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Das Wachstumshormon-System ist ein zentraler Bestandteil der endokrinen Regulation von Wachstum, Stoffwechsel und Körperzusammensetzung. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das hypothalamische Releasing-Hormon GH-RH ein, das die Freisetzung von Somatotropin aus der Adenohypophyse steuert. Störungen dieses fein abgestimmten Regelkreises können zu erheblichen Wachstums- und Stoffwechselveränderungen führen. Im Folgenden werden Definition, Wirkung, Regulation, Abbau sowie die klinische Bedeutung von GH-RH dargestellt.
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GH-RH – Definition
Das Growth Hormone Releasing Hormone (GH-RH) ist ein hypothalamisches Releasing-Hormon, das heißt es stimuliert in der Adenohypophyse (Hypophysenvorderlappen) die Ausschüttung des Wachstumshormons (GH/Somatotropin). GH-RH gehört zu den neuroendokrinen Steuerhormonen und spielt eine zentrale Rolle in der Regulation von Wachstum, Stoffwechsel und Körperzusammensetzung.
GH-RH – Wirkung und Funktion
Die primäre Wirkung besteht in der Stimulation der GH-Sekretion in somatotropen Zellen der Adenohypophyse. Zunächst kommt es dabei durch Bindung an spezifische GH-RH-Rezeptoren zur Aktivierung der Adenylatcyclase. Dadurch kommt es zum cAMP-Anstieg und schließlich zur GH-Freisetzung. GH stimuliert die IGF-1-Produktion in der Leber, wodurch Zellproliferation, Knochenwachstum und Muskelhypertrophie vermittelt werden. Außerdem kommt es über GH und IGF-1 zur Förderung des Körperwachstums, Anregung von der Proteinsynthese und Lipolyse sowie zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels.
Sekretion und Synthese
GH-RH wird im Hypothalamus gebildet und ist ein Peptidhormon mit 44 Aminosäuren, welches pulsatil, also stoßweise, sezerniert wird. Dies ist auch essenziell für die physiologische Funktion. Über das hypophysäre Pfortadersysrem gelangt es zur Adenohypophyse. Arginin kann ergänzend Somatostatin hemmen, was die GH-Freisetzung weiter fördert, was im GHRH-Arginin-Test genutzt wird.
GH-RH wirkt antagonistisch zu Somatostatin, welches die GH-Freisetzung hemmt.
GH-RH – Abbau und Regulation
Der Abbau findet in Leber und Niere über enzymatischen Abbau durch Proteolyse statt. Die Halbwertszeit ist nur kurz und beträgt wenige Minuten.
Schlaf, vor allem in der ersten Nachthälfte, Hypoglykämie, körperliche Aktivität und Aminosäuren wie Arginin und Ghrelin stimulieren GH-RH. Somatostatin ist der Gegenspieler von GH-RH, indem es die GH-Freisetzung in der Adenohypophyse hemmt. Durch negative Rückkopplung hemmen erhöhte GH- und IGF-1-Spiegel die Freisetzung von GH-RH und fördern die Somatostatinsekretion.
Somatostatin
Als inhibitorisches Peptidhormon des Hypothalamus hemmt Somatostatin die Freisetzung mehrerer Hormone, darunter Somatotropin (GH), TSH, sowie pankreatisch Insulin und Glukagon. Im Gastrointestinaltrakt reduziert es die Sekretion von Verdauungsenzymen und die Magensäureprodukion.
GH-RH – Klinik
Ein Mangel an GHRH ist selten und führt zu verminderter GH-Sekretion und Kleinwuchs bei Kindern. Außerdem führt es zu reduzierter Muskel- und Knochenmasse bei Erwachsenen.
Eine GHRH-Überproduktion kann durch neuroendokrine Tumoren entstehen. Die Folge ist eine übermäßige GH-Ausschüttung, was zu Gigantismus bei Kindern und Akromegalie bei Erwachsenen führt.
Im Rahmen der Diagnostik wird häufig der GHRH- oder der GHRH-Arginin-Test bei Verdacht auf einen Wachstumshormonmangel angewendet. Mithilfe dieser Tests kann zwischen einem hypothalamisch und einem hypophysär bedingten Wachstumshormonmangel differenziert werden.
Häufige Fragen
- Wie wirkt GH-RH im Körper?
- Wo wird GH-RH produziert und wie gelangt es zur Hypophyse?
- Warum ist die Sekretion pulsatil?
- Wie wird GH-RH abgebaut und reguliert?
GH-RH bindet an Rezeptoren auf somatotropen Zellen Zellen der Hypophyse und aktiviert die Adenylatcyclase, was zu einem cAMP-Anstieg und zur GH-Freisetzung führt. GH wirkt dann über IGF-1 auf Muskel- und Knochenwachstum sowie den Stoffwechsel.
GH-RH wird im Hypothalamus (Nucleus arcuatus) gebildet und über das hypophysäre Pfortadersystem zur Adenohypophyse transportiert.
Die pulsatil-stoßweise Freisetzung von GH-RH ist für eine physiologisch normale GH-Sekretion wichtig. GH wird vor allem in Nächten mit Tiefschlaf in Pulsen ausgeschüttet.
GH-RH hat eine sehr kurze Halbwertszeit und wird schnell durch proteolytische Enzyme (z.B. in Leber und Niere) abgebaut. Es wird durch Ghrelin, Hypoglykämie und Schlaf stimuliert und durch Somatostatin sowie negative Rückkopplung von GH/IGF-I gehemmt.
- Hypophyse, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 16.01.2026)
- Dietel et al.: Harrisons Innere Medizin (2 Bände). 16. Auflage ABW Wissenschaftsverlagsgesellschaft 2005
- Rassow et al.: Duale Reihe Biochemie. 2. Auflage Thieme 2022
- Akromegalie, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 16.01.2026)




