Neue Pflegekräfte zu finden, kann mitunter schwierig sein. Der Prozess des Recruitings ist dabei extrem wichtig, um neue Mitarbeiter an sich zu binden. Verschiedene Punkte sind währenddessen besonders interessant und können beim Finden neuer Pflegekräfte einen Vorteil bringen. Diese sollen in folgendem Artikel dargestellt werden.
Recruiting – Definition
Das englische Wort Recruiting bedeutet “Rekrutieren” und meint die Personalbeschaffung oder die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Es beschreibt den Prozess, bei dem ein Unternehmen neue Mitarbeiter sucht, auswählt und einstellt. Dazu gehören unter anderem das Veröffentlichen von Stellenanzeigen, Führen von Bewerbungsgesprächen und die Auswahl der passenden Kandidaten.
Recruiting in der Pflege – Pflegenotstand
Im Jahr 2019 arbeiteten rund 1,62 Millionen Menschen in einem Pflegeberuf. Der aktuelle Bedarf an Pflegekräften liegt allerdings bei grob 1,7 Millionen Arbeitskräften in der Branche – Tendenz steigend. In einer immer älter werdenden Gesellschaft steigt allerdings auch der Bedarf an Pflege und damit an Pflegekräften. Das statistische Bundesamt schätzt, dass der Bedarf bis zum Jahr 2049 auf etwa 2,15 Millionen ansteigen wird. Es könnten also bis zu 690.000 Arbeitskräfte bis zum Jahr 2049 fehlen. Diese Differenzen in Sachen Angebot und Nachfrage definieren den sogenannten Pflegenotstand, für den nicht nur der demographische Wandel im Land sorgt.
Eine weitere Ursache, die das Problem verschärft, soll die mangelnde Finanzierung der Pflegeversicherung sein. Diese beruht auf dem veralteten Sockel-Prinzip von 1995. Ein zu niedrig bemessener Sockel führt zu schlechteren Rahmenbedingungen. Des weiteren wird bemängelt, dass eine unzureichende Finanzierung durch die Pflegekassen gerade kleineren Einrichtungen nicht genug entgegen kommt.
Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Faktor ist die zunehmende Liberalisierung des Gesundheitssektors, der unter dem demographischen Druck immer mehr der Gewinnmaximierung unterliegt. Das drückt zum Beispiel Löhne und Betreuungszeiten nach unten.
Was wünscht sich Pflegepersonal
Zum Tag der Pflege am 12. Mai 2023 befragte das Bundesministerium für Gesundheit Pflegekräfte, was sie sich in ihrem Beruf wünschten. Dabei gaben fast alle an, sie wollten eine angemessene Bezahlung erhalten, was sich als zentraler Punkt herausstellte. Eine große Mehrheit empfindet es für wichtig, dass die Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz vorangetrieben wird in Form von funktionierendem WLAN sowie einer elektronischen Patientenakte, die ab Anfang 2025 für alle Bürger der Bundesrepublik verfügbar ist.
Ein weitere wichtiger Punkt für Pflegekräfte ist die Bereitstellung einer Kinderbetreuung, damit der Beruf familienfreundlich gestaltet werden kann. Diese Kinderbetreuung sollte eine Kita und Ferienbetreuung beinhalten.
Recruiting in der Pflege – Die richtigen Benefits
Der wahrscheinlich ausschlaggebendste Punkt, Pflegekräfte für sich zu gewinnen, ist eine faire und transparente Bezahlung.
Dazu kommen flexible Arbeitszeiten und Dienstpläne, die dem Personal früh genug zur Verfügung gestellt werden, damit diese genug Zeit haben, Beruf und Privatleben in Einklang zu bekommen. Wenn es um das Privatleben geht, ist es auch ratsam, den Arbeitnehmern genug Urlaubstage zur Verfügung zu stellen, damit diese sich vom anstrengenden Berufsalltag ausreichend erholen können. Das hilft darüber hinaus, die Pflegekraft längerfristig an sich zu binden und beugt Burnout vor. Deshalb ist es auch ratsam, als Unternehmen eine Gesundheitsförderung anzubieten und Zuschüsse dafür bereitzustellen.
Eine Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Umzugshilfe ist für einige potenzielle Arbeitnehmer essenziell. Sie sind bereit, von weiter entfernt in einen Ort zu ziehen, um dort zu arbeiten. Die aktuelle Wohnungslage ist extrem angespannt und gerade in größeren Städten (zum Beispiel Köln, München, Berlin) gerade zu aussichtslos. Um auch Bewerber aus anderen Gebieten oder Ländern anzulocken, lohnt es sich, bei der Suche nach einer Wohnung zu helfen oder diese als Unternehmen bereitzustellen.
Der Einklang von Beruf und Familie kann in der Pflege recht schwierig sein. Aus diesem Grund lohnt es sich, in eine Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitsbedingungen zu investieren.
Die mangelnde Digitalisierung im Gesundheitswesen wird auch von vielen Pflegekräften bemängelt. Eine moderne Infrastruktur der Einrichtung sollte im Interesse der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Patienten sein. Tablets statt dicke Patientenordner, E-Mail statt Fax und WLAN sind Dinge, die sich viele Pflegekräfte wünschen.
Fort- und Weiterbildung sind zum einen wichtig, um die Qualität der Versorgung stets zu verbessern. Andererseits ist es auch ein Vorteil gegenüber anderen Arbeitgebern, verschiedene Weiterbildungen und damit einhergehende Aufstiegschancen für Pflegekräfte anzubieten.
Recruiting in der Pflege – Wo Stellenanzeigen schalten?
Auf dem guten alten Weg der Zeitungsannonce können auch immer noch relativ günstig Stellen ausgeschrieben werden. Ob dies allerdings viele und vor allem junge Arbeitskräfte anlockt, bleibt fraglich. Außerdem werden Printprodukte schnell weggeworfen und die Anzeige hat dadurch nur eine kurze Sichtbarkeit. Auch Aushänge an öffentlichen Orten sind eine analoge Möglichkeit, um offene Stellen anzuzeigen.
Eine modernere Methode ist beispielsweise das Schalten von Stellenanzeigen über Social Media. Auf jeden Fall sind zusätzlich ein starker und professioneller Internetauftritt des Arbeitgebers notwendig. Über Videos und Fotos können dann Stationen und Pflegepersonal der Einrichtung vorgestellt werden und den Beruf und das Haus attraktiver zu machen.
Bei allgemeinen Online-Jobportalen erreicht man eine Vielzahl an Bewerbern, aber es werden auch viele unpassende Bewerber dabei sein. Da bieten sich spezialisierte Online-Jobportale wie Medi-Karriere an, die extra auf Pflegeberufe spezialisiert sind. Dabei ist auch die Zielgruppe schon auf medizinisches Personal gefiltert und sowohl Hilfs- als auch Fachkräfte werden erreicht.
- Pressemitteilung Nr. 033, https://www.destatis.de/... (Abrufdatum: 11.06.2025)
- Ursachen Pflegenotstand, https://www.pflegenot-deutschland.de/... (Abrufdatum: 11.06.2025)
- Zufriedenheit im Job, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (Abrufdatum: 11.06.2025)







