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Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Neben klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder einem erhöhten LDL-Cholesterin spielt auch Lipoprotein(a), kurz Lp(a), eine bedeutende Rolle. Dieses spezielle Lipoprotein wird genetisch bestimmt und ist weitgehend unabhängig von Lebensstilfaktoren. Erhöhte Lp(a)-Spiegel sind in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet, werden aber selten routinemäßig bestimmt. Die genaue Wirkung von Lp(a) ist noch nicht im Detail geklärt, und eine gezielte Therapie zur Senkung erhöhter Lp(a)-Spiegel befindet sich derzeit noch in der Erforschung. Dabei gilt Lp(a) heute als unabhängiger Risikofaktor für Atherosklerose, koronare Herzkrankheit und Aortenklappenstenose. Der folgende Artikel erklärt die Wirkung, Funktion, den Abbau sowie die klinische Relevanz des speziellen Lipoproteins.
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Lipoprotein A – Definition
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein spezielles Plasma-Lipoprotein, das strukturell dem Low-Density-Lipoprotein (LDL) ähnelt, aber zusätzlich das Apolipoprotein(a) enthält. Erhöhte Lp(a)-Spiegel sind weitgehend genetisch determiniert und gelten als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.
Lipoprotein A – Wirkung und Funktion
Lp(a) ähnelt dem LDL, also dem “schlechten” Cholesterin. Durch das Protein Apolipoprotein(a) was es jedoch zusätzlich enthält, ist es sozusagen “klebriger” und erhöht das Risiko für Gefäßablagerungen und Blutgerinnung. Die physiologische Funktion von Lp(a) ist noch nicht vollständig geklärt. Wichtige Eigenschaften sind jedoch:
- Transport von Cholesterin im Blut, ähnlich wie LDL
- Atherogene Wirkung: Lp(a) lagert sich in der Gefäßwand ab und fördert die Entstehung von Arteriosklerose
- Thrombogene Wirkung: durch strukturelle Ähnlichkeit zu Plasminogen kann Lp(a) an Fibrin binden und die Auflösung von Blutgerinnseln hemmen
- Proinflammatorische Wirkung: Lp(a) ist ein Träger von oxidierten Phospholipiden, die Gefäßentzündungen verstärken
Lipoprotein (a)-Konzentration im Blut
Eine Lipoprotein (a)-Konzentration über 30 mg/dl gilt als problematisch bezüglich des kardiovaskulären Risikos. Ein Lipoprotein (a)-Wert ist in verschiedenen ethnischen Gruppen stark unterschiedlich. Es ist aber auch die Herkunft des Patienten zu beachten, da die Werte je nach ethnischer Gruppe variieren können.
Durch Bindung an Fibrin, kann Lipoprotein(a) mit der Blutgerinnung interagieren. Dies lässt sich auf die Ähnlichkeit des Apolipoproteins(a) mit dem Gerinnungsprotein Plasminogen zurückführen. Lipoprotein(a) blockiert jedoch die normale Auflösung von Gerinnseln. Lp(a) trägt zudem zu Gefäßentzündungen bei, da es am Transport von oxidierten Phospholipiden beteiligt ist.
Lipoprotein A – Abbau
Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu LDL wird vermutet, dass Lp(a) zumindest teilweise über vergleichbare Mechanismen, wie die Bindung an LDL-Rezeptoren, abgebaut wird. Im Gegensatz zu LDL ist der genaue Abbauweg von Lp(a) jedoch bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass neben LDL-Rezeptoren auch alternative Mechanismen, wie Scavenger-Rezeptoren oder eine renale Clearance, eine Rolle spielen könnten. Scavenger-Rezeptoren sind eine Gruppe von Rezeptoren auf der Oberfläche bestimmter Zellen, vor allem Makrophagen, die bestimmte Moleküle aus dem Blut oder Gewebe aufnehmen und abbauen.
Die unzureichende Kenntnis über den Abbauweg trägt dazu bei, dass die Plasmaspiegel von Lp(a) durch Ernährung oder konventionelle lipidsenkende Therapien, wie Statine, nur geringfügig beeinflusst werden.
Lipoprotein A – Klinische Relevanz
Erhöhte Lp(a)-Spiegel stellen einen unabhängigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar und sind Teil bestimmter Dyslipidämien, also Fettstoffwechselstörungen. Die Lp(a)-Werte sind durch Ernährung oder Lebensstil kaum beeinflussbar.
Zu den mit Lp(a)-Erhöhungen assoziierten Erkrankungen zählen:
- Atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen
- Koronare Herzkrankheit (KHK), insbesondere früh auftretende Herzinfarkte
- Kalzifizierte Aortenklappenstenosen
Eine gezielte Senkung von Lp(a) ist derzeit noch begrenzt. Klassische Lipidsenker wie Statine wirken nur unwesentlich auf Lp(a). Vielversprechende Ansätze sind unter anderem PCSK9-Inhibitoren, die Lp(a) um etwa 20 bis 30 Prozent senken können. Sie blockieren das Enzym PCSK9, sodass die LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche nicht abgebaut werden. Dadurch stehen mehr Rezeptoren zur Verfügung, um LDL-Cholesterin aus dem Blut aufzunehmen, was nicht nur die LDL-Werte senkt, sondern auch eine moderate Reduktion von Lp(a) bewirkt.

Darüber hinaus werden RNA-basierte Therapien derzeit in klinischen Studien getestet. Eine weitere Möglichkeit ist die Lipidapherese, eine spezielle Form der Blutwäsche, bei der gezielt krankhafte Blutfette wie LDL-Cholesterin und Lp(a) entfernt werden, um schwere Fettstoffwechselstörungen zu behandeln.
In der folgenden Tabelle sind LDL und Lp(a) vergleichend aufgeführt:
| Funktion | Inhalt | Klinische Relevanz | |
| Lp(a) |
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| LDL |
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Bis zur Verfügbarkeit gezielter Therapien liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf der Optimierung anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren, insbesondere der Senkung von LDL-Cholesterin, Blutdruckkontrolle und Lebensstilmaßnahmen.
Häufige Fragen
- Was ist Lipoprotein(a) bzw. Lp(a)?
- Wie häufig ist ein erhöhter Lp(a)-Wert?
- Warum ist Lp(a) ein Gesundheitsrisiko?
- Ist Lp(a) genetisch bedingt?
- Ab wann gilt Lp(a) als erhöht?
Lp(a) ist ein Lipoprotein, das LDL (das „schlechte“ Cholesterin) ähnelt, aber zusätzlich das Protein Apo(a) enthält, was es „klebriger“ macht und das Risiko für Gefäßablagerungen und Blutgerinnung erhöht.
Weltweit haben etwa 20 bis 25 Prozent der Menschen erhöhte Lp(a)-Werte.
Hohe Lp(a)-Werte gelten als unabhängiger genetischer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall, Aortenklappen-Stenose und periphere Gefäßerkrankung.
Ja, Lp(a) wird überwiegend genetisch bestimmt und bleibt meist konstant nach dem frühen Kindesalter.
Ab Werten von etwa 50 mg/dL spricht man von erhöhten Lp(a)-Werten. Grenzwertige Werte sind im Bereich von etwa 30 bis 50 mg/dl.
- Dyslipidämien, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 29.08.2025)
- Nordestgaard, Børge G.; Varbo, Anette: Triglycerides and cardiovascular disease. The Lancet. 2014




