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Medi-Karriere Medipedia Protein (Proteine, Eiweiße)

Protein (Proteine, Eiweiße): Definition, Wirkung und Abbau

Sudenur Tamer
von Sudenur Tamer (Medizinstudentin) Zuletzt aktualisiert: 06.11.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung und Funktion
  3. Abbau

Proteine (Eiweiße) sind die zentralen Moleküle des Lebens: Sie geben Strukturen Stabilität, steuern biochemische Prozesse als Enzyme, vermitteln Signale und sorgen für Transportvorgänge. Für den Muskelaufbau sind Eiweiße von zentraler Bedeutung. Ihr kontrollierter Abbau durch Proteasomen und Lyosomen ist zudem essenziell, um das Gleichgewicht zwischen Neubildung und Zersetzung zu erhalten. Der folgende Artikel erklärt die Definition, Wirkung, Funktion sowie den Abbau der Proteine.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung und Funktion
  3. Abbau

Protein – Definition

Proteine (Eiweiße) sind große Makromoleküle, die aus langen Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie falten sich in eine spezifische räumliche Struktur, die ihre Funktion bestimmt. Proteine übernehmen zentrale Aufgaben im Körper, etwa als Strukturbausteine, Enzyme, Transport- oder Signalstoffe.

Protein – Wirkung und Funktion

Proteine erfüllen eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben im Organismus. Dabei bestehen sie als Makromoleküle in ihrer Grundsubstanz aus Aminosäuren, die hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Sauerstoff (O) und Stickstoff (N) aufgebaut sind. Darüber hinaus dienen Eiweiße unter anderem der Bildung vieler zellulärer und extrazellulärer Strukturen. Außerdem katalysieren sie Reaktionen als Enzyme und übermitteln Signale in Form von Hormonen.

Funktion Von Proteinen Grafik
Strukturproteine wie Kollagen und Keratin sichern die Stabilität von Gewebe und Zellen. Darüber hinaus katalysieren Enzyme, beispielsweise Kinasen oder Hydrolasen, biochemische Reaktionen, wodurch sie zentrale Stoffwechselprozesse ermöglichen. Signal- und Rezeptorproteine wie Insulin sind an der Signalübertragung beteiligt und regulieren gleichzeitig die Genexpression. Transportproteine wie Hämoglobin oder der Pyruvat-Carrier, gewährleisten nicht nur den Stoff- sondern auch den Ionentransport. Plasmaproteine wie Albumin und Immunglobuline übernehmen neben der Regulation des kolloidosmotischen Drucks auch Transportfunktionen und spielen eine zentrale Rolle in der Immunabwehr. Kontraktile Proteine wie Aktin und Myosin ermöglichen sowohl die Muskelkontraktion als auch den intrazellulären Transport.

Proteine und ihre Rolle im Kraftsport

Proteine (Eiweiße) sind wichtige Bausteine der Muskeln und spielen im Kraftsport eine zentrale Rolle. Beim Training entstehen kleine Risse in den Muskelfasern, die der Körper durch Proteinsynthese repariert und verstärkt, wodurch Muskelaufbau und Regeneration unterstützt werden. Für den Muskelaufbau benötigt ein Sportler etwa 1,6 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, während der normale Tagesbedarf bei etwa 1 Gramm pro Kilogramm liegt.

Struktur der Proteine

Proteine bestehen aus langen Ketten von Aminosäuren, die über Peptidbindungen verbunden sind. Das Grundgerüst eines Eiweißes umfasst dabei die wiederkehrenden Bestandteile jeder Aminosäure: die Aminogruppe (-NH₂), die Carboxylgruppe (-COOH) und das zentrale Kohlenstoffatom (α-C), an dem auch die variable Seitenkette (R-Gruppe) hängt.

Grundgerüst der Proteine

Bei allen Peptidketten wiederholt sich durch die Peptidbindungen eine charakteristische Abfolge von Atomen, nämlich –N–C–C–, die als Rückgrat der Peptidkette bezeichnet wird. Die spezifischen Eigenschaften eines Proteins entstehen nicht durch dieses gemeinsame Rückgrat, sondern durch die Seitenketten der einzelnen Aminosäuren, die aus dem Rückgrat herausragen und dem Eiweiß seine individuelle Struktur und Funktion verleihen.

Die Primärstruktur beschreibt die lineare Reihenfolge der durch Peptidbindungen verknüpften Aminosäuren an, während die Sekundärstruktur lokale Faltungen wie α-Helices oder β-Faltblätter durch Wasserstoffbrücken bildet.

Proteinstruktur Grafik

Die Tertiärstruktur bezeichnet die dreidimensionale Gesamtstruktur des Proteins. Sie wird die durch Wechselwirkungen zwischen den Seitenketten stabilisiert und ist entscheidend für die Funktion. Es kommt bei der Tertiärstruktur zu einer Verteilung von hydrophoben und hydrophilen Resten, was der thermodynamischen Stabilität dienen kann.

Die Quartärstruktur stellt die räumliche Anordnung der Untereinheiten (Polypeptidketten) und deren Wechselwirkungen untereinander im Eiweiß dar. Ein Dimer beschreibt ein Protein, das aus zwei identischen Untereinheiten besteht. Das Hämoglobin stellt durch seine zwei Paare von Untereinheiten ein Tetramer dar.

Protein – Abbau

Proteine unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau, einem Proteinumsatz. Der Abbau erfolgt auf zwei Hauptwegen: dem proteasomalen Abbau für zelleigene Proteine und dem lysosomalen Abbau, vor allem für zellfremde Proteine durchgeführt wird.

Beim proteasomalen Abbau werden die abzubauenden Proteine durch Ubiquitinierung markiert. Das 26S-Proteasom erkennt ubiquitinierte Proteine, entfernt das Ubiquitin und zerlegt die Proteine in Peptidfragmente. Diese Fragmente können weiterverwertet werden oder über MHC-I-Moleküle an der Zelloberfläche präsentiert werden. Dieser letzte Schritt ist wichtig für die Immunüberwachung.

Der lyososomale Abbau, vor allem für zellfremde Proteine, beinhaltet die Aufnahme von zellfremden Proteinen durch Endozytose. In Lysosomen spalten Hydrolasen die Peptidbindungen. Zelleigene Makromoleküle können auch über Autophagie lysosomal abgebaut werden.

Häufige Fragen

  1. Wie viel Protein sollte man täglich zu sich nehmen?
  2. Eine tägliche Zufuhr von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Ab 65 Jahren wird ein Schätzwert von 1,0 g/kg Körpergewicht empfohlen. Sportler, insbesondere Kraftsportler, haben einen erhöhten Bedarf von etwa 1,5 bis 2,0 g/kg Körpergewicht.

  3. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Proteinaufnahme?
  4. Die verteilte Aufnahme von Protein über den Tag ist wichtig. Einige Studien zeigen, dass die Einnahme von Protein direkt nach dem Training vorteilhaft sein kann, da der Körper dann besonders empfänglich für Nährstoffe ist. Allerdings ist die Gesamtmenge an Protein über den Tag hinweg entscheidend.

  5. Was passiert bei zu wenig Protein?
  6. Ein Proteinmangel kann zu Muskelschwund, geschwächtem Immunsystem und anderen gesundheitlichen Problemen führen. In Industrieländern ist ein schwerer Proteinmangel selten, jedoch können bestimmte Gruppen, wie ältere Menschen oder Personen mit speziellen Diäten, ein erhöhtes Risiko haben.

  7. Welche Lebensmittel enthalten viel Protein?
  8. Proteinreiche Lebensmittel sind sowohl tiersicher als auch pflanzlicher Herkunft. Tierische Quellen sind Eier, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Pflanzliche Quellen sind Hülsenfrüchte (zum Beispiel Linsen, Bohnen), Tofu, Quinoa, Nüsse und Samen.

Autor
Sudenur Tamer

Sudenur Tamer

Medizinstudentin

Sude studiert Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. Schon seit ihrer Kindheit hegt sie den Traum, ihre medizinische Tätigkeit mit ihrer Leidenschaft für Journalismus zu verbinden. Diesen Traum kann sie bereits während ihrer Tätigkeit bei praktischArzt verwirklichen. Durch vorherige Praktika im Rundfunk und Fernsehen, das Schreiben von Blogs während ihres Auslandsjahres sowie ihr Fachwissen aus dem Studium kann sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in ihren Texten gekonnt vereinen.

Quellen
  1. Rassow et al.: Duale Reihe Biochemie. 2. Auflage Thieme 2008
  2. Aminosäuren und Proteine, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 17.08.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets einen Arzt aufzusuchen.

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