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Die Leistungsfähigkeit des Herzens hängt maßgeblich davon ab, wie viel Blut es mit jeder Kontraktion auswerfen kann. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderem die Nachlast. Das Verständnis der Vor- und Nachlast ist besonders wichtig in der Physiologie und Kardiologie und dies soll in diesem Artikel dargestellt werden.
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Nachlast – Definition
Die Nachlast ist der Druck, gegen den das Herz während der Systole anpumpen muss, um Blut in die Arterien auszuwerfen. Hauptsächlich ist sie bestimmt durch den Widerstand in den großen Arterien, insbesondere dem systemischen Gefäßwiderstand.
Nachlast – Physiologie
Die Physiologie der Nachlast beschreibt die Kräfte, die das Herz während der Systole überwinden muss, um Blut in den Kreislauf auszutreiben. Sie ist im Wesentlichen der Widerstand, gegen den sich die Herzkammern bei der Auswurfphase kontrahieren müssen.
Bei der linken Herzkammer wird die Nachlast hauptsächlich durch den systemischen Gefäßwiderstand bestimmt, also den Druck in der Aorta und den großen Arterien. Ein hoher Blutdruck oder eine Verengung der Aortenklappe (Aortenstenose) erhöhen die Nachlast.
Je höher die Nachlast, desto mehr Kraft muss das Herz aufbringen, was den Sauerstoffverbrauch erhöht und langfristig zu einer Hypertrophie des Herzmuskels führen kann. Umgekehrt entlastet eine niedrige Nachlast das Herz und kann das Schlagvolumen verbessern – solange die Kontraktilität ausreicht.
Vorlast vs. Nachlast
Die Nachlast ist der Druck oder Widerstand, gegen den das Herz während der Systole Blut in die großen Arterien auswerfen muss und entspricht im Wesentlichen dem systemischen Gefäßwiderstand. Im Gegensatz zur Vorlast, die die Füllung des Herzens vor der Kontraktion beschreibt, beeinflusst die Nachlast die Auswurfleistung während der Kontraktion. Beide Größen wirken auf das Herz zusammen: Eine erhöhte Vorlast kann die Kontraktionskraft steigern, aber eine gleichzeitig hohe Nachlast kann den Blutauswurf behindern und so die Pumpleistung trotz hoher Vorlast vermindern.
Nachlast – Klinik
In der klinischen Praxis spielt die Nachlast eine zentrale Rolle bei der Beurteilung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine erhöhte Nachlast, wie sie zum Beispiel bei arteriellem Bluthochdruck oder Aortenklappenstenose vorkommt, kann das Herz langfristig überlasten und zur Linksherzhypertrophie sowie Herzinsuffizienz führen. Umgekehrt kann eine zu niedrige Nachlast, zu einem kritischen Blutdruckabfall und unzureichender Organperfusion führen. Dies kann beispielsweise bei Blutdruckabfall oder Schockgeschehen der Fall sein. Therapeutisch kann die Nachlast gezielt beeinflusst werden, etwa durch Vasodilatatoren wie Nitrate oder ACE-Hemmer, die den peripheren Widerstand senken und das Herz entlasten. Die genaue Steuerung der Nachlast ist insbesondere bei der intensivmedizinischen Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz oder Schockzuständen essenziell.
Häufige Fragen
- Was versteht man unter Nachlast?
- Wodurch wird die Nachlast bestimmt?
- Wie unterscheidet sich Nachlast von Vorlast?
- Wie beeinflusst die Nachlast das Herzzeitvolumen?
Unter Nachlast versteht man den mechanischen Widerstand, gegen den das Herz – insbesondere die Ventrikel – während der Systole Blut in die großen Arterien auswerfen muss.
Die Nachlast wird vor allem durch den arteriellen Blutdruck und den Gefäßwiderstand bestimmt – also den Druck, den das Herz beim Blutauswurf überwinden muss. Weitere Einflussfaktoren sind Herzklappenerkrankungen (z. B. Aortenstenose), die Elastizität der Gefäße und die Blutviskosität. Eine erhöhte Nachlast belastet das Herz und kann zu einer Hypertrophie oder Herzinsuffizienz führen.
Die Vorlast bezeichnet die Füllung und Dehnung der Herzkammern am Ende der Diastole, also das Blutvolumen, das vor der Kontraktion im Herzen liegt. Sie hängt vom venösen Rückstrom und dem Volumen im Herzen ab. Die Nachlast hingegen ist der Widerstand oder Druck, gegen den das Herz während der Systole anpumpen muss, um das Blut in die Arterien auszustoßen.
Eine erhöhte Nachlast erschwert das Auswerfen des Blutes, wodurch das Herzzeitvolumen sinken kann, besonders bei geschwächtem Herzmuskel. Eine hohe Nachlast belastet das Herz und kann langfristig die Herzfunktion verschlechtern, während eine niedrige Nachlast das Herz entlastet und das Herzzeitvolumen verbessern kann.
- Silbernagel et. al.: Physiologie, Thieme, 8. Auflage, 2018
- Herzmechanik, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 26.06.2025)




