Die Pflegebranche in Deutschland verzeichnet im Jahr 2025 einen deutlichen Zuwachs an Nachwuchskräften. Neue Zahlen zeigen, dass sich wieder mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels besonders bedeutsam und könnte langfristig zur Stabilisierung des Gesundheitssystems beitragen.
Das Wichtigste in Kürze
2025 entscheiden sich in Deutschland wieder deutlich mehr Menschen für eine Pflegeausbildung: Rund 64.300 neue Ausbildungsverträge bedeuten ein Plus von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind mit etwa 158.000 Auszubildenden so viele Menschen wie nie seit der Reform 2020 in der Pflegeausbildung. Auch das Pflegestudium wächst, und der Männeranteil steigt kontinuierlich.
Die generalistische Ausbildung, bessere Bedingungen und geplante Reformen stärken die Attraktivität des Pflegeberufs, auch wenn der Fachkräftemangel weiterhin eine große Herausforderung bleibt.
Pflege – Anstieg bei neuen Ausbildungsverträgen
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Pflegeausbildung zunehmend an Attraktivität gewinnt. Vor allem die Entwicklung bei den Neuverträgen zeigt, dass sich mehr Menschen bewusst für diesen Berufsweg entscheiden. Dies ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der pflegerischen Versorgung.
Mehr Nachwuchs als im Vorjahr
Im Jahr 2025 wurden rund 64.300 neue Ausbildungsverträge in der Pflege abgeschlossen. Damit ist die Zahl der Neueinsteiger im Vergleich zum Vorjahr um etwa acht Prozent gestiegen. Konkret entspricht dies einem Zuwachs von rund 4.900 zusätzlichen Auszubildenden. Diese Zahlen beziehen sich auf Personen, die einen neuen Vertrag abgeschlossen haben und sich zum Jahresende weiterhin in Ausbildung befanden. Der Anstieg setzt einen positiven Trend fort, der bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war.
Höchststand bei Gesamtzahl der Auszubildenden
Nicht nur die Zahl der Neueinsteiger ist gestiegen, sondern auch die Gesamtzahl der Auszubildenden. Ende 2025 befanden sich ungefähr 158.000 Menschen in einer Pflegeausbildung. Das waren so viele wie noch nie seit Einführung der generalistischen Ausbildung im Jahr 2020. Dieser Höchststand zeigt, dass die Reform der Pflegeausbildung zunehmend Wirkung zeigt und das Berufsfeld an Attraktivität gewinnt.
Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft
Pflege – Geschlechterverteilung
Die Geschlechterverteilung in der Pflege ist seit vielen Jahren relativ stabil. Dennoch lassen sich vor allem im Hinblick auf den steigenden Männeranteil interessante Entwicklungen erkennen.
Deutliche Mehrheit weiblicher Auszubildender
Wie in vielen Gesundheitsberufen sind Frauen auch in der Pflege weiterhin deutlich in der Mehrheit. Rund 71 Prozent der neuen Ausbildungsverträge wurden von Frauen abgeschlossen. Männer stellen dagegen etwa 29 Prozent der Auszubildenden. Damit bleibt das Geschlechterverhältnis zwar klar zugunsten der Frauen verschoben, dennoch gibt es Veränderungen.
Männer holen auf
Die Zahl der männlichen Auszubildenden ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker gestiegen als die der Frauen. Während die Zahl der weiblichen Auszubildenden moderat zunahm, verzeichneten Männer einen prozentual deutlich höheren Zuwachs. Langfristig zeigt sich ein klarer Trend: Seit Einführung der neuen Pflegeausbildung im Jahr 2020 ist der Männeranteil kontinuierlich gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass gezielte Maßnahmen zur Ansprache männlicher Bewerber zunehmend greifen.
Pflege – Entwicklung des Studiums
Neben der klassischen Ausbildung gewinnt auch die akademische Qualifikation in der Pflege zunehmend an Bedeutung. Das Pflegestudium stellt eine wichtige Ergänzung dar und eröffnet neue berufliche Perspektiven. Gleichzeitig trägt es zur weiteren Professionalisierung des Berufsfeldes bei.
Zuwachs bei Studierenden
Im Jahr 2025 begannen rund 800 Studierende ein Pflegestudium. Insgesamt befanden sich zum Jahresende etwa 1.800 Personen in einem entsprechenden Studiengang. Dieses Studienangebot verbindet praktische Ausbildung mit wissenschaftlicher Lehre und führt zu einem Bachelorabschluss sowie zur Berufszulassung als Pflegefachkraft.
Ein wichtiger Impuls für diese Entwicklung war die Einführung einer Vergütung für Pflegestudierende. Dadurch wurde das Studium finanziell attraktiver und für eine breitere Zielgruppe zugänglich. Die zunehmende Akademisierung könnte langfristig zu einer weiteren Professionalisierung der Pflege beitragen und neue Karrierewege eröffnen.
Pflegefachkraft Stellenangebote
Pflege – Reform der Ausbildung
Die strukturellen Veränderungen in der Pflegeausbildung haben die Grundlage für die aktuellen Entwicklungen geschaffen. Durch die Zusammenführung verschiedener Ausbildungswege gibt es einen modernen und flexiblen Zugang zum Pflegeberuf. Diese Reform gilt als Meilenstein für das Berufsfeld.
Generalistische Ausbildung seit 2020
Mit der Reform der Pflegeberufe wurden mehrere zuvor getrennte Ausbildungswege zusammengeführt. Seit 2020 gibt es eine einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Diese generalistische Ausbildung ermöglicht es den Absolventinnen und Absolventen, in verschiedenen Bereichen der Pflege tätig zu sein. Sie reichen von der Krankenpflege über die Kinderkrankenpflege bis hin zur Altenpflege.
Verbesserte Ausbildungsbedingungen
Die Reform brachte auch strukturelle Verbesserungen mit sich. Dazu zählen unter anderem eine einheitliche Ausbildungsvergütung sowie klarere Ausbildungsstandards. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, die Ausbildung mit einem Studium zu verbinden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Pflege als Berufsfeld attraktiver zu machen und neue Zielgruppen anzusprechen.
Ausblick
Die positiven Entwicklungen in der Pflegeausbildung sind auch das Ergebnis politischer und struktureller Maßnahmen. Um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken, sind jedoch weitere Reformen notwendig. Bereits geplante Veränderungen könnten die Situation zusätzlich verbessern.
Neue Assistenz-Ausbildung ab 2027
Ein weiterer Schritt zur Stärkung der Pflege ist bereits geplant: Ab dem Jahr 2027 soll eine bundesweit einheitliche Pflegefachassistenzausbildung eingeführt werden. Diese soll den Einstieg in den Pflegeberuf erleichtern und zusätzliche Qualifikationswege eröffnen.
Bedeutung für den Arbeitsmarkt
Die steigenden Ausbildungszahlen sind ein positives Signal für den Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen. Dennoch bleibt der Bedarf an Pflegekräften hoch. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass Reformen und gezielte Maßnahmen Wirkung zeigen können. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die Pflege in Deutschland auf dem Weg ist, attraktiver und zukunftsfähiger zu werden – auch wenn weiterhin große Herausforderungen bestehen.
Stellenangebote in der Pflege
Auf der Suche nach einer passenden Stelle im Gesundheitswesen? Medi-Karriere bietet zahlreiche Stellen als Pflegefachkraft, Altenpfleger-Jobs oder andere spannende Stellenangebote in der Pflege.
Häufige Fragen
- Warum ist der Anstieg der Pflege-Auszubildenden 2025 so wichtig?
- Wie haben sich die Ausbildungszahlen entwickelt?
- Welche Rolle spielt die Reform der Pflegeausbildung?
- Wie entwickelt sich das Pflegestudium?
Weil die Pflegebranche seit Jahren unter Fachkräftemangel leidet. Mehr Nachwuchskräfte können langfristig helfen, die pflegerische Versorgung zu sichern und das Gesundheitssystem zu stabilisieren.
2025 wurden rund 64.300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt befanden sich Ende 2025 rund 158.000 Menschen in einer Pflegeausbildung — ein Höchststand seit Einführung der generalistischen Ausbildung.
Die Reform von 2020 hat mehrere bisher getrennte Ausbildungswege in einer generalistischen Ausbildung zusammengeführt. Dadurch wurde die Ausbildung flexibler, einheitlicher und attraktiver. Auch bessere Ausbildungsbedingungen und Vergütungen haben dazu beigetragen.
Auch das Pflegestudium wächst: 2025 begannen rund 800 Personen ein entsprechendes Studium, insgesamt waren etwa 1.800 Studierende eingeschrieben. Die Kombination aus Praxis, Wissenschaft und Vergütung macht diesen Weg zunehmend attraktiver.
- Ausbildung in der Pflege: 8% mehr neue Auszubildende im Jahr 2025, https://www.destatis.de/... (Abrufdatum: 31.03.2026)
- Neuer Höchststand bei den Ausbildungszahlen in der Pflege, https://www.bmbfsfj.bund.de/... (Abrufdatum: 31.03.2026)









