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Medi-Karriere Medipedia Interkostalmuskulatur

Interkostalmuskulatur: Anatomie, Funktion und Klinik

Sudenur Tamer
von Sudenur Tamer (Medizinstudentin) Zuletzt aktualisiert: 13.08.2026
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Anatomie
  3. Funktion
  4. Klinik

Die Interkostalmuskulatur, auch als Musculi intercostales bekannt, sind Muskeln der Brustwand, die sich in den Rippenzwischenräumen befinden. Sie sind essenziell für die Stabilität der Brustwand sowie für die Atmungsmechanik, welche sie durch Hebung und Senkung der Rippen unterstützen. Der folgende Artikel stellt die Interkostalmuskulatur mit ihrer anatomischen Relevanz, funktionellen Bedeutung sowie klinischen Aspekten dar.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Anatomie
  3. Funktion
  4. Klinik

Interkostalmuskulatur – Definition

Die Interkostalmuskulatur, auch bezeichnet als Musculi intercostales, sind die sich zwischen den Rippen befindenden Muskeln. Sie sind autochthone Brustwandmuskeln, die durch ihre Funktion der Hebung und Senkung der Rippen zur Atemmuskulatur gehören.

Interkostalmuskulatur – Anatomie

Die Interkostalmuskeln befinden sich, wie ihr Name schon verrät in den Interkostalräumen. Die folgende Tabelle stellt die Musculi intercostales mit Ursprung, Ansatz und Innervation dar:

Interkostalmuskel Ursprung Ansatz Innervation
Musculi intercostales externi
  • Rippenunterrand
  • Oberrand der nächsttieferen Rippe
  • Etwas ventral/distal vom Ursprung
  • Nervi intercostales 1 bis 11
Musculi intercostales interni
  • Rippenoberrand
  • Unterrand der nächsthöheren Rippe
  • Ventral des Sulcus costae
  • Nervi intercostales 1 bis 11
Musculi intercostales intimi
  • Rippenoberrand
  • Unterrand der nächsthöheren Rippe
  • Ventral des Sulcus costae
  • Nervi intercostales 1 bis 11
Musculi subcostales
  • Dorsaler Bereich des Rippenoberrandes
  • Unterrand zwei bis drei Rippen höher
  • Ventral des Ursprungs
  • Nervi intercostales 4 bis 11
Musculus transversus thoracis
  • Rückseite des Corpus Sterni und Processus xiphoideus
  • Rückseite der Rippenknorpel
  • Nervi intercostales 2 bis 6

Zwischen den Musculi intercostales interni und den Musculi intercostales intimi verläuft eine Bindegewebsloge der Interkostalgefäße sowie -nerven, die diese Muskeln voneinander trennt.

Interkostalmuskulatur.Grafik

Die Blutversorgung der Brustwand verlaufen im Zwischenrippenraum und dienen als Interkostalgefäße auch der Versorgung der Muskeln dort. In jedem Interkostalraum verläuft eine Interkostalarterie, eine Interkostalvene und ein Interkostalnerv. Die Leitungsbahnen der Rippen sind die Arteria intercostalis, die Vena intercostalis sowie der Nervus intercostalis.

Die Innervation übernehmen die Nervi intercostales, die den thorakalen Spinalnerven (Th1 bis Th12) entspringen. Sie verlaufen gemeinsam mit den Interkostalgefäßen im Sulcus costae.

VAN

Mit dem Merkspruch "Unter jeder Rippe parkt ein VAN" kann man sich den Aufbau der Gefäß-Nerven-Straße unter den Rippen von kranial nach kaudal herleiten. VAN steht dabei für Vene (kranial) - Arterie (Mitte) - Nerv (kaudal).

 

Interkostalmuskulatur – Funktion

Die Interkostalmuskeln dienen einerseits der Abdichtung und dem Spannen der Zwischenrippenräume sowie auch der Atmung. Neben dem Zwerchfell ist die Interkostalmuskulatur mit der wichtigste Teil der Atemmuskulatur.

Die Brustwandmuskeln, die den ventralen Teil der Rippen anheben, dienen der Inspiration und die, die den Teil senken, dienen der Exspiration. Bei Kontraktion der Mm. intercostales externi kommt es zur Hebung der Rippen und unterstützt somit die Inspiration, während die Kontraktion der Mm. intercotales interni und initimi eine Senkung bewirkt und somit die Exspiration unterstützt.

Interkostalmuskulatur – Klinik

Besteht eine Insuffizienz der Musculi intercostales, wie es bei neuromuskulären Erkrankungen der Fall sein kann, ist die Funktion eingeschränkt. Das bedeutet die Zwischenrippenräume werden nicht mehr gespannt. Die Folge ist eine Aus- oder Einbuchtung der Brustwand bei Druckveränderungen im Bereich des Thorax.

Folglich kommt es auch zu Minderung der Atemfunktion. Nach chirurgischen Eingriffen kann es zudem zur Verletzung einzelner Interkostalnerven kommen, wodurch sich Sensibilitätsstörungen zeigen können.

Häufige Fragen

  1. Welche Funktion hat die Interkostalmuskulatur?
  2. Die Interkostalmuskulatur trägt zur Bewegung des Brustkorbs bei und unterstützt die Einatmung sowie die Ausatmung. Die Einatmung bewirken die Mm. intercostales externi durch das Heben der Rippen und die daraus resultierende Erweiterung des Brustkorbes. Die Ausatmung bewirken die Muscili intercostales interni, indem sie die Rippen nach unten ziehen und den Brustkorb somit verkleinern. Zusätzlich stabilisieren die Muskeln den Brustkorb und schützen die darunterliegenden Organe.

  3. Wie wird die Interkostalmuskulatur innerviert?
  4. Die Interkostalmuskeln werden von den Interkostalnerven, den Nervi intercostales, innerviert, die aus den vorderen Ästen der thorakalen Spinalnerven (Th1 bis Th11) stammen. Diese Nerven verlaufen zwischen den Rippen zusammen mit der Arteria und Vena intercostalis.

  5. Welche Rolle spielt die Interkostalmuskulatur bei der Atmung?
  6. Die Interkostalmuskulatur erweitert oder verengt den Brustkorb und ermöglicht so das Ein- und Ausströmen der Luft in die Lunge. Bei Kontraktion der Mm. intercostales externi kommt es zur Hebung der Rippen und unterstützt somit die Inspiration, während die Kontraktion der Mm. intercotales interni und initimi eine Senkung bewirkt und somit die Exspiration unterstützt.

Autor
Sudenur Tamer

Sudenur Tamer

Medizinstudentin

Sude studiert Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. Schon seit ihrer Kindheit hegt sie den Traum, ihre medizinische Tätigkeit mit ihrer Leidenschaft für Journalismus zu verbinden. Diesen Traum kann sie bereits während ihrer Tätigkeit bei praktischArzt verwirklichen. Durch vorherige Praktika im Rundfunk und Fernsehen, das Schreiben von Blogs während ihres Auslandsjahres sowie ihr Fachwissen aus dem Studium kann sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in ihren Texten gekonnt vereinen.

Quellen
  1. Aumüller et al.: Duale Reihe Anatomie. 1. Auflage Thieme 2006
  2. Schünke et al. (Hrsg.): Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. 4. Auflage Thieme 2014
  3. Brustwand, https://next.amboss.com/... , (Abrufdatum 10.01.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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