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Die Hyaluronidase ist ein Enzym, das in Medizin und Kosmetologie vielfältige Anwendung findet. Durch ihre Fähigkeit, die Hyaluronsäure der extrazellulären Matrix zu spalten, erhöht sie die Gewebedurchlässigkeit und fördert die Diffusion von Flüssigkeiten und Wirkstoffen. Diese Eigenschaft macht sie sowohl in der ästhetischen Medizin und Dermatologie – insbesondere zur Korrektur oder Nachbehandlung von Hyaluronsäure-Fillern – als auch in der Anästhesie, Ophthalmologie und Allgemeinmedizin zu einem wichtigen therapeutischen Hilfsmittel. Der folgende Artikel erläutert die Definition, Wirkung, Funktion, den Abbau sowie die klinischen Anwendungen der Hyaluronidase.
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Hyaluronidase – Definition
Die Hyaluronidase ist ein Enzym, das die Hyaluronsäure spaltet. Chemisch gehört sie zur Gruppe der Glykosid-Hydrolasen, die die β-1,4-glykosidischen Bindungen zwischen N-Acetylglucosamin und Glucuronsäure in der Hyaluronsäure hydrolytisch aufbrechen. Physiologisch kommt die Hyaluronidase im menschlichen Körper unter anderem in Spermien, Leukozyten und bestimmten Drüsen vor. Zudem wird sie von verschiedenen Bakterien, etwa Streptokokken und Staphylokokken, produziert.
Hyaluronidase – Wirkung und Funktion
Die Hyaluronidase spaltet Hyaluronsäure, einen Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix, in kleinere Fragmente. Dadurch vermindert sie die Viskosität des Gewebes und erhöht die Durchlässigkeit für Flüssigkeiten und andere Substanzen.
Physiologisch unterstützt die Hyaluronidase damit die Gewebsdurchdringung, was beispielsweise beim Eindringen von Spermien in die Eizelle bedeutend ist. Außerdem wirkt sie durch die gesteigerte Gewebedurchlässigkeit bei Entzündungsreaktionen mit, da so Immunzellen leichter diffundieren können. Pharmakologisch erleichtert sie die Resorption und Verteilung von Arzneimitteln bei subkutaner oder intramuskulärer Applikation. Die bakterielle Hyaluronidase dient der Ausbreitung von Infektionen und hat damit auch pathologische Auswirkungen.
Pharmakologische Wirkung
Die Hyaluronidase wirkt durch die Erhöhung der Gewebsdurchlässigkeit als ein sogenannter „Spreading Factor“. Dadurch ist es möglich, dass Lokalanästhetika schneller wirken, Kontrastmittel besser verteilt werden und bei Infusionen subkutane Flüssigkeitsdepots rascher resorbiert werden.
Hyaluronidase – Abbau
Nach einer bestimmten Funktionsdauer wird die Hyaluronidase abgebaut und durch neu synthetisierte Enzymmoleküle ersetzt. Zunächst erfolgt eine Inaktivierung im Gewebe durch Denaturierung, pH-Veränderungen, Temperatur oder spezifische Hyaluronidase-Inhibitoren. Auch Proteasen tragen zum Abbau bei, indem sie die Enzymstruktur zerstören und so die katalytische Aktivität aufheben.
Inaktivierte Enzymmoleküle werden von Makrophagen oder Endothelzellen über Endozytose aufgenommen und in Lysosomen durch Proteasen in Peptide und Aminosäuren zerlegt.
Nach therapeutischer Injektion wird die Hyaluronidase lokal durch Proteasen abgebaut, teilweise in das lymphatische System aufgenommen und schließlich in der Leber weiterverstoffwechselt. Ihre Halbwertszeit im Gewebe beträgt in der Regel 30 Minuten bis wenige Stunden, abhängig von Dosis, Injektionsort und individueller Enzymaktivität.
Die entstehenden Aminosäuren werden im Stoffwechsel wiederverwendet. Nur minimale Mengen inaktiver Proteine werden über die Niere ausgeschieden.
Hyaluronidase – Klinische Anwendung
In der Dermatologie und ästhetischen Medizin dient die Hyaluronidase zur Auflösung von Hyaluronsäure-Fillern bei Überkorrekturen, Asymmetrien oder Komplikationen. Auch zur Behandlung von Granulomen oder Knoten nach Filler-Injektionen wird sie eingesetzt.
In der Anästhesie ist die Hyaluronidase in Kombination mit Lokalanästhetika nützlich, um deren Gewebeverteilung zu verbessern und den Wirkeintritt zu beschleunigen.
In der Ophthalmologie (Augenheilkunde) erhöht sie die Diffusion von Injektionslösungen im Augenbereich. Außerdem fördert sie die Resorption subkutaner Infusionen oder Hämatome.
Häufige Fragen
- Wofür wird die Hyaluronidase klinisch verwendet?
- Wie schnell wirkt Hyaluronidase?
- Kann jedes Filler-Produkt mit Hyaluronidase aufgelöst werden?
In der ästhetischen Medizin wird sie zur Auflösung von Hyaluronsäure-Fillern bei Überkorrektur, Asymmetrie oder Komplikationen genutzt. In der Anästhesie und anderen medizinischen Bereichen dient sie der Verbesserung der Resorption und Verteilung von injizierten Substanzen (“Spreading-Faktor”). In der Augenmedizin (Ophthalmologie) erhöht sie die Diffusion von Injektionslösungen im Augenbereich.
Die erste Wirkung zeigt sich meist in wenigen Stunden, insbesondere bei der Auflösung von Fillern. Allerdings hängt der genaue Zeitpunkt von Produkttyp (Art des Fillers), Dosierung, Lokalisation und individuellem Gewebe- und Stoffwechselzustand ab.
Nicht unbedingt gleich schnell und gleich einfach. In Studien zeigt sich, dass Filler-Typ (beispielsweise biphasisch vs. monophasisch), Vernetzungsgrad, Lokalisation und Dosis des Enzyms Einfluss haben.
- Bakterielle Infektionen von Haut und Weichgewebe, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 30.20.2025)
- Jung, Hyunwook: Hyaluronidase: An overview of its properties, applications, and side effects. In: Archives of Plastic Surgery 2020, Band 47, Heft 4, S. 297–300.




