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Eine wichtige Hülle für Sexualorgane bei Frauen und Männern stellt die Tunica albuginea dar. Welche Funktionen sie hat, wie sie aufgebaut ist und welche Erkrankungen mit ihr im Zusammenhang stehen soll in folgendem Artikel erklärt werden.
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Tunica albuginea – Definition
Die Tunica albuginea ist eine bindegewebige Hüllschicht, die in verschiedenen Organen des Körpers vorkommt. Ihre genaue Struktur und Funktion hängt vom jeweiligen Organ ab. Am häufigsten wird sie im Zusammenhang mit Hoden und Penis oder den Ovarien beschrieben.
Tunica albuginea – Anatomie und Aufbau
Die Tunica albuginea ist eine derbe, straffe Bindegewebsschicht, die hauptsächlich aus kollagenen Fasern besteht. Sie umhüllt bestimmte Organe wie Hoden, Penis und Ovarien (Eierstöcke) und verleiht ihnen Stabilität sowie Schutz. Ihr Aufbau ist relativ zellarm, enthält aber wenige Fibrozyten sowie teilweise elastische Fasern, je nach Organ.
Hoden
Im Hoden stellt sich die Tunica albuguinea als derbe Bindegewebskapsel dar, die ihn umgibt. Sie besteht hier aus zwei Schichten, einer inneren und einer äußeren. Die äußere Schicht ist aus derbem Bindegewebe, das mit glatten Muskelzellen durchsetzt ist. Eine innere Schicht wird auch als Tunica vasculosa bezeichnet und enthält vor allem Blutgefäße zur Versorgung. Von der Tunica albuginea ziehen Bindegewebssepten in den Hoden und gliedern ihn in einzelne Hodenläppchen.

Penis
Zwei wichtige verschiedene Schwellkörper in der Anatomie des Penis sind die Corpora cavernosum und spongiosum. Auch sie werden jeweils von einer Tunica albuginea umgeben, die sich hier ebenfalls als derbe Bindegewebshülle darstellt. Die der Corpora cavernosa sind dicker als die des Corpus spongiosum. Zwischen den zwei Corpora cavernosa verläuft nicht die Tunica albuginea, sondern ein Septum, das mit Schlitzen durchzogen ist und beide Schwellkörper nicht vollständig voneinander trennt.
Ovarien
Unter dem Mesothel (Müller-Epithel) schließt sich in den Ovarien (Eierstöcken) direkt die Tunica albuginea an. Hier stellt diese sich als eher dünnere, dennoch straffe Bindegewebsschicht dar. Mit Nerven und Gefäßen zieht sie bis tief ins Ovar hinein.
Tunica albuginea – Funktion
Die Tunica albuginea schützt und stabilisiert den Hoden. Zudem bildet sie Bindegewebssepten (Septula testis), die ins Innere des Hodens ziehen und die Lobuli testis (Hodenläppchen) abgrenzen und steht in Verbindung mit dem Mediastinum testis, wo Gefäße und Samenkanälchen verlaufen.
Mediastinum testis
Das Mediastinum testis ist eine Verdickung der Tunica albuginea auf der Rückseite des Hodens und enthält Gefäße, Nerven und Samenkanälchen.
Im Penis dient sie der Stabilisierung der Schwellkörper während der Erektion. Wenn sich die Schwellkörper während der Erektion mit Blut füllen dehnt sich die Tunica albuginea aus und komprimiert die Venen. Damit wird der venöse Abfluss aus dem Penis größtenteils verhindert und die Erektion sowie Steife gesichert.
Tunica albuginea – Klinik
Bei erigiertem Penis kann während des Geschlechtsverkehrs die Tunica albuginea im Zuge einer Penisruptur reißen. Es kommt zur Krümmung und Schwellung des Penis sowie der Ausbildung eines Hämatoms.
Bei der Peyronie-Krankheit handelt es sich um eine gutartige, aber oft schmerzhafte Bindegewebsvermehrung in der Tunica albuginea des Penis. Folglich kommt es zur Verkrümmung des Penis, Schmerzen und eventuelle Problemen bei der Erektion.
Häufige Fragen
- Wo kommt die Tunica albuginea im Körper vor?
- Wie sieht die Tunica albuginea histologisch aus?
- Welche Funktion hat die Tunica albuginea im Hoden?
- Was passiert bei einer Ruptur der Tunica albuginea im Penis?
Hauptsächlich ist sie im Hoden und Penis beim Mann und bei der Frau in den Ovarien zu finden.
Die Tunica albuginea ist histologisch eine dichte, kollagenfaserreiche Bindegewebsschicht, die hauptsächlich aus parallel verlaufenden Kollagenfasern besteht. Sie enthält nur wenige Zellen, überwiegend Fibrozyten, sowie vereinzelt elastische Fasern.
Im Hoden hat die Tunica albuginea die Funktion, den Hoden stabil und schützend zu umhüllen. Außerdem sendet sie Bindegewebssepten ins Innere, die den Hoden in Läppchen (Lobuli testis) unterteilen und das Mediastinum testis bilden – einen zentralen Bereich, durch den Blutgefäße, Nerven und Samenkanälchen verlaufen.
Bei einer Ruptur der Tunica albuginea im Penis, auch bekannt als Penisfraktur, reißt die feste Bindegewebsschicht, die die Corpora cavernosa umgibt, meist während einer Erektion durch plötzliche, starke Biegung oder Gewalteinwirkung. Dabei tritt Blut aus den Schwellkörpern in das umliegende Gewebe aus, was zu einem plötzlichen „Knackgeräusch“, starken Schmerzen, rascher Schwellung und typischerweise einer bläulichen Verfärbung führt.
- Lüllmann-Rauch, Renate: Taschenlehrbuch Histologie, Thieme, 6. Auflage, 2019
- Hoden, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 01.07.2025)
- Penisruptur, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 01.07.2025)
- Peyronie-Krankheit, https://www.msdmanuals.com/... (Abrufdatum: 01.07.2025)




