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Eine aktuelle qualitative Studie aus Deutschland identifiziert insgesamt 17 Future Skills mit 40 Ausprägungen und Bestandteilen für Pflegefachpersonen. Für Deinen Berufsalltag sind aktuell vor allem fünf Kompetenzfelder relevant, die wir Dir hier vorstellen. Die Entwicklung dieser Kompetenzen wird dabei als lebenslanger Professionalisierungsprozess verstanden. Pflege verändert sich: Digitalisierung und KI halten stärker Einzug in den Versorgungsalltag, gleichzeitig bekommen Pflegefachpersonen in Deutschland mehr Eigenverantwortung. Wer bereits Berufserfahrung hat, muss deshalb nicht alles neu lernen – aber vorhandene Kompetenzen gezielt erweitern.
Erfahre in diesem Artikel im Detail, worum es sich bei Future Skills für Pflegekräfte genau handelt und welche Fähigkeiten besonders wichtig für Deine Arbeit sind.
Das Wichtigste zu Future Skills in der Pflege in Kürze
Diese Auswahl ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rangliste der Studie:
- Digitale und KI-Kompetenz: Technologien sicher einschätzen und sinnvoll einsetzen.
- Evidenz- und Datenkompetenz: Informationen kritisch prüfen und wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen.
- Klinische Entscheidungskompetenz: mehr Verantwortung fundiert und sicher übernehmen.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit: Versorgung über Berufsgrenzen hinweg koordinieren.
- Lern- und Veränderungskompetenz: neue Rollen, Technologien und Prozesse aktiv mitgestalten.
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Was bedeutet „Future Skills“ in der Pflege?
Future Skills sind Kompetenzen, die Pflegefachkräfte benötigen, um aktuelle und zukünftige Veränderungen der Versorgung professionell zu bewältigen.
Dabei geht es nicht nur um digitale Fähigkeiten. Eine deutsche Studie von 2026 ordnet Future Skills in einen umfassenden Professionalisierungsprozess ein. Auch die WHO nennt für die zukünftige Gesundheitsversorgung unter anderem digitale Kompetenzen einschließlich KI, interprofessionelle Zusammenarbeit und die Fähigkeit, neue wissenschaftliche Evidenz zu bewerten und anzuwenden.
Digitale und KI-Kompetenz
Elektronische Patientenakten, digitale Dokumentation, Assistenzsysteme und Künstliche Intelligenz werden zunehmend Teil des Pflegealltags. Das Bundesgesundheitsministerium will beispielsweise, dass bis 2028 mehr als 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen KI-gestützte Dokumentation aktiv nutzen.
Für Dich bedeutet digitale Kompetenz deshalb mehr als Software bedienen zu können. Du solltest einschätzen können, wann eine Technologie hilfreich ist, wo ihre Grenzen liegen und wann menschliche Kontrolle notwendig bleibt. Das BIBB weist bereits seit mehreren Jahren darauf hin, dass Digitalisierung Arbeitsprozesse, Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten in der Pflege verändert. Aktuelle Projekte beschäftigen sich daher gezielt mit der Verankerung solcher Kompetenzen in der Pflegebildung.
Evidenz- und Datenkompetenz
Pflegefachkräfte müssen Informationen nicht nur finden, sondern auch deren Qualität beurteilen und daraus sinnvolle Entscheidungen ableiten können.
Das betrifft Studien und Leitlinien ebenso wie digital erfasste Gesundheits- und Pflegedaten. Die WHO zählt die Fähigkeit, neue Evidenz zu analysieren und in die Praxis zu übertragen, ausdrücklich zu den künftig benötigten Kompetenzen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig setzt die deutsche Digitalisierungsstrategie stärker auf strukturierte und nutzbare Gesundheitsdaten. Datenkompetenz wird damit zunehmend Teil professioneller Pflege.
Klinische Entscheidungskompetenz und mehr Eigenverantwortung
Dieses Future Skill gewinnt in Deutschland besonders an Bedeutung. Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege. Das Gesetz ermöglicht entsprechend qualifizierten Pflegefachpersonen, bestimmte heilkundliche Leistungen eigenverantwortlich zu erbringen. Welche Leistungen zulässig sind, hängt neben der Qualifikation von den gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben ab.
Damit steigen auch die Anforderungen an klinische Einschätzung, Verantwortungsübernahme und Entscheidungsfähigkeit. Für bestimmte Qualifikationen spielen beispielsweise Diabetes, chronische Wunden und Demenz eine besondere Rolle.
Interprofessionelle Kommunikation und Zusammenarbeit
Komplexe Versorgung funktioniert immer weniger innerhalb einzelner Berufsgruppen. Pflegefachkräfte koordinieren sich mit Ärzten, Therapeuten, Sozialdiensten, Angehörigen und anderen Beteiligten. Die WHO nennt deshalb die Fähigkeit zur Arbeit in interprofessionellen Teams als zentrale Kompetenz für die zukünftige Gesundheitsversorgung.
Für Dich bedeutet das: klar kommunizieren, Beobachtungen fachlich begründen, Verantwortung abgrenzen und gleichzeitig gemeinsame Entscheidungen ermöglichen.
Lern-, Veränderungs- und Führungskompetenz
Future Skills sind kein einmal abgeschlossenes Weiterbildungsprogramm. Neue Technologien, wissenschaftliche Erkenntnisse und berufliche Rollen werden kontinuierliches Lernen wichtiger machen. Auch die WHO betont lebenslanges Lernen, Weiterqualifizierung und berufliche Entwicklung. Ihr aktueller Bericht zur weltweiten Pflege hebt zudem Bildung, Leadership und erweiterte pflegerische Rollen als zentrale Handlungsfelder hervor.
Für erfahrene Pflegefachkräfte kann genau darin eine Chance liegen: Berufserfahrung mit neuen Kompetenzen zu verbinden und Veränderungen im Team aktiv mitzugestalten.
Fazit
Future Skills ergänzen pflegerische Erfahrung – sie ersetzen sie nicht. Besonders wertvoll wird künftig die Verbindung aus klinischer Expertise, digitalem Verständnis, wissenschaftlichem Denken, guter Zusammenarbeit und der Bereitschaft, Verantwortung und neue Aufgaben zu übernehmen.
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Häufige Fragen zu Future Skills in der Pflege
- Was ist der Unterschied zwischen Future Skills und Soft Skills in der Pflege?
- Wie kann ich meine Future Skills in der Pflege gezielt weiterentwickeln?
- Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei den Future Skills in der Pflege?
- Brauche ich zusätzliche Qualifikationen, um künftig mehr Verantwortung in der Pflege zu übernehmen?
Soft Skills umfassen vor allem soziale und persönliche Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie und Teamfähigkeit. Future Skills in der Pflege gehen darüber hinaus. Sie beinhalten beispielsweise auch digitale Kompetenzen, den Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinische Entscheidungsfähigkeit.
Du kannst Deine Future Skills durch Fortbildungen, Praxisanleitung, kollegialen Austausch und den bewussten Einsatz neuer Technologien erweitern. Hilfreich ist es, regelmäßig zu prüfen, welche Kompetenzen Du für Deine aktuellen und zukünftigen Aufgaben benötigst.
KI-Kompetenz bedeutet nicht nur, digitale Anwendungen bedienen zu können. Du solltest auch deren Ergebnisse kritisch hinterfragen, Datenschutzvorgaben beachten und mögliche Fehler erkennen können. KI kann pflegerische Entscheidungen unterstützen, ersetzt aber nicht die fachliche Verantwortung.
Das hängt von den Aufgaben ab. Viele Future Skills kannst Du im Berufsalltag und durch Fortbildungen weiterentwickeln. Für bestimmte eigenverantwortliche heilkundliche Leistungen sind dagegen spezifische, gesetzlich anerkannte Kompetenzen erforderlich. Diese können je nach Tätigkeit bereits durch die Pflegeausbildung oder durch zusätzliche Qualifizierungen erworben worden sein.
- Lüttmann C., Halek M., Kalthoff D., Büscher A. (2026): Entwicklung eines Kompetenzmodells zu Future Skills für Pflegefachpersonen.
- Bundesministerium für Gesundheit (2026): GEMEINSAM DIGITAL 2026 – Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (letzter Zugriff am 08.10.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit (2025/2026): Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (letzter Zugriff am 08.10.2026)
- Bundesinstitut für Berufsbildung: Forschung zu digitalen Kompetenzen in der Pflege, https://www.bibb.de/... (letzter Zugriff am 08.10.2026)
- WHO (2025): State of the world’s nursing 2025 sowie Arbeiten zu Future Health Workforce Skills, https://www.who.int/... (letzter Zugriff am 08.10.2026)









