Die Beleghebamme begleitet Frauen in einer der wichtigsten Phasen ihres Lebens und verbindet medizinisches Fachwissen mit persönlicher Betreuung. Im Vergleich zu festangestellten Hebammen ist sie in der Regel eine freiberuflich tätige Hebamme, die einen Vertrag mit einer oder mehreren Kliniken abgeschlossen hat, um dort Entbindungen zu begleiten. Im Gegensatz zu den fest angestellten Hebammen der Klinik betreut sie werdende Mütter oft schon in frühen Stadien der Schwangerschaft und geht exklusiv mit ihnen in den Kreißsaal. Während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett steht sie den Müttern oft kontinuierlich zur Seite. Der Beruf bietet abwechslungsreiche Aufgaben, flexible Arbeitsmodelle und gute Zukunftsperspektiven. Seit der Reform der Hebammenausbildung erfolgt der Einstieg über ein duales Studium, das Theorie und Praxis eng miteinander verbindet. Im Folgenden gibt es einen Überblick über Ausbildung, Aufgaben, Arbeitsalltag, Gehalt und Karrierechancen als Beleghebamme.
Das Wichtigste in Kürze
- Voraussetzungen für das Studium: Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder abgeschlossene Pflegefachausbildung
- Dauer des Studiums: Meist 6 Semester beziehungsweise 3 Jahre
- Inhalte des Studiums: Medizinische Grundlagen, Geburtshilfe, Schwangerschaftsbetreuung, Wochenbettbetreuung, Praxisphasen
- Abschluss: Bachelor of Science und staatliche Berufszulassung als Hebamme
- Arbeitsorte: Krankenhäuser, Geburtshäuser, Hausgeburten oder freiberufliche Tätigkeit
- Arbeitszeiten: Häufig flexible Arbeitszeiten mit Rufbereitschaft und Nachteinsätzen
- Mediangehalt: 4.007 Euro brutto monatlich
- Besonderheit: Beleghebammen arbeiten meist freiberuflich mit Belegvertrag an Kliniken
Was macht man als Beleghebamme?
Eine Beleghebamme begleitet werdende Mütter während der gesamten Schwangerschaft. Oftmals lernt man die Frau schon am Anfang ihrer Schwangerschaft kennen und führt erste Voruntersuchungen durch. Rückt der Geburtstermin näher, bleibt die Beleghebamme in Rufbereitschaft. Sobald die Wehen einsetzen, begleitet man die werdende Mutter ins Krankenhaus und ist von Anfang bis Ende an ihrer Seite. Ist das Kind erstmal da, führt die Beleghebamme auch Nachuntersuchungen durch.
Warum heißt es Beleg-Hebamme?
Der Begriff Hebamme bezeichnet zunächst den allgemeinen Beruf. Mehr dazu hier:
Beleghebammen stellen dagegen eine besondere Arbeitsform innerhalb des Hebammenberufs dar. Während viele Hebammen fest angestellt in Kliniken, Geburtshäusern oder Praxen arbeiten, sind Beleghebammen meist freiberuflich tätig und schließen Belegverträge mit Krankenhäusern ab. Dadurch begleiten sie Frauen häufig kontinuierlich von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett und ermöglichen eine besonders persönliche Betreuung.
Beleghebamme – Ausbildung
Da eine Hebamme heutzutage immer mehr Verfahren kennen muss, sollte sie adäquat ausgebildet sein. Deshalb wurde die Hebammen-Ausbildung 2020 reformiert. Zuvor konnte man eine herkömmliche Berufsausbildung zur Hebamme absolvieren. Seit der Reform des Hebammengesetzes erfolgt die Ausbildung überwiegend über ein duales Hebammenstudium. Für frühere Ausbildungsjahrgänge galten jedoch Übergangsregelungen, sodass die klassische Hebammenausbildung noch bis spätestens 2027 abgeschlossen werden kann. Nach dem erfolgreichen Abschluss des dualen Hebammenstudiums können Hebammen freiberuflich arbeiten und sich beispielsweise als Beleghebamme selbstständig machen.

Zugangsvoraussetzungen
Um zu einem Studium der Hebammenkunde zugelassen zu werden, braucht man entweder die allgemeine Hochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in, als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in oder als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.
Für den Beruf sind Charaktereigenschaften wie Empathie, Einfühlvermögen, Geduld und Verantwortungsbewusstsein besonders wichtig. Schließlich bringen die werdenden Mütter der Beleghebamme großes Vertrauen entgegen.
Dauer und Ablauf des Studiums
Das Studium Hebammenkunde ist dual aufgebaut: Es gibt einige theoretische Inhalte, wie in einem Studium üblich. Der Studiengang zeichnet sich aber vor allem durch seinen hohen Praxisanteil aus. Die Hälfte der Zeit verbringen die angehenden Hebammen praktisch in einem Krankenhaus, einem Geburtshaus oder sogar direkt bei einer freiarbeitenden Beleghebamme. Das Studium wird an Hochschulen deutschlandweit angeboten – zum Beispiel in Frankfurt am Main, Stuttgart oder Münster.
Das Studium umfasst in der Regel sechs Semester, also 3 Jahre.
Studieninhalte
Im Studium der Hebammenkunde nimmt man vor allem Inhalte wie Medizinische Versorgung, Biowissenschaftliche Grundlagen und Ethik durch. Qualitätsmanagement und Grundlagen in der Betriebswirtschaftslehre stehen aber genauso auf dem Lehrplan. Diese Fächer helfen vor allem denjenigen Hebammen, die sich später als Beleghebammen selbstständig machen wollen.
Im praktischen Teil des Studiums lernen die angehenden Hebammen ihren späteren Berufsalltag sehr genau kennen. Sie begleiten Schwangere vor, während und nach der Geburt.
Was verdient man während des Studiums?
Wer das duale Studium Hebammenwissenschaft bei einem kommunalen Arbeitgeber, beispielsweise in einem kommunalen Krankenhaus, absolviert, erhält während der gesamten Studiendauer eine einheitliche Vergütung von 1.515 Euro monatlich. Die Vergütung richtet sich dabei nach dem Tarifvertrag für Studierende in dualen Hebammenstudiengängen im kommunalen öffentlichen Dienst (TVHöD). In einer privaten Einrichtung oder in einer Einrichtig in kirchlicher Trägerschaft kann das Gehalt geringer ausfallen, ist jedoch meist ähnlich.
Passt der Beruf als Beleghebamme zu mir?
Man sollte Beleghebamme werden, wenn:
- eine Begeisterung für die Geburtshilfe und die Betreuung von Schwangeren und werdenden Müttern besteht
- Man sich gut in die Bedürfnisse und Ängste der Frauen einfühlen kann und eine beruhigende Präsenz hat
- Man gewissenhaft arbeitet und in Notfallsituationen ruhig bleiben kann
Man sollte auf keinen Fall Beleghebamme werden, wenn:
- kein tiefes Interesse an der Geburtshilfe und der Betreuung von Schwangeren besteht
- Man Schwierigkeiten hat, eine flexible Arbeitszeitgestaltung zu akzeptieren
- Man kein Blut sehen kann und sich vor Körperflüssigkeiten ekelt
Perspektiven nach dem Studium
Ob fest angestellt oder freiberuflich – Hebammen sind überall gefragt. In Deutschland herrscht ein großer Hebammenmangel. Daher stehen die beruflichen Aussichten für Absolventen des Studiums Hebammenkunde sehr gut. Beleghebammen mangelt es nicht an Patientinnen.
Wie sieht der Berufsalltag als Beleghebamme aus?
Der Arbeitsalltag einer Beleghebamme ist sehr vielfältig: Man verbringt seine Zeit mit Voruntersuchungen und vorbereitenden Gesprächen bei Schwangeren. Rückt der Geburtstermin näher, hält man sich in Rufbereitschaft und begleiten die werdende Mutter bei der gesamten Geburt – egal, wie lange sie dauert. Man verbringt also einen Großteil der Zeit im Kreißsaal. Anschließend führt man Nachuntersuchungen bei der Mutter und ihrem Neugeborenen durch.
Begleit-Hebamme oder Dienst-Hebamme - Wo ist der Unterschied?
- Begleit-Beleghebamme: lernen Mütter schon vor Geburt kennen; sie kommt mit ins Krankenhaus und weicht während der Geburt nicht von der Seite
- Dienst-Beleghebamme: arbeitet ähnlich wie eine angestellte Hebamme in Schichten im Kreißsaal; sprich: während der Geburt kann ein Schichtwechsel stattfinden
Aufgaben als Beleghebamme
Die Aufgaben als Beleghebamme gehen weit über die reine Geburtsbegleitung hinaus. Beleghebammen betreuen Schwangere häufig über mehrere Monate hinweg und begleiten sie vor, während und nach der Geburt. Dadurch übernehmen sie sowohl medizinische als auch beratende und unterstützende Tätigkeiten.
| Aufgabe | Beschreibung |
|---|---|
| Schwangerschaftsbetreuung | Beleghebammen begleiten Schwangere während der gesamten Schwangerschaft und führen Vorsorgeuntersuchungen durch. Dabei kontrollieren sie den Gesundheitszustand von Mutter und Kind. |
| Geburtsvorbereitung | Beleghebammen informieren Schwangere und ihre Familien über den Ablauf der Geburt und bereiten sie auf die Entbindung vor. |
| Geburtsbegleitung | Während der Geburt unterstützen Beleghebammen die werdende Mutter, überwachen den Geburtsverlauf und organisieren bei Bedarf medizinische Hilfe. |
| Betreuung im Wochenbett | Nach der Geburt betreuen Beleghebammen Mutter und Neugeborenes, unterstützen beim Stillen und geben Tipps zur Versorgung des Babys. |
| Emotionale Unterstützung | Beleghebammen begleiten Schwangere emotional und sorgen während Schwangerschaft und Geburt für Sicherheit und Vertrauen. |
| Kontinuierliche Betreuung | Beleghebammen betreuen viele Frauen über einen langen Zeitraum hinweg persönlich und schaffen dadurch eine enge Vertrauensbasis. |
| Geburtsdokumentation | Beleghebammen dokumentieren wichtige medizinische Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. |
| Zusammenarbeit mit Ärzten | Beleghebammen arbeiten eng mit Ärzten und anderem medizinischen Personal zusammen, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. |
Wo kann man als Beleghebamme arbeiten?
Als Beleghebamme ergeben sich vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Überall, wo Frauen ihre Kinder zur Welt bringen, können Beleghebammen tätig werden:
- in Krankenhäusern
- in gynäkologischen Kliniken
- in Geburtshäusern und auf Wochenstationen
- bei Hausgeburten
Die meisten Beleghebammen arbeiten freiberuflich oder selbstständig und schließen dafür Belegverträge mit Kliniken oder Geburtshäusern ab.
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Arbeitszeiten als Beleghebamme
Die Arbeitszeiten als Beleghebamme erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Da Geburten nicht planbar sind, arbeiten Beleghebammen häufig in Rufbereitschaft und müssen auch nachts, am Wochenende oder an Feiertagen einsatzbereit sein. Sobald bei einer betreuten Schwangeren die Wehen einsetzen, begleitet die Beleghebamme die Geburt oft von Anfang bis Ende persönlich.
Dadurch können spontane Einsätze und ungeplante Überstunden entstehen, beispielsweise wenn eine Geburt länger dauert oder mehrere Geburten dicht aufeinander folgen. Besonders im Kreißsaal lassen sich Arbeitszeiten daher oft nur schwer im Voraus planen. Viele Beleghebammen schätzen gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Arbeitszeiten als freiberuflich tätige Hebammen teilweise selbst zu organisieren.
Was verdient man als Beleghebamme?
Das Gehalt als Beleghebamme variiert je nach Berufserfahrung, Region und Arbeitsmodell. Das Mediangehalt liegt bei 4.007 Euro brutto monatlich. Wer neu in den Beruf einsteigt, verdient durchschnittlich 3.396 Euro brutto pro Monat. Zusätzlich beeinflusst der Arbeitsort das Einkommen deutlich. Vor allem in Großstädten und Ballungsräumen fällt das Gehalt häufig höher aus. Einen Überblick über die Unterschiede bietet die folgende Tabelle zum Gehalt nach Stadt:
| Stadt | Mittleres Gehalt pro Monat (€/brutto) |
|---|---|
| Dortmund | 4.078 |
| Essen | 4.078 |
| Köln | 4.078 |
| Wuppertal | 4.077 |
| Münster | 4.076 |
| Frankfurt am Main | 4.069 |
| Hamburg | 4.069 |
| München | 4.069 |
| Berlin | 3.753 |
Weitere Infos zum Gehalt einer Beleghebamme findest Du hier:
Welche Berufsperspektiven hat man als Beleghebamme?
Beleghebammen spielen eine entscheidende Rolle in der Geburtshilfe, indem sie werdende Mütter während der Schwangerschaft unterstützen. Ihre Dienste werden immer wichtiger, da Frauen zunehmend nach individueller und kontinuierlicher Betreuung suchen. Die wachsende Nachfrage nach persönlicher Geburtsbetreuung, trägt zu vielversprechenden Berufsperspektiven bei.
Weiterbildung und Fortbildung
Beleghebammen stehen eine Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten offen. Sie können einen Schwerpunkt setzen, indem sie zum Beispiel eine Weiterbildung in Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerschaftsschwimmen machen. Auch Fortbildungen in Akupunktur, Rückengymnastik oder Babygymnastik sind möglich. Damit kann man seinen Kundinnen eine möglichst umfangreiche Vor- und Nachbereitung der Schwangerschaft gewährleisten.
Wie findet man passende Jobs als Beleghebamme?
Auf der Suche nach passenden Stellen für Beleghebammen? In unserem Stellenportal bei Medi-Karriere finden sich viele Jobs im Gesundheitswesen in ganz Deutschland wie z. B. Jobs als Beleghebamme, Stellenangebote für Hebammen, oder Jobs für Entbindungshelfer.
Häufige Fragen zum Beruf der Beleghebamme
- Wo arbeitet eine Beleghebamme?
- Wie hoch ist das Gehalt als Beleghebamme?
- Welche Arbeitszeiten hat eine Beleghebamme?
- Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf als Beleghebamme?
Eine Beleghebamme arbeitet häufig in Krankenhäusern mit Belegsystem, Geburtshäusern oder im Rahmen von Hausgeburten. Viele Beleghebammen sind freiberuflich tätig.
Das Gehalt als Beleghebamme hängt von Berufserfahrung, Region und Arbeitsmodell ab. Das Mediangehalt liegt bei 4.007 Euro brutto monatlich.
Die Arbeitszeiten als Beleghebamme sind oft unregelmäßig, da Geburten nicht planbar sind. Deshalb gehören Rufbereitschaften sowie Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätze häufig zum Berufsalltag.
Für den Beruf als Beleghebamme benötigt man in der Regel die allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Pflegefachausbildung. Zusätzlich sind Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit wichtig.






