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Fette gehören zu den zentralen Energieträgern des menschlichen Organismus. Unter ihnen nehmen die Triglyceride (auch Triacylglycerine, TAGs) eine besondere Stellung ein. Sie stellen nicht nur die wichtigste Speicherform für überschüssiges Fett im Körper dar, sondern sind auch die Hauptform der mit der Nahrung aufgenommenen Lipide. Neben ihrer Funktion als Energiereserve spielen sie eine Rolle im Wärmeschutz, in der Polsterung empfindlicher Organe sowie im Transport von Fettsäuren über das Blut. Aufgrund dieser vielseitigen Funktionen stehen Triglyceride sowohl im physiologischen Stoffwechsel als auch in der klinischen Diagnostik von Fettstoffwechselstörungen im Fokus.
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Triglyceride – Definition
Triglyceride, auch bezeichnet als Triacylglycerine, sind Ester, die aus Glycerin und drei Fettsäuren bestehen. Sie werden im Blut transportiert und stellen als Hauptform der Nahrungsfette die wichtigste Speicherform von Energie im menschlichen Körper dar.
Triglyceride – Wirkung und Funktion
Triglyceride (TAGs) sind wichtige Bestandteile der Nahrung. Sie dienen als Speicherform für überschüssige Fettsäuren im Fettgewebe. Die drei Hydroxylgruppen des Glycerin sind mit Fettsäuren verestert. Ein Gramm der Triglyceride liefert etwa doppelt so viel Energie wie ein Gramm Kohlenhydrate oder Eiweiß.

Fettgewebe dient der Wärmeisolierung, schützt damit gegen Kälte und schützt zudem Organe mechanisch. Ein Beispiel ist das Nierenlager, das als Fettpolster die Nieren schützt und stützt. Es ist wie ein Stoßdämpfer und schützt die Niere vor Verletzungen.
Im Blut werden Triglyceride in Lipoproteinen (zum Beispiel VLDL, Chylomikronen) transportiert. Somit sind sie auch eine Art Transportform der Fette.
Funktionelle Bedeutung in der Klinik
Die Messung der Triglyceridspiegel ist zentral für die Diagnsotik von Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien). Gemeinsam mit der Bestimmung des Gesamtcholesterin und Lipoproteinanteilen im Blut (LDL, HDL, VLDL) dienen sie der Diagnostik im Rahmen von Fettstoffwechselerkrankungen. Dabei erfolgt die Blutentnahme bei nüchternem Zustand, es sollte etwa zwölf Stunden vorher nichts gegessen werden. In diesem Zustand sollten die Werte unter 150 mg/dL beziehungsweise unter 1,7 mmol/L liegen.
| Kategorie | mg/dL | mmol/L | Bedeutung / Bewertung |
| Normal | < 150 mg/dL | < 1,7 mmol/L | Unauffällig |
| Grenzwertig erhöht | 150 - 199 mg/dL | 1,7 - 2,2 mmol/L | Leicht erhöht, Risiko steigt |
| Hoch | 200 - 499 mg/dL | 2,3 - 5,6 mmol/L | Deutlich erhöht, Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen |
| Sehr hoch | ≥ 500 mg/dL | ≥ 5,7 mmol/L | Hohes Risiko für akute Pankreatitis und Gefäßschäden |
Eine erhöhte Konzentration von TAGs (Hypertriglyceridämie) gehört zu den Dyslipidämien, die sowohl genetisch als auch ernährungsbedingt entstehen können. Hypertriglyceridämien gehören wie Hyperlipoproteinämien zu den wesentlichen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, insbesondere Atherosklerose, koronare Herzkrankheit (KHK) und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
Triglyceride – Abbau
Der Abbau der Triglyceride umfasst mehrere Schritte, die sicherstellen, dass Nahrungsfette zunächst verdaut, anschließend transportiert und gespeichert sowie bei Bedarf wieder mobilisiert werden können. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Fettsäuren sowohl als kurzfristige Energiequelle als auch als langfristiger Energiespeicher zur Verfügung stehen. Der Prozess reicht von der enzymatischen Spaltung im Dünndarm bis hin zur vollständigen Verwertung der Fettsäuren in den Mitochondrien über die ß-Oxidation.
Verdauung im Dünndarm
Die Pankreaslipsase spaltet die Triglyceride aus der Nahrung unter Mithilfe von Gallensalzen in Monoacylglycerine und freie Fettsäuren. Der Dünndarm resorbiert diese Stoffe, und die Enterozyten bauen sie wieder zu Triglyceriden zusammen.

Monoacylglycerine und Diacylglycerine
Bei Monoacylglycerinen ist nur eine Hydroxylgruppe des Glycerins mit Fettsäuren verestert, bei Diacylglycerinen nur zwei. Monoacyl- und Diaclyglycerine sind somit Zwischenstufen im Stoffwechsel der Triglyceride und entstehen beispielsweise bei deren Verdauung durch Lipasen. Zudem spielen sie eine Rolle als Signal- und Strukurmoleküle in Zellmembranen.
Transport und Speicherung
Die Enterozyten bauen die Triglyceride in Lipoproteine ein und geben sie ins Blut ab. Die Lipoproteinlipase spaltet die Triglyceride erneut, sodass das Fettgewebe die Fettsäuren aufnehmen und als Speicherfett einlagern kann.
Mobilisierung aus Speicherfett
Bei Energiebedarf werden die gespeicherten Triglyceride im Fettgewebe hydrolysiert. Dieser Abbau erfolgt in drei Schritten durch verschiedene Lipasen. Die Adipozyten-Triglycerid-Lipase (ATGL) spaltet die Acylgruppe in Position 1, wodurch Diacylglycerin entsteht. Die Hormonsensitive Lipase (HSL) spaltet das Diacylglycerin und es entsteht Monoacylglycerin. Zuletzt spaltet die Monoacylglycerin-Lipase das Monoacylglycerin in Position 2 und es entstehen Glycerin und drei Fettsäuren.
Regulation
Die Regulation der hormonsensitiven Lipase übernehmen Glukagon, Adrenalin und Noradrenalin, indem diese sie durch cAMP-abhängige Phosphorylierung aktivieren. Insulin hingegen bewirkt durch Dephosphorylierung eine Hemmung.
Die Fettsäuren werden ans Albumin gebunden und ins Blut transportiert, während Glycerin in der Leber zu Glukose oder Pyruvat weiterverstoffwechselt wird.
Endgültiger Abbau der Fettsäuren
In den Mitochondrien bauen Enzyme die freien Fettsäuren über die β-Oxidation zu Acetyl-CoA ab. Das Acetyl-CoA gelangt anschließend in den Citratzyklus und liefert über die Atmungskette ATP, CO₂ und H₂O.
Häufige Fragen
- Warum sind Triglyceride wichtig und wofür braucht er Körper sie?
- Was bedeutet „hohe Triglyceride“ und ab welchem Wert spricht man davon?
- Welche Gesundheitsrisiken sind mit hohen Triglyceridwerten verbunden?
- Wie wird ein Triglyceridwert gemessen?
Sie dienen als Energiespeicher und liefern Energie. Außerdem spielen sie eine Rolle beim Transport von Fetten im Blut und als Bestandteil der Zellmembranen.
Normale Triglyceridwerte liegen unter 150 mg/dL (< 1,7 mmol/L). Grenzwertig erhöht sind sie bei Werten zwischen 150 bis 199 mg/dL. Hohe Werte sind ab 200 mg/dL bis 499 mg/dL und sehr hoch sind sie ab 500 mg/dL.
Hohe Triglyceridwerte erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Sehr hohe Werte können zudem eine akute Pankreatitis auslösen und stellen einen Risikofaktor für das metabolische Syndrom sowie Typ‑2‑Diabetes dar.
Durch eine Blutentnahme (Lipidprofil) wird ein Triglyceridwert gemessen. In der Regel sollte man nüchtern sein (mindestens 8 bis 12 Stunden ohne Essen), damit der Wert zuverlässig ist.
- Fettsäuren und Triacylglycerine, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 11.09.2025)
- Dyslipidämien, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 11.09.2025)




