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Pflegefachkräfte in Deutschland könnten künftig mehr medizinische Aufgaben übernehmen als bisher. Hintergrund sind politische Reformen, der zunehmende Fachkräftemangel und der steigende Versorgungsbedarf in einer alternden Gesellschaft. Ziel ist eine bessere Versorgung und eine stärkere Rolle der Pflege. Im Fokus steht dabei die sogenannte Heilkundeübertragung – also die Möglichkeit, dass Pflegekräfte bestimmte ärztliche Tätigkeiten eigenständig ausführen.
Was lange als Modellprojekt galt, soll nun schrittweise in die Regelversorgung überführt werden. Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Heilkunde in der Pflege fasst dieser Artikel zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
Pflegefachkräfte sollen künftig – abhängig von Qualifikation und rechtlichem Rahmen – mehr heilkundliche Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen, insbesondere in Bereichen wie Wundversorgung, Diabetes und Demenz. Damit sollen Ärztinnen und Ärzte entlastet, Versorgungswege verkürzt und die pflegerischen Kompetenzen im Alltag besser genutzt werden. Gleichzeitig soll der Pflegeberuf attraktiver werden, wofür es neben neuen Befugnissen auch klare Zuständigkeiten, passende Weiterbildungen und verbindliche Regelungen für die praktische Umsetzung braucht.
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Heilkunde – Mehr Verantwortung für Pflegekräfte im Alltag
Im Zentrum der Reformen steht die Frage, wie Aufgaben im Gesundheitswesen künftig sinnvoll verteilt werden können. Bereits heute übernehmen Pflegefachkräfte viele Tätigkeiten, die über die klassische Grundpflege hinausgehen, doch sie tun dies meist auf ärztliche Anordnung.
Das könnte sich künftig ändern, denn in bestimmten Bereichen sollen Pflegefachkräfte eigenständiger handeln dürfen. Ziel ist dabei, ihre Kompetenzen besser zu nutzen und gleichzeitig Ärzte zu entlasten. Es geht dabei nicht um eine vollständige Verschiebung ärztlicher Aufgaben, sondern um eine neue Form der Zusammenarbeit, bei der Pflegekräfte definierte medizinische Leistungen innerhalb klarer Rahmenbedingungen eigenverantwortlich erbringen.
Heilkunde – Diese Aufgaben könnten Pflegekräfte übernehmen
Welche Tätigkeiten konkret übertragen werden, ist derzeit in Ausarbeitung. Orientierung bieten bestehende Modellprojekte und fachliche Einschätzungen.
Im Fokus stehen vor allem Bereiche, in denen Pflegefachkräfte bereits viel Erfahrung haben. Dazu zählt etwa die Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie auch die Wundversorgung und das Anlegen und Wechseln von Verbänden. Pflegefachkräfte begleiten hier häufig den Krankheitsverlauf, beobachten Veränderungen und stehen in engem Austausch mit den Betroffenen. Künftig könnten sie in diesem Rahmen auch bestimmte Anpassungen eigenständig vornehmen.
Auch Tätigkeiten in der Demenzversorgung sowie in der Prävention und Beratung werden diskutiert. Dazu zählen etwa Risikoeinschätzungen oder strukturierte Schulungen für Patienten. Die Reform sieht zudem vor, dass Pflegekräfte stärker in die Einschätzung von Gesundheitsrisiken eingebunden werden. Auch Beratungs- und Schulungsangebote für Patienten könnten erweitert werden.
Grundsätzlich gilt: Die Übertragung von Heilkunde soll sich am Qualifikationsniveau der Pflegefachkräfte orientieren. Je nach Ausbildung und Spezialisierung können Pflegefachkräfte unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Internationale Vergleiche
In Ländern wie Schweden, den Niederlanden oder Kanada übernehmen Pflegefachkräfte bereits seit Jahren deutlich mehr medizinische Aufgaben. Studien zeigen, dass dadurch die Patientenversorgung verbessert, Wartezeiten verkürzt und die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft effizienter gestaltet wird. Diese internationalen Erfahrungen dienen auch in Deutschland als wichtige Orientierung für die Umsetzung.
Heilkunde – Fachkräftemangel treibt Reformen voran
Die Debatte um mehr Heilkunde in der Pflege hängt eng mit den Herausforderungen im Gesundheitswesen zusammen. Deutschland steht vor einem wachsenden Versorgungsbedarf – gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Besonders in ländlichen Regionen wird es zunehmend schwieriger, eine flächendeckende medizinische Betreuung sicherzustellen. Erweiterte Kompetenzen für Pflegefachkräfte könnten helfen, diese Lücken zu schließen.
Internationale Beispiele zeigen, dass Pflegekräfte mit erweiterten Befugnissen die Versorgung stabilisieren können – etwa durch mehr Kontinuität, eine engere Betreuung der Patienten und schnellere Entscheidungen im Versorgungsalltag.
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Heilkunde – Chancen und offene Fragen
Für die Pflegeberufe bedeuten die Reformen vor allem eins: Mehr Verantwortung. Gleichzeitig eröffnen sich neue Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch spezialisierte oder akademische Qualifikationen. Viele Fragen sind jedoch noch offen. Fachleute verweisen unter anderem auf ungeklärte Fragen bei Haftung, Vergütung und Zuständigkeiten. Auch die konkrete Umsetzung im Berufsalltag muss sich erst bewähren.
Eindeutig ist: Die Rolle der Pflege verändert. Die Heilkundeübertragung gilt als ein wichtiger Schritt, um den Beruf langfristig attraktiver zu machen und die Versorgung in Deutschland zu sichern.
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Häufige Fragen
- Welche medizinischen Aufgaben dürfen Pflegekräfte künftig übernehmen?
- Warum sollen Pflegekräfte mehr Heilkunde übernehmen?
- Was bedeutet die Heilkunde für die Arbeit in der Pflege?
Geplant ist, dass Pflegefachkräfte bestimmte heilkundliche Tätigkeiten eigenständig ausführen dürfen – allerdings nur in klar definierten Bereichen und abhängig von ihrer Qualifikation. Dazu zählen unter anderem die Versorgung chronischer Wunden, Routinekontrollen, Blutentnahmen sowie die Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch Beratungs- und Präventionsleistungen könnten stärker in den Verantwortungsbereich der Pflege fallen.
Ein wichtiger Grund ist der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Gleichzeitig steigt der Versorgungsbedarf, etwa durch die alternde Bevölkerung. Durch die Erweiterung der Kompetenzen sollen Pflegefachkräfte und Ärzte entlasten und dazu beitragen, die Versorgung – besonders in ländlichen Regionen – sicherzustellen. Zudem sollen ihre vorhandenen Fähigkeiten besser genutzt werden.
Für Pflegefachkräfte bedeutet die Heilkundeübertragung vor allem mehr Verantwortung und neue Aufgaben im Berufsalltag. Gleichzeitig entstehen neue Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch Spezialisierungen oder akademische Qualifikationen. Noch ist jedoch offen, wie genau die neuen Aufgaben geregelt werden und wie sich die Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft verändert.
- Mehr Befugnisse für Pflegekräfte, https://www.zdfheute.de/... (Abrufdatum: 27.02.2026)
- Bundestag verabschiedet Gesetz für weitere Befugnisse für Pflegekräfte und Entbürokratisierung in der Pflege, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (Abrufdatum: 27.02.2026)
- Pflegekräfte dürfen künftig eigenveantwortlich Heilkunde ausüben, https://www.aerztezeitung.de/... (Abrufdatum: 27.02.2026)








