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Wieso braucht man einen Medikationsplan? Viele Menschen nehmen täglich mehrere Medikamente ein – oft dauerhaft und zu unterschiedlichen Zeiten. Ohne einen klaren Überblick kann es leicht zu Fehlern kommen: Tabletten werden versehentlich doppelt genommen, Dosen ausgelassen oder Medikamente falsch kombiniert.
Solche Verwechslungen oder Wechselwirkungen bergen Risiken für die Gesundheit und erschweren zugleich die Behandlung. Ein Medikationsplan schafft hier Abhilfe, indem er alle wichtigen Informationen übersichtlich zusammenfasst und Betroffenen Sicherheit sowie Orientierung im Alltag bietet.
Dieser Artikel liefert alle Informationen zu Aufbau und Nutzen des Medikationsplans.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Medikationsplan?
Ein Medikationsplan ist eine schriftliche Übersicht über alle Medikamente, die eine Person regelmäßig einnimmt. Er enthält wichtige Angaben wie Wirkstoff, Handelsname, Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Zweck des Arzneimittels. Ziel ist es, die Behandlung übersichtlich zu gestalten, Wechselwirkungen zu vermeiden und die Therapiesicherheit zu erhöhen.
Besonders für Behandelte mit mehreren Medikamenten erleichtert ein Medikationsplan die Abstimmung zwischen ärztlichem, pharmazeutischem und pflegerischen Personal und unterstützt gleichzeitig die Betroffenen selbst bei der richtigen Einnahme.
Bundeseinheitlicher Medikationsplan
Um Medikationsdaten, die Vermittlung ihrer Anwendung und die Dokumentation zu vereinheitlichen und Behandelten die Möglichkeit zu geben, Strukturen wiederzuerkennen, wurde der Bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) eingeführt. Er soll das Wissen über die Medikamente, ihren Zweck und ihre Anwendung in verständlicher Form auf Papier vermitteln. Er enthält alle wichtigen Informationen zu Wirkstoffen, Handelsnamen, Dosierungen, Einnahmezeitpunkten sowie Hinweise zur richtigen Anwendung und dient damit als verbindliche Grundlage für alle an der Behandlung Beteiligten. Auch medizinische Fachkräfte können sich so einheitlicher koordinieren und Risiken, sowie ungewollte Neben- oder Wechselwirkungen frühzeitig erkennen.
Verpflichtende Unterstützung
Sobald jemand drei oder mehr Medikamente verschrieben bekommt, ist medizinisches Personal verpflichtet, einen Medikationsplan aufzustellen. Er enthält alle Informationen der Selbstmedikation, inklusive der zu behandelnden Grunderkrankung. Bei weniger als drei Medikamenten steht es ärztlichem Personal frei, einen Plan auszustellen.
Elektronischer Medikationsplan
Das Speichern der Daten des Medikationsplans kann auf Wunsch von Therapierten auch auf der elektronischen Gesundheitskarte erfolgen. Dieser elektronische Medikationsplan (eMP) kann helfen, dass beim Besuch mehrerer medizinischer Einrichtungen keine Daten verloren gehen, weil beispielsweise Papiere vergessen werden. Auch in der Vergangenheit eingenommene Medikamente kann man auf der Karte speichern und unter Umständen erlebte unerwünschte Nebenwirkungen dokumentieren.
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Medikationsplan – Zweck und Nutzen
Ein Medikationsplan dient dazu, alle Medikamente übersichtlich darzustellen und deren Einnahme klar zu strukturieren. Er hilft, die richtige Anwendung einzuhalten, Wechselwirkungen zu vermeiden und erhöht so die Sicherheit sowie Transparenz für die Betroffenen.
Medikationsplan – Aufbau
Ein Medikationsplan ist in der Regel so aufgebaut, dass die Medikamente untereinanderstehen, wobei in jeder Zeile die Dosierung, das Verabreichungsschema über den Tag und das zu behandelnde Symptom bzw. die zu behandelnde Erkrankung zu finden sind. Darüber hinaus findet sich Platz für Kommentare, beispielsweise, wann die Dosis gesteigert oder verringert werden soll. Die Arzneimittel werden häufig automatisch sortiert, beispielsweise danach, welche Medikamente zur Dauermedikation gehören – also nach einem festen Schema genommen werden – und welche nach Bedarf Anwendung finden.
In der Kopfzeile sind dem Plan darüber hinaus folgende Daten zu entnehmen:
- Für wen wurde der Plan ausgestellt? (idR Name und Geburtsdatum)
- Welche Institution hat den Plan ausgestellt? (idR mit Anschrift)
- Wann wurde der Plan ausgestellt?
Hier findet man auch einen QR-Code, der beim Abscannen die Infos in gängige Praxis- oder Kliniksysteme übertragen kann.
Medikationsplan erstellen
Einen Medikationsplan zu erstellen bedeutet, alle aktuell eingenommenen Medikamente systematisch zu erfassen und übersichtlich darzustellen. Dazu gehören Angaben wie Wirkstoff, Handelsname, Dosierung, Einnahmezeitpunkt, Darreichungsform und der jeweilige Zweck des Arzneimittels. Der Plan sollte in klarer, verständlicher Sprache verfasst sein, damit Betroffene ihn leicht anwenden können. Ein vollständiger Medikationsplan erleichtert die tägliche Einnahme, reduziert das Risiko von Fehlern und trägt dazu bei, die Behandlung sicherer und nachvollziehbarer zu machen.
In der Regel erstellen Klinik- oder Praxissysteme die Pläne bei Angabe aller Wirkstoffe und Medikamente automatisch.
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Häufige Fragen
- Wer hat Anspruch auf einen Medikationsplan?
- Wer darf einen Medikationsplan erstellen?
- Wie erstelle ich einen Medikationsplan?
- Ist der elektronische Medikationsplan Pflicht?
Anspruch auf einen Medikationsplan haben alle Behandelten, die regelmäßig drei oder mehr Medikamente einnehmen. Der Plan wird von behandelnden medizinischen Fachkräften erstellt und dokumentiert die Medikamente, Dosierungen und Einnahmezeiten. Ziel ist es, die Therapie übersichtlich zu gestalten und die Sicherheit der Medikamenteneinnahme zu erhöhen.
Einen Medikationsplan dürfen behandelnde Ärztinnen oder Ärzte erstellen und aktualisieren.
Um einen Medikationsplan zu erstellen, erfasst man alle regelmäßig eingenommenen Medikamente, Dosierungen und Einnahmezeiten. Viele Praxis- oder Apothekenprogramme erstellen den Plan inzwischen automatisch und übersichtlich. Anschließend prüft die behandelnde Ärztin oder der Arzt die Angaben und gibt den Plan frei.
Nein, der elektronische Medikationsplan ist derzeit keine Pflicht, wird aber zunehmend empfohlen. Er erleichtert die Aktualisierung und den Austausch von Medikationsdaten zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten. Patienten können freiwillig von den Vorteilen der digitalen Version profitieren, die mehr Übersicht und Sicherheit bietet.
- Medikationsplan, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/... (Abrufdatum: 01.09.2025)
- Medikationsplan, https://www.bundesaerztekammer.de/... (Abrufdatum: 01.09.2025)






