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Medi-Karriere Medipedia Biotin

Biotin (Vitamin B7): Bedarf, Funktion und Mangel

Elias Müller
von Elias Müller (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 03.11.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Bedarf und Stoffwechsel
  3. Wirkung und Funktion
  4. Mangel

Biotin gehört zu den essenziellen Vitaminen, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Es ist nicht nur für zahlreiche Stoffwechselprozesse unentbehrlich. In diesem Artikel geht es um den Bedarf und die Funktion von Biotin sowie was bei einem Mangel des Vitamins geschieht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Bedarf und Stoffwechsel
  3. Wirkung und Funktion
  4. Mangel

Biotin – Definition

Biotin, auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bekannt, ist ein wasserlösliches Vitamin des B-Komplexes, das eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, insbesondere bei der Verwertung von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen, spielt.

Biotin – Bedarf und Stoffwechsel

In freier Form findet man Biotin vor allem in Hülsenfrüchten und Nüssen. An Proteine gebunden kommt es vor allem in tierischen Nahrungsmitteln wie Eiern oder Lachs vor. Zudem kann es in geringen Mengen von der Darmflora synthetisiert werden. Das an Proteine gebundene Biotin wir in freies Biotin durch die Biotinidase aus dem Pankreas gespalten. Freies Biotin kann dann im Dünndarm resorbiert werden, wobei es im Blut vor allem frei zu den Zielzellen transportiert wird.

Biotin – Wirkung und Funktion

Es wirkt insbesondere als Coenzym für Carboxylasen, die an der Gluconeogenese, der Fettsäuresynthese und dem Abbau von Amino– und Fettsäuren beteiligt sind. Darüber hinaus beeinflusst Biotin durch Histonmodifikation die Genregulation und unterstützt die DNA-Reparatur sowie Zellproliferation und Signaltransduktion.

Biotin – Mangel

Ein Biotinmangel ist selten, kann jedoch unter bestimmten Bedingungen auftreten und zu vielfältigen klinischen Symptomen führen. Zu den möglichen Ursachen zählen Mangelernährung, chronischer Alkoholkonsum, längerfristige Antibiotikatherapie (die die Biotin-synthetisierende Darmflora zerstört), bestimmte Medikamente (z.B. Antikonvulsiva), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sowie eine genetisch bedingte Störung wie der Biotinidasemangel, bei dem Biotin aus der Nahrung nicht freigesetzt werden kann. Auch ein übermäßiger Verzehr von rohem Eiweiß kann Biotinmangel verursachen, da das enthaltene Glykoprotein Avidin Biotin im Darm bindet und so dessen Aufnahme hemmt.

Biotinidasemangel bei Neugeborenen

Ein Biotinidasemangel ist eine seltene, aber potenziell schwerwiegende angeborene Stoffwechselstörung, die bereits im Neugeborenenalter klinisch relevant werden kann. Aufgrund der potenziellen Schwere und der guten Therapierbarkeit ist der Biotinidasemangel Teil des standardisierten Neugeborenenscreenings in vielen Ländern, inklusive in Deutschland.

Klinisch äußert sich Biotinmangel unter anderem durch eine Dermatitis, Konjunktivitis oder brüchige Nägel. Auch neurologische Beschwerden wie Lethargie, Depression, Halluzinationen, Parästhesien oder gar Bewusstseinsstörungen können auftreten. Muskuloskelettale Symptome umfassen vor allem Muskelschmerzen (Myalgien).

Ein schwerer Biotinmangel ist bei gesunden Personen mit ausgewogener Ernährung nicht zu erwarten. Die therapeutische Maßnahme bei Mangelzuständen besteht in einer lebenslangen Biotinsubstitution.

Häufige Fragen

  1. Was ist Biotin und welche Funktionen erfüllt es?
  2. Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin des B-Komplexes. Es dient als Coenzym für zentrale Stoffwechselenzyme, insbesondere Carboxylasen. Es ist wichtig für Energiestoffwechsel, Gluconeogenese, Fettsäure- und Cholesterinsynthese, Genregulation (z.B. über Histonmodifikation) und Zellproliferation sowie Signaltransduktion.

  3. Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Biotin?
  4. Pflanzliche Quellen sind vor allem Nüsse, Samen (z.B. Sonnenblumenkerne), Sojabohnen, Haferflocken, Pilze oder Süßkartoffeln. Tierische Quellen sind Innereien, Eier, Fleisch und Milchprodukte. Außerdem wird Biotin auch in geringen Mengen vom Darmmikrobiom synthetisiert.

  5. Wie viel Biotin wird täglich empfohlen?
  6. Erwachsene und Schwangere sollen etwa 40 μg/Tag zu sich nehmen. Bei Stillenden werden sogar 45 μg/Tag empfohlen.

  7. Was passiert bei einem Biotinmangel?
  8. Ein Biotinmangel führt zu Störungen in zentralen Stoffwechselprozessen, da Biotin als Coenzym für Carboxylasen essenziell ist. Klinisch äußert sich der Mangel durch Dermatitis, Haarausfall (Alopezie), brüchige Nägel, neurologische Symptome wie Depression, Lethargie oder Parästhesien sowie Muskelschmerzen.

  9. Was verursacht einen Biotinmangel?
  10. Ursachen sind u.a. Mangelernährung, Antibiotikatherapie, Biotinidasemangel oder der Verzehr großer Mengen rohen Eiweißes (wegen Avidin). Ein schwerer Mangel ist bei gesunder Mischkost jedoch selten.

  11. Ist Biotin in hohen Dosen schädlich?
  12. Eine Biotintoxizität ist nicht bekannt. Allerdings kann die Einnahme hochdosierter Biotinsupplemente Laborwerte verfälschen.

Autor
Elias Müller

Elias Müller

Medizinstudent

Elias studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Medizinischen Fakultät Homburg der Universität des Saarlandes. Vorherige Ausbildungen in Rettungsdienst und Pflege ermöglichten ihm tiefe Einblicke in ärztliche und pflegerische Abläufe in Krankenhaus, OP-Saal und Rettungswesen. Dieses Wissen lässt er als Medizinredakteur in seine Artikel einfließen.

Quellen
  1. Vitamine, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 02.10.2025)
  2. Vitamine, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 02.10.2025)
  3. Neugeborene, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 02.10.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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