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L-Dopa: Wirkung und Funktion

Sudenur Tamer
von Sudenur Tamer (Medizinstudentin) Zuletzt aktualisiert: 08.01.2026
Chemical,Formula,And,Nomenclature,Of,L Dopa,Handwritten,With,Chalk,On

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung und Funktion
  3. Abbau
  4. Klinische Bedeutung

L-Dopa (Levodopa) ist ein wichtiger Wirkstoff der Neurologie und Pharmakologie, der eine besondere Funktion im dopaminergen System des menschlichen Körpers einnimmt. Besonders in der Therapie des Morbus Parkinson besitzt L-Dopa eine herausragende Bedeutung, da es den Dopaminmangel im Gehirn effektiv ausgleichen kann. Zudem ist es ein wichtiges Zwischenprodukt in der Biosynthese weiterer Katecholamine wie Noradrenalin und Adrenalin und damit ein zentraler Bestandteil zahlreicher neurophysiologischer Prozesse. Der folgende Artikel erklärt die Definition, Wirkung und Funktion, den Abbau sowie die klinische Bedeutung des L-Dopa.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Wirkung und Funktion
  3. Abbau
  4. Klinische Bedeutung

L-Dopa – Definition

L-Dopa, auch bezeichnet als Levodopa, ist eine natürliche Aminosäure, ein Arzneistoff und ein biochemisches Zwischenprodukt im Stoffwechselweg von Tyrosin zu Dopamin. Es ist die Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin und spielt eine wesentliche Rolle im Nervensystem, insbesondere in der Steuerung von Bewegung und Motivation. Zudem kann es die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

L-Dopa – Wirkung und Funktion

L-Dopa wird durch das Enzym Aromatische L-Aminosäure-Decarboxylase (AADC) zu Dopamin umgewandelt. Dopamin ist entscheidend für zahlreiche physiologische Prozesse. Dazu gehört die Steuerung von Bewegungsabläufen über das extrapyramidale System und spielt damit eine wichtige Rolle für die Motorik.

Im Gegensatz zu Dopamin kann Levodopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Im ZNS wird es in wirksames Dopamin umgewandelt und erzielt folgende Wirkungen:

  • Erhöhung der Dopaminkonzentration im ZNS
  • Wirkung auf Akinese (pathologische Bewegungslosigkeit), Rigor (Starre, erhöhter Muskeltonus)  und Tremor (Zittern)
  • besonders wirksam bei Morbus Parkinson

Wirkverstärkung

Durch Kombination mit einem peripheren Decarboxylasehemmer wird die Wirkung des L-Dopa verbessert. Diese Hemmer verhindern die Umwandlung von L-Dopa in Dopamin außerhalb des Gehirns. Dadurch steht mehr L-Dopa für die Aufnahme ins Gehirn zur Verfügung, was eine geringere notwendige L-Dopa-Dosis ermöglicht.

Nicht nur als Vorstufe für Dopamin ist L-Dopa wichtig, sondern auch als Anfang der Synthese der Katecholamine. Aus Levodopa entsteht Dopamin, daraus dann Noradrenalin und anschließend Adrenalin. Levodopa ist somit zentral für die Synthese mehrerer Neurotransmitter und Stresshormone.

L Dopa Grafik

Zudem ist L-Dopa ein Vorläufer von Melanin und kann über die Tyrosinase zu verschiedenen Formen von Melanin weiterverarbeitet werden. Das ist relevant in Melanozyten der Haut, Pigmentzellen im Auge und der Substantia nigra, deren dunkle Färbung durch Neuromelanin entsteht.

Auch außerhalb des Gehirns hat Levodopa eine relevante Rolle im Stoffwechsel. Es kann über periphere Mechanismen gefäßerweiternd wirken, weshalb es in der Regel mit Decarboxylasehemmern kombiniert wird, um unerwünschte periphere Wirkungen zu reduzieren,

L-Dopa – Abbau

Peripher wird L-Dopa ohne Decarboxylasehemmer zum Großteil bereits außerhalb des Gehirn zu Dopamin umgewandelt und anschließend durch die MAO (Monoaminoxidase) und COMT (Catechol-O-Methyltransferase) weiter zu inaktiven Metaboliten abgebaut.

Zentral, also im Gehirn, wird L-Dopa zu Dopamin decarboxyliert. Das gebildete Dopamin ebenfalls durch MAO-B und COMT verstoffwechselt.

L-Dopa – Klinische Bedeutung

L-Dopa ist zentraler Teil der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Parkinson ist durch den Verlust dopaminerger Neuronen in der Substantia nigra gekennzeichnet, was zu Bewegungsstörungen wie Tremor, Rigidität und Bradykinesie führt.

Es wird primär bei Parkinson und seltener auch bei dopaminabhängigen Syndromen oder Restless-Legs-Syndromen eingesetzt. L-Dopa gleicht dabei den Dopaminmangel aus und verbessert die motorischen Symptome. Bei langfristiger Einnahme kann es zu Dyskinesien, also unwillkürlichen Bewegungen, Übelkeit, orthostatischer Hypotonie oder psychischen Symptomen wie Halluzinationen kommen.

Bei fortgeschrittener Parkinson-Therapie treten häufig motorische Fluktuationen auf, bekannt als “On-Off”-Phänomene. Diese äußern sich in wechselnden Phasen guter Beweglichkeit (“On”) und akuter Bewegungsarmut (“Off”). Dieses Phänomen ist typisch für eine Langzeitbehandlung mit L-Dopa.

Häufige Fragen

  1. Was ist L-Dopa und wofür wird es eingesetzt?
  2. L-Dopa ist eine Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin. Im Gegensatz zu Dopamin kann L-Dopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden und gelangt ins Gehirn, wo es dann zu Dopamin umgewandelt wird. Es wird vor allem eingesetzt, um bei der Morbus Parkinson motorische Symptome wie Bewegungsarmut, Muskelsteifheit oder verlangsamte Bewegungen zu lindern.

  3. Wie schnell wirkt L-Dopa und wie nimmt der Körper es auf?
  4. Der Körper wirkt L-Dopa meist relativ schnell, insbesondere bei Beginn der Behandlung. Damit möglichst viel L-Dopa ins Gehirn gelangt und nicht schon peripher (also außerhalb des Gehirns) umgewandelt wird, wird L-Dopa oft mit einem Decarboxylasehemmer wie Carbidopa kombiniert.

  5. Welche Nebenwirkungen kann L-Dopa haben?
  6. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Blutdruckabfall. Besonders bei älteren Menschen oder längerer Behandlung können auch Zentralnervensystem-Effekte auftreten, wie Verwirrtheit, Halluzinationen oder psychische Veränderungen.Langfristif kann es bei vielen Betroffenen zu Bewegungs-Komplikationen kommen.

Autor
Sudenur Tamer

Sudenur Tamer

Medizinstudentin

Sude studiert Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. Schon seit ihrer Kindheit hegt sie den Traum, ihre medizinische Tätigkeit mit ihrer Leidenschaft für Journalismus zu verbinden. Diesen Traum kann sie bereits während ihrer Tätigkeit bei praktischArzt verwirklichen. Durch vorherige Praktika im Rundfunk und Fernsehen, das Schreiben von Blogs während ihres Auslandsjahres sowie ihr Fachwissen aus dem Studium kann sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in ihren Texten gekonnt vereinen.

Quellen
  1. Parkinson-Medikamente, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 28.11.2025)
  2. Parkinson-Syndrom und Parkinson-Krankheit, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 28.11.2025)
  3. Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ist nur als Hintergrundinformation bestimmt. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbst Diagnosen zu stellen sowie Behandlungen anzufangen oder abzusetzen. Die Informationen können keinen Arztbesuch ersetzen. Bei medizinischen Anliegen und zur Klärung weiterer Fragen ist daher stets ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

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