen, denn Herzerkrankungen und Osteoporose treten meist erst im höheren Lebensalter auf. Gleiches gilt für ein mögliches verringertes Risiko für Krebserkrankungen und Diabetes unter der Hormonersatztherapie.
Alternativen zur Hormonersatztherapie
Die Fülle an Alternativen zur Hormonersatztherapie bietet den Frauen die Möglichkeit, die beste Therapie für sich auszuwählen. Wenngleich die Datenlage für viele Präparate noch lückenhaft ist, lohnt es sich, eine individuelle Abwägung vorzunehmen und sich beraten zu lassen.
Gesunde Ernährung
Eine gesunde Ernährung ist in jedem Lebensabschnitt empfehlenswert. In den Wechseljahren kann eine überwiegend pflanzenbasierte Kost mit regelmäßigem Fischverzehr helfen, Entzündungsprozesse im Körper zu minimieren, die Haut und Gewebe gut zu versorgen und einer Gewichtszunahme vorzubeugen.
Einige Lebensmittel wie Sojaprodukte, Leinsamen und Hülsenfrüchte sind nicht nur sehr gesund, sondern enthalten auch Phytoöstrogene. Diese pflanzlichen Stoffe sind dem körpereigenen Östrogen ähnlich und mildern den Abfall der Hormonproduktion ab.
Nährstoffe und Ergänzungsmittel
Wichtige Nährstoffe – vor allem in der Menopause – sind Vitamine wie das zellschützende Vitamin C, aber auch Vitamin D und Calcium, die den Knochenstoffwechsel unterstützen, Eisen zur Blutbildung und Jod, das die Funktion der Schilddrüse unterstützt. Je nach Ernährung kann es sinnvoll sein, nach ärztlicher Absprache einige Nährstoffe als Supplemente einzunehmen.
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Hopfen
Hopfen ist eine Pflanze, die vor allem bei der Herstellung von Bier zum Einsatz kommt. Ihr hoher Anteil an Phytoöstrogen führt unter anderem dazu, dass die menschliche Brustdrüse bei häufigem und exzessivem Bierkonsum wächst.
In der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bietet Hopfen eine wirksame Alternative zur Hormonersatztherapie und lindert vor allem Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen. Um eine ausreichende Menge zu erzielen, ist allerdings die Einnahme eines Hopfenpräparates erforderlich.
Mönchspfeffer
Mönchspfeffer bringt während der Wechseljahre die abfallenden Hormone in Balance und hilft dadurch, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen abzumildern.
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Die Traubensilberkerze oder Schlangenwurzel besitzt nicht nur östrogenähnliche und entzündungshemmende Eigenschaften, sondern fördert zudem die Wirkung des Hormons Serotonin im Gehirn, wodurch sie stimmungsaufhellende Effekte hat. Auch der Knochenstoffwechsel kann durch Traubensilberkerze unterstützt werden.
Schafgarbe
Schafgarbe wirkt antientzündlich und hilft, Blutungen in den Wechseljahren zu regulieren. Weiterhin reguliert sie den Verdauungstrakt. Phytoöstrogene sind ebenfalls, wenn auch in geringerer Menge, in Schafgarbe enthalten.
Yamswurzel
Yamswurzel kommt vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin, TCM, zum Einsatz und wird dort wegen ihrer progesteron-ähnlichen Effekte als Alternative zur Hormonersatztherapie verwendet. Groß angelegte Studien zur Effektivität der Yamswurzel liegen noch nicht vor.
Medikamentöse Alternative zur Hormonersatztherapie
Ein hormonfreies Präparat zur Behandlung der Hitzewallungen in den Wechseljahren wurde 2023 in Deutschland zugelassen. Es ahmt den stabilisierenden Effekt von Östrogen auf die Temperatur-regulierenden Zellen im Gehirn am sogenannten Neurokinin-3-Rezeptor nach und hilft so, Hitzewallungen vorzubeugen.
Der Einsatz des Präparates bei Frauen nach Krebserkrankung ist noch nicht abschließend geklärt.
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- 13.1.2 Heilpflanzen für die Wechseljahre. In Riffel, A. (Hrsg.), Heilpflanzen der Traditionellen Europäischen Medizin (Berlin, Springer, 2021)
- Fessler, B., Hormonersatztherapie: nützt sie der Lunge? In: gynäkologie + geburtshilfe (Springer Medizin, Ausgabe 3/2022)
- Fessler, B., Hormonersatztherapie: vaskuläre Risiken sprechen für transdermale Applikation. In: gynäkologie + geburtshilfe (Springer Medizin, Ausgabe 3/2018)







