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Medi-Karriere Magazin Langlebigkeit

Langlebigkeit: Unterschiede innerhalb Westeuropas

Langlebigkeit: Unterschiede innerhalb Westeuropas

Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund der Studie
  2. Lebenserwartung in Westeuropa – Vom Aufholprozess zur Stagnation
  3. Regionale Ungleichheit in der Langlebigkeit
  4. Chancen und Limitationen der Lebenserwartung
  5. Fazit
  6. Passende Jobs in der Pflege

Eine aktuelle Studie auf Basis umfangreicher Bevölkerungs- und Sterblichkeitsdaten offenbart deutliche regionale Unterschiede bei der Lebenserwartung in Westeuropa. Das Forschungsteam um den Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Dr. Pavel Grigoriev vom BiB Wiesbaden veröffentlichte seine Ergebnisse in Nature Communications. Daraus leiten die Wissenschaftler klare Empfehlungen für Prävention, Gesundheitsversorgung und soziale Teilhabe ab, die eine Entwicklung hin zur Langlebigkeit unterstützen. Alle Details zum Thema Langlebigkeit in Westeuropa liefert dieser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

Die Lebenserwartung in Westeuropa variiert stark zwischen den Ländern und weist auch innerhalb der Regionen große Unterschiede auf. Soziale, wirtschaftliche und gesundheitliche Faktoren lassen sich nur teilweise durch individuelles Verhalten beeinflussen. Maßnahmen zur Förderung der Langlebigkeit sollten daher vor allem auf die Optimierung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen abzielen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund der Studie
  2. Lebenserwartung in Westeuropa – Vom Aufholprozess zur Stagnation
  3. Regionale Ungleichheit in der Langlebigkeit
  4. Chancen und Limitationen der Lebenserwartung
  5. Fazit
  6. Passende Jobs in der Pflege

Hintergrund der Studie

Grigoriev und sein Team werteten Daten zur Sterblichkeit in 450 Regionen aus insgesamt 13 westeuropäischen Ländern aus. Neben Deutschland betrachteten sie unter anderem die Entwicklungen in den Benelux-Staaten, Dänemark, Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal. Um Verzerrungen durch die Covid-19-Pandemie zu vermeiden, legten die Wissenschaftler den Untersuchungszeitraum zwischen 1992 und 2019.

Studienergebnis

Die Analyse zeigte deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Lebenserwartung zwischen den untersuchten Ländern, aber auch innerhalb einzelner Staaten. Die Verläufe sind nicht statisch, sondern zeigen eine deutliche Dynamik im betrachteten Zeitraum. Welche Faktoren diesem Phänomen zugrunde liegen, war ebenfalls Teil der Untersuchung.

Wege zur Langlebigkeit

Wer unter idealen Bedingungen aufwächst, Zugang zu guter Gesundheitsversorgung hat und gesunde Gewohnheiten pflegt, hat gute Chancen, das durchschnittlich zu erwartende Lebensalter zu übertreffen. Der Vergleich der Regionen in der Studie zeigt, welche Faktoren Langlebigkeit begünstigen und wie sie gezielt gefördert werden könnten.

Lebenserwartung in Westeuropa – Vom Aufholprozess zur Stagnation

Die Entwicklung der Lebenserwartung in Westeuropa verlief im Untersuchungszeitraum nicht gleichmäßig. Während zunächst viele Regionen von deutlichen Fortschritten profitierten, zeigte sich ab Mitte der 2000er-Jahre eine spürbare Verlangsamung des Trends.

Starkes Wachstum im „Goldenen Zeitalter“ bis 2005

Zwischen 1992 und 2005 kam es überall in Westeuropa zu einem deutlichen Anstieg der Lebenserwartung um jährlich etwa 3,5 Monate bei Männern und 2,5 Monate bei Frauen. Dabei näherten sich die einzelnen Regionen im Hinblick auf das erreichbare Lebensalter zunehmend an. Diesen Trend führen die Forscher insbesondere auf einen verbesserten Zugang zu moderner medizinischer Versorgung und allgemein günstigere soziale und wirtschaftliche Bedingungen zurück. Als Beispielregion nennen sie in diesem Zusammenhang Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung.

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Trendwende ab 2005 – verlangsamtes Wachstum und erste Rückschritte

Ab 2005 verlangsamte sich der Anstieg der Lebenserwartung deutlich. Eine wichtige Ursache war die stagnierende und regional teilweise wieder steigende Sterblichkeit in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen. In den Jahren 2018 und 2019 erreichte der Wert bei Männern noch zwei zusätzliche Monate pro Jahr, bei Frauen einen Monat. Gleichzeitig nahm das Gefälle zwischen den wirtschaftlich dynamischen „Avantgarde“-Regionen und den eher schwächeren „Laggard“-Regionen wieder zu.

Regionale Ungleichheit in der Langlebigkeit

Große Unterschiede im Hinblick auf die Langlebigkeit zeigten sich nicht nur im Vergleich der Länder, sondern teilweise auch zwischen den einzelnen betrachteten Regionen.

Unterschiede innerhalb Europas

Die Studie zeigte eine große Spannbreite der erwartbaren Lebenszeit. Bei Männern lag die Differenz 2019 zwischen der günstigsten Region, Inner London, und den Azoren als Ort der kürzesten Lebenserwartung bei etwa 8,5 Jahren. Bei Frauen betrugen die Unterschiede etwa sechs Jahre, wobei die besten Voraussetzungen im Baskenland vorlagen.

Auffällig war die Entwicklung in den Spitzenreiter-Ländern Spanien, Italien und Schweiz. Diese verzeichnen in manchen Gebieten nach wie vor einen Positivtrend von drei Monaten längerer Lebenszeit pro Jahr.

Deutschland als Beispiel für regionale Unterschiede

Innerhalb Deutschlands gab es, wie europaweit zu beobachten, einen Anstieg der Lebenserwartung bis 2005 bei interregionaler Annäherung der Altersspannen. Hiernach sank oder stagnierte die Lebenserwartung vor allem in Nord- und Westdeutschland, bei Männern zusätzlich auch im Osten des Landes. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie betreffen soziale und wirtschaftliche Faktoren wie Arbeitslosigkeit, aber auch ungesunde Verhaltensweisen wie beispielsweise einen zunehmenden Nikotinkonsum bei Frauen.

Chancen und Limitationen der Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines Menschen wird von einer Mischung aus biologischen, gesundheitlichen und sozioökologischen Faktoren bestimmt. Während einige Einflüsse außerhalb individueller Kontrolle liegen, bieten andere Ansatzpunkte, um die Chancen für ein langes Leben zu erhöhen. Maßnahmen zur Förderung der Langlebigkeit können sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene ansetzen. Die aktuelle Studie zeigt, dass sowohl altersbedingte Krankheiten als auch Lebensstil und regionale Unterschiede die Entwicklung der Lebenserwartung prägen.

Biologische Limitationen der Langlebigkeit

Welches biologische Alter ein Mensch maximal erreichen kann, lässt sich bislang nicht eindeutig festlegen. Besonders relevant für die verlangsamte Entwicklung der Lebenserwartung ist laut der Studie die Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen. Altersassoziierte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Demenz können die Lebensspanne begrenzen. Auch gesundheitsschädliche Verhaltensweisen wie Rauchen, problematischer Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch können die Lebenserwartung negativ beeinflussen.

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Ernährung und Lebensstil

Gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil steigern die Chancen, das durchschnittliche Lebensalter zu überschreiten. Mediterrane Kost mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch ist wissenschaftlich mit einer niedrigeren Sterblichkeit und einer längeren Lebenserwartung verbunden. Regelmäßige Bewegung und Verzicht auf schädliche Substanzen unterstützen die Gesundheit und fördern die Langlebigkeit.

Sozioökonomische Bedingungen und Gesundheitsversorgung

Bildung, Einkommen und stabile Beschäftigung erhöhen die Chancen auf ein längeres Leben, da sie besseren Zugang zu gesunder Ernährung, Stressbewältigung und medizinischer Versorgung ermöglichen. Gut ausgestattete Gesundheitssysteme mit Vorsorgeuntersuchungen tragen ebenfalls entscheidend zur Langlebigkeit bei. In wohlhabenden Regionen, etwa der Schweiz oder den nordischen Ländern, zeigt sich die Lebenserwartung deutlich höher als in ärmeren Regionen. Dabei sind Unterschiede von bis zu sieben bis acht Jahren möglich.

Fazit

Die Studie zeigt, dass eine zunehmende Lebenserwartung bis hin zur Langlebigkeit in Westeuropa weiterhin erzielbar ist, allerdings nicht in allen Regionen gleichermaßen. Während einige Länder ihre Fortschritte fortsetzen, stagnieren die Trends in anderen deutlich. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind neben medizinischen Innovationen vor allem soziale, wirtschaftliche und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen.

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Häufige Fragen

  1. Was zeigt die Studie zur Langlebigkeit in Westeuropa?
  2. Die Studie zeigt, dass die Lebenserwartung in Westeuropa regional deutlich variiert. Zwar stieg sie zwischen 1992 und 2005 in vielen Regionen stark an, seit Mitte der 2000er-Jahre hat sich dieser Fortschritt jedoch verlangsamt. Besonders auffällig sind Unterschiede zwischen wirtschaftlich starken Regionen und Gebieten mit ungünstigeren sozialen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen.

  3. Warum gibt es innerhalb Westeuropas Unterschiede bei der Lebenserwartung?
  4. Die Unterschiede entstehen durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen Einkommen, Bildung, Beschäftigung, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Präventionsangebote sowie Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung, Rauchen oder Alkoholkonsum. Nicht alle Ursachen lassen sich individuell beeinflussen, weshalb gesellschaftliche Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle spielen.

  5. Welche Regionen schneiden bei der Lebenserwartung besonders gut ab?
  6. Zu den Regionen mit besonders günstiger Entwicklung zählen unter anderem Gebiete in Spanien, Italien und der Schweiz. Bei Männern wurde Inner London als Region mit besonders hoher Lebenserwartung genannt, bei Frauen das Baskenland. Gleichzeitig zeigen andere Regionen, etwa die Azoren, deutlich niedrigere Werte.

  7. Wie kann Langlebigkeit gefördert werden?
  8. Langlebigkeit lässt sich durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf gesundheitsschädliche Substanzen und gute medizinische Vorsorge fördern. Besonders wichtig sind außerdem stabile soziale und wirtschaftliche Bedingungen, ein leistungsfähiges Gesundheitssystem sowie Angebote zur Prävention und sozialen Teilhabe.

Quellen
  1. Florian Bonnet, Ina Alliger, Carlo-Giovanni Camarda et al. (2026), „Potential and challenges for sustainable progress in human longevity.“, Nature Communications, 17(966)
  2. Das Limit der menschlichen Langlebigkeit ist noch nicht erreicht, https://deutsch.medscape.com/... (Abrufdatum: 14.05.2026)
  3. Health, https://www.oecd.org/... (Abrufdatum: 16.05.2026)
  4. Was bedeuten die Begriffe Lebenserwartung, Lebensdauer, Langlebigkeit und Gesundheitsspanne?, https://www.age.mpg.de/... (Abrufdatum: 16.05.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Jennifer Theißen
Jennifer Theißen
Ärztin
Veröffentlicht am: 22.05.2026

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