Pflegekräfte anwerben dauert lange – gleichzeitig sind viele Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser mittlerweile durch den Fachkräftemangel in der Pflege auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Warum ist das so? Dieser Artikel beleuchtet Hintergründe und Probleme beim Anwerben von Pflegekräften.
Rekrutieren aus dem Ausland
Pflegekräfte aus dem Ausland zu rekrutieren kann lange Zeit dauern und es ist teilweise ungewiss, wie lange man warten muss bis sie da sind. Probleme die sich dabei ergeben sind vor allem die Sprachbarriere. Bis eine Pflegekraft aus den Philippinen oder Brasilien in Deutschland arbeiten darf, muss sie zuerst einen Deutschkurs belegen und eine Berufsanerkennung erhalten.
Jedoch kann in der Zeit, die bis dahin vergeht das Vertrauen der Fachkräfte abbrechen. Wenn sich jemand dazu entscheidet, sein oder ihr Heimatland zu verlassen, um in Deutschland zu arbeiten, darf er/sie nicht das Gefühl bekommen, man kümmere sich nicht um ihn/sie.
Was sind die Probleme?
Zahlreiche Faktoren wirken sich auf die lange Zeit aus, bis die angeworbenen Fachkräfte in Deutschland anfangen können zu arbeiten. Es verlässt sogar etwa jede zehnte eingewanderte Fachkraft Deutschland wieder.
Bürokratischer Aufwand
Die Entbürokratisierung verschiedener Prozesse ist in Deutschland ist schon seit Jahren ein großes Thema im Land. Auch beim Anwerben neuer Fachkräfte aus dem Ausland spielt der bürokratische Aufwand eine Rolle. Kritisiert werden allerdings vor allem uneinheitliche Prozesse bei der Anerkennung von Fachkräften. Außerdem gäbe es kaum Transparenz von Seiten der Behörden. Die Arbeitgeber bekommen lange nichts davon mit, wie der Stand im Verfahren ist.
Ablehnung
Ausländische Pflegekräfte äußern immer wieder, dass sie sich nicht willkommen fühlen und Ablehnung erfahren. Ob abfällige Bemerkungen über eine schlechte deutsche Sprache oder über anscheinend mangelnde Qualifikation – das lässt immer mehr von ihnen daran zweifeln, in Deutschland richtig zu sein. Durch diese negativen Erfahrungen raten einige der Fachkräfte anderen Bekannten im Ausland davon ab, nach Deutschland zu kommen. Fast die Hälfte der Befragten würde Bekannten in der Heimat ihren Job nicht weiterempfehlen.
Philippinische Fachkräfte haben einen abgeschlossenes Bachelor-Studium, wenn sie nach Deutschland kommen. Dennoch werden sie dort oftmals zuerst als Pflegehelfer eingestellt. Das beschreiben viele von ihnen auch als eine Art der Ablehnung, indem ihre Kenntnis und ihre Erfahrungen nicht richtig anerkannt werden.
Philippinische Pflegefachkräfte
Schon seit vielen Jahren kommen viele philippinische Fachkräfte nach Deutschland. Auf den Philippinen ist die Ausbildung zur Pflegekraft akademisch organisiert und unterscheidet sich deutlich von der deutschen Pflegeausbildung. Das heißt, nach einem Schulabschluss studieren sie vier Jahre in Vollzeit, bis sie ein Staatsexamen ablegen.
Mögliche Lösungen
Um diese Probleme zu lösen, bietet es sich natürlich an, den bürokratischen Aufwand zu minimieren und die Transparenz auf Seiten der Behörden zu erhöhen. Doch es gibt auch Dinge, um die sich der Arbeitgeber kümmern kann, um die Fachkräfte sicher und langfristig an sich zu binden.
Transparenz und Vertrauen
Der Arbeitgeber kann Transparenz und Vertrauen zu den Fachkräften schaffen. Während bürokratische Prozesse ihre Zeit in Anspruch nehmen, sollte dies auch den ausländischen Pflegekräften ehrlich dargelegt werden. Wenn diese nicht wissen, warum der Prozess so lange dauert, kann Unruhe und Ungeduld ein Grund sein, dass diese sich letztendlich gegen den Job in Deutschland entscheiden. Ein regelmäßiger Austausch mit den angeworbenen Fachkräften kann daher eine Bindung zum zukünftigen Arbeitgeber schaffen. Dieser Austausch erfolgt dann in der Regel digital über Video-Calls und es kann über den Stand der Berufsanerkennung und andere Probleme im Bezug auf den zukünftigen Job eingegangen werden.
Diese regelmäßigen Gespräche sollten nicht nach der erfolgreichen Anwerbung aufhören. Um die Arbeitskräfte langfristig zu binden, ist es sinnvoll, in Abständen Gespräche zu finden, um das Wohlbefinden in ihrem neuen Job sicherzustellen.
Integrationsmanager
Pflegefachkräfte, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, haben es häufig schwer, sich im neuen Land zurecht zu finden. Es können Integrationsmanager bei organisatorischen Dingen unter die Arme greifen. Dazu gehören zum Beispiel Wohnungssuche, Eröffnen von Konten oder der Familiennachzug. Das soll dabei helfen, die Fachkräfte auch langfristig an Deutschland und die Einrichtung zu binden.
- Tagesschau, https://www.tagesschau.de/... (Abrufdatum: 08.07.2025)
- Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/... (Abrufdatum: 08.07.2025)







