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Medi-Karriere Magazin Arbeitgeber Stromausfall im Krankenhaus

Stromausfall im Krankenhaus: Was tun?

Stromausfall im Krankenhaus: Was tun?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was passiert bei einem Stromausfall?
  2. Die richtige Vorbereitung
  3. Herausforderungen
  4. Fazit

Krankenhäuser gehören zu den wichtigsten Kritischen Infrastrukturen, da sie die medizinische Versorgung schwer kranker und akut behandlungsbedürftiger Menschen sichern. Ein Stromausfall im Krankenhaus kann, unabhängig von Größe und Ausstattung der Einrichtung, erhebliche Versorgungsprobleme verursachen. Auch kleinere Kliniken müssen sich auf solche Krisensituationen vorbereiten, zumal der technische Fortschritt bestehende Anlagen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen bringt.

Dieser Artikel gibt einen wichtigen Leitfaden für das Vorgehen bei einem Stromausfall im Krankenhaus.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Stromausfall im Krankenhaus ist meist schnell behoben, seine Auswirkungen im laufenden Betrieb werden jedoch häufig unterschätzt. Auch nach dem Anlaufen der Ersatzversorgung kommt es zu Einschränkungen und Nacharbeiten, die den Klinikalltag massiv und anhaltend beeinflussen können. Für Arbeitgeber ist daher entscheidend, nicht nur die Technik abzusichern, sondern vor allem Abläufe und Zuständigkeiten für solche Situationen realistisch vorzubereiten und regelmäßig zu überprüfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was passiert bei einem Stromausfall?
  2. Die richtige Vorbereitung
  3. Herausforderungen
  4. Fazit

Was passiert bei einem Stromausfall im Krankenhaus?

Bei einem Stromausfall im Krankenhaus greifen unverzüglich Notfallprotokolle, die von speziell geschultem Personal umgesetzt werden. Kritische Bereiche wie Operationssäle und Intensivstationen sind in der Regel durch Notstromsysteme abgesichert, sodass es dort zunächst kaum zu Einschränkungen kommt. Weniger sicherheitsrelevante Bereiche wie die Verwaltung und nicht kritische Abteilungen werden hingegen häufig heruntergefahren. Dadurch können Kliniken Ressourcen sparen und Personal gezielt für den Notfallbetrieb einsetzen.

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Wie lange dauert ein Stromausfall durchschnittlich?

Stromausfälle in Deutschland sind meist von kurzer Dauer. Die üblichen Zeitspannen liegen bei wenigen Minuten bis Stunden. Während die Stromversorgung in der Regel rasch wiederhergestellt ist, bleibt der Krankenhausbetrieb häufig noch lange durch Nacharbeiten, technische Prüfungen und die Behebung von Störungen beeinträchtigt.

Stromausfall im Krankenhaus – Die richtige Vorbereitung

Als Teil der kritischen Infrastruktur müssen Krankenhäuser auch bei einem anhaltenden Stromausfall handlungsfähig bleiben. Da zahlreiche medizinische Geräte, digitale Systeme und versorgungstechnische Anlagen von einer kontinuierlichen Stromversorgung abhängig sind, erfordert die Vorbereitung auf einen Blackout umfangreiche technische, organisatorische und personelle Maßnahmen. Dabei müssen neben der Stromversorgung unter anderem auch die Wasser-, Kommunikations- und Materialversorgung berücksichtigt werden.

Für jede Klinik muss ein individuell angepasster Krankenhausalarm- und -einsatzplan (KAEP) vorgehalten werden. Basisempfehlungen und Checklisten zu dessen Konzeption stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im „Handbuch Krankenhausalarm- und -einsatzplanung“ zur Verfügung.

Kritische Infrastruktur und technische Absicherung

Bei einem Netzausfall sichern in vielen Krankenhäusern Dieselnotstromanlagen die Versorgung kritischer Bereiche, zu denen unter anderem der OP-Bereich und die Intensivstation zählen. Um die Aggregate betreiben zu können, sind ausreichende Kraftstoffvorräte und eine verlässliche Nachlieferung erforderlich.

Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) überbrücken die Zeit, bis der Notbetrieb durch die Notstromanlage angelaufen ist. Sie verfügen über einen eigenen Energiespeicher und werden als separate Einheit zwischen eine Steckdose und ein Endgerät geschaltet. Oftmals ist eine gewisse Anzahl an USV-Steckdosen direkt in die hauseigene USV-Anlage integriert, sodass sie stets mit Strom versorgt bleiben.

Weitere essenzielle technische Systeme sind die vorgeschriebene Notbeleuchtung von Fluchtwegen, Pumpen für Frisch- und Abwasser und Druckluftsysteme für medizinische Gase. Kliniken sollten für alle Aggregate und Systeme betriebsrelevante Ersatzteile vorhalten und alternative technische Lösungen, zum Beispiel eine Solarversorgung, einplanen.

Was ist ein Schwarztest?

Bei einem Schwarztest wird geprüft, ob eine Notstromanlage nach absoluter Spannungsfreiheit die Systeme korrekt starten und die Stromversorgung wieder aufbauen kann, ohne dass es zu relevanten Ausfällen kommt. Dazu wird das Krankenhaus vollständig von der externen Stromversorgung getrennt. Durch regelmäßige Schwarztests können Versorgungsengpässe und Fehlplanungen aufgedeckt und der Erfolg von Anpassungen überprüft werden.

Vorstufen des Schwarztests sind Testläufe der Aggregate unter erhöhter Belastung und Netzausfalltests, bei denen die Versorgung im laufenden Betrieb vorübergehend unterbrochen wird.

Technische und manuelle Hilfsmittel

Neben der zentralen technischen Infrastruktur spielen Hilfsmittel eine große Rolle bei der Vorbereitung auf einen Stromausfall. Wichtige medizinische Geräte wie Monitore, Beatmungsgeräte oder Infusionspumpen können über integrierte Akkus meist vorübergehend weiterbetrieben werden, sofern sie vorsorglich aufgeladen wurden. Taschenlampen und batteriebetriebene Lichtquellen sind unverzichtbar, wenn die Notbeleuchtung ausfällt. Kliniken sollten Batterien in ausreichender Anzahl lagern.

Regelmäßige Datensicherungen schützen vor Informationsverlust bei IT-Ausfällen. Papierbasierte Notfallanleitungen, Kontaktlisten und Formulare bieten Orientierung und helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Da zentrale Druckluft- und Gasversorgungssysteme durch den Stromausfall beeinträchtigt werden können, sind ausreichende Reserven an Sauerstoffflaschen notwendig, um die Versorgung von Patienten sicherzustellen.

Organisation der Versorgung und Hilfe im Notfall

Klinikbetreiber sollten ein verlässliches Konzept für die personelle Organisation in Notfallsituationen wie einem Stromausfall erarbeiten. Im Akutfall muss eine ausreichende Anzahl kompetenter Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die den Notfallbetrieb und die grundlegenden Funktionen der Notstromversorgung beherrschen. Personalschulungen garantieren nicht automatisch, dass das gesamte Team bei Bedarf auch wirklich erreichbar ist.

Dies gilt vor allem bei großflächigen, anhaltenden Stromausfällen, die sich auf die umliegende Infrastruktur auswirken. Die Versorgung von Angehörigen, Kraftstoffmangel und ein Zusammenbruch des Personennahverkehrs sind Verhinderungsgründe, die das Krankenhaus bei Großereignissen einplanen muss. Auch Feuerwehr, Polizei, Kraftstofflieferanten und weitere Versorger stehen dann unter Umständen nicht zur Verfügung. Kliniken sollten Möglichkeiten zur Belieferung in solchen Fällen vorsorglich klären und die Untere Katastrophenschutzbehörde in ihre Planung mit einbeziehen.

Rechtliche Verpflichtungen

Krankenhäuser müssen den sicheren Betrieb auch bei Stromausfall gewährleisten. Grundlage sind technische Regeln wie die DIN VDE 0100-710 sowie Vorgaben aus Landeskrankenhausgesetzen, Bauordnungen und dem Arbeitsschutzrecht.

Diese verpflichten zur Absicherung kritischer Bereiche, zur Bereitstellung einer funktionierenden Notstromversorgung, wobei hier meist 24 Stunden als Richtwert angesehen werden, sowie zur Sicherstellung von Fluchtwegen und Sicherheitsbeleuchtung. Ergänzend müssen wesentliche Ressourcen und Versorgungsstrukturen für den Notfall eingeplant werden.

Stromausfall im Krankenhaus – Herausforderungen

Ein Stromausfall im Krankenhaus betrifft den gesamten klinischen Betrieb. Neben dem unmittelbaren Ausfall zentraler technischer Systeme, der in Notfallplänen Berücksichtigung findet, entstehen viele weitere Herausforderungen. Nicht alle sind sofort ersichtlich. Im Ernstfall müssen sie jedoch oftmals parallel bewältigt werden, was eine erhebliche psychische Belastung für das anwesende Personal bedeutet.

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Betriebliche Herausforderungen

Langanhaltende Stromausfälle sind hierzulande selten. Daher fehlt es dem Klinikpersonal oftmals an echter Erfahrung in der Errichtung und Aufrechterhaltung des Notfallbetriebs im Krankenhaus. Wechselseitige Abhängigkeiten der Systeme und tatsächliche Konsequenzen der Versorgungseinschränkungen zeigen sich häufig erst im Ernstfall.

Dies betrifft beispielsweise den oft unterschätzten Mehraufwand durch das mechanische Öffnen und Entriegeln von Türen, die verzögerte Kommunikation und die Verlegung oder Entlassung von Patienten, wenn die medizinische Versorgung längerfristig nicht wiederaufgenommen werden kann.

Krankenhäuser müssen Notfallkonzepte für die Versorgung mit konservierbaren Nahrungsmitteln, Möglichkeiten zur Desinfektion sowie die Entsorgung von Müll und infektiösen Materialien bereithalten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der würdevolle Umgang mit Verstorbenen und die Betreuung von Angehörigen, vor allem wenn Kühl- und Lagerungskapazitäten beschränkt sind.

Umfeld-Probleme im Krisenfall

Ist von einem Stromausfall eine größere Region betroffen, besteht das Risiko für ein vermehrtes Aufkommen von Kranken und Verletzten, da ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen, Dialysezentren und Apotheken nur noch eingeschränkt für die Patientenversorgung bereitstehen. Vor allem bei Kälte und Dunkelheit streben Schutzsuchende in Kliniken, die Sicherheit und Hilfe bieten. Das kann die Krankenhäuser jedoch massiv überlasten. Sie sollten daher Ansprechpartner zur Verfügung stellen, die nicht akut behandlungsbedürftige Menschen an andere Hilfseinrichtungen verweisen können.

Fazit

Bei der Vorbereitung auf einen Stromausfall im Krankenhaus sind viele Punkte zu beachten. Eine gute technische Ausstattung mit einem leistungsstarken Notstromaggregat ist ein erster wichtiger Schritt zur Versorgung. Klinikbetreiber sollten jedoch darauf achten, auch die organisatorischen Strukturen im Hintergrund in ihre Planung einzubeziehen. Spezialisierte Organisationen wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geben hilfreiche Anregungen und Empfehlungen, um Kliniken krisensicher zu gestalten.

Häufige Fragen

  1. Was passiert in einem Krankenhaus unmittelbar nach einem Stromausfall?
  2. Unmittelbar nach einem Stromausfall läuft die Notstromversorgung des Krankenhauses an, die relevante Bereiche der Klinik für einen gewissen Zeitraum absichert. Parallel greifen die Notfallpläne und Protokolle. Geschulte Mitarbeiter verschaffen sich einen Überblick über die Situation und die vermutliche Dauer der Einschränkung. Daran orientiert veranlassen sie alle notwendigen Maßnahmen, um die Versorgung der Patienten und den Betrieb zu gewährleisten.

  3. Welche Bereiche im Krankenhaus sind bei einem Stromausfall besonders gefährdet?
  4. Kritische Bereiche im Krankenhaus sind vor allem die Operationssäle und Intensivstationen, da dort schwer verletzte oder beatmungspflichtige Menschen versorgt werden müssen. Auch radiologische Abteilungen bedürfen häufig einer kontinuierlichen Stromversorgung. Die dortigen Geräte können durch einen plötzlichen Spannungsverlust beschädigt werden, was aufwändige und kostenintensive Reparaturmaßnahmen zur Folge haben kann.

  5. Wie wird sichergestellt, dass lebenswichtige Geräte weiter funktionieren?
  6. Lebenswichtige Geräte sind in der Regel gleich mehrfach abgesichert. Sie verfügen über eingebaute Akkus, die im akuten Stromausfall Energie liefern. Darüber hinaus verfügen die meisten Kliniken über Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV-Systeme), die ebenfalls eine unabhängige Energiequelle besitzen und die Zeit bis zum Anlaufen der Notstromversorgung überbrücken.

  7. Wann müssen Patientinnen und Patienten bei einem Stromausfall verlegt werden?
  8. Patientinnen und Patienten werden bei einem Stromausfall nur dann verlegt, wenn ihre Versorgung vor Ort absehbar gefährdet ist. Das betrifft vor allem intensivmedizinisch betreute Personen bei einem drohenden Ausfall der Notstromversorgung. Bei stabilen Patienten sind Verlegungen nicht zielführend, da sie die Betroffenen und auch die übernehmenden Kliniken stark belasten.

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Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Jennifer Theißen
Jennifer Theißen
Ärztin
Zuletzt aktualisiert: 19.05.2026

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