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Den letzten Weg nicht allein gehen müssen – als ehrenamtlicher Hospizbegleiter steht man Menschen in einer ihrer schwersten Lebensphasen bei. Mehr als 120.000 ehren- und hauptamtliche Begleiter bieten sich in Deutschland sterbenden Menschen als Zuhörer und freundliche Stütze an. Die Aufnahme dieser Arbeit erfordert viel Mut, doch eröffnet die Chance auf tiefgreifende und unvergessliche Erfahrungen.
Dieser Artikel beleuchtet, wie eine Schulung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter abläuft und welche Voraussetzungen nötig sind.
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Was macht ein ehrenamtlicher Hospizbegleiter?
Kaum ein Ehrenamt vereint so viele unterschiedliche Aufgaben wie dieses. Die Ziele der Begleitung richten sich stets nach der individuellen Lebenssituation, denn die Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche des sterbenden Menschen stehen zu jedem Zeitpunkt im Mittelpunkt. Begleiter nehmen sich dieser an, immer im Bewusstsein ihrer eigenen Grenzen und Ressourcen.
Ehrenamtliche Sterbebegleiter üben ihre Tätigkeit nicht nur in stationären Hospizen aus. Vielmehr werden sie häufig in der ambulanten Hospizbetreuung eingesetzt und besuchen Betroffene zu Hause, auf Palliativstationen oder in Pflegeheimen.
Die wertvollste und wichtigste Ressource, die sie schenken, ist Zeit. Zeit für Sterbende, um Gedanken auszusprechen, eigenen Bedürfnissen nachzugehen, Ablenkung oder Beschäftigung zu erleben. Eine Zeit, die nicht von Krankheit oder Familie bestimmt wird, sondern allein ihr selbst gilt.
Wie diese Zeit gestaltet wird, ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Einige Hospizbegleiter lesen Lieblingsbücher vor, spielen Brettspiele, schauen gemeinsam Fotoalben an oder hören einfach nur zu. Sie lindern damit die Einsamkeit, unter der viele Sterbende leiden und geben Gefühlen wie Angst, Trauer oder Wut Raum. In der Schulung lernen Begleiter, mit diesen Emotionen umzugehen und zeitgleich ihre eigene seelische Gesundheit zu schützen.
Doch nicht nur für die Sterbenden selbst ist diese Lebensphase herausfordernd. Auch Angehörige geraten an ihre Belastungsgrenzen. Die Begleitung bietet auch ihnen einen Ansprechpartner. Wenn die Situation es erfordert, ziehen sie hauptamtliche Kräfte hinzu, besonders bei fachlichen Fragen oder familiären Konflikten.
Was ist ein Ehrenamt?
Ehrenamtliche Arbeit bedeutet, freiwillig und ohne Vergütung für eine Organisation Arbeit zu leisten. Der Rahmen ist dabei sehr flexibel - Ehrenämter gibt es in allen möglichen Bereichen und Formen. Ehrenamtliche engagieren sich demnach in ihrer Freizeit, um das Gemeinwohl der Gesellschaft zu fördern. Sie gewinnen dadurch Lebenserfahrung, neue Fähigkeiten und einen Ausgleich zum alltäglichen Job, genauso wie besondere Einblicke in sonst abgeschirmte Bereiche wie die Hospizarbeit.
Ehrenamtlicher Hospizbegleiter – Voraussetzungen
Grundvoraussetzung für die Arbeit als ehrenamtlicher Hospizbegleiter sind eine ausgeprägte Empathie sowie das Interesse an der Begleitung von Menschen in einer sensiblen Lebensphase. Wer sich engagieren möchte, sollte bereit sein, sich regelmäßig Zeit zu nehmen, in der Regel etwa ein- bis zweimal wöchentlich für jeweils ein bis zwei Stunden. Je nach persönlicher Verfügbarkeit kann der zeitliche Umfang natürlich variieren.
Eine zentrale persönliche Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, auch im Hinblick auf eigene Erfahrungen. Teilnehmer der Schulung sollten offen dafür sein, persönliche Erlebnisse zu reflektieren und sich auf den Austausch in der Gruppe einzulassen. Gegenseitiger Respekt, Offenheit und ein achtsamer Umgang miteinander sind wesentliche Bestandteile des Lernprozesses.
Ebenso wichtig ist ein respektvoller und einfühlsamer Umgang mit den Sterbenden und ihren Angehörigen. Im Zentrum der Begleitung stehen stets die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen. Sie wahrzunehmen und anzuerkennen, ist eine der zentralen Aufgaben ehrenamtlicher Begleiter.
Ausbildungsplätze als Altenpfleger/in
Darüber hinaus erfordert das Ehrenamt ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Pünktlichkeit, denn viele Sterbende warten bewusst auf diese Begegnungen. Auch die Verschwiegenheit ist zwingend. Alles, was im Rahmen der Begleitung gesagt oder erlebt wird, unterliegt der Schweigepflicht. Dies schützt die Intimsphäre der Betroffenen und schafft Vertrauen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Fähigkeit zur Abgrenzung. Ehrenamtliche begleiten, doch sie tragen nicht die Verantwortung für Heilung oder Problemlösung. Eine klare Haltung in der Rolle schützt sowohl die Begleitenden als auch die Sterbenden. Dabei hilft auch eine gewisse psychische Stabilität und die Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren. Die Durchführung von pflegerischen oder medizinischen Aufgaben zählt dabei eindeutig nicht zu den Anforderungen an Ehrenamtliche.
Je nach Trägerorganisation kann es zusätzliche Anforderungen geben, etwa ein Mindestalter von 18 bis 21 Jahren oder ein Vorgespräch zur Klärung der persönlichen Eignung. Auch wenn keine formale Ausbildung notwendig ist, setzen viele Hospizdienste ein hohes Maß an persönlicher Reife, Reflexionsfähigkeit und innerer Stabilität voraus.
Was macht die Arbeit im Hospiz besonders?
Die Hospizarbeit schenkt schwerkranken Menschen vor allem eines: Zeit, Würde und menschliche Nähe. Ehrenamtliche Begleiter hören zu, halten aus und gestalten Momente echter Verbundenheit, oft tiefer als in alltäglichen Beziehungen. Dabei begegnen sie nicht nur Trauer, sondern auch Humor, Dankbarkeit und Sinn. Die intensive Auseinandersetzung mit Sterben und Tod verändert häufig auch die Sicht auf das eigene Leben. Supervision und Teamarbeit sorgen dafür, dass Begleiter mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben.
Ehrenamtlicher Hospizbegleiter – Schulung
Die Schulung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter folgt einem bundesweit abgestimmten Curriculum, das möglichst etwa 100 Unterrichtseinheiten über sechs bis acht Monate umfasst und damit sowohl fachliches Grundlagenwissen als auch persönliche Auseinandersetzung sicherstellt.
Dabei gliedert sich die Schulung in einen Basiskurs, in der Teilnehmende ihre eigenen Ressourcen, Erlebnisse und Einstellungen reflektieren und einen Vertiefungskurs, der die nötigen Kenntnisse und Skills zum Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen vermittelt.
Im Mittelpunkt des Kurses stehen folgende zentrale Themen:
- Kommunikation mit Sterbenden und Angehörigen
- Umgang mit Trauer und Sterben
- ethische und rechtliche Grundlagen
- Selbsterfahrungsanteile
- Hospitationen in der Praxis
Die Schulung legt großen Wert auf persönlicher Reflexion, Teamaustausch und Supervision, um emotionale Belastungen vorzubereiten und zu begleiten. Die Hospitation umfasst in der Regeln 20 bis 40 Stunden und kann in verschiedenen Einrichtungen absolviert werden. Dazu zählen etwa Hospize, Palliativstationen, Kinder- und Jugendhospize, der ambulante Hospizdienst oder bei medizinischer Vorerfahrung auch die SAPV (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung). Ziel des Praktikums sind erste Erfahrungen und Kontakte mit sterbenden Menschen. Teilnehmern des Kurses soll die Entscheidung damit vereinfacht werden, ob sie sich emotional in der Lage sehen, das Ehrenamt auszuüben.
Ehrenamtliche Hospizbegleiter werden darin unterstützt, eigene Erfahrungen mit Tod und Trauer zu reflektieren und ihre Haltung, etwa eine akzeptierende Einstellung zum Lebensende, weiterzuentwickeln. Die Qualifizierung wird von hauptamtlichen Koordinatoren organisiert, die durch monatliche Begleitungstreffen Prozesse begleiten.
Rechtlich ist die Schulung verpflichtend für den Einsatz ehrenamtlicher Begleiter in ambulanten Hospizdiensten gemäß Paragraph 39a SGB V. Dazu gehört bei spezifischen Einsätzen, etwa in der Kinder- und Jugendhospizarbeit, eine zusätzliche Zusatzqualifikation. Die Ausbildung ist üblicherweise kostenfrei, finanziert durch Spenden und öffentliche Mittel, und wird landesweit in Kooperation mit Hospizverbänden, Diakonie, Caritas oder Orden angeboten. Einige Anbieter verlangen lediglich eine kleine Verpflegungspauschale für die Dauer des Kurses.
Passende Jobs im Gesundheitswesen
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- Deutscher Hospiz- und Palliativverband, https://www.dhpv.de/... , (Abrufdatum: 21.06.2025)








