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Interleukine sind zentrale Vermittler der Immunantwort und spielen eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation zwischen Zellen des Immunsystems. Sie werden insbesondere von Leukozyten gebildet und wirken sowohl auf diese als auch auf andere Zielzellen, wodurch sie eine Vielzahl von immunologischen Funktionen steuern. In diesem Artikel geht es vor allem um die Wirkung und Funktion der Interleukine.
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Interleukin – Definition
Interleukine sind Zytokine, die hauptsächlich von Leukozyten gebildet werden und auf andere Leukozyten wirken. Sie dienen der Kommunikation zwischen Zellen des Immunsystems und modulieren eine Vielzahl immunologischer Prozesse wie Zellproliferation, Differenzierung und Entzündungsreaktionen. Je nach Art können sie proinflammatorisch oder antiinflammatorisch wirken.
Interleukin – Wirkung und Funktion
Interleukine sind Signalstoffe des Immunsystems, die hauptsächlich die Kommunikation zwischen Immunzellen koordinieren. Sie regulieren wesentliche Prozesse wie Zellwachstum, Differenzierung, Aktivierung und Entzündungsreaktionen. Je nach Typ wirken Interleukine entweder fördernd oder hemmend auf Immunantworten und tragen so zur Aufrechterhaltung der Immunbalance bei.
Proinflammatorische
- Interleukin 1 (IL1): Es induziert Fieber durch Wirkung auf das hypothalamische Thermoregulationszentrum. Außerdem führt es zu einer Aktivierung von Endothelzellen durch eine erhöhte Expression von Adhäsionsmolekülen, was die Migration von Leukozyten in das Gewebe erleichtert. Die Stimulation von Makrophagen und T-Zellen sowie die Förderung der Synthese anderer Zytokine wie IL-6 und TNF-α verstärken die Immunantwort.
- Interleukin 6 (IL6): Auch Interleukin 6 sorgt für eine Fieberinduktion. Zusätzlich stimuliert es die Bildung von Akute-Phase-Proteinen in der Leber. Eine Stimulation der Hämatopoese findet auch statt, wodurch die Reifung und Proliferation hämatopoetischer Zellen im Knochenmark gefördert wird. Auch die Differenzierung von B-Zellen und die Aktivierung von T-Zellen ist ein relevanter Mechanismus, der durch IL-6 verstärkt wird.
- Interleukin 8 (IL8): Interleukin 8 ist einer der stärksten Lockstoffe für neutrophile Granulozyten und fördert deren Migration ins entzündete Gewebe. Zusätzlich steigert es die Degranulation, Sauerstoffradikalbildung und Phagozytosekapazität der Neutrophilen. Es ist auch für die Aktivierung weiterer Immunzellen zuständig und trägt zur Neubildung von Gefäßen bei, was die Gewebereparatur unterstützt.
Antiinflammatorische
- Interleukin 10 (IL10): IL10 trägt zur Hemmung proinflammatorischer Zytokine bei, denn es reduziert die Expression dieser Zytokine in Immunzellen. Zudem hemmt IL10 die Expression von Antigenen der Klasse MHC II, was eine Dämpfung der Immunreaktion zur Folge hat. Die Entzündungshemmung bietet auch einen Schutz vor Gewebeschäden bei entzündlichen und infektiösen Prozessen.
Sonstige
- Interleukin 2 (IL2): IL2 ist essenziell für das Wachstum, die Differenzierung und das Überleben von T-Zellen. Es unterstützt die Funktion und Stabilität von regulatorischen T-Zellen und trägt damit zur Immuntoleranz bei. Außerdem steigert es die Zytotoxizität und Proliferation natürlicher Killerzellen. Auch eine B-Zell-Stimulation findet unter IL2 statt.
- Interleukin 4 (IL4): IL4 ist ein zentrales Zytokin der humoralen Immunantwort und spielt eine entscheidende Rolle bei der Differenzierung von T-Helferzellen. Es wird vor allem von T-Helferzellen vom Typ 2 (Th2), Mastzellen und basophilen Granulozyten produziert.
Interleukin – Abbau
Der Abbau von Interleukinen erfolgt primär über Enzyme und zelluläre Mechanismen, die ihre Konzentration im Gewebe und Blut regulieren. Nach ihrer Ausschüttung und Bindung an Zielzellen werden Interleukine entweder intern durch Endozytose und lysosomalen Abbau inaktiviert oder durch lösliche Rezeptoren abgefangen und neutralisiert. Zusätzlich können proteolytische Enzyme, wie Metalloproteinasen, Interleukine in ihrer Struktur verändern und so ihre Wirkung beenden.
Häufige Fragen
- Was sind Interleukine?
- Wer produziert Interleukine?
- Wie wirken Interleukine?
Interleukine sind Botenstoffe (Zytokine), die von Immunzellen gebildet werden und der Kommunikation zwischen diesen Zellen dienen.
Vor allem Leukozyten (z. B. T-Zellen, Makrophagen, Monozyten), aber auch andere Zelltypen wie Endothelzellen oder Fibroblasten.
Sie binden an spezifische Rezeptoren auf Zielzellen und lösen dort Signalkaskaden aus, die z. B. Entzündungsreaktionen, Zellteilung oder Differenzierung steuern.
- Silbernagel, Stefan et. al.: Physiologie (Thieme, 8. Auflage, 2018)
- Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, Springer, 10. Auflage




