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Stickstoffmonoxid (NO) ist ein körpereigenes gasförmiges und vielseitiges Signalmolekül, das im Nervensystem neurotransmitter-ähnlich wirkt. Es wirkt gefäßerweiternd, unterstützt die Immunabwehr und spielt eine Rolle bei Lern- und Gedächtnisprozessen. Gebildet wird NO durch NO-Synthasen, die es aus der Aminosäure Arginin freisetzen. Im Herz-Kreislauf-System trägt es zur Vasodilatation bei und wird therapeutisch unter anderem bei Angina pectoris und Herzinsuffizienz eingesetzt. Der folgende Artikel beleuchtet die Wirkungen, Funktionen sowie den Abbau von Stickstoffmonoxid.
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Stickstoffmonoxid (NO) – Definition
Stickstoffmonoxid (NO) ist ein gasförmiges Molekül und ein Botenstoff, der sowohl endogen im Körper als auch exogen zugeführt werden kann. Es wirkt als intra- oder extrazelluläres Signalmolekül und fördert die Gefäßerweiterung (Vasodilatation).
Stickstoffmonoxid (NO) – Wirkung und Funktion
Stickstoffmonoxid (NO) hat Wirkungen an Gefäßen, kardiovaskuläre Effekte und wirkt zudem in verschiedenen Organen als Botenstoff, unter anderem im Nervensystem und Immunsystem. Es erreicht den Wirkort schnell durch Diffusion.Endogen wird NO enzymatisch aus der Aminosäure L-Arginin durch NO-Synthasen gebildet. Exogen kann NO über Nitrate, wie zum Beispiel Glyceroltrinitrat, oder über Substanzen wie Molsidomin zugeführt werden, wobei Nitrate im Körper zunächst zu Nitrit reduziert werden, das dann zu NO weiterverarbeitet wird.
Wirkungen an Gefäßen
NO aktiviert die Guanylatzyklase, was zur Bildung von cGMP führt. Dadurch sinkt die intrazelluläre Calciumkonzentration, die glatte Muskulatur entspannt sich und die Gefäße weiten sich.
Kardiovaskulär wirkt Stickstoffmonoxid auf:
- Venen: Es bewirkt eine venöse Vasodilatation und damit eine Vorlastsenkung, indem sich das Blut in den Kapazitätsgefäßen sammelt und es so zu einer geringeren Füllung des Herzens kommt
- Arterien: Durch eine Nachlastsenkung kommt es zu einem reduzierten Auswurfwiderstand des Herzens
- Koronargefäße: NO verbessert die Myokardperfusion, indem es eine Dilatation der Koronargefäße bewirkt
- Brustenge: Bei vasospastischer Angina kann NO den Gefäßspasmus aufheben

Zudem wirkt NO durch die Vasodilatation neben dem Herzen auch lokal-chemisch an der Durchblutung der Skelettmuskulatur.
NO wird nicht direkt freigesetzt. Stimuli wie ATP, Endothelin-1, Histamin oder parasympathische Signale über Acetylcholin aktivieren Endothelzellen, was über Calcium-Calmodulin-Komplexe die NO-Synthase aus L-Arginin aktiviert. Dabei entsteht neben NO auch Citrullin, das in den Harnstoffzyklus einfließt.
Wirkungen im Nerven- und Immunsystem
Im Nervensystem agiert NO als Signalmolekül und hat spezifische Eigenschaften. So ist es an der synaptischen Plastizität beteiligt und wirkt an der Langzeitpotenzierung mit. Das heißt es ist beteiligt an Mechanismen wie Lernen und Gedächtnis.
Im Nervensystem ist insbesondere die neuronale NO-Synthase (nNOS) bedeutend. Sie wird häufig durch Calcium-Einstrom ausgelöst, zum Beispiel über NMDA-Rezeptoren im zentralen Nervensystem.
NOS
NO-Synthasen (NOS) sind in verschiedenen Zellen vorkommende Enzyme, die die Reaktion der Aminosäure Arginin zu Citrullin und NO katalysieren. Die verschiedenen Formen der NO-Synthase kommen in Endothelzellen, Neuronen, Muskelzellen und Makrophagen vor. Es gibt die eNOS (endotheliale NO-Synthase, die nNOS (Neuronale NO-Synthase) und iNOS (induzierbare NO-Synthase).
NO wirkt im Nervensystem lokal (synaptisch) als auch über eine größere Diffusionsdistanz und beeinflusst benachbarte Neuronen und auch Nicht-Neuronen in der Nähe. Zudem ist Stickstoffmonoxid bei der Thermoregulation, Schlaf, Essverhalten, sensorische Verarbeitung und zirkadianen Rhythmen bedeutend.
Im Immunsystem spielt NO eine Rolle bei der unspezifischen Immunabwehr. Makrophagen, neutrophile und eosinophile Granulozyten können NO produzieren, indem iNOS aktiviert wird. So wirkt es an der Schädigung phagozytierter Erreger mit. Außerdem kann Stickstoffmonoxid Entzündungen dämpfen, indem es Zytokine herunterreguliert oder T-Zell- und B-Zell-Antworten beeinflusst.
Stickstoffmonoxid (NO) – Abbau
NO ist ein kurzlebiges Molekül mit einer sehr kurzen Halbwertszeit. Es wird im Körper schnell inaktiviert, unter anderem durch Reaktionen mit Hämproteinen oder durch Oxidation zu Stickstoffoxiden und Nitraten. Außerdem kann NO mit Superoxid reagieren und dabei das hochreaktive Peroxynitrit bilden, das biologisch aktiv ist und zur zellulären Signalmodulation beiträgt. Nitrate und Molsidomin, welches NO nicht-enzymatisch freisetzt, werden zur Behandlung der Angina pectoris und Herzinsuffizienz eingesetzt und NO wird auch in Form von Inhalationen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt.
Pathologische Aspekte
In hohen Konzentrationen, wie zum Beispiel NO-haltige Gase, führt NO zu schweren Schleimhautreizungen und kann ein toxisches Lungenödem verursachen. Außerdem kann NO bei Überschuss neuronenschädigend infolge einer Überstimulation von NMDA-Rezeptoren wirken.
Häufige Fragen
- Wie wird NO im Körper gebildet?
- Welche Funktionen hat NO im Körper?
- Ist NO gefährlich?
- Wie wird NO in der Medizin eingesetzt?
NO wird durch drei Isoformen der NO-Synthase (eNOS, nNOS, iNOS) aus L-Arginin synthetisiert. Diese Enzyme werden durch verschiedene Signale aktiviert, darunter Calcium-Calmodulin-Komplexe, ATP, Endothelin-1 und Acetylcholin. NO diffundiert schnell durch Zellmembranen und wirkt lokal oder über größere Distanzen.
NO entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße, was zu einer Erweiterung der Gefäße führt und den Blutdruck senkt. Im Nervensystem wirkt NO als Botenstoff und ist an Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Makrophagen und andere Immunzellen produzieren NO, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Weitere Funktionen sind die Beeinflussung der Thermoregulation, des Schlaf-Wach-Rhythmus und des Essverhaltens.
In hohen Konzentrationen kann Stickstoffmonoxid gesundheitsschädlich sein, insbesondere wenn es mit Superoxiden ragiert und Peroxynitrit bildet. Peroxynitrit ist ein starkes Oxidationsmittel, das Zellstrukturen schädigen kann. Um toxische Effekte zu vermeiden wird NO jedoch schnell im Körper abgebaut.
In der Medizin wird NO in Form von Inhalationen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt. Es wird auch in der Forschung verwendet, um die Wirkung von NO auf verschiedene biologische Prozesse zu untersuchen. Die gefäßerweiternde Wirkung des NO ist zudem bei der Behandlung der Angina pectoris oder Herzerkrankungen relevant. Bei erektiler Dysfunktion wird Sildenafil eingesetzt, das die Wirkung von NO verstärkt, indem es den Abbau von cGMP hemmt und so die glatte Muskulatur entspannt, was zu einer verstärkten Durchblutung und Erektion führt.“
- Rassow et al.: Duale Reihe Biochemie. 5. Auflage Thieme 2022
- Signaltransduktion, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 23.09.2025)
- Nitrate und Molsidomin, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 23.09.2025)




