Entbindungshelfer

Entbindungshelfer – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Geburt eines Kindes ist immer ein einzigartiges und aufregendes Erlebnis. Entbindungshelfer und Hebammen stehen den werdenden Eltern bei – nicht nur während des Geburtsvorgangs. Sie helfen bei der Geburtsvorbereitung und stehen der Familie auch in den ersten Monaten nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite.

Im Herbst 2019 hat die Bundesregierung angekündigt, die Geburtshelfer-Ausbildung zu reformieren. Hier gibt es mehr Informationen zur Ausbildung, den geplanten Änderungen, dem Berufsbild und dem Gehalt.

Inhalt

Ausbildung Entbindungshelfer – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Zum Beruf der Hebamme oder des Entbindungshelfers qualifiziert bislang eine dreijährige duale Ausbildung. Diese setzt sich aus Unterrichtseinheiten an einer Berufsfachschule und einer praktischen Ausbildung in der Klinik zusammen. Die Ausbildung schließt mit einer staatlich anerkannten Abschlussprüfung in schriftlicher, mündlicher und praktischer Form ab.

Folgende Voraussetzungen müssen die Azubis erfüllen:

  • mittlerer Bildungsabschluss
  • alternativ Hauptschulabschluss und zweijähriger Besuch einer Pflegevorschule
  • oder Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger abgeschlossener Berufsausbildung
  • Nachweis über die gesundheitliche Eignung

An persönlichen Voraussetzungen sollten angehende Geburtshelfer Geduld, Spaß an der Arbeit mit Menschen und Babys sowie ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Sie sollten zuverlässig sein und auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können. Da die Arbeitszeiten oft unregelmäßig sind, sollten sie außerdem dazu bereit sein, Schichtarbeit zu leisten. Darüber hinaus ist Organisationstalent und Sorgfalt gefragt, da jede Geburt gut dokumentiert werden sollte.

Neben der Ausbildung an einer Berufsfachschule besteht seit 2009 auch die Möglichkeit, ein Bachelor- und Masterstudiengang im Fach „Midwifery“ zu absolvieren. In Zukunft wird die akademische Ausbildung für Geburtshelfer zum Standard. Im November 2019 hat der Bundesrat das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung gebilligt. Anstelle der schulischen Ausbildung tritt ein duales Studium mit hohem Praxisanteil.

Das Studium soll sechs bis acht Semester dauern. Zugangsvoraussetzung ist nun eine zwölfjährige Schulbildung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Mit der Umstellung möchte der Gesetzgeber zum einen auf die steigenden Anforderungen im Beruf des Geburtshelfers reagieren und zum anderen eine europaweite Anerkennung des Abschlusses sicherstellen. In anderen europäischen Ländern erfolgt die Geburtshelfer-Ausbildung bereits in Form eines akademischen Studiums.

Bis 2022 gilt eine Übergangszeit. Ab 2022 soll die Ausbildung dann nur noch an einer Hochschule möglich sein. Wer seine Geburtshelfer-Ausbildung zuvor an einer Berufsfachschule begonnen hat, kann sie jedoch auch dort zu Ende führen. Der Abschluss wird weiterhin anerkannt. Wer bereits die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme besitzt, wird diese auch behalten.

Entbindungshelfer Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung erhalten angehende Geburtshelfer ein Ausbildungsgehalt. Die Höhe steigt mit jedem Ausbildungsjahr und richtet sich nach der Tarifbindung des Trägers. An öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen erfolgt die Entlohnung nach den jeweils geltenden Tarifverträgen und Arbeitsvertragsrichtlinien. Private Träger zahlen davon abweisende Gehälter, die in der Regel geringer ausfallen.

Die Entlohnung gemäß Tarifvertrag im öffentlichen Dienst beträgt etwa:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 950 – 1.140 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.000 – 1.200 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.100 – 1.300 Euro

Nach Einführung des dualen Studiums soll weiterhin eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden.

Der Beruf Entbindungshelfer – Tätigkeiten und Alltag

Zu den Aufgaben von Hebammen und Entbindungshelfern gehört die Betreuung der Mütter vor, während und nach der Geburt ihres Kindes. Dabei arbeiten die Geburtshelfer mit den behandelnden Frauenärzten und Entbindungskliniken zusammen. Viele Hebammen arbeiten freiberuflich, andere sind in Kliniken und Geburtshäusern angestellt.

Die Arbeit beginnt bereits weit vor der eigentlichen Geburt. Geburtshelfer sind wichtige Ansprechpartner für die werdenden Eltern. Sie beraten bei Fragen zur Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit, klären über verschiedene Geburtsarten auf und zeigen werdenden Müttern, was sie gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden tun können. Darüber hinaus übernehmen sie den Bereich der Vorsorge, kontrollieren den Gesundheitszustand von Mutter und Kind und sorgen so dafür, dass mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt werden. Außerdem geben sie Geburtsvorbereitungskurse und bringen werdenden Müttern die richtigen Atemtechniken bei. Auch Risikoschwangerschaften können Geburtshelfer kompetent betreuen. Durch ihre Arbeit geben sie den werdenden Eltern mehr Sicherheit.

Während der Geburt unterstützen Geburtshelfer die Mutter bei der Atmung und helfen ihr beim Entspannen. Sie kontrollieren den Verlauf der Geburt und den Gesundheitszustand des Kindes. Auch das Anfertigen des Geburtsprotokolls gehört zu ihren Aufgaben.

Ist das Baby auf der Welt, stehen Geburtshelfer den jungen Eltern in den ersten aufregenden Wochen weiterhin zur Seite. Gerade beim ersten Kind ist jetzt alles neu, viele Fragen und Unsicherheiten treten auf. Geburtshelfer übernehmen daher die sogenannte Wochenbettbetreuung. Innerhalb der ersten acht Wochen nach der Geburt, bei schwierigen Schwangerschaften eventuell auch länger, besuchen sie die Familien zuhause und achten auf die Gesundheit von Mutter und Kind.

Entbindungshelfer Gehalt

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind für Geburtshelfer recht gut. In vielen Regionen Deutschland herrscht Hebammen-Mangel. Die Einstiegsgehälter sind trotzt des hohen Bedarfs allerdings vergleichsweise gering. Nach der Ausbildung können Geburtshelfer mit einem Entgelt von etwa 2.000 bis 2.900 brutto pro Monat rechnen.

Festangestellte Geburtshelfer an öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen werden in der Regel nach Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Das Monatsgehalt liegt je nach Berufserfahrung, Arbeitgeber und Region zwischen 2.700 und 3.660 Euro brutto. Hinzu kommen Zuschläge für Nachtarbeit sowie die Arbeit an Sonn- und Feiertagen.

Bei freiberuflicher Tätigkeit verdienen Geburtshelfer meist deutlich mehr, da sie direkt mit den Patienten abrechnen können. Dabei sind Jahresumsätze zwischen 40.000 und 50.000 Euro möglich.

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