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Der Begriff Konvergenz hat viele verschiedene Bedeutungen, die je nach Zusammenhang unterschiedlich verwendet werden. In diesem Artikel werden diese verschiedenen Bedeutungen erklärt, es soll sich aber vor allem auf den medizinischen Bereich beziehen.
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Konvergenz – Definition
Konvergenz ist ein Begriff, der in der Biologie mehrere Bedeutungen hat. Allgemein bedeutet es, dass etwas zusammenläuft, beziehungsweise sich aufeinander zubewegt. Das Gegenteil stellt die Divergenz dar.
Evolutionsbiologie
Konvergenz beschreibt einen evolutionären Prozess, bei dem unterschiedliche Arten ähnliche Funktionen oder Merkmale entwickeln, die aber unabhängig voneinander entstanden sind. Merkmale von Vorfahren waren dabei zunächst unterschiedlich, wurden dann aber ähnlich. Diese Ähnlichkeiten entstehen, weil die Arten ähnlichen Umweltbedingungen oder Selektionsdrücken ausgesetzt sind und nicht, weil sie die Merkmale von einem gemeinsamen Vorfahren geerbt haben.
Zum Beispiel sind zwei Tierarten nicht phylogenetisch miteinander verwandt, leben aber in ähnlichen Lebensräumen und entwickeln ähnliche Körperformen. So besitzen Haie und Delfine eine stromlinienartige Körperform und Flossen zur Fortbewegung im Wasser. Allerdings gehören Haie zur Klasse der Knorpelfische, wohingegen Delfine Säugetiere sind und ursprünglich von landlebenden Vierbeinern abstammen.
Physiologie und Anatomie
Besonders in den Bereichen Physiologie und Medizin wird der Begriff Konvergenz häufiger verwendet. Auch hier meint er eine Bewegung voneinander weg; das kann im anatomischen Sinne, als auch im neurophysiologischen Sinne sein.
Neurophysiologie
Treffen mehrere Neurone auf eine zentrale Nervenzelle und werden auf diese verschaltet, nennt man das in der Neurophysiologie Konvergenz. Es handelt sich um ein häufiges Verschaltungsmuster im Nervensystem, das es ermöglicht, Informationen aus verschiedenen Quellen zu integrieren und eine koordinierte Reaktion zu erzeugen.
In der Sinnesphysiologie stehen Divergenz und Konvergenz im Zusammenhang mit den sogenannten rezeptiven Feldern. Ein rezeptives Feld ist dabei das Areal, das genau eine sensorische Sinneszelle aktiviert. Hier ist vor allem die Ausprägung der Konvergenz ausschlaggebend.
In der Retina werden mehrere Photorezeptorzellen auf eine Bipolarzelle umgeschaltet, welche wiederum auf eine Ganglienzelle verschaltet wird. Diese konvergente Verschaltung erhöht die Lichtsensibilität auf Kosten der räumlichen Auflösung, da sich so das rezeptive Feld vergrößert.
Große und kleine rezeptive Felder
Ein kleines rezeptives Feld zeichnet sich durch eine hohe Auflösung aus. Im Gegensatz dazu haben große rezeptive Felder ein schlechteres Auflösungsvermögen. Wenn also viele Neurone auf ein zentrales Neuron treffen, werden die rezeptiven Felder größer und die Auflösung schlechter. Treffen wenige sensorische Nervenzellen auf das zentrale Neuron, steigt die Auflösung und das rezeptive Feld wird kleiner.
Augenbewegungen
Eine Konvergenzbewegung der Augen beschreibt, wie sich beiden Augen nach innen in Richtung der Nase bewegen. Dies tritt physiologisch bei der Nahakkommodation auf, die das Nahsehen ermöglicht. Gleichzeitig treten bei der Nahakkomodation noch eine Engstellung der Pupille und eine Erhöhung der Brechkraft durch Einkugeln der Linse auf.
Eine Konvergenzbewegung der Augen wird vor allem durch die Kontraktion des Musculus rectus medialis auf beiden Seiten ermöglicht.
Häufige Fragen
- Was bedeutet Konvergenz in der Neurophysiologie?
- Welche Funktion hat Konvergenz?
- Was ist der Unterschied zwischen Konvergenz und Divergenz?
- Was ist Konvergenz bei Augenbewegungen?
Konvergenz beschreibt ein Verschaltungsmuster, bei dem mehrere Neuronen ihre Signale auf ein gemeinsames postsynaptisches Neuron leiten. Dies dient der Integration und räumlichen Summation von Reizen.
Sie dient der Informationsintegration, also dem Zusammenführen von Reizen aus verschiedenen Quellen und der räumlichen Summation, das heißt kleine Einzelreize summieren sich und können gemeinsam eine Schwelle überschreiten, was Aktionspotential auslösen kann.
Der Unterschied zwischen Konvergenz und Divergenz hängt vom jeweiligen biologischen oder medizinischen Kontext ab. Die Begriffe haben eine grundlegende Gegensätzlichkeit, unabhängig davon, ob es um Neurophysiologie, Augenbewegungen oder Evolution geht.
Die Konvergenzbewegung der Augen ist eine gleichzeitige, mediale Bewegung beider Augen, um ein nahes Objekt zu fokussieren. Sie ist Teil der Akkommodations-Trias (Konvergenz, Akkommodation und Miosis).
- Silbernagel et. al.: Physiologie, Thieme, 8. Auflage, 2018
- Konvergenz, https://www.spektrum.de/... (Abrufdatum: 23.07.2025)
- Grundlagen der Sensorik, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 23.07.2025)
- Visuelles System, https://next.amboss.com/… (Abrufdatum: 23.07.2025)




