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Medi-Karriere Medipedia Vitamin C

Vitamin C: Wirkung, Bedarf und Mangel

Elias Müller
von Elias Müller (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 03.11.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung
  3. Bedarf
  4. Mangel

Vitamin C ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff, den der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann und daher täglich über die Nahrung aufnehmen muss. Es gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und übernimmt zahlreiche essentielle Aufgaben im Organismus. In diesem Artikel geht es um die Wirkung, den Bedarf und was passiert bei einem Mangel von Vitamin C.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung
  3. Bedarf
  4. Mangel

Vitamin C – Definition

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin, das eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt. Es wirkt als Antioxidans, unterstützt die Kollagensynthese, fördert die Wundheilung, verbessert die Eisenaufnahme im Darm und stärkt das Immunsystem. Da der menschliche Körper Vitamin C nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin C – Wirkung

Biochemisch gesehen ist Ascorbinsäure ein guter Elektronendonor und optimal zum Abfangen freier Radikale. In diesem Zusammenhang dient Vitamin C als Cofaktor von Enzymen, die Metallionen für ihre Funktion besitzen. Viele Enzyme benötigen Metallionen wie Fe²⁺ (zweiwertiges Eisen) oder Cu⁺ (einwertiges Kupfer) in einem bestimmten Oxidationszustand, um aktiv zu sein. Vitamin C hält diese Metallionen im reduzierten Zustand, indem es selbst oxidiert wird.

In der Kollagenbiosynthese ist es Cofaktor für Prolyl- und Lysylhydroxylasen, die zweiwertiges Eisen für ihre Aktivität benötigen. Bei der Synthese von Carnitin  spielt das Vitamin auch im Zusammenhang mit zweiwertigem Eisen eine Rolle als Cofaktor der Enzyme Trimethyllysinhydroxylase und Butyrobetainhydroxylase. Weitere Stoffwechselvorgänge, bei denen Vitamin C als Elektronendonor für zweiwertiges Eisen dient, sind der Abbau von HIF (hypoxia-inucable Factor), die Demethylisierung von Cytosin, Abbau von Tyrosin und die Bildung von Peptidhormonen. Eine Rolle als Elektronendonor bei zweiwertigem Kupfer spielt Ascorbinsäure bei der Biosynthese von Noradrenalin und zwar als Cofaktor des Enzyms Dopamin-β-Hydroxylase. Dieses Enzym katalysiert die Hydroxylierung von Dopamin zum Noradrenalin.

Rolle im Immunsystem

Vitamin C spielt im Immunsystem eine zentrale Rolle auf mehreren biochemischen Ebenen. Dabei geht es weniger um ein einzelnes Enzym, sondern um eine breite Palette molekularer Funktionen, die Vitamin C in der zellulären Immunabwehr, antioxidativen Abwehr und Entzündungsregulation übernimmt. Immunzellen wie Makrophagen und Neutrophile erzeugen bei der Bekämpfung von Erregern reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Diese sind hilfreich zur Abtötung von Erregern, können aber auch eigene Zellen schädigen. Vitamin C neutralisiert überschüssige ROS, indem es Elektronen abgibt. Die Ascorbinsäure fördert zudem die Chemotaxis und die Phagozytose, wobei die genauen Mechanismen dafür noch nicht geklärt sind.

Aufnahme

Vitamin C wird im Dünndarm über einen Natrium-abhängigen Transport, den Vitamin-C-Transporter 1 (SVTC1), in die Dünndarmzellen aufgenommen. Von dort aus gelangt es ins Blut und wird im Körper verteilt. In seine Zielzellen kann es entweder über den Vitamin-C-Transporter 2 (SVTC2) oder über den Glucosetransporter GLUT1 aufgenommen werden.

Vitamin C – Bedarf

Der menschliche Körper ist auf eine regelmäßige Zufuhr von Vitamin C angewiesen, da er es nicht selbst herstellen oder speichern kann. Der tägliche Bedarf hängt von Alter, Geschlecht und Lebensumständen ab. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene Männer einen Referenzwert von 110 Milligramm am Tag und für Frauen 95 Milligramm pro Tag an. Die empfohlene Tagesdosis bei Schwangeren und Stillenden ist sogar noch höher. Die Referenzwerte für die einzelnen Alters- und und Risikogruppen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Alter empfohlene Tagesdosis [mg/Tag]
0-4 20
4-7 30
7-10 45
10-13 65
13-15 85
15-19 Frauen: 90

Männer: 105

19-65 Frauen: 95

Männer: 110

Schwangere ab dem 4. Monat 105
Stillende 125
Raucher Frauen: 135

Männer: 155

Vorkommen

Vitamin C kommt in großen Mengen in roten und grünen Paprikaschoten vor. Auch Petersilie ist reich an Vitamin C. Saft von Zitronen und sonstigen Zitrusfrüchten enthält in der Regel viel Ascorbinsäure. Vor allem Gemüse wie Spinat, Kartoffeln, Zwiebeln oder Rosenkohl enthalten größere Mengen des Vitamins.

Vitamin-C-Synthese

Primaten sind zusammen mit den Meerschweinchen die einzigen Tierspezies, die Vitamin C nicht selbst synthetisieren können. Ihnen fehlt ein Enzym (L-Gulonolactonoxidase), das ein Schlüsselenzym bei der Gewinnung von Ascorbinsäure aus Glucose ist.

Vitamin C – Mangel

Ein Mangel an Vitamin C, also eine Hypovitaminose beim Erwachsenen, nennt man auch Skorbut. Eine Krankheit die vor allem Seefahrer in früheren Zeiten ereilte, da sie auf hoher See nicht ausreichend mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln versorgt wurden.

Zu den ersten Anzeichen eines beginnenden Skorbuts zählen unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Appetitlosigkeit sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Diese Symptome entstehen durch die zunehmende Schwächung des Bindegewebes und durch eine verminderte Funktion des Immunsystems.

Im weiteren Verlauf treten deutlichere und charakteristische Beschwerden auf. Besonders auffällig sind Zahnfleischprobleme: Das Zahnfleisch wird weich, geschwollen und beginnt leicht zu bluten. In schweren Fällen können sich die Zähne lockern oder sogar ausfallen. Auch die Blutgefäße sind betroffen, denn selbst bei kleinen Belastungen können Einblutungen in die Haut (Petechien), Muskeln und Gelenke auftreten. Die Wundheilung ist stark gestört, was zu chronischen, schlecht heilenden Wunden führt. Weitere Symptome sind trockene, schuppige Haut, brüchige Haare, Blutarmut (Anämie) und vermehrte Infektanfälligkeit. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu schweren systemischen Komplikationen kommen, die unbehandelt tödlich enden können.

Möller-Barlow-Krankheit

Die Möller-Barlow-Krankheit ist die kindliche Form des Skorbuts und entsteht durch einen schweren Vitamin-C-Mangel im frühen Kindesalter. Sie führt typischerweise zu Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Blutungen unter der Haut und einem charakteristischen, schmerzbedingten Schonverhalten der Kinder. Ursache ist eine gestörte Kollagenbildung, die zu einer mangelhaften Knochen- und Gefäßstabilität führt.

Hypervitaminose C

Ein echter Vitamin-C-Überschuss mit gesundheitsschädlichen Folgen ist extrem selten und tritt fast ausschließlich bei exzessivem Gebrauch hochdosierter Präparate auf, denn als wasserlösliches Vitamin lässt es sich leicht mit dem Urin ausscheiden. Dennoch kann es bei sehr hohen Dosen, die meist über 2000 mg pro Tag liegen zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, zu denen unter anderem Übelkeit und Durchfälle zählen.

Häufige Fragen

  1. Wofür braucht der Körper Vitamin C?
  2. Es unterstützt die Bildung von Kollagen, das für Haut, Blutgefäße, Knochen und Bindegewebe unerlässlich ist. Außerdem stärkt es das Immunsystem, verbessert die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Nahrung, wirkt als Antioxidans gegen freie Radikale und spielt eine Rolle bei der Wundheilung sowie bei der Funktion bestimmter Enzyme und Hormone.

  3. Wie viel Vitamin C braucht man am Tag?
  4. Erwachsene benötigen täglich etwa 95 mg (Frauen) bzw. 110 mg (Männer) Vitamin C. In bestimmten Situationen – zum Beispiel bei Schwangerschaft, Stillzeit, Stress, Rauchen oder Infektionen – kann der Bedarf erhöht sein. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse deckt den Tagesbedarf in der Regel.

  5. Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin C?
  6. Lebensmittel mit besonders viel Vitamin C sind vor allem bestimmte Obst- und Gemüsesorten. Zu den Spitzenreitern gehören Johannisbeeren und rote Paprika. Unter den Gemüsesorten liefern Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Blumenkohl ebenfalls hohe Mengen. Bei Obst sind außerdem Kiwi, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen gute Quellen.

  7. Kann man zu viel Vitamin C einnehmen?
  8. Ja, man kann zu viel Vitamin C einnehmen. Eher bei sehr hohen Dosen (über 2000 mg pro Tag) kann es zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Bauchkrämpfen oder Blähungen kommen.

  9. Was passiert bei einem Vitamin-C-Mangel?
  10. Bei einem Vitamin-C-Mangel wird die Kollagenbildung gestört, was zu schwachem Bindegewebe, Zahnfleischbluten, schlechter Wundheilung und Hautveränderungen führen kann. Erste Symptome sind oft Müdigkeit, Schwäche und eine erhöhte Infektanfälligkeit. In schweren Fällen entsteht Skorbut, eine Erkrankung mit Blutungen, Zahnausfall und Gelenkschmerzen.

Autor
Elias Müller

Elias Müller

Medizinstudent

Elias studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Medizinischen Fakultät Homburg der Universität des Saarlandes. Vorherige Ausbildungen in Rettungsdienst und Pflege ermöglichten ihm tiefe Einblicke in ärztliche und pflegerische Abläufe in Krankenhaus, OP-Saal und Rettungswesen. Dieses Wissen lässt er als Medizinredakteur in seine Artikel einfließen.

Quellen
  1. Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, Springer, 10. Auflage
  2. Vitamin-C-Bedarf, https://www.dge.de/... (Abrufdatum: 07.08.2025)
  3. Ascorbinsäure, https://www.gelbe-liste.de/... (Abrufdatum: 07.08.2025)
  4. Vitamin-C-Überschuss, https://www.msdmanuals.com/... (Abrufdatum: 07.08.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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