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Die Leistungsfähigkeit des Herzens hängt maßgeblich davon ab, wie viel Blut es mit jeder Kontraktion auswerfen kann. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderem die sogenannte Vorlast. Sie beschreibt, wie stark der Herzmuskel vor der Kontraktion gedehnt wird, was direkten Einfluss auf die Pumpleistung des Herzens hat. Das Verständnis der Vor- und Nachlast ist besonders wichtig in der Physiologie und Kardiologie und dies soll in diesem Artikel dargestellt werden.
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Vorlast – Definition
Die Vorlast des Herzens (Preload) bezeichnet die Dehnung der Herzmuskelfasern am Ende der Diastole, also kurz bevor das Herz sich zusammenzieht (Systole). Sie hängt vor allem vom venösen Rückfluss und damit vom Füllungszustand der Herzkammern ab.
Vorlast – Physiologie
Die Vorlast entsteht durch die Füllung der Herzkammern während der Diastole, also der Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens. Sie beschreibt die Dehnung der Myokardfasern im Ventrikel, kurz bevor die nächste Kontraktion beginnt. Physiologisch wird sie hauptsächlich durch den venösen Rückstrom zum Herzen bestimmt. Je mehr Blut aus dem venösen System in den rechten Vorhof und anschließend in den rechten Ventrikel zurückfließt, desto stärker dehnen sich die Herzmuskelfasern, was wiederum zu einer stärkeren Kontraktion führt. Dieses Prinzip bezeichnet man als Frank-Starling-Mechanismus.
Vorlast vs. Nachlast
Die Nachlast ist der Druck oder Widerstand, gegen den das Herz während der Systole Blut in die großen Arterien auswerfen muss und entspricht im Wesentlichen dem systemischen Gefäßwiderstand. Im Gegensatz zur Vorlast, die die Füllung des Herzens vor der Kontraktion beschreibt, beeinflusst die Nachlast die Auswurfleistung während der Kontraktion. Beide Größen wirken auf das Herz zusammen: Eine erhöhte Vorlast kann die Kontraktionskraft steigern, aber eine gleichzeitig hohe Nachlast kann den Blutauswurf behindern und so die Pumpleistung trotz hoher Vorlast vermindern.
Die Vorlast kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. Erhöhend wirken zum Beispiel ein gesteigertes zirkulierendes Blutvolumen, eine gesteigerte venöse Rückführung. Ausgelöst wird dies beispielsweise durch körperliche Aktivität, Beinhochlagerung oder eine verminderte Herzfrequenz. Senkend wirken hingegen Blutverluste, eine Vasodilatation, Diuretika, erhöhter intrathorakaler Druck sowie eine verminderte venöse Rückführung. Dies wird zum Beispiel verursacht durch Hypotonie oder eine Perikardtamponade. Auch kardiologische Grunderkrankungen wie eine Trikuspidalklappeninsuffizienz oder eine restriktive Kardiomyopathie können den venösen Rückfluss und damit die Vorlast verändern.
Vorlast – Klinik
Die klinische Bedeutung der Vorlast ist von zentraler Relevanz, da sie entscheidend zur Aufrechterhaltung eines adäquaten Herzzeitvolumens beiträgt. Sie spiegelt die Füllung des Herzens in der Enddiastole wider und beeinflusst maßgeblich die Kontraktionskraft des Herzens gemäß dem Frank-Starling-Mechanismus. In der klinischen Praxis ist die Kenntnis der Vorlast essenziell für die Beurteilung des Volumenstatus eines Patienten. Ein zu geringer Füllungszustand, wie er bei Hypovolämie oder Schockformen vorkommt, führt zu einer verminderten Vorlast. Damit führt dies zu einer unzureichenden Auswurfleistung des Herzens mit folgender Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe.
Andererseits kann eine übermäßige Vorlast, etwa bei Herzinsuffizienz oder bei Volumenüberladung, das Herz überdehnen und zu pulmonaler Stauung oder Lungenödem führen. Therapeutisch kann sie durch gezielte Volumengabe gesteigert oder durch Diuretika, Vasodilatatoren oder Lagerungstechniken reduziert werden. Die präzise Steuerung der Vorlast ist insbesondere bei instabilen Kreislaufsituationen, perioperativ oder bei akuter Herzinsuffizienz entscheidend. Damit kann man eine optimale hämodynamische Stabilität und Organperfusion sicherstellen.
Häufige Fragen
- Was ist die Vorlast?
- Wie beeinflusst die Vorlast die Herzleistung?
- Welche Faktoren beeinflussen die Vorlast?
- Was ist der Unterschied zwischen Vorlast und Nachlast?
Die Vorlast des Herzens (Preload) bezeichnet die Dehnung der Herzmuskelfasern am Ende der Diastole, also kurz bevor das Herz sich zusammenzieht (Systole). Sie hängt vor allem vom venösen Rückfluss und damit vom Füllungszustand der Herzkammern ab.
Die Vorlast beeinflusst die Herzleistung direkt über den Frank-Starling-Mechanismus: Wenn mehr Blut in die Herzkammern einströmt, werden die Herzmuskelfasern stärker gedehnt, was zu einer kräftigeren Kontraktion führt. Dadurch steigt das Schlagvolumen und somit das Herzzeitvolumen, also das Volumen, das vom Herzen in einer bestimmten Zeit durch den Körper gepumpt wird.
Die Vorlast wird hauptsächlich durch den venösen Rückstrom, das Blutvolumen und die Dehnbarkeit des Ventrikels beeinflusst. Sie steigt bei erhöhtem Blutvolumen, langsamer Herzfrequenz, venöser Vasokonstriktion und tiefer Inspiration. Umgekehrt sinkt die Vorlast bei Blutverlust, Diuretikatherapie, erhöhter Herzfrequenz oder bei erhöhtem intrathorakalem Druck.
Die Vorlast beschreibt die Füllung des Herzens vor der Kontraktion, also wie stark der Ventrikel am Ende der Diastole gedehnt ist. Die Nachlast hingegen ist der Druck, gegen den das Herz während der Systole Blut auswerfen muss.
- Silbernagel et. al.: Physiologie, Thieme, 8. Auflage, 2018
- Herzmechanik, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 06.06.2025)




