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Die Tunica media ist ein wichtiger Bestandteil der Wandstruktur von Blutgefäßen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gefäßtonus sowie der Regulation des Blutflusses. Ihre histologischen Eigenschaften unterscheiden sich je nach Gefäßtyp erheblich und sind eng mit der Funktion des jeweiligen Gefäßes verknüpft. In der medizinischen Praxis und Forschung ist sie insbesondere im Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose oder Hypertonie von hoher Relevanz. Mehr Informationen zum Aufbau, zu den Funktionen und zur klinischen Relevanz der Tunica media gibt dieser Artikel.
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Tunica media – Definition
Die Tunica media ist die mittlere der drei typischen Wandschichten eines Blutgefäßes und besteht vorwiegend aus glatter Muskulatur sowie elastischen und kollagenen Fasern. Sie liegt zwischen der innersten Schicht, der Tunica intima, und der äußeren Tunica adventitia und übernimmt vorrangig strukturgebende und regulative Aufgaben. Ihre Zusammensetzung erlaubt es ihr, aktiv an der Kontrolle des Gefäßdurchmessers und damit an der hämodynamischen Regulation teilzunehmen.
Die Bezeichnung „media“ leitet sich vom lateinischen Wort „medius“ für „mittig“ oder „in der Mitte gelegen“ ab und verweist auf ihre anatomische Position innerhalb der Gefäßwand. Die Tunica media findet sich sowohl in Arterien als auch in Venen, wobei sie je nach Gefäßtyp unterschiedlich stark ausgeprägt ist und funktionell angepasste Eigenschaften aufweist.
Tunica media – Aufbau
Die strukturelle Organisation der Tunica media ist komplex und variiert je nach Gefäßtyp, Größe und Funktion. Bei Arterien ist sie in der Regel deutlich dicker und klar von den angrenzenden Schichten abgegrenzt, während sie bei Venen oft dünner und weniger klar strukturiert erscheint. Die Media besteht im Wesentlichen aus glatten Muskelzellen, die ringförmig oder schraubenförmig um das Lumen angeordnet sind, eingebettet in eine Matrix aus elastischen und kollagenen Fasern.
Arterien vom muskulären und elastischen Typ
Bei Arterien unterscheidet man typischerweise zwischen dem elastischen und dem muskulären Typ. In großen, elastischen Arterien wie der Aorta und ihren großen Abzweigungen enthält die Tunica media zahlreiche elastische Lamellen, die zwischen die glatten Muskelzellen eingelagert sind. Diese Lamellen ermöglichen es der Gefäßwand, sich während der Systole auszudehnen und in der Diastole wieder zusammenzuziehen. Dadurch wird ein gleichmäßiger Blutfluss aufrechterhalten.
Bei muskulären Arterien ist die Tunica media hauptsächlich aus glatten Muskelzellen aufgebaut, die konzentrisch um das Gefäßlumen angeordnet sind. Der Anteil an elastischen Fasern ist hier geringer, wodurch die aktive Kontraktion und Dilatation des Gefäßes stärker im Vordergrund steht.
Venen
In Venen ist die Tunica media im Vergleich zu Arterien deutlich dünner und enthält weniger Muskelzellen. Die Elastizität ist ebenfalls geringer ausgeprägt. Besonders in kleineren Venen kann die Abgrenzung zwischen Media und den angrenzenden Schichten oft unscharf erscheinen. Dennoch ist auch hier die Tunica media essenziell für den venösen Rückfluss und die Stabilität der Gefäßwand. Dies ist vor allem in den tiefen Beinvenen wichtig, da sie gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.
Übergangsstrukturen und Membranen
In bestimmten Arterien findet man zwischen der Tunica media und den benachbarten Schichten elastische Membranen, wie die Membrana elastica interna (zwischen Intima und Media) und die Membrana elastica externa (zwischen Media und Adventitia). Diese Membranen sind besonders bei großen Arterien zu erkennen und unterstützen die mechanische Integrität sowie die elastischen Eigenschaften der Gefäßwand.

Tunica media – Funktion
Die Tunica media erfüllt eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen, die auf ihre kontraktilen und elastischen Eigenschaften zurückzuführen sind. Sie reguliert aktiv den Gefäßdurchmesser, wirkt dem intravasalen Druck entgegen und stellt die mechanische Belastbarkeit der Gefäße sicher. Ihre glatten Muskelzellen reagieren auf nervale, hormonelle und lokale Reize und ermöglichen so eine präzise Steuerung der regionalen Durchblutung.
Regulation des Gefäßtonus
Die wichtigste Aufgabe der glatten Muskelzellen der Tunica media besteht in der Kontrolle des Gefäßtonus. Durch Kontraktion (Vasokonstriktion) oder Erschlaffung (Vasodilatation) wird der Durchmesser des Gefäßlumens angepasst. Diese Prozesse stehen unter der Kontrolle des vegetativen Nervensystems. Zusätzlich beeinlfussen vasoaktive Substanzen wie Adrenalin, Angiotensin II, Endothelin oder Stickstoffmonoxid den Durchmesser.
Anpassung an hämodynamische Anforderungen
Die Media ist entscheidend für die Anpassung der Gefäße an den wechselnden Blutdruck und das sich verändernde Blutvolumen. In großen Arterien sorgen die elastischen Bestandteile der Media dafür, dass Druckspitzen während der Herzaktion abgepuffert werden. In kleineren Arterien und Arteriolen ermöglicht die Kontraktilität der Media eine feine Steuerung des peripheren Widerstands und somit der systemischen Blutdruckregulation.
Hormonähnliche Funktion der Tunica media
Die glatten Muskelzellen der Tunica media können bioaktive Substanzen wie Endothelin, Angiotensin-Converting Enzyme (ACE) oder Transforming Growth Factor-β (TGF-β) produzieren. Hierbei handelt es sich um Moleküle, die nicht nur lokal auf das Gefäß selbst wirken, sondern auch systemisch Einfluss auf den Blutdruck, die Gefäßpermeabilität und das Zellwachstum nehmen können.
Extrazelluläre Matrixproduktion
Glatte Muskelzellen der Tunica media produzieren neben kontraktilen Proteinen auch Bestandteile der extrazellulären Matrix, darunter Kollagen, Elastin und Proteoglykane. Diese Substanzen sind wichtig für die strukturelle Integrität und Anpassungsfähigkeit der Gefäßwand, vor allem im Rahmen von Umbauprozessen nach mechanischer Belastung oder Verletzung.
Tunica media – Klinische Bedeutung
Die Tunica media ist in vielerlei Hinsicht ein bedeutendes Ziel pathophysiologischer Prozesse und steht im Mittelpunkt zahlreicher Gefäßerkrankungen. Veränderungen in ihrer Struktur und Funktion können zu schwerwiegenden kardiovaskulären Komplikationen führen. Besonders bei degenerativen oder entzündlichen Prozessen ist die Tunica media ein vulnerabler Punkt innerhalb der Gefäßwand.
Arteriosklerose
Ein wichtiger pathogenetischer Mechanismus bei der Entstehung der Arteriosklerose betrifft auch die Tunica media. Infolge chronischer Schädigung der Intima und anhaltender Entzündungsreaktionen kommt es zu Umbauvorgängen in der Media, einschließlich Muskelzellhypertrophie, Fibrosierung und Verlust elastischer Strukturen. Diese Prozesse führen zu einer verminderten Compliance der Gefäße und fördern die Entwicklung stenosierender Plaques.
Mönckeberg-Sklerose
Eine besondere Form der arteriosklerotischen Veränderung betrifft ausschließlich die Tunica media und wird als Mönckeberg-Mediasklerose bezeichnet. Dabei kommt es zur Verkalkung der elastischen Lamellen innerhalb der Media, was zu einer erhöhten Steifigkeit der Gefäßwand führt, ohne dass das Lumen direkt eingeengt wird. Diese Form tritt häufig bei älteren Menschen oder Patienten mit Diabetes mellitus auf und wird oft zufällig im Röntgenbild entdeckt.
Hypertensive Gefäßveränderungen
Bei chronischer arterieller Hypertonie ist die Media durch die ständige Druckbelastung besonders gefährdet. Die glatten Muskelzellen reagieren mit Hypertrophie und Hyperplasie, was zur Wandverdickung und Einengung des Lumens führt. Dieser Umbauprozess verringert die Elastizität der Gefäßwand und erhöht den peripheren Widerstand, wodurch sich die Hypertonie weiter verstärken kann – ein klassischer Teufelskreis.
- Aufbau und Funktion der Blutgefäße, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum: 24.07.2025)




