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Medi-Karriere Magazin Pflegeheime kämpfen mit Liquidität

Pflegeheime kämpfen mit Liquiditätsproblemen

Pflegeheime kämpfen mit Liquiditätsproblemen

Inhaltsverzeichnis

  1. Außenstände teilweise sechsstellig
  2. Fehlende Dokumente und ungeklärte Zuständigkeiten
  3. Erhebungen bestätigen lange Wartezeiten
  4. Steigende Eigenanteile erhöhen den Druck
  5. Liquiditätsproblem ist nicht automatisch Insolvenz
  6. Was Pflegeheime selbst verbessern können
  7. Demografischer Druck nimmt zu
  8. Einordnung
  9. Passende Jobs in der Pflege

Viele Pflegeheime in Deutschland kämpfen derzeit mit der Liquiditätsproblemen. Das Problem ist: Sie haben ihre Leistung längst erbracht, warten aber weiterhin auf das Geld. Offene Forderungen gegenüber Sozialhilfeträgern, Pflegekassen und Selbstzahlern belasten die Zahlungsfähigkeit der Einrichtungen. Nach einer aktuellen Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC verzeichnet jede fünfte befragte Einrichtung Außenstände von mindestens 100.000 Euro. Besonders häufig entstehen diese Rückstände im Zusammenhang mit der Sozialhilfeleistung „Hilfe zur Pflege“.

Das Problem geht über zusätzlichen Verwaltungsaufwand hinaus. Bleiben Zahlungen über Monate aus, müssen Pflegeheime Löhne, Lebensmittel, Energie, Mieten und andere laufende Kosten nämlich vorfinanzieren. Weitere Erhebungen von Wohlfahrtsverbänden und Sozialämtern bestätigen, dass sich die Kostenübernahmen teilweise über ein halbes Jahr oder länger hinziehen.

Der folgende Artikel wirft einen genaueren Blick auf das Liquiditätsproblem der Pflegeheime.

Das Wichtigste in Kürze

  • 20 Prozent der von PwC befragten Pflegeheime melden offene Forderungen von mindestens 100.000 Euro.
  • Sozialhilfeträger gelten als größter Risikofaktor: 55 Prozent der befragten Heimleitungen ordnen ihnen die höchsten Außenstände zu.
  • Als häufige Ursachen nennen die Einrichtungen fehlende Unterlagen, unklare Zuständigkeiten und Wechsel des Kostenträgers.
  • Eine weitere Verbändebefragung aus dem Jahr 2026 zeigt: 29 Prozent der antwortenden Einrichtungen sehen ihre Liquidität gefährdet.
  • Die Befragungen sind keine repräsentativen Vollerhebungen. Sie belegen aber ein wiederkehrendes Muster aus hohen Außenständen, langen Bearbeitungszeiten und erheblichem Verwaltungsaufwand.

Inhaltsverzeichnis

  1. Außenstände teilweise sechsstellig
  2. Fehlende Dokumente und ungeklärte Zuständigkeiten
  3. Erhebungen bestätigen lange Wartezeiten
  4. Steigende Eigenanteile erhöhen den Druck
  5. Liquiditätsproblem ist nicht automatisch Insolvenz
  6. Was Pflegeheime selbst verbessern können
  7. Demografischer Druck nimmt zu
  8. Einordnung
  9. Passende Jobs in der Pflege

Außenstände teilweise sechsstellig

Für ihre Studie befragte PwC mehr als 100 Leitungskräfte deutscher Pflegeheime anhand eines strukturierten Fragebogens. Ergänzt wurde die Untersuchung durch Experteninterviews sowie öffentlich verfügbare Markt- und Einrichtungsdaten. Nach den Ergebnissen haben 20 Prozent der befragten Einrichtungen offene Forderungen von mindestens 100.000 Euro.

Am häufigsten nennen die Heimleitungen Sozialhilfeträger als den Ursprung der besonders hohen Außenstände. 55 Prozent sehen dort das größte Forderungsrisiko. 20 Prozent der Befragten geben außerdem Pflegekassen als größte Risikogruppe an. 25 Prozent nennen schließlich noch die Selbstzahler.

Dabei geht es häufig um Bewohnerinnen und Bewohner, die ihre Pflegekosten nicht vollständig aus eigenem Einkommen und Vermögen bezahlen können. Reichen auch die Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, kann die Sozialhilfe im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ die verbleibenden pflegebedingten Kosten ganz oder teilweise übernehmen. Voraussetzung ist eine entsprechende finanzielle Bedürftigkeit.

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Coburg
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Fehlende Dokumente und ungeklärte Zuständigkeiten

Als häufigste Ursache für verzögerte Zahlungen nennen 60 Prozent der von PwC befragten Heimleitungen unvollständige oder fehlende Unterlagen. 45 Prozent berichten von ungeklärten Zuständigkeiten oder einem Wechsel des Kostenträgers. Die Bearbeitung könne sechs bis zwölf Monate dauern, in einzelnen Fällen sogar mehrere Jahre.

Die Einrichtungen müssen die ausstehenden Beträge während dieser Zeit vorfinanzieren. Das kann auch dann problematisch werden, wenn die Forderungen rechtlich grundsätzlich bestehen. In der Bilanz sind diese Forderungen zwar auch als Vermögenswert erfasst, auf dem Bankkonto steht das Geld jedoch den Heimen noch nicht zur Verfügung.

Zusätzlich bindet die Bearbeitung erhebliche personelle Ressourcen. Nach der PwC-Befragung wenden die Einrichtungen im Durchschnitt 8,3 Arbeitsstunden pro Woche für offene Posten auf. Auch problematisch: 46 Prozent nutzen demnach keinen durchgängig standardisierten Prozess für Forderungsmanagement und Mahnwesen. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich zudem eine einfachere Zuordnung eingehender Zahlungen.

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Erhebungen bestätigen lange Wartezeiten

Die PwC-Ergebnisse stehen nicht allein. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Befragung des Verbands katholischer Altenhilfe in Deutschland und des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege erfasste 133 Träger mit insgesamt 517 Einrichtungen und 42.890 Bewohnern. Die Untersuchung ist auf die Mitgliedseinrichtungen der beiden Verbände begrenzt und daher ebenfalls keine repräsentative Erhebung für alle deutschen Pflegeheime.

Nach dieser Befragung waren rund 17.500 Bewohner auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen. Für 31 Prozent dieser Personen stand die endgültige Kostenübernahme zum Zeitpunkt der Erhebung noch aus. Von den ungeklärten Fällen warteten 24 Prozent bereits sechs bis zwölf Monate, weitere zwölf Prozent länger als ein Jahr auf das Geld. Besonders schlecht geht es 29 Prozent, also fast einem Drittel der antwortenden Einrichtungen: Sie gaben an, dass die Außenstände ihre Liquidität gefährdeten.

Auch eine Befragung von Sozialämtern durch das ARD-Magazin „Report Mainz“ hatte 2025 erhebliche Bearbeitungszeiten gezeigt. Von 113 Ämtern, die konkrete Angaben machten, erklärten 27 Prozent, die Bearbeitung könne mehr als sechs Monate und bis zu einem Jahr dauern. Fünf Prozent berichteten sogar von Zeiträumen von deutlich mehr als zwölf Monaten. Als Belastungsfaktoren wurden unter anderem Personalmangel, komplexe Prüfverfahren und die teilweise noch papiergebundene Aktenführung sichtbar. Zusammengenommen zeigen die Erhebungen, wie stark lange Bearbeitungszeiten, personelle Engpässe und papiergebundene Verfahren die stationäre Pflege belasten können.

Steigende Eigenanteile erhöhen den Druck

Steigende Eigenanteile erhöhen den finanziellen Druck auf Pflegebedürftige und können die Abhängigkeit von der „Hilfe zur Pflege“ vergrößern. Zum 1. Juli 2026 mussten Bewohner im ersten Jahr eines stationären Aufenthalts bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat aus eigener Tasche bezahlen. Das waren 256 Euro mehr als ein Jahr zuvor. In dem Betrag sind neben dem pflegebedingten Eigenanteil auch die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen enthalten.

Können Pflegebedürftige diese Beträge nicht aus ihren eigenen Mitteln aufbringen, steigt die Bedeutung der Sozialhilfe noch einmal enorm an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erhielten 2024 knapp 432.000 Menschen „Hilfe zur Pflege“. Das sind 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 354.000 von ihnen bezogen die Leistung in Einrichtungen. Die neuesten Ausgabendaten zeigen darüber hinaus: Die Nettoausgaben für die „Hilfe zur Pflege“ stiegen 2025 um 13,3 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro.

Damit wächst das Ausgabenvolumen der Sozialhilfeträger. Bei steigenden Empfängerzahlen und höheren Pflegekosten können zugleich der Umfang der zu prüfenden Anträge und die von Pflegeeinrichtungen vorzufinanzierenden Beträge zunehmen.

Liquiditätsproblem ist nicht automatisch Insolvenz

Hohe Außenstände bedeuten aber nicht zwangsläufig, dass ein Pflegeheim überschuldet oder insolvent ist. Liquidität beschreibt zunächst die Fähigkeit, fällige Rechnungen und Gehälter rechtzeitig zu bezahlen. Ein wirtschaftlich grundsätzlich tragfähiges Heim kann deshalb in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn berechtigte Forderungen erst Monate später beglichen werden.

Umgekehrt lässt sich aus einer offenen Forderung allein nicht ablesen, ob sie vollständig anerkannt und ausgezahlt wird. In einzelnen Fällen können Unterlagen fehlen, die Bedürftigkeit noch ungeklärt sein oder unterschiedliche Stellen über die Zuständigkeit streiten. Die vorliegenden Befragungen beruhen zudem auf Selbstauskünften. Sie sind keine Prüfung der Bilanzen oder Bankkonten der teilnehmenden Einrichtungen.

Dennoch zeigen die voneinander unabhängigen Erhebungen ein übereinstimmendes Muster: Kostenübernahmen können viele Monate dauern, Außenstände erreichen teilweise fünf- oder sechsstellige Größenordnungen und ein Teil der Einrichtungen sieht dadurch seine Zahlungsfähigkeit gefährdet. Liquiditätsengpässe können auch Beschäftigte und Bewohner belasten. Kommt es infolge wirtschaftlicher Probleme zu Einschränkungen oder Schließungen, verknappt sich das Angebot an stationären Pflegeplätzen zusätzlich.

Ausbildungsplätze als Pflegefachkraft

Ausbildung zum Pflegefachmann 2026 (w/m/d)
Bad König
Asklepios Schlossberg Klinik Bad König
30.08.2026

Ausbildung Pflegefachfrau / Pflegefachmann (w/m/d)
Wuppertal
CBT Caritas Betriebsführungs und Trägergesellschaft mbH
03.08.2026

Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau / Pflegefachmann in Teilzeit (m/w/d)
Einsteinstraße 9, 79108 Freiburg
Universitätsklinikum Freiburg
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachfrau/-mann/-person (m/w/d)
41749 Viersen
Landschaftsverband Rheinland
03.08.2026

Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau/Pflegefachmann 2026 (m/w/d)
Winterberg 1, 66119 Saarbrücken
Klinikum Saarbrücken gGmbH
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachfrau*Pflegefachmann / Pflegeausbildung
Hiltrup
Missionsschwestern von Hiltrup gGmbH
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachmann / Pflegefachfrau (m/w/d) in Bottrop
Am Quellenbusch 102, 110, 46242 Bottrop
Malteser Hilfsdienst e V
03.08.2026

Ausbildung zur Pflegefachassistentin/zum Pflegefachassistenten (m/w/d) ab 01.04.2027
Dreieich
Johanniter Seniorenhäuser GmbH
03.08.2026

Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft (m/w/d)
48291 Telgte
Wohnstift St Clemens
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachfrau / Pflegefachmann 2026 - Seniorenhilfe (m/w/d)
47918 Tönisvorst
Alexianer Tönisvorst GmbH
03.08.2026

Ausbildung zur Pflegefachassistenz (m/w/d)
Hofkamp 87, 42103 Wuppertal
Talpflege GmbH
03.08.2026

Auszubildende zur/zum Pflegefachfrau*mann mit päd. Vertiefung (m/w/d)
Einsteinstraße 9, 79108 Freiburg
Universitätsklinikum Freiburg
03.08.2026

Ausbildung - Pflegefachmann (m/w/d)
Püttlingen
Marienhospital Bottrop gGmbH
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachmann / Pflegefachfrau (m/w/d)
Gesundbrunnen 1, 34369 Hofgeismar
Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachassistenz (m/w/d)
Kreuzacker 1/7, Duisburg
Johanniter GmbH
03.08.2026

Ausbildung Pflegefachmann/-frau
Neukirchen/Erzgebirge
Parkresidenz Hohenstein Ernstthal
03.08.2026

Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau/-mann (m/w/d)
Hauptstraße 8, 79359 Wyhl
BeneVit Holding GmbH
03.08.2026

Ausbildung zum/zur Pflegefachmann/Pflegefachfrau (m/w/d)
Otto-Haseloff-Straße 13, 14480 Potsdam
AZURIT Rohr GmbH Natürlich Leben im Alter
03.08.2026

Ausbildungsplätze zur Pflegefachkraft (w/m/d)
Ulrichstraße 42, 55128 Mainz
Arbeiter Samariter Bundes Landesverband Rheinland Pfalz e V
03.08.2026

Ausbildung zur Pflegefachkraft (m/w/d)
Magdeburg
Alloheim Senioren Residenz Editha
03.08.2026

Zu allen freien Ausbildungsplätzen als Pflegefachkraft

Was Pflegeheime selbst verbessern können

PwC empfiehlt den Einrichtungen unter anderem ein standardisiertes Forderungsmanagement, einheitlich geführte Bewohnerakten und eine konsequente Priorisierung besonders hoher oder lange offener Forderungen. Digitale Schnittstellen könnten außerdem helfen, Bescheide, Zahlungseingänge und offene Posten schneller zusammenzuführen.

Solche Maßnahmen können interne Verzögerungen reduzieren. Sie lösen jedoch nicht alle Ursachen. Werden Anträge bei Behörden über Monate nicht abschließend bearbeitet, fehlen digitale Übertragungswege oder ist die Zuständigkeit zwischen mehreren Kostenträgern ungeklärt, bleiben die Einrichtungen von externen Entscheidungen abhängig.

Notwendig sind deshalb auch verlässlichere Bearbeitungsfristen, ausreichend Personal bei den zuständigen Behörden, stärker digitalisierte Verfahren und möglichst einheitliche Anforderungen an die einzureichenden Unterlagen. Denkbar wären zudem vorläufige Zahlungen in Fällen, in denen ein Leistungsanspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht, die abschließende Prüfung aber noch Zeit benötigt.

Demografischer Druck nimmt zu

Langfristig dürfte der Finanzierungsdruck auf die stationäre Pflege weiter wachsen. Das Statistische Bundesamt geht in seiner Pflegevorausberechnung davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bei konstanten Pflegequoten von fünf Millionen im Jahr 2021 auf etwa 6,8 Millionen im Jahr 2055 steigen könnte. Die Zahl der mindestens 80-jährigen Pflegebedürftigen würde demnach von 2,7 Millionen auf 4,4 Millionen zunehmen. Das ist ein massiver Anstieg, der unweigerlich Auswirkungen auf das Pflege-System in Deutschland haben wird.

PwC nennt in seiner Veröffentlichung eine mögliche Versorgungslücke von rund 275.000 stationären Plätzen beziehungsweise etwa 3.500 Pflegeheimen. Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung des Unternehmens, nicht um eine amtliche Bedarfsprognose. Zudem ordnet PwC die Marke von 4,4 Millionen mindestens 80-jährigen Pflegebedürftigen dem Jahr 2050 zu, während die veröffentlichte Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts diesen Wert für 2055 ausweist. Die grundsätzliche demografische Entwicklung ist damit gut belegt, der genaue Zeitpunkt und der daraus entstehende Platzbedarf hängen jedoch von den jeweiligen Annahmen des Modells ab.

Einordnung

Die Aussage, dass „jedes fünfte Pflegeheim“ Außenstände von mindestens 100.000 Euro habe, sollte journalistisch präzise formuliert werden. Korrekt ist: Jede fünfte von PwC befragte Einrichtung meldete entsprechende Forderungen. PwC bezeichnet die Stichprobe in der veröffentlichten Methodik nicht als repräsentativ für sämtliche deutschen Pflegeheime. Zum Vergleich: 2023 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 11.250 Einrichtungen mit vollstationärer Dauerpflege.

Die konkrete bundesweite Häufigkeit sechsstelliger Außenstände bleibt daher offen. Durch die zusätzlichen Erhebungen bei gemeinnützigen Trägern und Sozialämtern ist jedoch belastbar belegt, dass lange Bearbeitungszeiten und daraus entstehende Liquiditätsbelastungen kein isoliertes Einzelphänomen sind.

Passende Jobs in der Pflege

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Häufige Fragen

  1. Was bedeutet ein Liquiditätsproblem bei einem Pflegeheim?
  2. Ein Liquiditätsproblem liegt vor, wenn eine Einrichtung nicht genügend unmittelbar verfügbares Geld besitzt, um fällige Verpflichtungen rechtzeitig zu bezahlen. Dazu gehören Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, Lebensmittel, Energie, Mieten und Rechnungen von Dienstleistern. Ein Heim kann dabei wirtschaftlich grundsätzlich tragfähig sein und dennoch unter Liquiditätsdruck geraten, weil zugesagte oder erwartete Zahlungen noch nicht eingegangen sind.

  3. Warum verzögern sich Zahlungen der Sozialhilfeträger?
  4. Häufig müssen zunächst Einkommen, Vermögen, Pflegebedarf und mögliche Ansprüche gegenüber anderen Kostenträgern geprüft werden. Verzögerungen entstehen außerdem durch fehlende Dokumente, unklare Zuständigkeiten, Wechsel zwischen Kostenträgern, personelle Engpässe und nicht vollständig digitalisierte Verwaltungsverfahren. PwC zufolge nennen 60 Prozent der befragten Heimleitungen fehlende Unterlagen und 45 Prozent ungeklärte Zuständigkeiten oder Kostenträgerwechsel als wesentliche Ursachen.

  5. Ist ein Pflegeheim mit 100.000 Euro Außenständen automatisch insolvent?
  6. Nein. Eine hohe offene Forderung ist zunächst ein Liquiditätsrisiko, aber noch kein Nachweis einer Insolvenz. Entscheidend sind unter anderem die verfügbaren Rücklagen, Kreditlinien, sonstigen Einnahmen, die Fälligkeit eigener Verbindlichkeiten und die Frage, ob die Außenstände tatsächlich einbringlich sind.

    Zahlungsunfähigkeit liegt nach der Insolvenzordnung grundsätzlich vor, wenn eine Einrichtung ihre fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Bei juristischen Personen kann außerdem Überschuldung ein Insolvenzgrund sein, wenn das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und die Fortführung des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten nicht überwiegend wahrscheinlich ist.

  7. Was könnte die Situation verbessern?
  8. Aufseiten der Einrichtungen helfen vollständige und einheitlich geführte Bewohnerakten, ein standardisiertes Forderungsmanagement, feste Eskalationsstufen und eine schnelle Zuordnung von Zahlungseingängen. Aufseiten der Behörden wären digitale Antragsverfahren, einheitlichere Nachweisanforderungen, ausreichende Personalkapazitäten, transparente Bearbeitungsstände und vorläufige Zahlungen bei wahrscheinlich bestehendem Anspruch besonders wirkungsvoll. Interne Verbesserungen allein können lange behördliche Bearbeitungszeiten allerdings nicht kompensieren.

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Quellen
  1. PwC, Fehlende Liquidität in Pflegeheimen gefährdet die Versorgung, 12.06.2026 https://www.pwc.de/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
  2. Statistisches Bundesamt: Hilfe zur Pflege, https://www.destatis.de/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
  3. Statistisches Bundesamt: Pflegevorausberechnung bis 2055 und Pflegestatistik zu stationären Einrichtungen, 30.03.2023 https://www.destatis.de/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
  4. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Erläuterungen zur Sozialhilfeleistung „Hilfe zur Pflege“, 20.08.2024 https://www.bmas.de/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
  5. Report Mainz / ARD: Befragung von Sozialämtern zu Bearbeitungszeiten bei der „Hilfe zur Pflege“, 13. Mai 2025 https://www.ardmediathek.de/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
  6. Verband der Ersatzkassen: Bundesweite Auswertung der Eigenanteile in Pflegeheimen, 1. Januar 2026, http://vdek.com/... (letzter Zugriff: 24.08.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Redaktion
Katharina Entenmann
Katharina Entenmann
Chefredakteurin
Zuletzt aktualisiert: 26.08.2026

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