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Medi-Karriere Magazin Studie: Zukunft der Pflege

Studie: Zukunft der Pflege in Europa

Studie: Zukunft der Pflege in Europa

Inhaltsverzeichnis

  1. Fast jede zweite Fachkraft denkt ans Aufhören
  2. Schweiz mit Berufung
  3. Digitalisierung ist gefragt, aber noch nicht Standard
  4. KI gilt vielen als Entlastung
  5. Stellenanzeigen in der Pflege

Hohe Motivation, aber wachsende Überforderung: Eine neue europäische Trendstudie zur Pflege und Sozialarbeit zeichnet ein Bild, das Verantwortliche in Politik und Einrichtungen alarmieren dürfte. Für die „Trendstudie Pflege & Soziales 2025“ wurden 2.505 Fach- und Führungskräfte in sieben europäischen Ländern befragt. Auftraggeber ist die myneva Group, durchgeführt wurde die Erhebung vom Meinungsforschungsinstitut Civey.

Die Ergebnisse zeigen ein wiederkehrendes Muster: Viele Beschäftigte verstehen ihre Arbeit als sinnstiftend und möchten Menschen unterstützen – gleichzeitig drohen Stress, Zeitdruck und Bürokratie die Berufsmotivation zu untergraben. Auf den Studien-Landingpages wird die Lage als „Zwischen Berufung und Belastung“ beschrieben, verbunden mit der Forderung nach besseren Bedingungen und praxistauglichen digitalen Lösungen, die tatsächlich entlasten.

Die zentralen Inhalte beschreibt dieser Artikel im Detail.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fast jede zweite Fachkraft denkt ans Aufhören
  2. Schweiz mit Berufung
  3. Digitalisierung ist gefragt, aber noch nicht Standard
  4. KI gilt vielen als Entlastung
  5. Stellenanzeigen in der Pflege

Zukunft der Pflege – Fast jede zweite Fachkraft denkt ans Aufhören

Der deutlichste Befund der Studie ist die Ausstiegsbereitschaft deutscher Pflegekräfte. 49,3 Prozent der Befragten denken laut Pressemitteilung über einen Berufsausstieg nach. Als Hauptgründe wird Stress genannt. Aber auch eine als unzureichend empfundene Bezahlung und fehlende Wertschätzung sind wichtige Faktoren.

Bemerkenswert ist der Kontrast zur weiterhin vorhandenen Sinnorientierung. Über 60 Prozent nennen den direkten Kontakt mit Menschen als Hauptgrund für ihre Tätigkeit. Mehr als die Hälfte möchte außerdem einen aktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten. Die Studie deutet damit auf eine Schieflage hin: Nicht der Wille zur Arbeit fehlt – sondern Rahmenbedingungen, die es erlauben, diesen Anspruch dauerhaft zu leben.

Auch im europäischen Vergleich bleiben die Kernprobleme ähnlich. Überlastung und Personalmangel seien in allen untersuchten Ländern spürbar, heißt es in der Mitteilung. Unterschiede zeigten sich vor allem darin, wie schnell Einrichtungen digitalisieren und wie offen Teams gegenüber neuen Technologien sind.

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Zukunft der Pflege – Schweiz mit Berufung – und dennoch Ausstiegsgedanken

Für die Schweiz werden auf der Studien-Landingpage Zahlen genannt, die den Druck besonders greifbar machen: 58 Prozent der Pflegekräfte arbeiten demnach aus Überzeugung und sehen ihre Tätigkeit als Berufung. Gleichzeitig denkt jedoch ein großer Teil an einen Ausstieg – „fast 40 Prozent“ werden als Alarmzeichen beschrieben.

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass die Grundspannung vergleichbar ist. Dort heißt es auf der Studienseite: 61 Prozent bleiben vor allem wegen des Kontakts zu Menschen, viele verstehen ihre Arbeit als Berufung – doch Stress, schlechte Bezahlung und mangelnde Anerkennung setzten die Ideale unter Druck.

Als Gründe für Ausstiegsgedanken nennt die Studie insgesamt vor allem hohe Belastung, Personalmangel und Bürokratie, die den Berufsalltag erschweren. Damit rückt ein Problem in den Mittelpunkt, das in vielen Einrichtungen täglich spürbar ist: Zeit für direkte Betreuung wird knapper, während administrative Aufgaben zunehmen. Die Studie zieht daraus die Schlussfolgerung, dass Motivation nur erhalten bleibt, wenn Rahmenbedingungen verbessert und Prozesse spürbar entlastet werden.

Zukunft der Pflege – Digitalisierung ist gefragt, aber noch nicht Standard

Ein drittes zentrales Ergebnis betrifft den Digitalisierungsgrad. Nur 18,6 Prozent der Befragten arbeiten laut Studie bereits in einem vollständig digitalen, mobilen Umfeld. Damit bleibt die reale Arbeitswelt vielerorts hinter dem zurück, was Fachkräfte als notwendig ansehen, um Dokumentation und Organisation zu vereinfachen.

Dass der Wunsch nach Entlastung nicht neu ist, zeigt der Vergleich der Studienjahre: Die Trendstudie 2024 habe erstmals die Lage der Pflege in Deutschland beleuchtet, 2025 werde der Blick deutlich erweitert – auf sieben europäische Länder und zusätzlich auf weitere soziale Arbeitsfelder. Gleichzeitig wachse das Interesse an digitalen Hilfen und Künstlicher Intelligenz, die in beiden Studien als zentrale Zukunftschance genannt werden.

Damit setzt die Studie einen Akzent, der in der Debatte oft untergeht: Digitalisierung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „mehr Technik“, sondern mit weniger Reibungsverlusten im System. Entscheidend ist laut Studie, dass digitale Lösungen praxisnah sind und tatsächlich entlasten – also Zeit zurückgeben, statt neue Arbeitsschritte zu schaffen. So sollte Wert auf unterstützende Maßnahmen gelegt werden, die es den Pflegekräften letztendlich ermöglichen, mehr Zeit für die Pflege ihrer Patienten zu haben.

Zukunft der Pflege – KI gilt vielen als Entlastung – wenn die Bedingungen stimmen

Besonders groß ist die Offenheit gegenüber KI. Mehr als 70 Prozent der Befragten sehen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz als sinnvolle Unterstützung bei Routinetätigkeiten. In der Pressemitteilung wird KI damit ausdrücklich nicht als Bedrohung beschrieben, sondern als Werkzeug, das Dokumentation erleichtern und Verwaltungsaufwand reduzieren kann.

Doch die Trendstudie verbindet diese Erwartung mit einem politischen Auftrag. Myneva-CEO Dieter Weißhaar fordert strukturelle Änderungen und nennt als Ziele „faire Bezahlung, weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen“. Digitalisierung könne ein Hebel sein – wirksam werde sie aber nur, wenn Lösungen breit eingeführt werden und der Wandel organisatorisch getragen wird.

Unter dem Strich ist die Botschaft der Trendstudie 2025 ein Weckruf: Wenn fast jede zweite Fachkraft über Ausstieg nachdenkt, wird die Frage nach der Zukunft der Pflege zur Frage der Versorgungssicherheit. Die Studie legt nahe, dass es nicht an Engagement mangelt, sondern an Strukturen, die gute Pflege ermöglichen – und an Werkzeugen, die den Alltag spürbar erleichtern.

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Quellen
  1. Trendstudie Pflege 2025, https://www.myneva.eu/... (Abrufdatum: 16.01.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Redaktion
Katharina Entenmann
Katharina Entenmann
Chefredakteurin
Zuletzt aktualisiert: 23.01.2026

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