Pharmakant

Pharmakant/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Tabletten, Salben, Pulver, Dragees oder Cremes – mit ihnen, ihrer Wirkung und den möglichen Nebenwirkungen kennen sich Pharmakanten bestens aus, schließlich ist es ihr Job, Arzneimittel herzustellen.

Welche Ausbildung in den Beruf als Pharmakant führt, was genau zum Joballtag gehört und wie hoch das Gehalt ausfällt, all das ist hier übersichtlich erklärt.

Inhalt

Ausbildung Pharmakant – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Pharmakant ist nach dem Berufsbildungsgesetz ein anerkannter Ausbildungsberuf, der im Rahmen einer dualen Ausbildung erlernt wird. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und wird von der Industrie angeboten, zum Beispiel von Chemieunternehmen oder Arzneimittelherstellern. Festgelegte Zulassungsvoraussetzungen gibt es nicht. Theoretisch steht die Ausbildung Bewerbern mit Hauptschulabschluss, Realschulabschluss (mittlerer Reife) und Abitur offen. In der Praxis verfügen allerdings rund 50 Prozent der Auszubildenden über die mittlere Reife, die andere Hälfte über (Fach-)Abitur, zeigen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung. Geschuldet ist dies vor allem den anspruchsvollen Ausbildungsinhalten, insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern. Mit guten Noten in Physik, Mathe und Chemie können Kandidaten folglich punkten. Außerdem braucht man für den Beruf als Pharmakant Verantwortungsbewusstsein, technisches Verständnis, Sorgfalt, Präzision, gute Augen-Hand-Koordination und Aufmerksamkeit.

Während der Pharmakanten-Ausbildung findet Unterricht in der Berufsschule und praktisches Lernen im Ausbildungsbetrieb statt. Der inhaltliche Schwerpunkt in der Berufsschule liegt auf dem Fach Chemie. In dem Fach lernen Azubis primär die unterschiedlichen Roh- und Wirkstoffe, ihre Eigenschaften und Wirkungsweisen kennen. Zudem werden verschiedene Messverfahren, Herstellungsverfahren und Verwendungsmöglichkeiten von Arzneimitteln kennengelernt. Und auch der richtige Umgang mit ätzenden, brennbaren, explosiven oder giftigen Stoffen wird erlernt. Vermittelt werden zudem rechtliche Pflichten, die mit der Produktion von Medikamenten einhergehen. Im Betrieb liegt der Fokus auf der Bedienung und Wartung der computergesteuerten Fertigungsmaschinen, der Qualitätssicherung, der Verpackung fertiger Medikament und den Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ist eine Zwischenprüfung abzulegen, die 30 Prozent der Endnote ausmacht. Die dreieinhalbjährige Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Obwohl die Berufsbezeichnung Pharmakant nicht gesetzlich geschützt ist und theoretisch jeder sich so nennen kann, werden Absolventen der Pharmakanten-Ausbildung für ihr Können und Wissen auf dem Arbeitsmarkt geschätzt und nachgefragt.

Als Pharmakant kann man sich im Anschluss an die Ausbildung auf bestimmte Einsatzgebiete spezialisieren. Ambitionierte können Meister der Pharmazietechnik werden oder ein Hochschulstudium aufnehmen (beispielsweise Chemieingenieurwesen, Pharmazie oder Pharmaingenieurwesen).

Pharmakant Ausbildung Gehalt

Das Gehalt als angehender Pharmakant richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für die chemische Industrie und fällt höher aus als in vielen anderen Ausbildungsberufen. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) lag das Ausbildungsgehalt für Pharmakanten im Jahr 2018 in den „alten“ Bundesländern im Durchschnitt über die gesamte Ausbildungsdauer bei 1.060 Euro. Aufgeschlüsselt betrug das Gehalt:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 966 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.037 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.111 Euro
4. Ausbildungsjahr 1.192 Euro

In den „neuen“ Bundesländern lag der Verdienst im Durchschnitt über die gesamte Ausbildungsdauer bei 966 Euro. Aufgeschlüsselt betrug das Gehalt:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 934 Euro
2. Ausbildungsjahr 982 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.030 Euro
4. Ausbildungsjahr 1.082 Euro

Das Gehalt als Pharmakant in Ausbildung steigt erfahrungsgemäß mit jeder Tarifrunde.

Der Beruf Pharmakant – Tätigkeiten und Alltag

Der Beruf als Pharmakant ist ein technisch geprägter Beruf, bei dem der überwiegende Teil der Arbeitszeit im Labor verbracht wird. Die restliche Zeit wird in Werk- und Produktionshallen zugebracht. Unverzichtbar dabei ist die Schutzkleidung, bestehend aus Labormantel, Handschuhen und Schutzbrille. Pharmakanten arbeiten überall dort, wo Arzneimittel hergestellt werden. Typische Arbeitgeber sind:

  • Arzneimittelhersteller
  • Chemieunternehmen
  • Pharmazeutische Industrieunternehmen

Ob Antibiotika, Kopfschmerztabletten oder Hustensaft, alles was in den Regalen von Apotheken landet, geht durch die Hände von Pharmakanten. Zum Arbeitsalltag gehört es:

  • Hilfs- und Wirkstoffe zusammenzustellen
  • Komponenten exakt abzuwiegen
  • Maschinen zu befüllen, zu bedienen und zu überwachen (Herstellung von Medikamenten)
  • Qualität der hergestellten Medikamente zu überprüfen
  • Medikament zu verpacken
  • Hygiene sicherzustellen
  • Maschinen zu warten

Zu den Besonderheiten des Berufes gehört es, dass man als Pharmakant viel Zeit im Stehen verbringt. Auch sonst kann der Job körperlich anstrengend sein, da teilweise große Mengen an Rohstoffen und Fertigwaren in schweren Containern transportiert werden müssen. Zudem gehört der Schichtbetrieb bei zahlreichen Unternehmen der Chemiebranche dazu. Dafür sind Zulangen für den Schichtdienst und ggf. Gefahrenstoffzulagen in dem Beruf üblich und lassen das Gehalt steigen.

Pharmakant Gehalt

In der Chemiebranche richten sich die Gehälter traditionell nach Tarifverträgen. Insgesamt profitiert die gesamte Branche von hohen Tarifvergütungen. Als ausgebildeter Pharmakant liegt das Einstiegsgehalt in der pharmazeutischen Industrie je nach Region zwischen 2.600 Euro und 3.100 Euro brutto monatlich (Stand: 2019). Mit entsprechender Berufserfahrung kann das Gehalt auf bis zu 60.000 Euro im Jahr ansteigen.

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