Wer als Arzt arbeiten will, beginnt seine Karriere nach dem Medizinstudium in der Regel als Assistenzarzt. Streng genommen ist man in dieser Zeit eigentlich „Arzt in Weiterbildung“ oder „Weiterbildungsassistent“, wie der 113. Deutsche Ärztetag im Mai 2010 den Begriff festgelegt hat. In der Berufspraxis und im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch weiterhin vom Assistenzarzt gesprochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Assistenzärzte sind approbierte Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt
- Ausbildungsdauer: meist etwa 6 Jahre, abhängig von der Fachrichtung
- Inhalte: praktische Weiterbildung in einem medizinischen Fachgebiet sowie Vertiefung von Diagnostik und Therapie
- Aufgaben: Patienten untersuchen und behandeln, Diagnosen stellen, Therapien durchführen und dokumentieren
- Arbeitsumfeld: vor allem in Krankenhäusern oder Kliniken, im Team mit Fach- und Oberärzten
- Ziel: Expertise im gewählten Fachgebiet, um nach bestandener Facharztprüfung als Facharzt zu arbeiten
Assistenzarzt – Definition
Assistenzarzt ist man ab Beginn der Facharztweiterbildung, also nach erfolgreichem Studienabschluss der Medizin und nachdem man die offizielle Berufserlaubnis oder staatliche Zulassung zur Berufsausübung, die sogenannte Approbation, erhalten hat. Je nach Fachrichtung dauert die Facharztausbildung fünf bis sechs Jahre. Innerhalb dieser Zeit erfüllt man spezifische, in einem Weiterbildungskatalog festgelegte Aufgaben, die von der jeweiligen Landesärztekammer geregelt sind. Diese Weiterbildungsgebiete sollen den Assistenzarzt oder die Assistenzärztin auf das spätere medizinische Fachgebiet spezialisieren, zum Beispiel Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Kardiologie oder Anästhesie.
Assistenzärzte tragen evtl. schon den Titel „Doktor“, sofern eine entsprechende medizinische Doktorarbeit (oft schon während des Studiums) verfasst und entsprechend bewertet wurde. Das Arbeitsumfeld ist normalerweise die entsprechend der Fachweiterbildung gewählte Fachklinik, in der man unter Anleitung eines Oberarztes oder eines Chefarztes arbeitet. Assistenzärzte haben ausgesprochen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn Ärzte sind seit Jahren deutlich weniger vorhanden als vom Markt nachgefragt.

Arzt in Weiterbildung
„Arzt in Weiterbildung“ ist eine modernere Bezeichnung für „Assistenzarzt“ und soll die Tätigkeit klarer beschreiben, da „Assistenzarzt“ oft missverständlich ist. Im Alltag wird der Begriff jedoch kaum verwendet.
Die Facharztausbildung dauert je nach Fachgebiet meist 60 bis 72 Monate und wird von den Landesärztekammern geregelt. In dieser Zeit erwerben Ärzte fachspezifische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten, zum Beispiel in der Chirurgie operative Fertigkeiten oder in der Allgemeinmedizin Diagnostik und Patientenberatung.
Die Weiterbildung endet mit der Facharztprüfung. Nach deren Bestehen darf man den Titel „Facharzt“ führen.
Assistenzarzt – Voraussetzungen
Um Assistenzarzt (beziehungsweise Arzt in Weiterbildung) zu werden, braucht man viel Zeit, Einsatz und Durchhaltevermögen. Der Weg beginnt bereits mit dem Medizinstudium – und schon dafür ist es oft schwer, einen Platz zu bekommen.
Das solltest du mitbringen:
- viel Geduld und Ausdauer
- hohe Lernbereitschaft
- Interesse an Medizin und am Umgang mit Menschen
Das Medizinstudium ist zulassungsbeschränkt. Mehrere Faktoren entscheiden darüber, ob du einen Platz bekommst:
- Abiturnote (Numerus Clausus) – sehr wichtig
- Leistungen in Naturwissenschaften (zum Beispiel Bio, Chemie, Physik)
- Medizinische Vorerfahrung, zum Beispiel:
- Ehrenamt beim Deutsches Rotes Kreuz
- Praktika im Krankenhaus
- Abgeschlossene Ausbildung, zum Beispiel:
- Pflegefachkraft oder andere medizinische Berufe
- TMS (Medizinertest) – freiwillig, kann die Chancen verbessern
- Auswahlgespräche an einzelnen Universitäten
- Ortspräferenz – also an welchen Unis du studieren möchtest
Insgesamt gilt: Wer früh praktische Erfahrungen sammelt und gute schulische Leistungen zeigt, erhöht seine Chancen deutlich.
TMS - Test für medizinische Studiengänge
Der TMS ist ein freiwilliger Studierfähigkeitstest für angehende Medizinstudierende. Er prüft Fähigkeiten wie logisches Denken, Textverständnis und naturwissenschaftliches Verständnis – also nicht reines Schulwissen.
Wie ist der TMS aufgebaut?
- besteht aus 8 Untertests mit insgesamt etwa 180 Aufgaben
- dauert etwa 5–6 Stunden (mit Pausen deutlich länger)
- prüft unter anderem logisches und mathematisches Denken, Merkfähigkeit, Textverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen
Wann wird der TMS genutzt?
- bei der Bewerbung für einen Medizinstudienplatz
- wird von vielen Universitäten zusätzlich zur Abiturnote berücksichtigt
- kann die Zulassungschancen deutlich verbessern
Kurz gesagt: Der TMS ist ein wichtiger Zusatztest, mit dem du deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz erhöhen kannst.
Studienplatz erhalten
Einen Studienplatz in Medizin zu erhalten ist relativ schwierig. Man bewirbt sich zunächst bei Hochschulstart, der Zentralen Vergabestelle für Medizinstudienplätze, um einen Medizinstudienplatz. Dort gibt es drei unterschiedliche Quoten:
- 30 Prozent aller Medizinstudienplätze werden an Abiturienten mit einem Schnitt von 1,0 verteilt (sogenannte Abiturbestenquote),
- 10 Prozent aller Medizinstudienplätze werden an Studienanwärter verteilt, die besonders qualifiziert sind (sog. Eignungsquote) und
- 60 Prozent der Studienplätze werden im Auswahlverfahren der Hochschule (sogenannte AdH-Quote) verteilt.
Rang bei der Studienplatzvergabe
Für die Vergabe dieser letzten 60 Prozent der Plätze werden neben der Abiturnote auch das Ergebnis im TMS (sogenannter Medizinertest) und gegebenenfalls andere Zusatzqualifikationen berücksichtigt, sodass in dieser Quote die Chancen auf einen Medizinstudienplatz verhältnismäßig am größten sind. Die Kriterien legen die jeweiligen Hochschulen fest.
Studium – Inhalt, Dauer und Kosten
Das Medizinstudium ist klar gegliedert und verbindet theoretisches Wissen mit praktischer Ausbildung. Es besteht aus drei Abschnitten: Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr.
In der Vorklinik werden die naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen vermittelt. Dazu gehören folgende Fächer:
- Anatomie
- Physiologie
- Biochemie
- Chemie
- Physik
- Biologie
- Psychologie und Soziologie
- Medizinische Terminologie
- ein Wahlfach
Ergänzt wird das Studium durch Vorlesungen und Pflichtpraktika, etwa in Chemie oder Biologie. Außerdem ist ein 90-tägiges Pflegepraktikum im Krankenhaus vorgeschrieben, das in der vorlesungsfreien Zeit absolviert wird. Wer bereits eine Ausbildung oder Erfahrung in der Pflege hat, kann davon befreit werden. Die Vorklinik endet mit dem 1. Staatsexamen.
Im anschließenden klinischen Abschnitt stehen die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen im Mittelpunkt:
- Allgemeinmedizin
- Innere Medizin
- Chirurgie
- Kinderheilkunde
- Gynäkologie
- Neurologie
- Psychiatrie
- Radiologie
- und viele weitere Spezialisierungen
Neben der Theorie gewinnen praktische Inhalte zunehmend an Bedeutung. Studierende absolvieren begleitend Blockpraktika, um den Arbeitsalltag in unterschiedlichen Bereichen kennenzulernen. Dieser Abschnitt schließt mit dem 2. Staatsexamen ab.
Darauf folgt das Praktische Jahr (PJ), das insgesamt zwölf Monate dauert. Es ist in drei Abschnitte gegliedert: Innere Medizin, Chirurgie und ein frei wählbares Fach. In dieser Zeit arbeiten Studierende bereits aktiv im Klinikalltag mit.
Die Studiendauer beträgt mindestens sechs Jahre und drei Monate. An staatlichen Universitäten fallen in der Regel nur Semesterbeiträge im dreistelligen Bereich an, während private Hochschulen deutlich höhere Gebühren verlangen können.
Approbation
Die Approbation stellt die letzte Voraussetzung für den Berufseinstieg als Assistenzarzt dar. Sie berechtigt zur Ausübung des Arztberufs und verleiht den Titel „Arzt“. Nach dem erfolgreichen Bestehen der ärztlichen Prüfung kann man die Approbation beantragen.
Viele angehende Assistenzärzte entscheiden sich jedoch zusätzlich für eine Promotion. Dafür verfassen sie eine medizinische Doktorarbeit und erwerben nach erfolgreichem Abschluss den Titel „Dr. med.“.
Assistenzarzt – Aufgaben und Tätigkeiten
Die Hauptaufgabe eines Assistenzarztes liegt in seiner Tätigkeit auf der Krankenhausstation, wo er in der Regel als Stationsarzt tätig ist. Er ist der erste Ansprechpartner für die Patienten, welche er direkt betreut. Zu den Hauptaufgaben für einen Assistenzarzt gehören:
- die ärztliche Aufnahme der Patienten,
- deren Untersuchung und Diagnose,
- Blutentnahme und Anordnung von Laboruntersuchungen,
- Erstellung von Behandlungsplänen und Anordnung von Therapien,
- Patientenbehandlung,
- das Verschreiben von Medikamenten,
- die tägliche Visite der Patienten,
- Durchführung von Operationen und Anästhesien,
- Dokumentation der Behandlungsabläufe sowie
- Entlassung der Patienten inklusive Erstellung eines Arztbriefes an den Hausarzt.
Während all dieser Aufgaben wird der Assistenzarzt durch Fachärzte und einen Oberarzt beaufsichtigt und angeleitet.
Assistenzarzt – Gehalt
Ärzte in Krankenhäusern und Kliniken werden in der Regel nach Tarifverträgen bezahlt. In Deutschland gibt es unterschiedliche Tarifverträge: zwei öffentliche Tarifverträge, den Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA), den Tarifvertrag der Unikliniken (TV Ärzte TdL) und die Tarifverträge der privaten Klinikverbände (zum Beispiel Helios oder Asklepios). Diese Tarifverträge unterteilen die Ärzte in die vier Entgeltgruppen Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt und Leitender Oberarzt. Zusätzlich bestimmt die Dauer der Berufstätigkeit den Verdienst.
Neben dem Grundeinkommen können Assistenzärzte durch die Ausführung von diversen Diensten hinzuverdienen, zum durch Bereitschaftsdienst, Wochenenddienst und Rufbereitschaft.
Die Tabelle zeigt eine Übersicht des Assistenzarzt-Gehalts nach Tarifvertrag.
| Tarife | 1. Stufe | 2. Stufe | 3. Stufe | 4. Stufe | 5. Stufe | 6. Stufe |
| TV-Ärzte VKA (06/2026 - 12/2026) | 5.722,05 | 6.046,42 | 6.278,07 | 6.679,58 | 7.158,37 | 7.355,29 |
| TV-Ärzte TdL (01/2026 - 12/2026) | 5.626,91 € | 5.945,86 € | 6.173,67 € | 6.568,57 € | 7.039,34 € | 7.222,97 € |
| AVR DD Ärzte (ab 01/2021) | 5.446,44 € | 5.991,67 € | 6.451,76 € | 6.774,36 € | - | - |
| Asklepios (01/2026 - 12/2026) | 5.735 € | 5.735 € | 5.735 € | 5.735 € | 5.735 € | 5.735 € |
Assistenzarzt – Bewerbung und Berufseinstieg
Vor dem Berufseinstieg als Assistenzarzt steht die Bewerbung. Dafür stellt man eine vollständige und sorgfältige Bewerbungsmappe zusammen. Sie enthält in der Regel ein Bewerbungsschreiben an die Personalabteilung oder den Chefarzt der Klinik, einen Lebenslauf mit Angaben zur Schul- und Universitätslaufbahn sowie ein Lichtbild. Außerdem fügt man Kopien der Approbationsurkunde und des Examenszeugnisses bei. Da die Bewerbung den ersten Eindruck vermittelt, sollte man sie gründlich vorbereiten und sich im Vorfeld gut über die Klinik informieren.
Nach einer erfolgreichen Bewerbung beginnt der eigentliche Berufseinstieg. In dieser Phase kommt es darauf an, die eigenen Fähigkeiten im Arbeitsalltag zu zeigen und sich schnell in das Team einzufinden. Dabei hilft es, die im Studium entwickelte Lernbereitschaft beizubehalten, aufmerksam zuzuhören und Anregungen der erfahrenen Kollegen umzusetzen. Gleichzeitig spielt der Umgang mit dem Team eine wichtige Rolle: Wer offen kommuniziert, Kompromisse eingeht und Interesse an der Zusammenarbeit zeigt, findet sich leichter zurecht.
Besonders wichtig ist ein gutes Verhältnis zum Chefarzt sowie zu den Kollegen, denn der Arbeitsalltag in der Klinik ist intensiv und stark teamorientiert. Ein positives Arbeitsklima, soziale Kompetenz und die Fähigkeit, auch informelle Gespräche zu führen, erleichtern nicht nur den Einstieg, sondern prägen die gesamte Zeit als Assistenzarzt.
Passende Stellenangebote für Assistenzärzte
Wer noch auf der Suche nach passenden Jobs für Assistenzärzte sucht, findet hier beispielsweise zahlreiche Assistenzarzt Stellenangebote, aber auch viele weitere Stellenausschreibungen für Ärzte.
Häufige Fragen
- Was ist ein Assistenzarzt?
- Wie viel verdient man als Assistenzarzt?
- Was muss man als Assistenzarzt wissen?
- Was schreibe ich in einer Bewerbung für eine Stelle als Assistenzarzt?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Assistenzarzt?
- Was kann man nach der Assistenzarzt Ausbildung machen?
- Wie läuft eine Assistenzarzt Ausbildung ab?
Ein Assistenzarzt ist ein Arzt in Weiterbildung. Nach bestandenem Examen und erworbener Approbation erwerben sie ihren Facharzttitel. In dieser Position ist man unter anderem für die ärztliche Aufnahme der Patienten, die Untersuchung und Diagnose, die medizinische Behandlung, das Verschreiben von Medikamenten sowie die Entlassung der Patienten zuständig.
Als Assistenzarzt wird man in der Regel nach Tarifvertrag vergütet. Je nach Vertrag kann das Einstiegsgehalt zwischen rund 1. Jahr und etwa 1. Jahr liegen.
Ein Assistenzarzt muss verschiedene Krankheitsbilder kennen und wissen wie man diese und verschiedene Verletzungen behandelt. Sie müssen Behandlungspläne erstellen können, wissen welche Medikamente in welcher Dosierung verabreicht werden und Veränderungen im Krankheitsverlauf erkennen können.
Wer sich als Assistenzarzt bewirbt benötigt eine aussagekräftige Bewerbung. Dazu gehören ein Anschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf sowie Zeugnisse. Im Lebenslauf sollten alle wichtigen Stationen wie Schulbildung, universitäre Bildung, Praktika und weitere Kenntnisse vorhanden sein. Bei den Zeugnissen dürfen ebenfalls das Universitätszeugnis, die Approbationsurkunde und Praktikumszeugnisse nicht fehlen. Das Anschreiben sollte auf die Stellenanzeige zugeschnitten und frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern sein.
Die Ausbildung als Assistenzarzt besteht aus dem Medizinstudium mit einer Dauer von mindestens sechs Jahren und drei Monate.
Wer als Assistenzarzt tätig ist, führt in der Regel die Weiterbildung zum Facharzt durch. Dabei spezialisiert man sich auf einen Fachbereich und kann nach dem Erwerb des Facharzttitels entweder in einem Krankenhaus, in einer Klinik oder in einer Facharztpraxis arbeiten oder eine eigene Praxis eröffnen.
Das Medizinstudium besteht aus der Vorklinik, Klinik und dem praktischen Jahr. Die Vorklinik beinhaltet außerdem ein 90-tägiges Pflegepraktikum. Nach der Vorklinik erfolgt das erste Staatsexamen, nach dem klinischen Teil das zweite Staatsexamen. Nach erfolgreichem Bestehen der ärztlichen Prüfung kann die Approbation beantragt werden.





