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Der Beginn der Stillzeit ist ein bedeutender physiologischer Umstellungsprozess im Körper einer Frau. Der Milcheinschuss, der wenige Tage nach der Geburt einsetzt, spielt dabei eine bedeutende Rolle. Er kennzeichnet den Übergang von der Produktion der nährstoffreichen Vormilch (Kolostrum) zur reifen Muttermilch. Dieser Prozess wird durch hormonellen Veränderungen gesteuert und ist bedeutend für die Ernährung und das Wohlbefinden des Neugeborenen. Der folgende Text erläutert die Definition, physiologischen Grundlagen, Funktion sowie mögliche pathophysiologische und klinische Aspekte des Milcheinschusses.
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Milcheinschuss – Definition
Der Milcheinschuss beschreibt den physiologischen Prozess des verstärkten Milchausflusses aus den Mammae (Brustdrüsen), der in der Regel am 3. Tag nach der Geburt einsetzt. Er markiert den Übergang von der Produktion von der Vormilch (Kolostrum) zur vermehrten Bildung reifer Muttermilch.
Milcheinschuss – Physiologie und Funktion
Unter dem Einfluss von Östrogen, Progesteron, humanem Plazentalaktogen (HPL) und Prolaktin proliferiert und differenziert sich das Drüsengewebe der Brustdrüse. In der zweiten Schwangerschaftshälfte beginnt die Produktion von Kolostrum, also der Vormilch.
Nach der Geburt (post partum) kommt es zur hormonellen Umstellung. Der Plazentahormonspiegel, vor allem Östrogen und Progesteron, fallen abrupt ab, was wiederum zur Enthemmung der prolaktinvermittelten Milchbildung und der sogenannten Laktogenese II führt. Prolaktin aus der Hypophyse stimuliert so die Synthese von Milchbestandteilen. Ausgelöst durch den Saugreiz des Neugeborenen induziert Oxytocin die Kontraktion der Myoepithelzellen, was die Milchejektion fördert.
Durch das wiederholte Stillen kommt es zur kontinuierlichen Prolaktinausschüttung, der Galaktopoese. Für die Milchentleerung spielt Oxytocin eine entscheidende Rolle.
Verstärkte Durchblutung
Die erhöhte Milchproduktion bringt auch die verstärkte Durchblutung der Mamma mit sich. Dies kann zu sehr prallen Brüsten führen und auch Schmerzen an den Brüsten verursachen.

Funktion
Die Funktion des Milcheinschusses ist die Versorgung des Neugeborenen mit Muttermilch. Die Muttermilch ist immunologisch und auch die Ernährung betreffen sehr gut zusammengesetzt. Durch Oxytocin unterstützt der Milcheinschuss auch die Rückbildung des Uterus (Nachwehen).
Milcheinschuss – Pathophysiologie und Klinik
Durch hormonelle Dysbalancen, wie beispielsweise durch das Vorkommen eines Plazentarests, kann es zu einem verzögerten Milcheinschuss kommen, da die weiterhin bestehenden hohen Progesteronspiegel die Laktogenese hemmen.
Bei einem übermäßigen Milcheinschuss kann es zu Spannungsgefühl, Schmerzen, Fieber und eventuell Milchstau oder Mastitis kommen. Beim Milchstau kann die Milch nicht richtig abfließen und es kommt zur Schwellung, Rötung und Verhärtung der Brust. Auch Stress kann den Milchstau begünstigen.
Bei der Mastitis handelt es sich um eine Entzündung der Brustdrüse während der Stillzeit, die in den meisten Fällen eher durch bakterielle Erreger ausgelöst wird. Es kommt zu schmerzenden Schwellungen und Rötungen an der Brust und es können Schwellungen der axillären Lymphknoten auftreten.
Um Milchstau zu vermeiden, ist das regelmäßige Stillen oder Entleeren der Brust essenziell. Bei Beschwerden hilft Kühlung sowie auch möglicherweise die medikamentöse Hemmung der Laktation, was durch Cabergolin, einem Dopaminagonisten, herbeigeführt werden kann.
Dopamin als Prolaktin-Hemmer
Dopamin wirkt im Hypothalamus als physiologischer Hemmstoff der Prolaktinsekretion aus der Hypophyse. Es bindet an den D2-Rezeptoren der Laktotropen im Hypophysenvorderlappen und unterdrückt dadurch die Prolaktinfreisetzung. Deshalb wird diese hemmende Wirkung therapeutisch in Form der Dopaminagonisten, wie dem Cabergolin oder auch Bromocriptin genutzt, um die Milchbildung zu unterdrücken.
Häufige Fragen
- Was ist der Milcheinschuss?
- Woran erkenne ich den Milcheinschuss?
- Wie lange dauert der Milcheinschuss?
- Was ist der Unterschied zwischen Kolostrum und reifer Milch?
Der Milcheinschuss ist der Prozess, bei dem nach der Geburt die Vormilch (Kolostrum) in die sogenannte reife Muttermilch übergeht. Meist passiert dies etwa am dritten Tag nach der Geburt.
Typische Anzeichen für den Milcheinschuss sind eine spürbare Brustschwellung, ein Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust, erwärmte oder gerötete Brüste oder der Milchaustritt außerhalb des Stillens.
Die akute Phase dauert meist 1 bis 2 Tage. Danach normalisiert sich die Milchproduktion und passt sich dem Bedarf des Neugeborenen an.
Das Kolostrum, also die Vormilch, ist gelblich, dickflüssig, besonders reich an Immunstoffen und tritt in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Die reife Muttermilch ist weißlich, dünnflüssiger und sättigender. Sie setzt nach dem Milcheinschuss ein.
- Keck, Kissel: Regulation der Laktation In: Gynäkologische Endokrinologie. Band: 2. Nummer: 3, 2004
- Wochenbett, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 29.05.2025)
- Physiologische Aspekte prä- und postnatal, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 30.05.2025)




