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Medi-Karriere Magazin Plasmapherese

Plasmapherese: Definition, Verfahren, Nebenwirkungen

Plasmapherese: Definition, Verfahren, Nebenwirkungen

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Therapeutische Plasmapherese
  3. Verfahren
  4. Indikation
  5. Nebenwirkungen
  6. Plasmaspende
  7. Passende Stellenangebote

Die Plasmapherese ist ein medizinisches Verfahren, das der Entnahme und Behandlung von Blutplasma dient. Es handelt sich um eine Technik, bei der das Plasma – der flüssige Bestandteil des Blutes – mittels eines Separationsverfahrens vom restlichen Blut abgetrennt wird. Dieses Verfahren findet sowohl im therapeutischen Bereich als auch im Rahmen der Plasmaspende Anwendung.

Die therapeutische Plasmapherese wird insbesondere eingesetzt, um krankhafte oder schädliche Bestandteile aus dem Plasma zu entfernen. Mehr zu diesem Verfahren gibt es in dem folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Therapeutische Plasmapherese
  3. Verfahren
  4. Indikation
  5. Nebenwirkungen
  6. Plasmaspende
  7. Passende Stellenangebote

Plasmapherese – Definition

Die Plasmapherese ist ein technisches Verfahren zur isolierten Entnahme des Blutplasmas aus dem vollen Blut. Zum Einsatz kommt es sowohl im therapeutischen Bereich als auch im Rahmen der Plasmaspende.

Therapeutische Plasmapherese

Bei der therapeutischen Plasmapherese wird das Plasma bei Vorliegen schädlicher Bestandteile behandelt. Eine der häufigsten Methoden ist der therapeutische Plasmaaustausch (kurz: “TPA”). Dabei wird entweder das gesamte Plasma ausgetauscht oder nur bestimmte Bestandteile herausgefiltert. Es gibt zwei Hauptarten des Plasmaaustauschs, die in den folgenden Absätzen erklärt werden.

Unspezifischer Plasmaaustausch

Das gesamte Plasma wird entfernt und durch Ersatzflüssigkeiten (Plasmaexpander) ersetzt. Diese Expander haben eine höhere Teilchendichte (onkotischer Druck) als normales Plasma, was zu einer Verschiebung von Flüssigkeit aus den Zellen ins Blut führt. Damit erhöht sich das Plasmavolumen schon während der eigentlichen Entnahme wieder. Das ganze läuft übrigens nach dem Prinzip der Osmose ab.

Grafik Osmose

Die im Plasmaexpander gelösten Teilchen, vor allem makromolekulare Kohlenhydrate oder Proteine, können die Gefäßwand nicht passieren. Mit der Zeit werden sie jedoch abgebaut. Nach dem Plasmaaustausch wird außerdem frisches Plasmakonzentrat infundiert, entweder vom Patienten selbst (autolog) oder von einem Spender (allogen).

Spezifischer Plasmaaustausch

Diese Form der Plasmapherese heißt “spezifisch”, da lediglich spezifische, pathologische Bestandteile des Plasmas entfernt werden. Krankhafte Bestandteile, wie zum Beispiel Autoantikörper, sind das zu entfernende Ziel, während das restliche Plasma im Körper verbleibt. Diese Methode, auch Immunadsorption genannt, wird vor allem bei Autoimmunerkrankungen angewendet. Da kein signifikanter Plasmaverlust auftritt, ist kein zusätzlicher Plasmaersatz notwendig.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Eine Autoimmunerkrankung entsteht, wenn das Immunsystem irrtümlich körpereigenes Gewebe angreift, da es diese Strukturen fälschlicherweise als fremd erkennt. Dies führt zu Entzündungen, Gewebeschädigungen und funktionellen Störungen der betroffenen Organe oder Systeme. Zu den häufigsten Ursachen zählen genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und manchmal Infektionen, die das Immunsystem fehlleiten können.

Plasmapherese – Verfahren

Das Verfahren beginnt mit der Punktion einer peripheren Vene, meist am Arm. Um Risiken wie unerwünschte Gerinnung während des Prozesses zu minimieren, erhält der Patient vor der Therapie einen Bolus Heparin. Das entnommene Blut wird über einen Infusionsschlauch in ein Plasmapheresegerät geleitet, das das Plasma, je nach Modell, entweder durch Zentrifugation oder Filterung abtrennt. Anschließend werden die festen Blutzellen, wie Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, wieder in den Körper zurückgeführt.

Beim spezifischen Plasmaaustausch wird auch das gereinigte Plasma wieder reinfundiert. Insgesamt dauert das gesamte Verfahren etwa zwei bis drei Stunden.

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Plasmapherese – Indikation

Die therapeutische Plasmapherese wird für verschiedene Erkrankungen eingesetzt. Die unselektive Plasmapherese, also der vollständige Austausch des Plasmas, kann beispielsweise bei diesen Indikationen erfolgen:

  • Thyreotoxische Krise
  • Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
  • Atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
  • Morbus Waldenström
  • Schnitzler-Syndrom
  • Hepatopulmonales Syndrom (HPS)

Selektive Plasmapherese hingegen kommt vor allem bei stark ausgeprägten Autoimmunerkrankungen zum Einsatz, zum Beispiel:

  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Multiple Sklerose
  • Goodpasture-Syndrom
  • Antiphospholipid-Syndrom
  • Myasthenia gravis
  • Autoimmunhämolytische Anämie
  • Rheumatische Erkrankungen

Plasmapherese – Nebenwirkungen

Die Plasmapherese gilt insgesamt als sicheres Verfahren, dennoch können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Eine häufig genutzte Substanz während des Verfahrens ist Heparin, das zur Vermeidung ungewollter Blutgerinnung dient. Heparin kann jedoch in einigen Fällen eine verstärkte Blutungsneigung hervorrufen.

Beim unspezifischen Plasmaaustausch besteht zudem ein höheres Risiko für Unverträglichkeitsreaktionen, die durch das verabreichte Frischplasmakonzentrat ausgelöst werden können. Auch die Punktion einer peripheren Vene birgt ein gewisses Infektionsrisiko, wenngleich dies selten vorkommt.

Darüber hinaus können allergische Reaktionen auf Plasmaexpander wie Albumine auftreten, die insbesondere bei sensiblen Patienten eine Herausforderung darstellen können. Eine weitere mögliche Nebenwirkung sind kardiovaskuläre Störungen, die durch den Blutverlust während der Behandlung hervorgerufen werden, beispielsweise in Form von Hypotonien.

Insgesamt treten diese Komplikationen jedoch selten auf, und der Nutzen des Verfahrens überwiegt in den meisten Fällen deutlich.

Plasmaspende

Die Plasmaspende basiert auf dem gleichen Prinzip wie die Plasmapherese, jedoch wird nur eine geringe Menge Plasma entnommen, die in der Regel keinen Plasmaersatz erfordert. Je nach Körpergewicht werden zwischen 650 und 850 ml Plasma extrahiert. Der Vorgang dauert auch nur 30 bis 45 Minuten und ist somit deutlich schneller als die therapeutische Plasmapherese. Viele Anbieter honorieren den Zeitaufwand der Spender mit einer Aufwandsentschädigung. Das gespendete Plasma dient entweder erkrankten Patienten oder zur Herstellung von Medikamenten.

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Häufige Fragen

  1. Was macht man bei einer Plasmapherese?
  2. Bei einer Plasmapherese wird Blutplasma, der flüssige Bestandteil des Blutes, mittels eines speziellen Separationsverfahrens vom restlichen Blut getrennt. Dies geschieht, um schädliche oder krankhafte Bestandteile aus dem Plasma zu entfernen. Nach der Behandlung werden die festen Blutbestandteile wie Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten wieder in den Körper zurückgeführt. Bei bestimmten Verfahren wird das gereinigte oder durch frisches Plasma ersetzte Plasma ebenfalls reinfundiert.

  3. Wie lange dauert eine Plasmapherese?
  4. Die Dauer einer Plasmapherese kann variieren, je nach Art des Verfahrens. Eine therapeutische Plasmapherese dauert in der Regel länger, etwa zwischen zwei und drei Stunden. Eine Plasmaspende beansprucht hingegen nur etwa 30 bis 45 Minuten.

  5. Wie gefährlich ist eine Plasmapherese?
  6. Die Plasmapherese ist ein sicheres Verfahren mit insgesamt seltenen Nebenwirkungen. Es können jedoch unerwünschte Reaktionen auftreten, wie beispielsweise eine verstärkte Blutungsneigung durch die Verwendung von Heparin. Weitere mögliche Risiken sind allergische Reaktionen, Infektionen an der Punktionsstelle oder kardiovaskuläre Probleme durch den temporären Blutverlust. In den meisten Fällen überwiegt jedoch der medizinische Nutzen des Verfahrens deutlich.

  7. Ist eine Plasmapherese anstrengend?
  8. Für die meisten Patienten ist die Plasmapherese gut verträglich und verursacht nur geringe körperliche Belastungen. Manche Patienten berichten während oder nach dem Verfahren über leichte Ermüdung oder Unwohlsein. Dies hängt vor allem vom individuellen Gesundheitszustand sowie von der Art der Plasmapherese ab, da ein vollständiger Plasmaaustausch körperlich etwas belastender sein kann als die selektive Methode oder eine Plasmaspende.

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Quellen
  1. Plasmapherese, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 19.11.2024)
  2. Thrombotische Mikroangiopathie, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 19.11.2024)
  3. Non-Hodgkin-Lymphome, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 19.11.2024)
  4. Parenterale Antikoagulanzien, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 19.11.2024)
  5. Therapeutischer Plasmaaustausch, https://www.unimedizin-mainz.de/... (Abrufdatum: 19.11.2024)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur zur Information bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Behandlungen durchzuführen, anzufangen oder abzusetzen sowie Diagnosen zu stellen. Die Informationen können keine qualifizierte fachliche Ausbildung oder einen Arztbesuch ersetzen. Individuelle Inhalte und Informationen können leider nicht zur Verfügung gestellt und spezifische Fragestellungen nicht geklärt werden.
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Robin Kaus
Robin Kaus
Medizinstudent
Zuletzt aktualisiert: 23.01.2026

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