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Medi-Karriere Medipedia Systole

Systole: Physiologie, Pathophysiologie und Klinik

Elias Müller
von Elias Müller (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 21.10.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Physiologie
  3. Pathophysiologie und Klinik

Die Systole ist eine der beiden Hauptphasen des Herzzyklus und spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutversorgung des Körpers. Diese Phase ist für die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Blutdrucks verantwortlich, der für die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen essentiell ist. In diesem Artikel wird ein genauerer Blick auf die Mechanismen der Systole, ihre Bedeutung für das Herz-Kreislaufsystem geworfen und erklärt, wie sie den Blutdruck beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Physiologie
  3. Pathophysiologie und Klinik

Systole – Definition

Die Systole ist die Kontraktionsphase des Herzens, in der das Herz Blut in die Arterien pumpt. Sie beginnt mit der Kontraktion der Herzkammern und endet, wenn diese sich wieder entspannen. Die Systole ist der Zeitraum, in dem der Blutdruck am höchsten ist, auch als systolischer Druck bekannt.

Systole – Physiologie

Die Systole beginnt mit der Anspannungsphase, in der alle Herzklappen geschlossen und die Herzkammern mit Blut gefüllt sind. Das Myokard beginnt in dieser Phase zu kontrahieren. Dadurch steigt der Druck in den Kammern so lange an bis er größer ist als der in der Aorta oder dem Truncus pulmonalis. Dadurch öffnen die Pulmonalklappe und die Aortenklappen automatisch und es folgt die Austreibungsphase der Systole. Das Blut wird also aus den Herzkammern in den Körper- und Lungenkreislauf gepumpt, indem das Ventrikelmyokard sich weiterhin zusammenzieht. Nachdem der Druck in der Herzkammer sein Maximum erreicht hat, sinkt er ab bis er geringer ist als der Druck in der Aorta und dem Truncus pulmonalis. Das führt wiederum zum passiven Schluss der Pulmonal- und Aortenklappe.

Herzschlag Grafik

Steigerbarkeit der Systole

Das Herz kann während intensiver körperlicher Aktivität seine Pumpleistung um das Fünffache steigern. Während in Ruhe etwa 5 Liter Blut pro Minute gepumpt werden, kann das Herz unter Belastung bis zu 25 Liter pro Minute auswerfen.

Es folgt die Diastole, in der sich die Herzkammern wieder mit Blut füllen, um anschließend das Blut wieder in den Kreislauf zu pumpen.

Systole – Pathophysiologie und Klinik

Die Pathophysiologie der Systole beschreibt Störungen der Herzkontraktion, die die Pumpleistung des Herzens und damit die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen. Eine geschwächte Systole tritt häufig bei Herzinsuffizienz auf, insbesondere bei der systolischen Herzinsuffizienz, bei der das Herz nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen kann. Ursachen dafür können ein Myokardinfarkt, Kardiomyopathien oder entzündliche Herzerkrankungen sein, die die Kontraktionskraft des Myokards verringern.

Bei Bluthochdruck (Hypertonie) wird das Herz dauerhaft gegen einen erhöhten Widerstand gepresst, was zu einer Verdickung des Herzmuskels (hypertrophe Kardiomyopathie) führen kann. Diese anfängliche Anpassung kann langfristig die systolische Funktion einschränken und eine Herzinsuffizienz begünstigen. Herzklappenfehler wie eine Aortenstenose erhöhen ebenfalls den Druck, den das Herz während der Systole überwinden muss, während eine Mitralinsuffizienz zu einem Rückfluss von Blut in den linken Vorhof führt, wodurch die Vorlast steigt und die systolische Effizienz sinkt.

Klinisch äußern sich systolische Funktionsstörungen durch Leistungsminderung, Atemnot (Dyspnoe), niedrigen Blutdruck (Hypotonie) und Flüssigkeitsretention mit Ödemen. In fortgeschrittenen Fällen können Herzrhythmusstörungen, Lungenstauung oder sogar ein kardiogener Schock auftreten, der eine lebensbedrohliche Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe verursacht. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung ist daher entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.

Häufige Fragen

  1. Was ist die Systole?
  2. Die Systole ist die Kontraktionsphase des Herzens, in der sich die Herzkammern zusammenziehen, um Blut in den Körper- und Lungenkreislauf zu pumpen. Dabei öffnet sich die Aorten- und Pulmonalklappe, während sich die Mitralklappe und Trikuspidalklappe schließen, um den Rückfluss von Blut zu verhindern. Die Systole sorgt dafür, dass sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta und damit in den gesamten Körper gelangt, während sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in die Lungenarterie gepumpt wird.

  3. Wie unterscheidet sich die Systole von der Diastole?
  4. Die Systole ist die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt, während die Diastole die Entspannungsphase ist, in der das Herz sich mit Blut füllt. Während der Systole sind der Blutdruck und die Pumpleistung am höchsten, in der Diastole hingegen am niedrigsten.

  5. Welcher Blutdruckwert gehört zur Systole?
  6. Der systolische Blutdruck ist der höhere Wert einer Blutdruckmessung und gibt den Druck in den Arterien während der Systole an, also wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt. Er wird als erste Zahl (z. B. 120/80 mmHg) angegeben. Ein normaler systolischer Wert liegt in der Regel zwischen 100 und 130 mmHg.

  7. Wie beeinflusst die Systole den Blutkreislauf?
  8. Die Systole sorgt dafür, dass sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta und damit in den Körperkreislauf gepumpt wird, während sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in die Lungenarterie gelangt. Dadurch werden Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Systole bestimmt zudem den systolischen Blutdruck, der den maximalen Druck in den Arterien während der Herzkontraktion widerspiegelt.

  9. Was bedeutet ein hoher systolischer Blutdruck?
  10. Ein hoher systolischer Blutdruck (Hypertonie) bedeutet, dass der Druck in den Arterien während der Systole über den Normalwert von 130 mmHg steigt. Ursachen können Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, salzreiche Ernährung, genetische Faktoren oder Erkrankungen wie Arteriosklerose sein. Ein dauerhaft erhöhter systolischer Wert erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz.

  11. Welche Krankheiten können die Systole beeinträchtigen?
  12. Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen und Arrhythmien können die Systole beeinträchtigen. Diese Erkrankungen stören die Fähigkeit des Herzens, effektiv zu pumpen, was den Blutfluss und die Pumpleistung verringert.

Autor
Elias Müller

Elias Müller

Medizinstudent

Elias studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Medizinischen Fakultät Homburg der Universität des Saarlandes. Vorherige Ausbildungen in Rettungsdienst und Pflege ermöglichten ihm tiefe Einblicke in ärztliche und pflegerische Abläufe in Krankenhaus, OP-Saal und Rettungswesen. Dieses Wissen lässt er als Medizinredakteur in seine Artikel einfließen.

Quellen
  1. Silbernagel et. al.: Physiologie, Thieme, 8. Auflage, 2018
  2. Herzaktion, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 14.02.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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