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Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und spielt eine unverzichtbare Rolle für die Gesundheit des Menschen. Es ist vor allem für seine Funktion bei der Blutgerinnung bekannt, hat jedoch auch bedeutenden Einfluss auf andere Bereiche. Da der Körper Vitamin K nur in begrenztem Umfang speichern kann, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung wichtig. Ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben, weshalb Vitamin K auch in der Medizin besondere Beachtung findet. In diesem Artikel sollen besonders der Bedarf, Stoffwechsel und die Funktion dargestellt werden.
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Vitamin K – Definition
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, dem Knochenstoffwechsel und der Gefäßgesundheit spielt. Es gibt zwei Hauptformen: Vitamin K1 (Phyllochinon) und Vitamin K2 (Menachinon). Des weiteren ist auch noch eine dritte Form, das Vitamin K3 (Menadion) bekannt.
Vitamin K – Bedarf und Stoffwechsel
Beide Formen des Vitamin K (Phyllochinon und Menachinon) gehören chemisch zur Klasse der Naphtochinone. Bei ihnen handelt es sich allerdings um inaktive Vorstufen, die im Körper noch in ihre aktive Form gebracht werden müssen. Für die Aufnahme von Vitamin K aus der Nahrung bietet sich vor allem grünes Blattgemüse an. Außerdem ist es vermehrt in einigen Ölen zu finden. In geringeren Mengen wird es auch von den Bakterien der Darmflora synthetisiert.
Aufgenommen wird das Vitamin wie alle fettlöslichen Vitamine im Dünndarm. Im Blut wird es unspezifisch über Lipoproteine transportiert. Gespeichert wird es in der Leber. Eine Ausscheidung erfolgt sowohl über die Galle als auch über den Urin.
Der tägliche Bedarf von Vitamin K ist in folgender Tabelle dargestellt:
| Alter | Bedarf [μg/d] |
| 0-4 Monate | 15 |
| 4-12 Monate | 10 |
| 1-4 Jahre | 10 |
| 4-7 Jahre | 30 |
| 10-13 Jahre | 40 |
| 13-15 Jahre | 50 |
| 15-51 Jahre | Männer: 70 Frauen: 60 |
| >51 Jahre | Männer: 80 Frauen: 65 |
Vitamin K – Wirkung und Funktion
Vitamin K hilft als Cofaktor von Enzymen bei Carboxylierungen. In einem ersten Schritt wird es zu Vitamin-K-Hydrochinon aktiviert. Danach wird Vitamin-K-Hydrochinon zum Vitamin-K-Epoxid oxidiert, wobei ein Protein ein Carboxyl-Rest an seine γ-Stelle angehangen bekommt (γ-Carboxylierung). Nach dieser Reaktion kann das Vitamin-K-Epoxid wieder regeneriert werden, indem es durch eine Reduktase wieder in Vitamin-K-Hydrochinon überführt wird.
Diese γ-Carboxylierung ist besonders wichtig in der Blutgerinnung. Denn nur indem die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X eine negativ geladene Carboxylgruppe angehangen bekommen, können sie an positiv geladene Calcium-Ionen binden. Die so entstandenen Komplexe können so an Membranen binden und sind aktiv.
Vitamin K – Mangel
Ein Mangel an Vitamin K ist selten, da es in vielen Lebensmitteln vorkommt und zusätzlich von Darmbakterien gebildet wird. Dennoch kann er in bestimmten Situationen auftreten und ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Die wichtigste Auswirkung eines Vitamin-K-Mangels ist eine gestörte Blutgerinnung. Da Vitamin K für die Aktivierung verschiedener Gerinnungsfaktoren benötigt wird, verlängert sich ohne ausreichende Versorgung die Blutungszeit. Typische Symptome sind eine verstärkte Blutungsneigung (zum Beispiel Nasen- und Zahnfleischbluten oder starke Menstruationsblutungen), erschwerte Wundheilung und in schweren Fällen innere Blutungen.
Vitamin-K-Gabe bei Säuglingen
Bei Neugeborenen besteht ein besonderes Risiko, da ihre Vitamin-K-Speicher noch sehr klein sind, die Muttermilch nur wenig Vitamin K enthält und die Darmflora noch nicht ausreichend gebildet ist. Deshalb wird Säuglingen nach der Geburt routinemäßig Vitamin K verabreicht, um lebensbedrohliche Hirn- oder Magen-Darm-Blutungen zu verhindern.
Da auch die Darmflora an der Produktion von Vitamin K zuständig ist, kann durch eine Antibiotikatherapie ein Vitamin-K-Mangel ausgelöst werden, wenn durch die Medikamente auch die Bakterien im Darm getötet werden.
Medikamentöse Vitamin-K-Hemmung
Cumarine sind Vitamin-K-Antagonisten (VKA), die als Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden. Sie blockieren die Vitamin-K-Epoxid-Reduktase, ein Enzym, das für die Regeneration von Vitamin K benötigt wird. Dadurch wird die Carboxylierung von Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X) gehemmt. Dadurch können die Gerinnungsfaktoren nicht mehr ausreichend aktiviert werden, was zu einer verminderten Blutgerinnung führt. Dieser Effekt tritt allerdings erst nach einigen Tagen ein, wenn die bereits vorhandenen aktiven Gerinnungsfaktoren abgebaut sind. Anfangs besteht ein paradoxes erhöhtes Thromboserisiko, da Protein C und S (natürliche Gerinnungshemmer) schneller abgebaut werden als die prokoagulatorischen Faktoren. Durch die Gabe von Vitamin K kann die Wirkung der Cumarine antagonisiert werden.
Cumarine wie Phenprocoumon oder Warfarin werden zum Beispiel zur Prophylaxe und Therapie von thromboembolischen Ereignissen eingesetzt. Auch zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern oder Antikoagulation nach mechanischem Herzklappenersatz finden sie Anwendung.
Häufige Fragen
- Was ist Vitamin K und welche Formen gibt es?
- Welche Aufgaben erfüllt Vitamin K im Körper?
- In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin K?
- Was passiert bei einem Mangel?
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für die Blutgerinnung wichtig ist. Es gibt zwei Hauptformen: Vitamin K1 (Phyllochinon), das überwiegend in grünen Pflanzen vorkommt, und Vitamin K2 (Menachinon), das von Darmbakterien gebildet wird und in tierischen Lebensmitteln sowie fermentierten Produkten enthalten ist.
Vitamin K erfüllt im Körper mehrere lebenswichtige Aufgaben. Am bekanntesten ist seine Rolle bei der Blutgerinnung, da es für die Aktivierung verschiedener Gerinnungsfaktoren benötigt wird und so Blutungen verhindert.
Vitamin K kommt vor allem in grünem Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Salaten vor, da hier viel Vitamin K1 enthalten ist. Vitamin K2 findet man in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern, Milchprodukten sowie in fermentierten Produkten wie Sauerkraut. Pflanzliche Öle, zum Beispiel Raps- und Sojaöl, tragen ebenfalls zur Versorgung mit Vitamin K bei.
Ein Vitamin-K-Mangel führt zu Störungen der Blutgerinnung, was sich in einer erhöhten Blutungsneigung, blauen Flecken oder Nachblutungen äußert. Bei Neugeborenen ist ein Mangel besonders gefährlich, da er zu schweren Hirn- oder Organblutungen führen kann.
- Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, Springer, 10. Auflage
- Vitamin K, https://www.dge.de/... (Abrufdatum: 01.10.2025)




