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Die Synovia, auch Gelenkflüssigkeit genannt, ist ein zentraler Bestandteil des Bewegungsapparates und spielt eine entscheidende Rolle für die Funktion und Gesundheit der Gelenke. Sie wirkt als Gleitmittel, ermöglicht eine reibungsarme Bewegung der Gelenkflächen und versorgt gleichzeitig den avaskulären Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Veränderungen der Synovia können wichtige Hinweise auf Erkrankungen des Gelenks liefern und sind daher auch von diagnostischer Bedeutung. In diesem Artikel sollen Zusammensetzung, Funktion und klinische Bedeutung genauer besprochen werden.
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Synovia – Definition
Synovia ist eine viskös-elastische, klare bis leicht gelbliche Körperflüssigkeit, die von der Synovialmembran produziert wird und den Gelenkraum ausfüllt.
Synovia – Zusammensetzung
Die Synovia ist eine klare, viskose Flüssigkeit in den Gelenkhöhlen und besteht hauptsächlich aus Wasser. Außerdem verleiht ihr die enthaltene Hyaluronsäure Viskosität und Schmierfähigkeit. Bei Lubricin, das auch in der Gelenkflüssigkeit zu finden ist, handelt es sich um ein Glykoprotein, das die Reibung an der Knorpeloberfläche reduziert.
Des weiteren sind Elektrolyte und Nährstoffe wie Glukose oder Aminosäuren in der Flüssigkeit zu finden. Es sollten nur wenige Zellen und dabei vor allem Synovialzellen und vereinzelt Makrophagen in der Gelenkflüssigkeit sein. Auch Plasmaproteine sind in geringerer Konzentration enthalten.
Produktion der Synovia
Die Synovia wird von der inneren Gelenkkapsel, der sogenannten Synovialmembran, gebildet. Dort produzieren spezialisierte Synovialzellen (Typ-B-Synoviozyten) die Hyaluronsäure und weitere Bestandteile der Gelenkflüssigkeit. Durch diese Sekretion füllt sich der Gelenkspalt mit Synovia, die das Gelenk schmiert und ernährt.
Synovia – Funktion
Die Synovia erfüllt im Gelenk mehrere wichtige Funktionen. Zum einen schmiert sie die Gelenke. Dabei verringert sie die Reibung zwischen den Gelenkflächen und ermöglicht so eine reibungsarme Bewegung. Auch bei der Ernährung der Gewebe im Gelenk spielt sie eine große Rolle, da der Gelenkknorpel keine Blutgefäße besitzt. Die Synovia versorgt ihn mit Nährstoffen und Sauerstoff und transportiert Stoffwechselprodukte ab.
Durch ihre Viskosität verteilt sie Druck- und Stoßbelastungen gleichmäßig im Gelenk. Außerdem hat sie eine Schutzfunktion: Sie enthält Zellen wie Makrophagen, die Fremdpartikel oder Zelltrümmer aufnehmen können.
Synovia – Klinik
Die Synovia verändert sich bei Pathologien oft deutlich, was sowohl ihre Zusammensetzung als auch ihre Menge betrifft. Bei Entzündungen kann es zu einer vermehrten Bildung der Gelenkflüssigkeit kommen, was sich als Gelenkerguss äußert. Außerdem verringern Entzündungen oder Infektionen den Hyaluronsäuregehalt, wodurch die Flüssigkeit dünnflüssiger wird und sie ihre Schmierwirkung verliert.
Normalerweise ist die Flüssigkeit fast frei von Zellen. Eine pathologische Synovia weist vermehrt Immunzellen wie neutrophile Granulozyten bei Infektionen oder Lymphozyten bei Autoimmunprozessen auf. Aber auch schon makroskopisch lassen sich durch Farb- und Geruchsänderungen Aussagen treffen. Eitrige Gelenkentzündungen können zu trüber, gelblicher bis grünlicher Gelenkflüssigkeit führen, manchmal auch mit unangenehmem Geruch.
Erkrankungen, die die Synovia betreffen, sind häufig Erkrankungen des gesamten Gelenks. Dazu gehört die Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung, die zu vermehrter, entzündlich veränderter Gelenkflüssigkeit führt. Bei einer Arthrose, einer degenerativen Gelenkerkrankung verliert die Gelenkflüssigkeit an Qualität und kann den Knorpel nicht mehr ausreichend versorgen. Auch seltene Erkrankungen wie synoviale Tumoren oder die synoviale Chondromatose, bei denen die Synovialmembran selbst tumorartig wuchert oder Knorpelknötchen bildet, können auftreten.
Häufige Fragen
- Was ist Synovia und wo kommt sie vor?
- Woraus besteht die Synovia?
- Welche Rolle spielt die Hyaluronsäure in der Synovia?
- Wie verändert sich die Synovia bei Gelenkerkrankungen?
- Wie kann man die Synovia medizinisch untersuchen?
Synovia ist eine klare bis leicht gelbliche, fadenziehende Körperflüssigkeit, die im Bereich der Gelenke vorkommt. Sie wird auch Gelenkflüssigkeit genannt.
Synovia besteht überwiegend aus Wasser, darin gelösten Elektrolyten und Proteinen, sowie aus Hyaluronsäure, die ihr die zähflüssige Konsistenz verleiht. Außerdem enthält sie wenige Zellen (v. a. Synovialzellen und Immunzellen).
Die Hyaluronsäure verleiht der Synovia ihre typische zähflüssige, viskose Konsistenz. Dadurch kann die Gelenkflüssigkeit die Reibung zwischen den Gelenkflächen stark vermindern, die Bewegung geschmeidig halten und gleichzeitig als Stoßdämpfer wirken.
Bei Gelenkerkrankungen verändert sich die Zusammensetzung und Qualität der Synovia deutlich: Sie wird oft dünnflüssiger, weil die Konzentration an Hyaluronsäure sinkt, wodurch ihre Schmier- und Stoßdämpferfunktion nachlässt. Gleichzeitig kann sie sich durch Entzündungszellen, Eiweiße und Abbauprodukte trüben und an Menge zunehmen, was zu Schwellungen führt. Dadurch wird der Knorpel schlechter ernährt, die Reibung im Gelenk nimmt zu und der Verschleiß schreitet schneller voran.
Die Synovia kann medizinisch durch eine Gelenkpunktion gewonnen werden. Dabei entnimmt man mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenkspalt und untersucht sie anschließend. Zunächst wird ihr Aussehen beurteilt, etwa Farbe, Klarheit, Menge und Viskosität. Danach folgt die mikroskopische Untersuchung, bei der man Zellen wie Entzündungszellen oder Kristalle nachweisen kann. Ergänzend werden chemische Analysen durchgeführt, um Eiweiß- oder Glukosegehalt sowie den Anteil an Hyaluronsäure zu bestimmen. Bei Verdacht auf eine Infektion schließt sich eine mikrobiologische Untersuchung an, um Krankheitserreger nachzuweisen.
- Aumüller, Gerhard et al.: Duale Reihe Anatomie, Thieme , 5. Auflage, 2020
- Schenke, Michael et al.: Prometheus Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, Thieme, 6. Auflage, 2022




