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In Deutschland sind deutlich mehr Menschen pflegebedürftig als noch vor wenigen Jahren. Laut aktuellem Pflegereport der Krankenkasse Barmer hat sich die Zahl der Menschen mit anerkannter Pflegebedürftigkeit von 2015 bis 2023 von rund drei Millionen auf 5,7 Millionen erhöht – sie ist damit fast verdoppelt. Auch der Anteil an der Gesamtbevölkerung legte im selben Zeitraum von gut 3,2 auf mehr als 6,2 Prozent zu.
Was das für die Pflege bedeutet, erklärt der folgende Artikel.
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Barmer Report – Zahl der Pflegebedürftigen verdoppelt sich
Der Barmer-Report zeigt, dass der starke Anstieg nur zu einem kleinen Teil mit der alternden Gesellschaft zu tun hat. Die Kasse lässt berechnen, dass lediglich etwa 15 Prozent des Zuwachses durch die Demografie erklärbar sind. Weder die steigende Zahl hochbetagter Menschen noch die generelle Krankheitslast reichen demnach aus, um die Entwicklung zu erklären.
Damit wird deutlich: Immer mehr Menschen gelten offiziell als pflegebedürftig – und das nicht nur, weil es mehr ältere Menschen gibt, sondern vor allem, weil das System der Pflegeversicherung seit einigen Jahren anders funktioniert und mehr Personen erfasst.
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Barmer Report – Pflegereform 2017 als Kostentreiber im System
Als zentraler Treiber des Anstiegs identifiziert der Barmer-Report die große Pflegereform von 2017. Damals wurden die bisherigen Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt und der Begriff der Pflegebedürftigkeit neu gefasst. Das führte dazu, dass körperliche, geistige und psychische Einschränkungen breiter berücksichtigt werden und Leistungen einfacher in Anspruch genommen werden können.
Barmer-Chef Christoph Straub spricht von einer deutlichen „Leistungsausweitung“. Durch die niedrigeren Zugangshürden würden mehr Menschen frühzeitig Unterstützung erhalten und somit als pflegebedürftig anerkannt. Das ist sozialpolitisch gewollt, treibt aber auch die Ausgaben der Pflegeversicherung spürbar nach oben.
Barmer Report – Finanzierung unter Druck
Der Barmer-Report stützt seine Analyse auf Daten zu sechs akuten und sechs dauerhaften Erkrankungen, darunter Krebs, Schlaganfall, Demenz, Parkinson und Herzschwäche. Bei allen untersuchten Krankheitsbildern ist der Anteil der Betroffenen, die zusätzlich als pflegebedürftig gelten, deutlich gestiegen. So waren 2017 etwa gut elf Prozent der Krebspatientinnen und -patienten pflegebedürftig. 2023 waren es schon rund ein Fünftel. Bei Demenz erhöhte sich der Anteil im selben Zeitraum von gut zwei Dritteln auf nahezu vier Fünftel.
Gleichzeitig nimmt der Anteil der neu Pflegebedürftigen unter diesen Patientengruppen ebenfalls zu – ein Hinweis darauf, dass Menschen mit schweren Erkrankungen heute früher und häufiger Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.
Angesichts der Entwicklung fordert Straub eine Reform und finanzielle Stabilisierung der Pflegeversicherung. Die Beitragszahler dürften nicht noch stärker belastet werden, mahnt er mit Blick auf die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die im Auftrag der Gesundheitsministerkonferenz noch in diesem Jahr Eckpunkte für eine umfassende Pflegereform vorlegen soll.
Der Barmer-Report macht damit deutlich: Die Pflege in Deutschland erreicht mehr Menschen – doch ohne strukturelle Änderungen droht der Finanzdruck im System weiter zu wachsen.
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- Barmer-Report, https://www.n-tv.de/... (Abrufdatum: 01.12.2025)
- Wachsender Reformdruck durch steigende Pflegezahlen, https://www.aok.de/... (Abrufdatum: 01.12.2025)
- Barmer Pflegereport 2025, https://www.barmer.de/... (Abrufdatum: 01.12.2025)








