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Medi-Karriere Magazin Schmerzskala

Schmerzskala: Varianten und Anwendung

Schmerzskala: Varianten und Anwendung

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Schmerzskala?
  2. Varianten
  3. Funktionsweise
  4. Vorteile
  5. Stellenangebote

Mit einer Schmerzskala können Patienten/-innen, die Intensität ihrer Schmerzen verbal, anhand numerischer Werte oder mittels einer visuellen Darstellung auszudrücken. Da Schmerzen subjektiv sind, kommt dem Selbstbericht der Patienten/-innen für eine erfolgreiche Schmerztherapie große Bedeutung zu. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über den Einsatz von Schmerzskalen in der Praxis und stellt verschiedene Schmerzskala-Beispiele vor.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Schmerzskala?
  2. Varianten
  3. Funktionsweise
  4. Vorteile
  5. Stellenangebote

Schmerzskala – Was ist das?

Eine Schmerzskala dient als Instrument zur Selbstdarstellung akut empfundener Schmerzen durch den/die Patienten/-in. Hierbei können anhand einer vordefinierten Skala die eigenen Schmerzen verdeutlicht und für den/die Arzt/Ärztin somit besser eingeordnet werden. Auf eine Fremdeinschätzung wird hierbei nur zurückgegriffen, wenn kognitive oder entwicklungsphysiologische Bedingungen einer Selbsteinschätzung gegenüberstehen.

Eingesetzt wird die Schmerzskala dabei für folgende Zwecke:

  • Überwachung von Schmerzpatienten/-innen
  • Erfolgskontrolle der Schmerztherapie
  • Ermittlung unbekannter Schmerzen

Schmerzskala – Varianten

In der medizinischen Praxis kommen verschiedene Varianten an Schmerzskalen zum Einsatz. Unterschieden werden hierbei verbale und visuelle sowie ein- und mehrdimensionale Skalen. Eindimensionale Skalen messen dabei die Schmerzintensität, während eine mehrdimensional Schmerzskala auch Schmerzqualität, Lokalisation, Dauer und weitere Werte erfasst. In den nachfolgenden Abschnitten werden daher die gängigen Varianten genauer erläutert.

Verbale Rating-Skala

Die Verbale Rating-Skala (VRS) ist ein Instrument zur Selbsteinschätzung und teilt das Schmerzempfinden in sechs aufsteigende Kategorien ein:

  • kein Schmerz (VRS 0)
  • leichter Schmerz (VRS 1)
  • mäßiger Schmerz (VRS 2)
  • starker Schmerz (VRS 3)
  • sehr starker Schmerz (VRS 4)
  • unaushaltbarer Schmerz mit maximaler Ausprägung (VRS 5)

Die VRS ist dabei einfach anzuwenden, weist eine geringe Fehlerquote auf und wird von den Patienten/-innen gut akzeptiert. Geringe Veränderungen im Schmerzempfinden lassen sich mit der verbalen Rating-Skala jedoch weniger gut erfassen.

Visuelle Analog-Skala (VAS)

Mithilfe der VAS-Schmerzskala lässt sich das Schmerzempfinden in grafischer Form darstellen. Diese Schmerzskala besteht aus einem Streifen mit den Endpunkten “kein Schmerz” und “Schmerz in maximal vorstellbarer Ausprägung”. Die VAS-Schmerzskala kann auch geringfügige Veränderungen im Schmerzempfinden darstellen und eignet sich dadurch insbesondere für die Verlaufskontrolle bei einer längerfristigen Schmerztherapie.

Numerische Analog-Skala (NAS)

Die numerische Schmerzskala stellt den Schmerz eines/-r Patienten/-in mit einem Zahlenwert zwischen null und zehn dar, wobei null für “keinen Schmerz” und zehn für “maximal vorstellbaren Schmerz” steht. Einige Skalen beginnen auch mit der Ziffer eins. Die Angabe von Mittelwerten wie viereinhalb ist in der Regel ebenfalls möglich. So können mit der Schmerzskala eins bis zehn auch geringere Veränderungen im Schmerzempfinden von Patienten/-innen dargestellt werden.

Smiley-Analog-Skala (SAS)

Auch die Smiley-Analog-Skala (SAS) dient zur Selbsteinschätzung. Diese visuelle Schmerzskala erfasst die Schmerzintensität mittels Smileys und reicht von einem lächelnden Gesicht (kein Schmerz) bis hin zu einem unglücklichen Gesicht (maximal vorstellbarer Schmerz). Diese Schmerzskala kommt vor allem bei der Schmerztherapie von Kindern und Demenzkranken zum Einsatz.
Schmerzskala (SAS)

Beurteilung von Schmerzen bei Demenz

An Demenz erkrankte Patienten/-innen können sich oft nicht mehr konkret zu ihrem Schmerzempfinden äußern. Daher wurden hier Verfahren zur Fremdeinschätzung entwickelt. Ein Beispiel dafür bildet die sogenannte Beurteilung von Schmerz bei Demenz (BESD), welche die deutsche Version der sogenannten Pain Assessment in Advanced Dementia Scale (PAINAD) darstellt. Dabei bewertet das Pflegepersonal, wie beispielweise Pflegefachkräfte, die Schmerzen anhand von fünf Verhaltenskategorien:

  • Atmung
  • Lautäußerung
  • Körperhaltung
  • Mimik
  • Reaktion des/-r Patienten/-in auf Trost

Für jede Kategorie kann dann ein Wert zwischen null (keine Verhaltensreaktion) und zwei (stärkste Verhaltensreaktion) Punkten festgelegt werden. Ergibt sich hier ein Punktewert größer oder gleich zwei, deutet dies auf Schmerzen bei dem/-r Patienten/-in hin.

Schmerzskala – Funktionsweise

Sofern keine kognitiven oder entwicklungsphysiologischen Bedingungen dagegensprechen, wird je nach Variante, die entsprechende Schmerzskala den Patienten/-innen vorgelegt bzw. werden diese nach ihrer verbalen Einschätzung gefragt. Das Schmerzassessment sollte dabei sowohl im Belastungs- als auch im Ruhezustand durchgeführt werden. In einem begleitenden Gespräch werden außerdem Ausbreitung und Qualität der Schmerzen sowie eventuelle Veränderungen erfragt.

Einsatz bei chronischen und akuten Schmerzen

Bei chronischen Schmerzen wird die Schmerzskala häufig in Verbindung mit einem Schmerzfragebogen oder einem Schmerztagebuch eingesetzt. Wie häufig das Schmerzassessment wiederholt wird und in welchen Abständen es stattfindet, hängt hier von der individuellen Situation ab. Bei chronischen Schmerzpatienten/-innen erfolgt das Assessment häufiger als bei Patienten/-innen mit akuten Schmerzen aufgrund einer Verletzung oder Erkrankung.

Wichtige Hinweise

Um aussagekräftige Hinweise auf das Schmerzempfinden zu erhalten, sollte bei der Messung immer die gleiche Schmerzskala verwendet werden. Wichtig ist zudem die dazugehörige Schmerzdokumentation, um den Erfolg schmerztherapeutischer Maßnahmen einschätzen zu können. Spezielle Dokumentationssysteme unterstützen das Pflegepersonal bei diesem Schritt.

Anwendung bei Kindern

Bei Kleinkindern bis zum vierten Lebensjahr ist eine Fremdbeobachtung der Schmerzintensität notwendig. Ab dem vierten Lebensjahr nutzt man eine visuelle Schmerzskala, üblicherweise die Smiley-Skala. Kindern in diesem Alter fällt es noch schwer, die Intensität ihrer Schmerzen verbal zuverlässig mitzuteilen. Smileys sind für sie dagegen einfach verständlich. Ab etwa dem achten Lebensjahr können dann auch Schmerzskalen für Erwachsene zum Einsatz kommen.

Schmerzskala – Vorteile

Die Schmerzskala hat im Vergleich zu anderen Methoden des Schmerzassessments bestimmte Vorteile. Sie ist zum einen ein einfaches und kosteneffizientes Instrument, um das subjektive Schmerzempfinden von Patienten/-innen zu erfassen. Darüber hinaus bietet eine visuelle Schmerzskala auch Patienten/-innen mit verbalen Einschränkungen eine intuitive Möglichkeit, die Intensität ihrer Schmerzen für Ärzte/-innen und Pflegefachkräfte klar darzustellen. Erkundigt sich das Pflegepersonal regelmäßig nach den Schmerzen, vermittelt dies Patienten/-innen zum anderen das Gefühl, ernst genommen und wertgeschätzt zu werden.

Stellenangebote als Pflegefachkraft

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Häufige Fragen

  1. Welche Schmerzskalen gibt es?
  2. Es gibt sowohl verbale Schmerzskalen wie die Verbal Rating-Skala als auch visuelle Skalen, welche die Schmerzintensität grafisch darstellen. Beispiele hierfür sind die Visuelle Analog-Skala, die Smiley-Skala und numerische Skalen. Weiterhin wird zwischen ein- und mehrdimensionalen Skalen unterschieden. Eindimensionale Skalen messen dabei die Schmerzintensität, eine mehrdimensional Schmerzskala erfasst darüber hinaus auch die Schmerzqualität, Lokalisation, Dauer und weitere Werte.

  3. Weshalb werden Schmerzskalen eingesetzt?
  4. Schmerzskalen ermöglichen eine einfache und strukturierte Erfassung der Schmerzintensität. Die Selbstdarstellung der Patienten/-innen erleichtert dabei eine bedarfsgerechte Schmerztherapie.

  5. Was ist eine numerische Schmerzskala?
  6. Mithilfe einer numerischen Schmerzskala lässt sich die Intensität des Schmerzes von Patienten/-innen zwischen den Ziffern null oder eins (kein Schmerz) bis zehn (maximal vorstellbarer Schmerz) einordnen.

  7. Wie lassen sich Schmerzen am einfachsten messen?
  8. Am einfachsten anzuwenden und in der Praxis bewährt, haben sich unter den verschiedenen Varianten der Schmerzskala die Verbal Rating-Skala und visuelle Schmerzskalen wie beispielsweise die Smiley-Analog-Skala. Die VRS kommt hierbei ohne weitere Hilfsmittel aus. Visuelle Schmerzskalen können hingegen auf Papier ausgedruckt werden.

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Quellen
  1. BioblioMed, Schmerzmanagement, https://www.bibliomed-pflege.de/... (Abrufdatum: 07.10.2022)
  2. Uni Bamberg, Schmerzerfassung bei Patienten mit Demenz, https://www.uni-bamberg.de/... (Abrufdatum: 26.10.2022)
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pA Medien Gmbh
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Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert: 07.07.2026

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