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Der Nasensteg bildet den unteren Teil der Nasenscheidewand und trennt die beiden Nasenöffnungen voneinander. Er gehört zur äußeren Nase und trägt wesentlich zur Form der Nasenspitze sowie zur Funktion der Nasenatmung bei.
Sowohl ästhetisch als auch funktionell spielt der Nasensteg eine wichtige Rolle, insbesondere in der plastischen und rekonstruktiven Nasenchirurgie. Definition, Anatomie und klinische Bedeutung des Nasenstegs sind Thema dieses Artikels.
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Nasensteg – Definition
Der Nasensteg (Columella nasi) ist der untere, sichtbare Abschnitt der Nasenscheidewand (Septum), der sich zwischen den Nasenlöchern an der Basis der äußeren Nase befindet. Er trennt die beiden Nasenvorhöfe voneinander und bildet gemeinsam mit der Nasenspitze und den Nasenflügeln die untere Kontur der Nase.
Anatomisch stellt der Nasensteg den äußeren Abschluss des Nasenseptums dar. Er besteht aus Haut, subkutanem Gewebe und Knorpelanteilen und verbindet sich nach oben mit der Nasenspitze und nach innen mit den vorderen Anteilen des Nasenseptums.
Der Begriff sollte nicht mit dem Nasenseptum im engeren Sinn verwechselt werden, das die gesamte vertikale Trennwand innerhalb der Nase bezeichnet. Während das Septum auch knöcherne Anteile enthält, handelt es sich beim Nasensteg ausschließlich um den weichgewebigen und knorpeligen Bereich an der äußeren Nase.
Nasensteg – Anatomie
Der Nasensteg liegt an der Unterseite der äußeren Nase, zwischen den beiden Nasenlöchern. Er ist als vertikal verlaufender, schmaler Abschnitt deutlich sichtbar und bildet die mittige Grenze der Nasenbasis.
Er gehört funktionell und anatomisch zur äußeren Nase, ist jedoch eng mit dem vorderen Abschnitt der Nasenscheidewand verbunden. Seine Struktur setzt sich aus mehreren Gewebeschichten zusammen: Haut, subkutanes Bindegewebe, Knorpelanteile und eine dünne Muskulatur. Die Haut ist hier in der Regel dünn und kaum verschieblich, was für Operationen in diesem Bereich eine besondere Herausforderung darstellt.

Nach oben geht der Nasensteg in die Nasenspitze über, nach hinten grenzt er an das vordere Septum und die Nasenvorhöfe.
Embryologische Entwicklung
Der Nasensteg entwickelt sich embryologisch aus dem medialen Nasenwulst, einem Teil der vorderen Gesichtsanlage. Während der Gesichtsentwicklung verschmelzen die medialen Nasenwülste in der Mitte, wodurch unter anderem die Columella nasi, die Nasenspitze und der Philtrum-Bereich der Oberlippe entstehen.
Störungen in diesem Entwicklungsprozess können zu angeborenen Fehlbildungen wie Columella-Hypoplasie oder einseitiger Nasenlochverlagerung führen, die oft verbunden mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auftreten.
Knorpelanteile
Die Stabilität und Form des Nasenstegs beruhen auf mehreren knorpeligen Anteilen. Zentral beteiligt ist der vordere Teil des Nasenseptums, insbesondere der cartilaginäre Anteil (Pars cartilaginea). Zudem tragen Anteile des paarigen unteren Nasenknorpels (Cartilago alaris major) zur Bildung der Columella bei. Diese Strukturen sind elastisch verformbar, gleichzeitig aber mechanisch so stabil, dass sie der Nasenspitze und dem Nasensteg ihre charakteristische Form geben.
Die Pars membranacea, ein dünnwandiger, bindegewebiger Bereich zwischen Septum und unterem Nasenknorpel, ergänzt das knorpelige Gerüst. Diese Zone ist besonders beweglich und spielt eine wichtige Rolle für die Dynamik und Flexibilität der Nasenspitze. Sie zählt nicht direkt zum Nasensteg, sondern stellt eine angrenzende Struktur dar.

Nasensteg – Funktion und ästhetische Bedeutung
Anatomisch bildet der Nasensteg die Trennstruktur zwischen den beiden Nasenvorhöfen und trägt geringfügig zur gerichteten Luftführung in den oberen Atemwegen bei. Auch wenn die meiste Atemarbeit durch die Nasenhaupthöhlen erfolgt, beeinflusst der Nasensteg leicht die Eintrittsrichtung und Strömungsverhältnisse des einströmenden Luftstroms.
Seine knorpelige Verbindung zur Nasenspitze verleiht der äußeren Nase nicht nur ihre Form, sondern sorgt auch für Beweglichkeit und Elastizität im Bereich der Nasenbasis. Diese Eigenschaften sind besonders bedeutsam beim Sprechen und bei der Mimik.
Ästhetisch ist der Nasensteg maßgeblich an der Form der Nasenspitze, der Nasenlöcher und der Nasenbasis beteiligt. Asymmetrien, Einkerbungen oder übermäßige Vorwölbungen in diesem Bereich können das Gesichtsprofil deutlich beeinflussen. In der plastischen Chirurgie stellt der Nasensteg deshalb einen wichtigen Bezugspunkt dar, sowohl zur ästhetischen Proportionierung als auch zur chirurgischen Zugangswahl bei Eingriffen an Nasenspitze oder Septum.
Nasensteg – Klinische Bedeutung
Der Nasensteg ist aufgrund seiner zentralen Lage und exponierten Position anfällig für äußere Einwirkungen. Stumpfe Traumata, etwa durch Stürze oder Sportverletzungen, können zu Schwellungen, Blutergüssen oder sogar Knorpelverziehungen führen. Bei starken Quetschungen droht eine Störung der lokalen Durchblutung, was im schlimmsten Fall zu Gewebeuntergang führen kann.
Auch angeborene Fehlbildungen, wie eine asymmetrische Ausbildung der Columella oder eine zu kurze beziehungsweise retrahierte Struktur, können sowohl die ästhetische Erscheinung als auch die Nasenfunktion beeinträchtigen. In einigen Fällen kommt es zu einer sichtbaren Schieflage der Nasenspitze oder zu einer Verengung der Nasenöffnung.
Operative Eingriffe
In der plastisch-rekonstruktiven und funktionellen Nasenchirurgie nimmt der Nasensteg eine zentrale Rolle ein. Er dient häufig als Zugangspunkt bei offenen Rhinoplastiken, wobei der chirurgische Schnitt (Columellainzision) in der natürlichen Falte des Stegs erfolgt. Über diesen Zugang lassen sich Formveränderungen an Nasenspitze, Knorpeln und Septum präzise durchführen.
Bei der Septorhinoplastik kann der Nasensteg auch selbst Gegenstand der Korrektur sein, etwa wenn eine Columellaverziehung vorliegt oder die Stützfunktion für die Nasenspitze unzureichend ist. Hier kommen Columellarstützen oder Knorpeltransplantate zum Einsatz, um eine stabile und symmetrische Struktur wiederherzustellen.
Mögliche Komplikationen umfassen Narbenbildung, eine Instabilität der Nasenspitze oder ästhetische Unregelmäßigkeiten. Die feine Haut, die geringe Weichteildeckung und die knorpelige Dynamik machen chirurgische Eingriffe an dieser Stelle besonders anspruchsvoll.
- Aust G et. al., Duale Reihe Anatomie (Thieme, 6. Auflage, 2024)




