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Die Kreatinin-Clearance ist ein zentrales diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Nierenfunktion. Sie ermöglicht es, die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abzuschätzen und damit die Leistungsfähigkeit der Nieren zu bewerten. In diesem Artikel soll eine Überblick der Physiologie, Funktionen und klinischen Anwendungen dieses Testes gegeben werden.
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Kreatinin-Clearance – Definition
Die Kreatinin-Clearance ist ein Maß für die Nierenfunktion und beschreibt das Volumen von Blutplasma, das in einer bestimmten Zeit vollständig von Kreatinin befreit wird. Sie gibt Auskunft über die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und wird verwendet, um die Leistungsfähigkeit der Nieren zu beurteilen.
Kreatinin-Clearance – Physiologie
Die Clearance von Kreatinin spiegelt gut die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) wider. Wenn man annimmt, dass Kreatinin weder vom Tubulussystem rückresorbiert noch aktiv sezerniert wird, dann ist der Wert eine gute Einschätzung für die Nierenfunktion.
Was ist Kreatinin?
Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Kreatins, das eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Muskeln spielt. Es entsteht dabei kontinuierlich in den Muskeln aus Kreatin und Kreatinphosphat und wird anschließend ins Blut abgegeben. Von dort gelangt es zu den Nieren und wird fast vollständig über den Urin ausgeschieden.
Kreatinin wird nicht verstoffwechselt oder nennenswert rückresorbiert, was es zu einem guten Marker für die Nierenfunktion macht.
Was ist Clearance?
Die Clearance beschreibt die Fähigkeit der Nieren eine Substanz aus dem Blutplasma zu entfernen. Sie gibt an, wie viel Milliliter Blutplasma pro Minute von einer bestimmten Substanz vollständig „gereinigt“ werden.
Bestimmung
Die Kreatinin-Clearance wird entweder durch eine direkte Messung oder durch Schätzformeln bestimmt. Bei der direkten Methode sammelt der Patient über einen Zeitraum von 24 Stunden seinen gesamten Urin. Parallel dazu wird eine Blutprobe entnommen, um die Kreatininkonzentration im Blutplasma zu bestimmen. Anschließend wird die Clearance mit einer Formel berechnet, die die Kreatininkonzentration im Urin, das Urinvolumen, die Plasmakreatininkonzentration und die Sammelzeit berücksichtigt. Diese Methode liefert relativ genaue Ergebnisse, ist jedoch im Alltag oft unpraktisch.
Deshalb wird die Kreatinin-Clearance in der Praxis meist mithilfe von Schätzformeln wie der Cockcroft-Gault- oder der MDRD-Formel berechnet. Diese nutzen leicht verfügbare Parameter wie das Serum-Kreatinin, Alter, Körpergewicht und Geschlecht, um die Nierenfunktion abzuschätzen. Die indirekten Methoden sind zwar weniger exakt als die direkte Messung, dafür aber einfacher durchführbar.
Kreatinin-Clearance – Klinik
Die Kreatinin-Clearance spielt in der klinischen Praxis eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Nierenfunktion. Sie liefert einen Schätzwert für die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und ist besonders nützlich beispielsweise bei Früherkennung von Nierenerkrankungen, der Stadieneinteilung chronischer Nierenerkrankungen (CKD) oder der Kontrolle bekannter Nierenerkrankungen.
Grenzen
Die Clearance kann durch Faktoren wie Muskelmasse, Alter oder Ernährung beeinflusst werden, weshalb sie nicht unbedingt immer ein exaktes Bild der Nierenfunktion liefern kann.
Häufige Fragen
- Was sagt die Kreatinin-Clearance aus?
- Ist Kreatinin dasselbe wie Kreatin?
- Was bedeutet eine niedrige Kreatinin-Clearance?
- Welche Faktoren beeinflussen die Kreatinin-Clearance?
Die Kreatinin-Clearance gibt an, wie gut die Nieren in der Lage sind, das Abfallprodukt Kreatinin aus dem Blut über den Urin auszuscheiden. Sie ist ein Maß für die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und damit ein wichtiger Indikator für die Nierenfunktion.
Nein, Kreatinin und Kreatin sind nicht dasselbe, auch wenn sie chemisch verwandt sind. Kreatin ist eine natürlich vorkommende Substanz, die in Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es wird in Muskeln gespeichert und dient als schnelle Energiequelle, vor allem bei kurzen, intensiven Belastungen. Kreatinin entsteht als Abbauprodukt von Kreatin im Muskelstoffwechsel. Es wird kontinuierlich ins Blut abgegeben und über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.
Eine niedrige Kreatinin-Clearance bedeutet, dass die Nieren das Kreatinin nicht ausreichend aus dem Blut filtern, was auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweist.
Die Kreatinin-Clearance wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen vor allem Muskelmasse, Alter, Geschlecht und Körpergewicht, da sie die Kreatininproduktion bestimmen. Auch Flüssigkeitsstatus, Blutdruck, Medikamente und Erkrankungen wie Nieren- oder Herzinsuffizienz können die Clearance verändern.
- Silbernagel, Stefan et. al.: Physiologie, Thieme, 8. Auflage, 2018
- Nierendurchblutung, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 30.04.2025)




