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Medi-Karriere Medipedia Selen

Selen: Bedarf, Wirkung und Mangel

Elias Müller
von Elias Müller (Medizinstudent) Zuletzt aktualisiert: 04.11.2025
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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Bedarf und Stoffwechsel
  3. Wirkung und Funktion
  4. Mangel

Selen gehört zu den essenziellen Spurenelementen, die der menschliche Organismus nur in sehr geringen Mengen benötigt, die jedoch unverzichtbar für Gesundheit und Wohlbefinden sind. Erst im 20. Jahrhundert erkannte man seine Bedeutung für zahlreiche Stoffwechselprozesse. Heute weiß man, dass Selen eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem, bei der Immunabwehr sowie in der Schilddrüsenfunktion spielt. Trotz des niedrigen täglichen Bedarfs kann sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung gesundheitliche Probleme verursachen. In diesem Artikel geht es um den Bedarf, den Stoffwechsel und die Funktion von Selen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Bedarf und Stoffwechsel
  3. Wirkung und Funktion
  4. Mangel

Selen – Definition

Selen ist ein nichtmetallisches chemisches Element (Symbol: Se, Ordnungszahl 34), das in der Erdkruste und in organischen Verbindungen vorkommt. Als Spurenelement ist es für den Menschen essentiell, da es in Form von Selenoproteinen in zahlreichen enzymatischen Reaktionen beteiligt ist. Es wirkt vor allem als Bestandteil antioxidativer Enzyme wie der Glutathionperoxidase, die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Da der Körper Selen nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden.

Selen – Bedarf und Stoffwechsel

Lebensmittel mit hohem Selengehalt sind insbesondere Fisch, Fleisch und Leber aus tierischen Quellen sowie Paranüsse, Hülsenfrüchte, verschiedene Kohl- und Zwiebelgemüse und Getreideprodukte aus pflanzlichen Quellen. Der Selengehalt pflanzlicher Lebensmittel hängt stark vom Selengehalt des Bodens ab, auf dem sie wachsen. Dieser kann regional sehr unterschiedlich sein.

Die Aufnahme und Resorption von Selen erfolgt überwiegend im Dünndarm. Dabei gibt es Unterschiede je nach chemischer Form des Selens. Organisches Selen, wie es zum Beispiel in Selenomethionin aus pflanzlichen Lebensmitteln zu finden ist, wird sehr gut resorbiert. Denn es handelt sich um eine Aminosäure, die in körpereigene Proteine eingebaut werden kann. Anorganisches Selen wird ebenfalls gut resorbiert, kann aber nicht direkt in Proteine eingebaut. Es muss im Körper erst reduziert und umgewandelt werden.

Im Blut wird das Spurenelement gebunden an Plasmaproteine transportiert. Eine Ausscheidung erfolgt sowohl über den Urin und Stuhl sowie die Ausatemluft.

In der folgenden Tabelle ist der tägliche Bedarf an Selen dargestellt.

Alter Bedarf [µg/Tag]
0-4 Monate 10
4 Monate - 4 Jahre 15
4-7 Jahre 20
7-10 Jahre 30
10-13 Jahre 45
13-15 Jahre 60
ab 15 Jahre Männer: 70

Frauen: 60

Selen – Wirkung und Funktion

Selen ist Bestandteil von Enzymen, die oxidativen Stress reduzieren. Zum Beispiel in der Glutathion-Peroxidase, die die Zellen vor Schädigung durch freie Radikale und Peroxiden schützt. Außerdem ist es notwendig für die Aktivität der Thyroxin-5′-Deiodase, einem Enzym, das das Schilddrüsenhormon T₄ (Thyroxin) in das aktivere T₃ (Trijodthyronin) umwandelt. Dadurch spielt Selen eine zentrale Rolle in der Regulation des Stoffwechsels über die Schilddrüsenhormone.

Selen – Mangel

Ein Selenmangel ist in Mitteleuropa aufgrund der ausreichenden Versorgung über die Nahrung selten, kann aber in bestimmten Situationen auftreten. Zu den Ursachen zählen unter anderem stark einseitige Ernährung, chronische Mangelernährung, Malabsorptionssyndrome oder eine parenterale Ernährung ohne Selenzusatz. Auch bestimmte Regionen mit selenarmen Böden können eine Rolle spielen.

Ein klinisch relevanter Selenmangel kann zu Störungen der Schilddrüsenfunktion führen, da Selen essenziell für die Aktivität der Thyroxin-5′-Deiodase ist, die das inaktive T₄ in das aktive T₃ umwandelt. In extremen Fällen kann Selenmangel somit zur Hypothyreose beitragen. Weitere potenzielle Folgen sind eine verminderte antioxidative Abwehr, was die Anfälligkeit für oxidativen Stress und Entzündungen erhöht, sowie eine beeinträchtigte Immunfunktion zur Folge haben kann.

Zu viel Selen?

Zu hohe Mengen an Selen können toxisch wirken und Beschwerden wie Übelkeit, brüchige Nägel, Haarausfall oder Nervenschäden verursachen.

Häufige Fragen

  1. Warum ist Selen für den Körper wichtig?
  2. Es unterstützt die Funktion der Schilddrüse, stärkt das Immunsystem und schützt Zellen vor oxidativem Stress.

  3. Wie viel Selen braucht der Mensch täglich?
  4. Der Bedarf liegt für Erwachsene in der Regel zwischen 55 und 70 Mikrogramm pro Tag (je nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation).

  5. Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Selen?
  6. Paranüsse sind die bekannteste Quelle. Außerdem liefern Fisch, Fleisch, Eier, Linsen und Vollkornprodukte relevante Mengen.

  7. Woran erkennt man einen Selenmangel?
  8. Symptome können Müdigkeit, geschwächtes Immunsystem, Muskelschwäche oder Haarausfall sein. Schwere Mangelzustände sind in Europa jedoch selten.Immunsystem, Muskelschwäche oder Haarausfall sein.

Autor
Elias Müller

Elias Müller

Medizinstudent

Elias studiert Humanmedizin im klinischen Abschnitt an der Medizinischen Fakultät Homburg der Universität des Saarlandes. Vorherige Ausbildungen in Rettungsdienst und Pflege ermöglichten ihm tiefe Einblicke in ärztliche und pflegerische Abläufe in Krankenhaus, OP-Saal und Rettungswesen. Dieses Wissen lässt er als Medizinredakteur in seine Artikel einfließen.

Quellen
  1. Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, Springer, 10. Auflage
  2. Mineralstoffe, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 02.10.2025)
  3. Selen, https://www.dge.de/... (Abrufdatum: 02.10.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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