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Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der für zahlreiche physiologische Prozesse im menschlichen Körper unerlässlich ist. Als Hauptkation des Extrazellulärraums spielt es eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts, der Nerven- und Muskelfunktion sowie der Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Schon geringe Schwankungen im Natriumspiegel können das Gleichgewicht zwischen intra- und extrazellulären Flüssigkeitsräumen beeinflussen und somit vielfältige Auswirkungen auf Zellfunktionen und den gesamten Organismus haben. Der folgende Artikel dient dem Verständnis der Wirkung und Funktion sowie des Abbaus und der Klinik des Natriums.
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Natrium – Definition
Natrium (Na) ist ein chemisches Element aus der Gruppe der Alkalimetalle und gehört zu den wichtigsten Elektrolyten im menschlichen Körper. Es kommt überwiegend in Form von Natriumionen (Na⁺) vor und spielt eine wichtige Rolle im Wasser- und Elektrolythaushalt. Zudem ist es ein essenzielles Kation des extrazellulären Raumes und trägt zur Aufrechterhaltung des Membranpotentials bei.
Natrium – Wirkung und Funktion
Der normale Natriumspiegel im Blut liegt bei etwa 135–145 mmol/L, sodass es bei einem verminderten Natriumspiegel (Hyponatriämie) oder einem erhöhten Natriumspiegel (Hypernatriämie) zu auffälligen Einschränkungen in den Funktionen des Natriums im Körper kommt. Natrium ist unverzichtbar für:
- die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks (Osmoregulation)
- Nerven- und Muskelfunktion (Elektrophysiologie)
- Blutdruckregulation
- Säure-Basen-Haushalt
- Transportprozesse
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Osmoregulation
Natrium bestimmt maßgeblich die extrazelluläre Osmolarität und damit das Wasserverteilungsvolumen im Körper. Zusammen mit Chlorid und Bicarbonat reguliert es den osmotischen Druck des Extrazellulärraums. So ist es ein indirektes Maß für die Osmolarität und Differenzen des Serumnatriums und Differenzen des Serumnatriums zur intrazellulären Natriumkonzentration bestimmen den osmotischen Gradienten:
- Erhöhtes Serumnatrium führt zur Flüssigkeitsverschiebung von intra- nach extrazellulär und es kommt zur Zellschrumpfung
- Erniedrigtes Serumnatrium führt zur Flüssigkeitsverschiebung von extra- nach intrazellulär und es kommt zur Zellschwellung
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Physiologisch liegt der Natriumkonzentration extrazellulär, also beispielsweise im Blutplasma oder der interstitiellen Flüssigkeit bei etwa 135 bis 145 mmol/L. Intrazellulär, also innerhalb der Zellen liegt die Konzentration bei etwa 10 mmol/L.Abweichungen führen zu Störungen der Zellfunktion (z. B. bei Hyponatriämie oder Hypernatriämie).
Durch den Einfluss, den Natrium auf das extrazelluläre Flüssigkeitsvolumen hat, beeinflusst es auch den Blutdruck. Zu viel Natrium, also eine Hypernatriämie kann zu Hypertonie führen.
Natrium und Blutdruck
Eine erhöhte Natriumkonzentration im Körper bindet vermehrt Wasser im Extrazellulärraum. Dadurch steigt das Blutvolumen, was zu einem Anstieg des Blutdrucks führt. Langfristig kann eine hohe Natriumzufuhr die Gefäßelastizität verringern und das Risiko für Hypertonie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Nerven- und Muskelfunktion
Natrium ist entscheidend für die Depolarisation von Zellmembranen und somit für die Erregungsleitung in Nerven– und Muskelzellen. Bei einem Reiz öffnen sich spannungsabhängige Natriumkanäle, und Natriumionen strömen in die Zelle ein. Dieser schnelle Ioneneinstrom löst ein Aktionspotenzial aus, das den Nervenimpuls weiterleitet oder eine Muskelkontraktion einleitet.
Ein Beispiel ist auch das Herz, in dem bei einem elektrischen Reiz ein Schwellenpotential erreicht wird und sich spannungsabhängige Natriumkanäle blitzschnell öffnen. Der Ladungseinstrom der Natriumionen führt zur Depolarisation und ist ein wichtiger Teil der Erregungsweiterleitung und Kontraktion des Herzmuskels.
Säure-Basen-Haushalt
Der Körper muss den Blut-pH-Wert eng im Bereich von etwa 7,35 bis 7,45 halten. Dabei ist das Natrium-Bicarbonat-System sehr wichtig. Das Bicarbonat wird im Blut überwiegend als Natriumbicarbonat (NaHCO3) transportiert. Das Natriumion (Na+) stabilisiert dabei die negative Ladung des Bicarbonats und ermöglicht die Löslichkeit und den Transport im Plasma. Natrium unterstützt die Stabilität und Löslichkeit des Bicarbonat-Puffers im Plasma.
Transportprozesse
Natrium spielt eine bedeutende Rolle beim sekundär aktiven Transport, das heißt bei Prozessen, die die durch die Natrium-Kalium-Pumpe erzeugte Natriumkonzentrationsdifferenz nutzen. Natriumgradienten treiben sekundär aktive Transportmechanismen an, zum Beispiel für Glukose und Aminosäuren im Darm und in der Niere.
Die Natrium-Kalium-Pumpe pumpt unter ATP-Verbrauch drei Natriumionen aus der Zelle und zwei Kaliumionen hinein, wodurch ein steiler Natriumgradient entsteht (außen viel, innen wenig Natrium) sowie ein leicht negatives Membranpotential. Die Transportprozesse sind bedeutend für die Nährstoffaufnahme im Darm, die Rückresorption lebenswichtiger Substanzen in der Niere und die Aufrechterhaltung der Zellhomöostase und elektrischen Erregbarkeit von Nieren und Muskeln.

Natrium – Ausscheidung
Natrium wird nicht „abgebaut“, sondern über Niere, Schweiß und Stuhl ausgeschieden. Die Niere ist das Hauptregulationsorgan des Natriumhaushalts. Die Rückresorption erfolgt im proximalen Tubulus, in der Henle-Schleife, im distalen Tubulus und im Sammelrohr der Niere. Hormonell steigert Aldosteron die Natriumrückresorption im distalen Tubulus. Atriales natriuretisches Peptid (ANP) fördert die Natriumausscheidung bei Volumenüberlastung, während ADH (Antidiuretisches Hormon) die Wasserretention und damit indirekt die Natriumkonzentration.
Natrium – Klinik
Klinisch relevant sind die Hypernatriämie und die Hyponatriämie. Von einer Hyponatriämie spricht man bei einer Natriumkonzentration von unter 135 mmol/L. Sie ist die häufigste Elektrolytstörung und kann durch Überwässerung, dem Schwartz-Bartter-Syndrom (Syndrom der inadäquten ADH-Sekretion, SIADH), Erbrechen, Diuretika oder Nebenniereninsuffizienz entstehen. Symptome einer Hyponatriämie sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder auch Krampfanfälle. Die Therapie besteht durch eine langsame Korrektur der Natriumwerte und der Behandlung der Grunderkrankung, da bei „schneller” Korrektur das Risiko einer pontinen Myelinolyse besteht. Der vorsichtige Ausgleich ist wichtig, da es durch osmotische Effekte zum Zelluntergang kommen kann.
Schwartz-Bartter-Syndrom
Das Schwartz-Bartter-Syndrom ist eine Störung der Osmoregulation. Dabei kommt es durch eine pathologisch erhöhte Sekretion von ADH zu einer Retention von Wasser und letztlich zu einer Verdünnungshyponatriämie.
Eine Hypernatriämie liegt bei einer Natriumkonzentration von über 145 mmol/L vor. Sie ist häufig Folge eines Wasserverlusts, beispielsweise durch Fieber. Symptomatisch haben Betroffene einen gesteigerten Durst, Muskelzuckungen, neurologische Störungen bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Therapeutisch ist eine Flüssigkeitszufuhr veranlasst (meist intravenös) und die Behandlung der Ursache.
Täglich sollte die Natriumzufuhr bei etwa 2 bis 3 Gramm Natrium liegen. Dies entspricht einer täglichen Kochsalzaufnahme von etwa 5–6 g. Veränderungen der Natriumkonzentration gehen meist mit Störungen des extrazellulären Volumens einher.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Natrium und Salz?
- Warum ist Natrium für den Körper wichtig?
- Wie hoch ist der normale Natriumspiegel im Blut?
- Welche Symptome zeigen sich bei Natriummangel (Hyponatriämie)?
- Was sind häufige Ursachen für Hyponatriämie?
Natrium (Na+) ist ein chemisches Element und Elektrolyt. Salz (NaCl, Natriumchlorid) ist eine Verbindung aus Natrium und Chlorid. Etwa 40 Prozent des Gewichts von Kochsalz sind reines Natrium.
Natrium reguliert den Wasserhaushalt, das Blutvolumen und den Blutdruck, ist zentral für Nerven und Muskelzellen (Erregungsleitung und am Transport von Stoffen über Zellmembranen beteiligt.
Er liegt bei etwa 135-145 mmol/L im Plasma.
Typisch sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschwäche, Verwirrtheit, Krampfanfälle bis hin zu Bewusstseinsstörungen.
Zu viel Wasserzufuhr, Nierenerkrakungen, Diuretika und hormonelle Störungen können eine Hyponatriämie auslösen. Das Schwartz-Bartter-Syndrom ist eine Störung der Osmoregulation. Dabei kommt es durch eine pathologisch erhöhte Sekretion von ADH zu einer Retention von Wasser und letztlich zu einer Verdünnungshyponatriämie.
- Wasser- und Elektrolythaushalt, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 24.10.2025)
- Elektrolytstörungen Natrium, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 24.10.2025)
- Silbernagl, Despopoulos: Taschenatlas der Physiologie. 6. Auflage Thieme 2003




